Siemens 6RA7085-6FV62-0-Z SIMOREG DC-Master Stromrichter

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Produktinformationen
Der Siemens 6RA7085-6FV62-0-Z ist ein voll-digitaler Vierquadranten-Gleichstromrichter aus der Serie SIMOREG DC-MASTER 6RA70 für anspruchsvolle industrielle Antriebsaufgaben. Das Gerät ist als offenes Chassis in Schutzart IP00 ausgeführt und wandelt eine dreiphasige Netzspannung von 575 V AC in eine geregelte Ankerspannung von 680 V DC bei einem kontinuierlichen Bemessungsstrom von 600 A um, was einer Ankerleistung von 408 kW entspricht. Durch die 4-Quadranten-Ausführung ermöglicht der Stromrichter eine vollständige Netzrückspeisung bei Bremsvorgängen oder ziehender Last. Diese spezifische Konfiguration ist werkseitig mit den Optionen Z=G94+D64+S00+K01+K11 ausgerüstet.
Die Steuerung des Stromrichters basiert auf der Baugruppe CUD1, welche dynamische Regelungsalgorithmen für Drehzahl und Strom verarbeitet. Für die Einbindung in Automatisierungsumgebungen beinhaltet die Option G94 die Kommunikationsbaugruppe CBP2 für PROFIBUS DP, während die Optionen K01 und K11 das System um die Baugruppenerweiterungen EB1 und EB2 für zusätzliche digitale und analoge Signale ergänzen. Zudem schaltet Option S00 die integrierte Technologiesoftware frei. Bei der Inbetriebnahme eines Ersatzgeräts muss der vorhandene Parametersatz über die Software Siemens DriveMonitor oder STARTER beziehungsweise das Bediengerät OP1S eingespielt werden. Zur sicheren Übertragung der Anwenderdaten und Parameter auf das Tauschgerät bietet ABC Industrial Parts fachgerechte Unterstützung.
Zur Diagnose bietet die Frontseite des Geräts eine PMU mit 7-Segment-Anzeige für Fehler- (F-Codes) und Warnmeldungen (A-Codes) sowie Status-LEDs auf der CUD1-Platine. Detaillierte Fehlerhistorien können über die Parameter r047 und r049 oder das Operator Panel OP1S ausgelesen werden. Fehler wie Netzphasenausfall (F004), Feldunterbrechung (F011) oder Übertemperatur (F040) weisen häufig auf externe Ursachen im Leistungsteil oder der Belüftung hin. Liegt jedoch ein interner Hardwarefehler der CUD1-Platine (F050) oder eine Versorgungsstörung (F001) vor, ist eine Reparatur vor Ort nicht möglich. In diesen Fällen stellt der Austausch gegen ein geprüftes Ersatzgerät von ABC Industrial Parts den schnellsten Weg zur Wiederherstellung der Anlagenverfügbarkeit dar.
Technische Daten
| Anker-Einspeisespannung AC | 575 V AC |
| Anker-Nennspannung DC | 680 V DC |
| Anker-Nennstrom DC | 600 A |
| Feld-Einspeisespannung AC | 400 V AC |
| Feld-Nennstrom DC | 30 A |
| Anker-Ausgangsleistung | 408 kW |
| Betriebsquadranten | 4 |
| Feldbus-Protokoll | PROFIBUS DP |
| Schutzart | IP00 |
Programmierung und Konfiguration
Die Parametrierung und Konfiguration des Siemens 6RA7085-6FV62-0-Z erfolgt primär über die Engineering-Tools Siemens DriveMonitor oder STARTER. Über eine serielle Schnittstelle oder eine PROFIBUS-Verbindung lassen sich sämtliche Betriebsparameter auslesen, sichern und auf den Stromrichter übertragen. Alternativ steht das optionale Bediengerät OP1S (Bestellnummer 6SE7090-0XX84-2FK0) zur Verfügung, das einen direkten Zugriff auf das Parametermenü der CUD1-Steuerbaugruppe ermöglicht.
