Lenze 00421346 EVS9323-EP 9300 Servo Positionierantrieb 1,5 kW
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Produktinformationen
Der Lenze 00421346 (Modell EVS9323-EP) ist ein Servo-Positionierregler mit 1,5 kW Leistung aus der Serie 9300 Servo. Das kompakte IP20-Gerät wird an einem dreiphasigen Versorgungsnetz von 320 bis 528 V AC betrieben und liefert einen Dauerausgangsstrom von 3,9 A bei einer Taktfrequenz von 8 kHz. Für hochdynamische Beschleunigungsvorgänge stellt der Regler für bis zu 60 Sekunden einen Spitzenstrom von 5,85 A zur Verfügung. Als EP-Variante verfügt das Gerät über integrierte Software-Funktionsbausteine zur autonomen Positionierprofilerzeugung, Referenzierung und Überwachung von Software-Endschaltern. Die Auswertung von Resolver-Feedback sowie Geber-Ein- und Ausgänge ermöglicht eine präzise closed-loop Regelung direkt im Antrieb.
Für die Vernetzung ist ein onboard CAN-Systembus mit Übertragungsraten bis zu 500 kbps integriert, der die Inter-Drive-Synchronisation und den Querverkehr zwischen mehreren Achsen steuert. Über den Front-Erweiterungssteckplatz X6 lässt sich der Antrieb mit optionalen Feldbusmodulen wie PROFIBUS-DP (EMF2133IB), Interbus oder LECOM RS232/RS485 nachrüsten. Bei der Inbetriebnahme eines Ersatzgeräts müssen die spezifischen Antriebsparameter geladen werden. Über das Ansteck-Bedienmodul Keypad XT (EMZ9371BC) lassen sich Parametersätze sichern und ohne PC direkt auf den neuen Regler übertragen; alternativ erfolgt die Einrichtung über die Software Global Drive Control (GDC). Bis zu vier komplette Parametersätze können im internen Speicher abgelegt werden. Bei der Sicherung und Übertragung von Konfigurationsdaten unterstützt ABC Industrial Parts Techniker praxisnah.
Der Betriebszustand und Störungen werden über eine grüne Ready-LED (Dauerlicht bei Betriebsbereitschaft) und eine rote TRIP-LED (Dauerlicht oder Blinken bei aktivem Fehler) signalisiert. Detaillierte Störungsmeldungen lassen sich über das Keypad unter den Codestellen C0168 und C0170 oder im GDC-Diagnosefenster auslesen. Bei Meldungen wie OC1 (Kurzschluss), OU (Überspannung) oder LU (Unterspannung) empfiehlt sich die Überprüfung der Motorverkabelung, der Bremswiderstände und der Netzeingangsspannung. Traten interne Fehler wie H05, H10, H11 oder EER auf, liegt eine Störung der Steuer- oder Leistungskarten vor, die vor Ort nicht behoben werden kann. In solchen Fällen bietet ein gettestetes Tauschgerät von ABC Industrial Parts den schnellsten Weg zurück in den Produktionsbetrieb.
Technische Daten
| Hersteller | Lenze |
| Teilenummer | 00421346 |
| Modell / Typ | EVS9323-EP |
| Produktfamilie | 9300 Servo |
| Komponententyp | Servo Drive |
| Nennleistung | 1,5 kW |
| Versorgungsspannungsbereich | 320 - 528 V AC |
| Dauerausgangsstrom | 3,9 A |
| Maximaler Ausgangsstrom | 5,85 A |
| Taktfrequenz | 8 kHz |
| Verlustleistung | 70 W |
| Schutzart | IP20 |
| Integrierter Feldbus | CAN Systembus (500 kbps) |
Programmierung und Konfiguration
Die Einrichtung und Parametrierung des Lenze EVS9323-EP erfolgt über die Engineering-Software Global Drive Control (GDC) oder direkt vor Ort über das Ansteck-Bedienmodul Keypad XT (EMZ9371BC). Im nichtflüchtigen Gerätespeicher können bis zu vier vollständige Parametersätze abgelegt werden, was ein schnelles Umschalten zwischen verschiedenen Produktprofilen im laufenden Betrieb ermöglicht.
