Lenze 00382653 EVD4906-E Servo Drive Controller

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Produktinformationen

Produktfamilie: 4900 Series | Serie: 4900 Series

Der Lenze 00382653 EVD4906-E ist ein digitaler AC-Servoregler der Serie 4900, der als Positioniersteuerung für präzise Bewegungsabläufe in der industriellen Automation eingesetzt wird. Das Gerät kombiniert Leistungselektronik, geschlossene Regelung und Positionierlogik in einem kompakten Gehäuse. Der Servoregler ist für einen Dreiphasen-Netzanschluss von 400 V bis 480 V AC bei einem zulässigen Spannungsbereich von 323 V bis 528 V AC ausgelegt. Er liefert einen kontinuierlichen Ausgangsstrom von 6 A sowie einen maximalen Spitzenstrom von 12 A für bis zu 5 Sekunden. Durch seine integrierte Einachs-Positioniersteuerung eignet sich das Gerät für Punkt-zu-Punkt-Positionierungen, profilgeführte Bewegungen sowie geschwindigkeits- und drehmomentgeregelte Servoanwendungen in Verpackungsanlagen, der Automobilfertigung, der Logistik und in Textilmaschinen.

Anschlussseitig verfügt das Gerät über einen Resolver-Eingang an einer Sub-D 9-Pol Buchse X7, eine simulierte Inkrementalgeberausgabe sowie sechs programmierbare digitale Eingänge, vier digitale Ausgänge, zwei differentiale analoge Eingänge und zwei analoge Ausgänge. Eine separate 24-V-DC-Steuerspannungsversorgung stellt sicher, dass die Reglerlogik und die Parametrierung auch bei abgeschalteter Hauptstromversorgung aktiv bleiben. Bei der Inbetriebnahme eines Ersatzgeräts muss der Parametersatz aus dem bisherigen Regler übertragen werden. Dies erfolgt über die Software Lenze Global Drive Control (GDC) ab Version 4.x oder direkt über ein aufsteckbares Bedienmodul Keypad 2102 beziehungsweise 8201BB, dessen Kopierfunktion den direkten Parameterabgleich im Servicefall ermöglicht. Unterstützung bei der Sicherung oder Übertragung von Reglerparametern bietet ABC Industrial Parts.

Zur Betriebs- und Fehlerdiagnose besitzt der Regler zweifarbige LED-Statusanzeigen für die Betriebsbereitschaft in Grün und Fehlerzustände in Rot sowie Diagnoseparameter wie den TRIP-Speicher C0168 und den Statusparameter C0183. Detaillierte Fehlercodes lassen sich direkt über ein LCD- beziehungsweise 7-Segment-Keypad oder das Diagnosefenster der Software Global Drive Control auslesen. Bei Fehlermeldungen wie Überstrom (OC1), Erdschluss (OC5), Überspannung (OU) oder Hardwarefehlern (H05) sollten zunächst externe Faktoren wie Motorleitungen, Bremswiderstände, Versorgungsspannungen und die Geberverdrahtung überprüft werden. Bleiben interne Hardwarestörungen oder Kurzschlüsse auf der Leistungskarte bestehen, lässt sich das Gerät vor Ort nicht reparieren. In diesen Fällen stehen geprüfte Austauschgeräte und Reparaturdienstleistungen bei ABC Industrial Parts zur Verfügung.

Technische Daten

Nenn-Ausgangsstrom6 A
Maximaler Ausgangsstrom12 A
Versorgungsspannungsbereich323 - 528 V AC
Nenn-Netzspannung400 / 480 V AC
Steuerspannung24 V DC
Digitale Eingänge6
Digitale Ausgänge4
Analoge Eingänge2
Analoge Ausgänge2
Integrierter FeldbusCAN / CANopen Systembus
Motorrückführungs-SchnittstelleResolver-Eingang (Sub-D 9-polig)

Programmierung und Konfiguration

Die Parametrierung und Inbetriebsetzung des Lenze EVD4906-E erfolgt vorzugsweise über die Software Lenze Global Drive Control (GDC) ab Version 4.x. GDC bietet eine Benutzeroberfläche zur Konfiguration von Positionierprofilen, Regelungsparametern und E/A-Zuordnungen sowie ein Oszilloskop-Werkzeug zur Echtzeitüberwachung von Antriebsvariablen.