Mit der freigeschalteten Option S00 verfügt der Stromrichter über integrierte Technologiesoftware-Funktionsbausteine. Dadurch können komplexe Steuerungs- und Regelungsaufgaben direkt im Antrieb ausgeführt werden. Bei einer Neuinitialisierung oder nach einem EEPROM-Fehler (F052) kann der Stromrichter über den Parameter P051=21 auf Werkseinstellungen zurückgesetzt werden, um anschließend den gesicherten Anwenderparametersatz neu zu laden.
Kommunikation und Systemintegration
Die Systemintegration des Stromrichters in übergeordnete Automatisierungsnetze erfolgt über die werkseitig installierte Kommunikationsbaugruppe CBP2 (Option G94). Diese Schnittstelle unterstützt das PROFIBUS DP-Protokoll mit Übertragungsraten von bis zu 12 Mbit/s und erlaubt die zyklische Prozessdatenübertragung sowie den azyklischen Parameterzugriff durch eine SPS-Masteinheit.
Zusätzlich zur Feldbusanbindung erweitern die Terminal-Module EB1 (Option K01) und EB2 (Option K11) die E/A-Kapazität des Geräts. Diese Baugruppen stellen zusätzliche Analogeingänge, Analogausgänge, Digitaleingänge und Relaisausgänge bereit, wodurch sich Peripheriegeräte und externe Sensoren direkt an den Stromrichter anschließen lassen.
Diagnose und Statusanzeige
Der Stromrichter verfügt über umfassende Diagnosemöglichkeiten direkt am Gerät sowie über die Kommunikationsschnittstellen. Über das PMU-Anzeigefeld auf der Frontseite werden Betriebszustände, Warnungen (A-Codes) und Störungen (F-Codes) sofort signalisiert. Über die Diagnoseparameter r047 (Fehlercode) und r049 (Fehlerzeit) lässt sich der genaue Zeitpunkt und Verlauf von Ausfällen in der Software analysieren.
Status-LED-Anzeigen
| LED | Farbe/Status | Bedeutung |
|---|---|---|
| PMU Fault Display | Rot - F-Statuscodeanzeige | Störungsanzeige auf der 7-Segment-Frontanzeige aktiv |
| PMU Alarm Display | Gelb - A-Statuscodeanzeige | Warnanzeige auf der 7-Segment-Frontanzeige aktiv |
| CUD1 Status LEDs | Grün/Rot - Dauerlicht / Blinkend | Zeigt den Betriebszustand der CUD1-Platine und die Feldbus-Kommunikationsaktivität an |
Austausch und Ersatzteile
Da die Baureihe SIMOREG 6RA70 vom Hersteller nicht mehr aktiv produziert wird, erfordert der Austausch defekter Einheiten eine genaue Beachtung der jeweiligen Optionscodes. Bei der Ersatzbeschaffung für die Type 6RA7085-6FV62-0-Z ist sicherzustellen, dass das Ersatzgerät über die korrekten Optionen Z=G94+D64+S00+K01+K11 verfügt oder die entsprechenden Erweiterungsbaugruppen (CBP2, EB1, EB2) umgebaut werden.
Vor dem Austausch muss der Parametersatz des Altgeräts ausgelesen und gesichert werden. Nach dem mechanischen und elektrischen Einbau des Ersatzgeräts wird dieser Parametersatz eingespielt, um die genaue Zuordnung der Feldbusadressen, Motordaten und S00-Technologiefunktionen zu gewährleisten. Für eine langfristige Modernisierung existiert als Nachfolgebaureihe die Serie SINAMICS DCM unter der Typenbezeichnung 6RA8085-6FV22-0AA0.
