Lenze 00386350 EVF8101-A – Frequenzumrichter Drive 8100

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Produktinformationen

Produktfamilie: 8100 Series | Serie: Drive 8100

Der Lenze 00386350 (Typenbezeichnung EVF8101-A) ist ein kompakter Frequenzumrichter aus der Serie Lenze Drive 8100 für die stufenlose Drehzahlregelung von Drehstrom-Asynchronmotoren bis 0,37 kW (0,5 PS). Das Gerät wandelt eine einphasige Netzspannung von 230 V AC (Eingangsbereich 180 V bis 264 V AC) in eine geregelte dreiphasige Ausgangsspannung von 0 bis 230 V AC mit einem Bemessungsausgangsstrom von 2,4 A und einem Frequenzbereich von 0 bis 480 Hz um. Der Umrichter arbeitet mit klassischer U/f-Kennliniensteuerung und verfügt über ein robustes Gehäuse mit Schutzart IP20. Durch einstellbare Taktfrequenzen von 4 kHz, 8 kHz oder 16 kHz lässt sich das Betriebsgeräusch des angeschlossenen Motors gezielt minimieren.

Zur Einbindung in die Maschinensteuerung bietet der EVF8101-A integrierte 24-V-DC-Steuerlogik mit Schraubklemmen für Start/Stopp-Funktionen, Drehrichtungsumkehr und Festfrequenzen sowie analoge Sollwerteingänge für Signalsortimente wie 0–10 V, 0–20 mA oder 4–20 mA. Ein integrierter Frontsteckplatz nimmt das Bedienmodul Lenze 2102 IB oder LECOM-Kommunikationsadapter für RS232/RS485 auf. Bei der Inbetriebnahme eines Ersatzgeräts müssen die Anwenderparameter aus dem bisherigen Umrichter übertragen werden. Über das Bedienmodul oder die PC-Software Lenze Global Drive Control (GDC) lassen sich Parametersätze sichern und auf das Neugerät aufspielen. Ein integrierter EEPROM-Speicher sorgt dabei für die dauerhafte Speicherung ohne Datenverlust bei Netzschaltung. ABC Industrial Parts unterstützt bei der Bereitstellung vorkonfigurierter Ersatzgeräte und beim Auslesen von Parameterdaten.

Der Betriebszustand und Störungen werden über zwei frontseitige Status-LEDs (grün für Betrieb/Impulssperre und rot für TRIP) sowie über einen integrierten Störmelde-Relaiskontakt an den Klemmen 28/29 signalisiert. Detaillierte Fehlercodes wie Kurzschluss (OC1), Erdschluss (OC2), Überspannung (OU), Unterspannung (LU) oder Übertemperatur (OH) lassen sich über das Tastaturmodul 2102 IB oder das GDC-Diagnosefenster auslesen. Bei externen Ursachen wie Leitungskurzschlüssen oder Überlastbedingungen helfen Überprüfungen der Netzspannung, Verkabelung und Motorwärme weiter. Liegt hingegen ein intern verursachter Platinen- oder Speicherfehler vor (wie EEPROM-Fehler EER oder Hardware-Fehler P12), ist eine Reparatur auf Bauteilebene im Feld nicht möglich. In solchen Fällen sichert die Inanspruchnahme von ABC Industrial Parts für eine qualifizierte Reparatur oder ein geprüftes Tauschteil die rasche Wiederherstellung der Anlagenverfügbarkeit.

Technische Daten

HerstellerLenze
Teilenummer00386350
Modell / TypEVF8101-A
Produktfamilie8100 Series
KomponententypFrequenzumrichter
Bemessungsleistung0.37 kW
Versorgungsspannung230 V AC
Versorgungsspannungsbereich180 - 264 V AC
Ausgangsspannungsbereich0 - 230 V AC
Bemessungsausgangsstrom2.4 A
Ausgangsfrequenzbereich0 - 480 Hz
Schaltfrequenz (Taktfrequenz)4 / 8 / 16 kHz
SchutzartIP20

Programmierung und Konfiguration

Die Parametrierung und Konfiguration des Lenze 00386350 EVF8101-A erfolgt wahlweise direkt am Gerät über das aufsteckbare Bedienmodul Lenze 2102 IB oder komponentenübergreifend per PC mit der Software Lenze Global Drive Control (GDC). Über das Tastaturmodul können Betriebsfrequenzen, Rampenzeiten für Beschleunigung und Verzögerung sowie Steuerungsfunktionen eingestellt werden. Der Frequenzumrichter speichert alle Konfigurationsdaten in einem internen, nichtflüchtigen EEPROM-Speicher, wodurch Einstellungen auch bei vollständiger Trennung von der Versorgungsspannung erhalten bleiben.