Alternativ lässt sich das Gerät über die aufsteckbaren Bedienmodule Keypad 2102 oder 8201BB bedienen. Das Keypad ermöglicht das direkte Auslesen und Ändern von Parametern sowie das Kopieren kompletter Parametersätze zwischen Reglern. Sämtliche Einstellungen werden in einem internen, nichtflüchtigen EEPROM gespeichert. Über den Parameter C0002 = 1 kann das Gerät bei Bedarf auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt werden.

Kommunikation und Systemintegration

Der Servoregler EVD4906-E ist serienmäßig mit einer CAN/CANopen-Systembusschnittstelle ausgestattet, die Übertragungsraten von bis zu 500 kbit/s unterstützt. Diese Schnittstelle ermöglicht die schnelle Querverbindung zwischen mehreren Antrieben zur Koordinierung mehrachsiger Bewegungsabläufe ohne übergeordneten Achscontroller. Für einen störungsfreien Busbetrieb müssen an den beiden physikalischen Endknoten des Systembusses Abschlusswiderstände von 120 Ohm installiert sein.

Zur Einbindung in übergeordnete Automatisierungsnetzwerke unterstützt der Regler den Einsatz optionaler Kommunikationsmodule über Standard-Steckplätze. Hierzu zählen die PROFIBUS-DP-Module Lenze 2131 und 2133, INTERBUS-Module 2111 und 2112 sowie LECOM-Schnittstellenmodule. Nach dem Einstecken des entsprechenden Moduls müssen die Stationsadresse und die Kommunikationsparameter im Parametersatz des Antriebs konfiguriert werden.

Diagnose und Statusanzeige

Zur schnellen Zustandskontrolle verfügt der Lenze 00382653 EVD4906-E über zwei Status-LEDs an der Gerätefront. Die grüne LED signalisiert den normalen Betriebszustand oder die Betriebsbereitschaft, während die rote LED einen aktiven TRIP-Fehlerzustand anzeigt. Ergänzend können Betriebszustände und Fehlerhistorien über den Statusparameter C0183 sowie den TRIP-Speicher C0168 ausgelesen werden.

Für eine detaillierte Fehlersuche stehen sowohl das aufsteckbare Bedienmodul mit 7-Segment- beziehungsweise LCD-Anzeige als auch die Diagnosefunktionen der GDC-Software zur Verfügung. Über die GDC-Diagnosefenster können Systemvariablen in Echtzeit grafisch aufgezeichnet und Fehlerursachen eingegrenzt werden.

Status-LED-Anzeigen

LEDFarbe/StatusBedeutung
Ready / OperatingGrün - Dauerhaft / BlinkendNormaler Betriebszustand oder betriebsbereit
Fault / TRIPRot - Dauerhaft / BlinkendFehlerzustand (TRIP) aktiv

Austausch und Ersatzteile

Beim Austausch eines defekten Lenze EVD4906-E Servoreglers muss sichergestellt werden, dass die Typenbezeichnung und die Nennwerte übereinstimmen. Der Regler benötigt eine Drehstrom-Versorgungsspannung von 400/480 V AC sowie eine externe 24-V-DC-Versorgung für die Steuerelektronik. Vor dem Wiedereinschalten der Netzspannung ist zu prüfen, ob alle Steckerverbindungen, insbesondere der Sub-D 9-Pol Resolveranschluss X7 und die CAN-Bus-Terminierung, korrekt gesteckt sind.