Fehlercodes und Stoercodes
Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:
| Code | Name | Beschreibung | Moegliche Ursache | Empfohlene Massnahme |
|---|---|---|---|---|
| F001 | Ausfall der internen Versorgungsspannung | Die interne Versorgungsspannung ist ausgefallen oder hat die Toleranzgrenze während des Betriebs unterschritten. | Fehler auf der CUD1-Steuerplatine oder dem Schaltnetzteil der Stromversorgungsplatine. | Einspeisenetz prüfen; ist die Netzspannung korrekt, liegt ein interner Hardwarefehler vor – Austausch der CUD1-Platine oder des Geräts erforderlich. |
| F004 | Phasenausfall im Anker netz | Fehlende Phase der Ankerversorgungsspannung, Spannungsunsymmetrie oder Netzfrequenz außerhalb des zulässigen Bereichs. | Ausgelöste Netzsicherung, lose Netzkabelverbindung oder Defekt des Netzschützes. | Netzsicherungen, Netzspannungspegel an den Klemmen U1, V1, W1 sowie das Netzschütz überprüfen. |
| F005 | Störung in der Feldeinspeisung | Ausfall der Feldnetzspannung oder Unterbrechung im Feldstromkreis. | Fehlende Wechselspannung an der Feldeinspeisung oder unterbrochene Verdrahtung des Feldstromkreises. | Einspeisespannung an den Klemmen C1/D1 prüfen, Durchgang der Feldwicklung und Sicherungen kontrollieren. |
| F006 | Unterspannung im Anker netz | Die Anker-Netzspannung hat den eingestellten Schwellenwert (P078) unterschritten. | Netzeinbruch oder vorübergehender Spannungseinbruch unter Last. | Versorgungsnetz und Einstellungen des Netztransformators überprüfen. |
| F007 | Überspannung im Anker netz | Die Anker-Netzspannung hat den oberen Schwellenwert überschritten. | Spannungsspitze im Netz oder falsche Anzapfung des Transformators. | Stabilität der Netzspannung und Nenneinstellung im Parameter P078 überprüfen. |
| F011 | Unterbrechung des Feldstroms | Der Istwert des Feldstroms hat bei aktivem Feldsollwert den Mindestschwellenwert (P394) unterschritten. | Unterbrochene Feldwicklung am Motor, defektes Feldkabel oder beschädigte Endstufe des Feldreglers. | Feldstromkreisverbindungen des DC-Motors prüfen und Feldwiderstand messen. |
| F030 | Drehzahlregler- / Impulsgeberüberwachung | Abweichung zwischen Drehzahlrückführung (Geber/Tacho) und Drehzahlsollwert oder Überschreitung der Stromgrenzen. | Geberkabeldefekt, vertauschte Gebersignale, mechanische Blockade oder Tachometerdefekt. | Geberverdrahtung, Geberimpulse, Kupplung und mechanische Belastung prüfen. |
| F038 | Überdrehzahl | Die gemessene Ist-Drehzahl hat den maximalen Schwellenwert (P596/P597) überschritten. | Feldausfall, Durchgehen des Motors oder falsche Kalibrierung der Drehzahlrückführung. | Feldstrom, Motorlast und Einstellung des Drehzahlreglers überprüfen. |
| F040 | Stromrichter-Übertemperatur | Temperatur des Leistungsteils oder Kühlkörpers hat den maximal zulässigen Grenzwert überschritten. | Ausfall des Kühlventilators, verschmutzter Kühlkörper, zu hohe Umgebungstemperatur oder Überlast. | Kühlkörperlüfter prüfen, Lüftungskanäle reinigen und Umgebungstemperatur im Schaltschrank kontrollieren. |
| F042 | Motor-Übertemperatur | Der Temperatursensor des Motors (PTC/KTY84) hat eine Übertemperatur gemeldet oder das thermische Modell hat angesprochen. | Überlastung des Motors, gestörte Kühlung des Motors oder defekter Sensor. | Motorstrombelastung, Fremdlüfter des Motors und Sensoranschlüsse überprüfen. |
| F050 | Interner Hardwarefehler / CUD1-Ausfall | Mikroprozessor-Selbsttest oder Speicherprüfung fehlgeschlagen. | Hardwarefehler auf der CUD1-Platine, fehlerhafte Firmware oder beschädigtes Bauteil. | Interner Hardwarefehler – CUD1-Steuerplatine oder kompletten Stromrichter austauschen. |
| F052 | EEPROM-Prüfsummenfehler | Datenkorruption beim Lesen der Parameterwerte aus dem internen EEPROM-Speicher festgestellt. | Spannungsausfall während des Speichervorgangs oder gealterter EEPROM-Baustein. | Werkseinstellung durchführen (P051=21) und Parametersicherung wiederherstellen. Bleibt der Fehler bestehen, CUD1-Platine tauschen. |
Haeufig gestellte Fragen
Welches Nachfolgemodell gibt es für den SIMOREG 6RA7085-6FV62-0-Z?