Das Keypad XT erlaubt die direkte Parameterübertragung von einem Altgerät auf ein Austauschgerät ohne den Einsatz eines PCs. Zur Wiederherstellung des Ausgangszustands steht die Codestelle C0002 zum Laden der Werkseinstellung zur Verfügung. Parameterspezifische Auslöseschwellen, wie die Drehzahlbegrenzung über die Codestelle C0025, lassen sich im Zuge der Inbetriebnahme an die jeweilige Applikation anpassen.
Kommunikation und Systemintegration
Der Lenze 00421346 EVS9323-EP ist standardmäßig mit einem integrierten CAN-Systembus ausgestattet, der Übertragungsraten von bis zu 500 kbps unterstützt. Diese Schnittstelle dient dem direkten Datenaustausch, der Achssynchronisation und der Parameterübertragung innerhalb von Mehrachssystemen. Für eine einwandfreie Funktion müssen die Enden der Busleitung mit 120-Ohm-Abschlusswiderständen versehen werden.
Über den frontseitigen Erweiterungssteckplatz X6 kann der Regler in übergeordnete Feldbusnetzwerke eingebunden werden. Unterstützt werden Funktionsmodule für PROFIBUS-DP (EMF2133IB), Interbus sowie LECOM-RS232/RS485-Schnittstellen. Bei Unterbrechungen der Modulkommunikation generiert die Steuerung spezifische Fehlercodes wie CE0 oder CE4 zur gezielten Diagnose.
Diagnose und Statusanzeige
An der Frontseite des Reglers befinden sich zwei LEDs zur schnellen optischen Zustandsbeurteilung. Die grüne Ready-LED zeigt nach erfolgreicher Initialisierung die Betriebsbereitschaft des Geräts an. Die rote TRIP-LED signalisiert durch Dauerlicht oder Blinkmuster, dass eine Sicherheitsabschaltung oder ein Fehlerzustand aktiv ist.
Für eine detaillierte Systemdiagnose können Störungsmeldungen über das Feldbus-Statuswort, das GDC-Diagnosefenster oder das Keypad XT ausgewertet werden. Über die Codestelle C0168 wird der aktuell anstehende Fehler ausgelesen, während unter Codestelle C0170 die Fehlerhistorie zur Nachverfolgung abgespeichert ist.
Status-LED-Anzeigen
| LED | Farbe/Status | Bedeutung |
|---|---|---|
| Green LED (Ready) | Grün - Dauerlicht | Betriebszustand des Antriebs; leuchtet kontinuierlich, wenn der Antrieb initialisiert und betriebsbereit ist. |
| Red LED (TRIP) | Rot - Dauerlicht oder Blinken | Fehleranzeige; leuchtet kontinuierlich oder blinkt, wenn eine TRIP- oder Fehlerbedingung aktiv ist. |
Austausch und Ersatzteile
Beim Austausch eines Lenze 00421346 EVS9323-EP muss sichergestellt werden, dass die genaue Modellbezeichnung und die Suffix-Variante (-EP) übereinstimmen. Die EP-Ausführung enthält dedizierte Software-Funktionsbausteine für Positionieraufgaben, die in Standardreglern der 9300er-Serie nicht vorhanden sind. Zudem sollte ein eventuell vorhandenes Kommunikationsmodul im Steckplatz X6 (z. B. PROFIBUS EMF2133IB) vom Altgerät übernommen und korrekt fixiert werden.
Nach der mechanischen Montage ist die Übertragung des anwendungsspezifischen Parametersatzes erforderlich. Dies geschieht am einfachsten über den direkten Transfer mittels Keypad XT (EMZ9371BC) oder das Einspielen einer Datensicherung über Global Drive Control. Vor der Inbetriebnahme sollten der Sitz der Resolveranschlüsse sowie die Signale der physischen und softwareseitigen Endschalter überprüft werden.