Für die Inbetriebnahme eines Ersatzgeräts ist die Sicherung und Übertragung des vorhandenen Parametersatzes essenziell. Mithilfe der Software GDC und einem LECOM-Schnittstellenadapter (RS232 oder RS485) können vollständige Parameterdateien ausgelesen, archiviert und auf den Ersatzumrichter übertragen werden. Dadurch wird sichergestellt, dass die spezifischen Anforderungsprofile der Applikation – wie etwa vorgegebene Festfrequenzen oder analoge Skalierungen – exakt mit dem Originalgerät übereinstimmen.

Kommunikation und Systemintegration

Der Lenze EVF8101-A bietet vielseitige Möglichkeiten zur Einbindung in übergeordnete Automatisierungssysteme. Die Ansteuerung erfolgt analog und digital über galvanisch getrennte Steuerklemmen der internen 24-V-DC-Logik. Für die Sollwertvorgabe stehen analoge Eingänge zur Verfügung, die wahlweise mit Spannungs- (0–10 V) oder Stromsignalen (0–20 mA, 4–20 mA) belegt werden können. Steuerbefehle für Freigabe, Drehrichtung und fest eingestellte Drehzahlen werden über digitale Eingänge verarbeitet.

Für die serielle Kommunikation lässt sich der Frontsteckplatz des Umrichters mit einem LECOM-Kommunikationsadapter ausstatten. Dieser ermöglicht die Anbindung an RS232- oder RS485-Netzwerke zur Fernüberwachung und Parametersteuerung. Zudem steht ein potentialfreier Relaiskontakt (Klemmen 28/29) als Störmeldeausgang zur Verfügung, welcher den Betriebszustand an eine übergeordnete SPS zurückmeldet.

Diagnose und Statusanzeige

Die Diagnose des Umrichters Lenze 00386350 erfolgt über direkte optische Anzeigen sowie digitale Schnittstellen. An der Gerätefront befinden sich zwei LEDs: Die grüne LED (READY / IMP) zeigt den betriebsbereiten Zustand bzw. den Status der Impulssperre an, während die rote LED (TRIP) ein Auslösen der Schutzfunktionen signalisiert. Für eine detaillierte Ursachenanalyse kann das Bedienteil Lenze 2102 IB genutzt werden, das spezifische Fehlercodes im Klartext oder Alphanumerik anzeigt.

Zusätzlich lässt sich der Gerätestatus über eine serielle LECOM-Schnittstelle in der Software Global Drive Control auslesen. Der integrierte Störmeldekontakt an den Klemmen 28/29 schaltet bei Fehlerzuständen um und ermöglicht so eine sofortige Reaktion der zentralen Maschinensteuerung.

Status-LED-Anzeigen

LEDFarbe/StatusBedeutung
TRIPRot - Dauerhaft / BlinkendSignalisiert Wechselrichterfehler / TRIP-Zustand
READY / IMPGrün - Dauerhaft / BlinkendSignalisiert Betriebsbereitschaft / Status der Impulssperre

Austausch und Ersatzteile

Da die Serie Lenze 8100 herstellerseitig nicht mehr aktiv produziert wird, muss bei einem Austausch des Lenze 00386350 (EVF8101-A) sorgfältig vorgegangen werden. Für den direkten 1:1-Austausch ist sicherzustellen, dass die Teilenummer und der Typ exakt übereinstimmen. Vor dem Ausbau des defekten Umrichters sollten, sofern möglich, die Parameter über ein Bedienmodul 2102 IB oder die Software GDC ausgelesen werden, um Steuerungseinstellungen, Festfrequenzen und Rampenzeiten verlustfrei auf das Ersatzteil zu übertragen.

Sollte ein baugleiches Ersatzgerät der Serie 8100 nicht verfügbar sein, existieren herstellerseitige Migrationspfade. Eine Anpassung kann auf Nachfolgemodelle der Serie Lenze 8200 (beispielsweise E82EV371K2B) oder moderne Schaltschrank-Frequenzumrichter der Serien i510 und i550 erfolgen. Bei einer Modernisierung ist zu beachten, dass Verdrahtung, Gehäuseabmessungen und Kommunikationsschnittstellen entsprechend angepasst werden müssen.

Fehlercodes und Stoercodes

Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:

CodeNameBeschreibungMoegliche UrsacheEmpfohlene Massnahme
OC1KurzschlussKurzschluss an den Motorabgangsleitungen oder Überstrom in der internen Leistungsendstufe.Kurzschluss im Motorkabel, Kurzschluss in den Motorwicklungen, Hochlaufzeit zu kurz eingestellt.Motor und Motorleitung auf Kurzschluss und Erdschluss prüfen. Hochlauframpe verlängern.
OC2ErdschlussErdschluss an den Ausgangsklemmen festgestellt.Motorwicklung geerdet, Ausgangsleitung geerdet, Erdschlussstrom zu hoch.Isolationswiderstand des Motors mit Megohmmeter prüfen. Motorabgangskabel auf Erdschluss untersuchen.
OUÜberspannung ZwischenkreisZwischenkreisspannung hat den oberen Schwellenwert überschritten.Zu hohe Rückspeiseenergie beim Bremsen, Verzögerungszeit zu kurz eingestellt, Netzspannungsspitze.Verzögerungszeit (S-Rampe/Ablaufzeit) verlängern, Eingangsnetzspannung prüfen.
LUUnterspannung ZwischenkreisZwischenkreisspannung hat den unteren Schwellenwert unterschritten.Netzausfall, Phasenausfall der Eingangsspannung, Netzspannung unter dem Mindestwert.Netzeingangsleitungen und Sicherungen prüfen. Stabilität der Netzversorgung sicherstellen.
OHKühlkörper-ÜbertemperaturTemperatur des Wechselrichter-Kühlkörpers überschreitet den zulässigen Höchstwert.Lüfter blockiert oder defekt, Umgebungstemperatur zu hoch, Kühlkörper verschmutzt, dauerhafter Betrieb unter hoher Last.Kühlkörper reinigen, für ausreichende Schaltschrankbelüftung sorgen, Umgebungstemperatur oder Taktfrequenz reduzieren.
OH4Motor-ÜbertemperaturMotor-PTC oder Thermokontakt-Sensor hat ausgelöst.Motor überlastet, unzureichende Motorkühlung bei niedrigen Drehzahlbereichen.Motor abkühlen lassen, Lastmechanik überprüfen, Fremdlüfter des Motors prüfen.
OLÜberlast (I x t)Dauerüberlastkapazität überschritten (Ixt-Überwachung).Mechanische Blockade, Motor für mechanische Last zu klein dimensioniert, dauerhafter Betrieb über Nennstrom.Mechanische Last auf Schwergängigkeit oder Blockade prüfen. Zuordnung von Umrichter und Motorleistung überprüfen.
CE0LECOM-KommunikationsfehlerKommunikationsausfall zwischen Steuereinheit/Bedienmodul oder serieller LECOM-Schnittstelle.Fehlerhafte Steckverbindung am Bedienmodul oder an der LECOM-Schnittstelle, Zeitüberschreitung der seriellen Kommunikation.Steckverbindung des Bedienmoduls, Baudrateneinstellung und serielle Kabelverbindung prüfen.
EEREEPROM-SpeicherfehlerFehler beim Lesen oder Schreiben im internen nichtflüchtigen EEPROM-Speicher.Interne Speicherbeschädigung, schwere EMV-Störung während des Schreibvorgangs, Hardware-Defekt des EEPROM.Werkseinstellungen wiederherstellen. Bei dauerhaftem Fehler nach Netzrückschaltung liegt ein interner Hardwarefehler vor – Gerät zur Reparatur einsenden.
P12Interner HardwarefehlerInterner Selbsttest beim Einschalten fehlgeschlagen oder Fehler im Haupt-CPU-Steuerkreis.Defekte interne Netzteilplatine oder Fehler auf der CPU-Platine.Interner Hardwarefehler – Gerät zur Reparatur einsenden oder Umrichter austauschen.

Haeufig gestellte Fragen

Wie werden die Parameter des Lenze 00386350 EVF8101-A gesichert und auf ein Ersatzgerät übertragen?

Die Sicherung der Parameter erfolgt entweder manuell über das aufsteckbare Bedienmodul Lenze 2102 IB oder digital über einen LECOM-Kommunikationsadapter (RS232/RS485) und die PC-Software Lenze Global Drive Control (GDC). Die ausgelesenen Daten können anschließend direkt auf das neue Ersatzgerät geladen werden.

Welche Fehlerursachen stecken hinter dem Fehlercode OC1 am Umrichter?

Der Code OC1 weist auf einen Kurzschluss im Motorkabel, einen Kurzschluss in den Motorwicklungen oder eine zu kurz eingestellte Beschleunigungsrampe hin. Es sollten die Ausgangsleitungen und der Motor isolationsseitig geprüft sowie die Hochlaufzeit erhöht werden.

Kann der Frequenzumrichter EVF8101-A durch neuere Lenze-Modelle ersetzt werden?

Ja, als Modernisierungspfad empfiehlt sich entweder der Wechsel auf die Nachfolgeserie Lenze 8200 (z. B. E82EV371K2B) oder die Umstellung auf aktuelle Schaltschrankumrichter der Serien Lenze i510 oder i550.

Welche Bedeutung haben die LEDs an der Frontseite des Geräts?

Die grüne LED (READY / IMP) signalisiert die Betriebsbereitschaft sowie den Status der Impulssperre. Die rote LED (TRIP) zeigt einen aktiven Fehlerzustand (TRIP) des Frequenzumrichters an.

Was ist zu tun, wenn der Fehlercode EER oder P12 angezeigt wird?

Die Fehler EER (EEPROM-Speicherfehler) und P12 (Interner Hardwarefehler) deuten auf interne Platinen- oder Bauteildefekte hin. Wenn ein Zurücksetzen auf Werkseinstellungen und erneutes Einschalten das Problem nicht behebt, ist das Gerät zur qualifizierten Reparatur einzusenden oder auszutauschen.

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Datensicherung und -wiederherstellung

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