Als Nachfolgemodell aus der aktuellen Antriebsserie dient der SINAMICS DCM Stromrichter mit der Artikelnummer 6RA8085-6FV22-0AA0.
Welche Bedeutung haben die Z-Optionen Z=G94+D64+S00+K01+K11 bei diesem Stromrichter?
Die Optionen beinhalten die PROFIBUS DP Baugruppe CBP2 (G94), die Baugruppenerweiterungen EB1 (K01) und EB2 (K11) für zusätzliche E/A-Signale sowie die freigeschaltete S00-Technologiesoftware.
Welches Software-Tool wird zur Konfiguration und Parametersicherung benötigt?
Die Parametrierung und Sicherung kann mit den Software-Tools Siemens DriveMonitor oder STARTER sowie über das Bediengerät OP1S durchgeführt werden.
Was ist bei dem Fehlercode F050 zu tun?
Der Fehlercode F050 deutet auf einen internen Hardwarefehler der CUD1-Steuerplatine hin. In diesem Fall muss die CUD1-Baugruppe oder das gesamte Stromrichtergerät ausgetauscht werden.
Kann der Stromrichter Energie in das Netz zurückspeisen?
Ja, das Gerät verfügt über einen 4-Quadranten-Stromrichter, der bei Bremsvorgängen Energie regenerativ in das Wechselstromnetz zurückspeist.
Profitieren Sie von unserer Umtauschformel
Ein defektes Teil muss nicht wertlos sein. Bei ABC Industrial Parts können Sie defekte Teile abgeben und sofort von einem Rabatt auf Ihren Neukauf profitieren. Dies ist eine clevere Möglichkeit, Geld zu sparen und gleichzeitig zur Kreislaufwirtschaft beizutragen.
Gehen Sie mit unseren Garantiebedingungen auf Nummer sicher
Industrieanlagen sollten vorzugsweise stets in Betrieb bleiben, unabhängig von den Umständen. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, dass Sie sich auf hochwertige Produkte und/oder nachhaltige Reparaturen verlassen können. Mit unseren Garantiebedingungen können Sie sich auf Sicherheit verlassen, unabhängig davon, ob Sie sich für neue, gebrauchte oder reparierte Produkte entscheiden.
Datensicherung und -wiederherstellung
Haben Sie aufgrund eines Defekts wertvolle Parameter oder Daten verloren, während die Unterstützung durch den Hersteller eingestellt wurde? Bei ABC Industrial Parts unterstützen wir Sie bei der Sicherung dieser Daten, sowohl bei gängigen als auch bei spezifischen Produkten.
Spezifische Firmware- und Hardware-Versionen
Wenn Sie mit spezifischen Hardware- oder Firmware-Versionen arbeiten, die vom Hersteller nicht mehr angeboten werden, ist ABC Industrial Parts Ihr kompetenter Ansprechpartner. Geben Sie bei Ihrer Anfrage deutlich an, welche Versionen Sie benötigen. Wir prüfen dann die Möglichkeiten, diese Versionen zu liefern, damit Ihre Anlagen weiterhin optimale Leistungen erbringen.
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