Fehlercodes und Stoercodes
Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:
| Code | Name | Beschreibung | Moegliche Ursache | Empfohlene Massnahme |
|---|---|---|---|---|
| OC1 | Kurzschluss | Kurzschluss oder extremer Überstrom in den Motorkabeln oder der Endstufe erkannt | Kurzschluss in der Motorverkabelung; Motorwicklungsfehler; Beschleunigungsrampe zu steil | Motorkabel und Wicklungsisolation prüfen; Beschleunigungszeit erhöhen; Motorauslegung überprüfen |
| OC2 | Erdschluss | Erdschluss auf der Motorseite | Motorphase mit Erde verbunden; Erdschluss im Motorkabel | Motorleitung auf Phase-Erde-Isolation prüfen; Schirmanschlüsse der Kabel kontrollieren |
| OC5 | Ixt-Überlast | Geräteüberlastung (Ixt-Grenzwert überschritten) | Kontinuierliche mechanische Überlastung; Antrieb für dynamischen Lastzyklus zu klein dimensioniert | Mechanik auf Schwergängigkeit/Reibung prüfen; Last reduzieren oder dynamisches Beschleunigungsprofil anpassen |
| OU | Überspannung Zwischenkreis | Zwischenkreisspannung hat den oberen Schwellenwert überschritten | Zu hohe Bremsenergie vom Motor zurückgespeist; fehlender oder defekter Bremswiderstand; Verzögerungsrampe zu kurz | Verzögerungszeit verlängern; Anschluss und Widerstandswert des externen Bremswiderstands prüfen |
| LU | Unterspannung Zwischenkreis | Zwischenkreisspannung hat den unteren Schwellenwert unterschritten | Netzspannungsausfall; Phasenausfall; Eingangsnetzspannung zu niedrig | Haupt-AC-Eingangsspannungsversorgungsleitungen, Netzsicherungen und Hauptschütz prüfen |
| OH | Kühlkörper-Übertemperatur | Kühlkörpertemperatur des Antriebs hat maximal zulässigen Grenzwert (>85 °C) überschritten | Lüfterausfall; verstopfte Kühlrippen; Umgebungstemperatur im Schaltschrank zu hoch | Kühlkörper reinigen, Funktion des internen Kühlgebläses und Schaltschrankbelüftung prüfen |
| OH4 | Motor-Übertemperatur | Auslösung des Motortemperatursensors (PTC / Thermoschalter) | Motor thermisch überlastet; PTC-Sensorleitung unterbrochen | Motor abkühlen lassen; PTC-Sensoranschlüsse an den Klemmen X10/T1-T2 überprüfen |
| OH7 | Geräteinterne Übertemperatur | Umgebungstemperatur der internen Steuerkarte zu hoch | Übermäßige Innentemperatur des Schaltschranks | Schaltschrankbelüftung und Luftzirkulation verbessern |
| CE0 | Kommunikationsfehler LECOM | Kommunikationsunterbrechung an der LECOM-Schnittstelle (RS232/RS485) | Kabel getrennt, falsche Baudrate oder Störungen auf der seriellen Leitung | RS232/RS485-Verbindungskabel, Schirmung und Master-Einstellungen prüfen |
| CE1 | Systembus (CAN) Bus-Off | Systembus-CAN-Controller ist aufgrund von Telegrammfehlern in den Bus-Off-Zustand gegangen | Falsche Baudrate, fehlender Bus-Abschlusswiderstand, lose Verkabelung, hohe EMV-Störungen | 120-Ohm-Abschlusswiderstände an den Netzenden prüfen; CAN_H / CAN_L-Verbindungen und Baudrateneinstellungen kontrollieren |
| CE3 | Systembus-Timeout | Timeout bei der Überwachung der CAN-Prozessdatenkommunikation | Master-Gerät hat das Senden zyklischer Telegramme eingestellt; Busknoten getrennt | CAN-Bus-Kommunikationskabel und Zustand der Master-SPS prüfen |
| CE4 | Feldbusmodul-Fehler | Kommunikationsfehler zwischen der Antriebssteuerkarte und dem optionalen Feldbusmodul in Steckplatz X6 | Feldbusmodul nicht richtig gesteckt, Feldbusnetzwerk offline | Modul in Steckplatz X6 neu einsetzen, Feldbus-Masterverbindung und Modulversorgung prüfen |