Da ein neu installierter Ersatzregler im Werkszustand geliefert wird oder abweichende Parameter enthalten kann, ist das Einspielen des anwendungsspezifischen Parametersatzes erforderlich. Dieser kann mithilfe der GDC-Software v4.x+ über einen PC oder durch Überspielen mit den Keypad-Modulen 2102 bzw. 8201BB übertragen werden. Werden optionale Feldbusmodule wie PROFIBUS-DP (2131/2133) oder INTERBUS (2111/2112) verwendet, müssen diese in den Regler umgesteckt und die Adressierung kontrolliert werden.

Fehlercodes und Stoercodes

Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:

CodeNameBeschreibungMoegliche UrsacheEmpfohlene Massnahme
OC1Short Circuit / OvercurrentKurzschluss oder übermäßiger Strom an den Motorklemmen erkanntKurzschluss im Motorkabel oder in der Motorwicklung, Erdschluss, Beschleunigungsrampe zu kurz, defekte EndstufeMotor und Leistung verkabelung auf Phase-Phase-Kurzschlüsse prüfen; Beschleunigungszeit erhöhen; bleibt der Fehler bei abgeklemmtem Motor bestehen, liegt ein interner Platinendefekt vor.
OC5Earth Fault / Ground FaultErdschlussstrom an den Motorleitungen erkanntErdschluss in der Motorleitung, hoher kapazitiver Leckstrom, Isolationsfehler der Motorwicklung gegen ErdeIsolationswiderstand des Motors mit Isoliermessgerät prüfen; Motorleitungen auf Isolationsschäden untersuchen; Motorleitungslänge verkürzen oder Ausgangsdrossel einbauen.
OUOvervoltage DC BusZwischenkreisspannung hat den oberen Schwellenwert überschrittenZu hohe Rückspeiseenergie beim Verzögern, Verzögerungsrampe zu kurz, Bremschopper defekt oder Bremswiderstand nicht angeschlossen/beschädigt, Netzspannung zu hochVerzögerungszeiten verlängern, Anschluss und Widerstandswert des externen Bremswiderstands prüfen, Netzspannung kontrollieren.
LUUndervoltage DC BusZwischenkreisspannung hat den unteren Betriebsgrenzwert unterschrittenNetzausfall, fehlende Phase, Netzspannung zu niedrig, Fehler in der LadeschaltungNetzeingangsspannung über alle drei Phasen prüfen, Sicherungen und Schutzschalter kontrollieren.
OHHeatsink OvertemperatureKühlkörpertemperatur hat den maximal zulässigen Schwellenwert überschrittenUnzureichende Schaltschrankbelüftung, verschmutzte Kühlrippen, Lüfterausfall, Umgebungstemperatur zu hoch, Regler überlastetKühlrippen reinigen, Lüfterfunktion prüfen, ausreichend Freiraum um den Antrieb im Schaltschrank sicherstellen.
OH4Motor OvertemperatureAuslösung des Motortemperatursensors (PTC / Thermokontakt)Thermische Überlastung des Motors, dauerhafter Betrieb mit hohem Drehmoment bei niedriger Drehzahl ohne Fremdlüfter, Sensorleitung gebrochen oder getrenntMotor abkühlen lassen, mechanische Last und Motorlegung prüfen, Verdrahtung des Thermokontakts/PTC an den Klemmen kontrollieren.
OH7Internal Drive OvertemperatureInnentemperatur des Antriebs hat den Schwellenwert überschrittenZu hohe Gehäusetemperatur, LüfterausfallGehäusekühlung verbessern, Luftzirkulation im Schaltschrank überprüfen.
CE0Communication Fault (LECOM / Option Module)Kommunikationsunterbrechung zwischen Steuerung/Option-Modul und AntriebsreglerLockerer Stecker, unterbrochenes Kommunikationskabel, falsche Baudrate oder Stationsadresse, ModuldefektKabelabschirmung und Verbindungen prüfen, Stationsadresse und Kommunikationsparameter im Parametersatz kontrollieren.
CE1System Bus (CAN) Communication FaultFehlerzustand an der CAN-SystembusschnittstelleBuskabel getrennt, fehlerhafter Busabschlusswiderstand (120 Ohm an den Endknoten erforderlich), Baudratenabweichung, StöreinstrahlungCAN-Bus-Verdrahtung prüfen, ordnungsgemäße Installation der Abschlusswiderstände an beiden Busenden sicherstellen, Baudrate des Systembusses kontrollieren.
EEEEPROM Memory ErrorInterner EEPROM-Prüfsummenfehler oder SchreibfehlerSpannungsunterbrechung während des Speicherns von Parametern, beschädigter Speicher, interner PlatinendefektWerkseinstellungen laden (C0002 = 1) und Parameterdatei erneut einspielen. Lässt sich der Fehler nicht zurücksetzen, liegt ein interner Hardwaredefekt vor.
H05Internal Hardware ErrorInterner Hardware-Selbsttestfehler beim Starten oder Betrieb erkanntInterner Verarbeitungsfehler, Beschädigung der SteuerplatineSpannungsversorgung des Reglers aus- und einschalten. Bleibt der Fehler bestehen, liegt ein Hardwaredefekt vor.
P12Resolver / Feedback FaultSignalverlust oder Fehler am Resolver-Rückführungskanal erkanntResolverkabel getrennt, Drahtbruch, Signalstörung, defekter ResolversensorResolverkabel prüfen, Pinbelegung am Sub-D 9-Pol Stecker X7 kontrollieren, Schirmung und Erdungsverbindungen überprüfen.
NMAXMaximum Speed ExceededMotordrehzahl hat die parametrierten Höchstgrenzen überschrittenInstabile Drehzahlregler-Einstellung, Überschwingen des Positionierreglers, durchdrehender Motor wegen falscher RückführpolungPID-Parameter des Drehzahlreglers überprüfen, Phasensequenz des Motorresolvers kontrollieren.

Haeufig gestellte Fragen

Welche Software wird für die Parametrierung des Lenze EVD4906-E benötigt?

Für die Konfiguration und Diagnose über den PC wird die Software Lenze Global Drive Control (GDC) ab Version 4.x verwendet. Alternativ können Parameter direkt über die Bedienmodule Keypad 2102 oder 8201BB eingestellt werden.

Wie können die Parameter auf ein Ersatzgerät übertragen werden?

Der Parametersatz kann mit der Software GDC ausgelesen und auf den Ersatzregler übertragen werden. Wenn der Regler über die 24-V-DC-Steuerspannung versorgt wird, lässt sich der Parametersatz auch direkt mit der Kopierfunktion der Keypad-Bedienmodule 2102 oder 8201BB sichern und im Neugerät einspielen.

Welche Feldbussysteme unterstützt der Lenze 00382653 EVD4906-E?

Der Antrieb verfügt werkseitig über einen integrierten CAN/CANopen-Systembus. Über optionale Kommunikationsmodule unterstützt er zudem PROFIBUS-DP (Module 2131 und 2133), INTERBUS (Module 2111 und 2112) sowie LECOM.

Was bedeutet die Fehlermeldung CE1 am Servoregler?

Der Fehler CE1 weist auf eine Störung auf dem CAN-Systembus hin. Ursachen können eine unterbrochene Busleitung, fehlende Abschlusswiderstände (120 Ohm an beiden Busenden), falsche Baudraten oder Störeinstrahlungen sein.

Was ist bei den Fehlercodes EE oder H05 zu tun?

Der Code EE zeigt einen EEPROM-Speicherfehler an und kann durch Rücksetzen auf Werkseinstellungen (C0002 = 1) und erneutes Einspielen der Parameter behoben werden. Der Code H05 signalisiert einen internen Hardwarefehler. Bleiben diese Fehler nach dem Aus- und Einschalten bestehen, liegt ein interner Platinendefekt vor, der eine Reparatur oder den Austausch des Geräts erfordert.

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