| EER | EEPROM-Fehler | Prüfsummenfehler des internen Parameterspeichers beim Einschalten | EEPROM-Datenkorruption oder Hardware-Speicherchipfehler | Werkseinstellungen laden (C0002); besteht der Fehler weiterhin, erfordert der interne Hardwarefehler einen Gerätetausch oder eine Reparatur |
| H05 | Interner Hardwarefehler | Hardwarefehler im internen Netzteil der Steuerkarte oder im DSP-Modul | Ausfall interner Hardwarekomponenten | Interner Platinenfehler – Vor-Ort-Reparatur nicht möglich. Gerät zur Reparatur einsenden oder austauschen |
| H10 | Interner Optionskartenfehler | Hardwarefehler auf der internen Positionierungs-Erweiterungskarte | Interner elektronischer Defekt auf der Steuerungskarte | Interner Hardwarefehler – Gerät zur Reparatur einsenden oder austauschen |
| H11 | Interner Leistungsteilfehler | Fehler in der internen Leistungsendstufe / Treiber-Schaltung erkannt | Defekter Leistungsteil / Ausfall des Treiber-ICs | Interner Hardwarefehler – Antriebseinheit zur Reparatur einsenden |
| NMAX | Überdrehzahl | Motordrehzahl hat den konfigurierten maximalen Drehzahlschwellenwert (C0025) überschritten | Falsche Drehzahlreglerverstärkung, lose Resolverkopplung, durchgehende Last | Mechanische Resolverausrichtung prüfen, Rückführungsverkabelung kontrollieren, C0025-Grenzwert und Drehzahlreglerparameter anpassen |
| PR0 | Positionierprofil-Fehler | Zielposition außerhalb der Software-Endschalter oder Fehler bei der Profilerzeugung | Ungültiger Positionsbefehl über Feldbus oder Terminalprogramm gesendet | Parameter der Software-Endschalter prüfen; Zielpositionsbefehlsbereich verifizieren |
| PR1 | Hardware-Endschalter ausgelöst | Positiver oder negativer Hardware-Endschaltereingang während der Positionierung aktiviert | Achsenüberlauf über den physischen Arbeitsbereich hinaus | Achse manuell oder im Tippbetrieb in den gültigen Arbeitsbereich zurückbewegen; Verdrahtung der Endschalter prüfen |
Haeufig gestellte Fragen
Wie wird der Parametersatz auf ein Ersatzgerät des Typs Lenze EVS9323-EP übertragen?
Der Parametersatz kann ohne PC direkt über das optionale Ansteck-Bedienmodul Keypad XT (EMZ9371BC) vom Altgerät ausgelesen und auf das Ersatzgerät übertragen werden. Alternativ lässt sich die Konfiguration über die Software Global Drive Control (GDC) sichern und einspielen.
Benötigt der Lenze 00421346 EVS9323-EP eine übergeordnete Steuerung für Positionieraufgaben?
Dank der integrierten EP-Software-Funktionsbausteine kann der Servo-Positionierregler Positionierprofile, Referenzierfahrten und Software-Endschalter eigenständig verwalten. Eine übergeordnete SPS wird dadurch bei Routine-Bewegungsabläufen entlastet.
Welche Bedeutung haben die Status-LEDs am EVS9323-EP?
Die grüne Ready-LED signalisiert durch Dauerlicht, dass der Regler betriebsbereit und initialisiert ist. Die rote TRIP-LED weist durch Dauerlicht oder Blinken auf eine aktive Fehlerabschaltung hin.
Was ist bei internen Hardwarefehlern wie H05, H10 oder H11 zu tun?
Diese Fehlercodes deuten auf Defekte in der internen Steuerkarte, der Positionierungs-Erweiterungskarte oder der Leistungsendstufe hin. Da eine Vor-Ort-Reparatur nicht möglich ist, muss der Regler ausgetauscht oder zur Instandsetzung eingesendet werden.
Welche Feldbusschnittstellen werden vom EVS9323-EP unterstützt?
Der Antrieb verfügt standardmäßig über einen onboard CAN-Systembus (bis 500 kbps). Über den Front-Steckplatz X6 können optional Module für PROFIBUS-DP (EMF2133IB), Interbus oder LECOM (RS232/RS485) eingesetzt werden.
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