Lenze 355563 8102_E.6B.22 Frequenzumrichter 1,5 kW

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Produktinformationen

Produktfamilie: 8100 Serie | Serie: 8100 Serie

Der Lenze 355563 (Modellbezeichnung 8102_E.6B.22) ist ein kompakter 3-Phasen-Frequenzumrichter mit einer Nennleistung von 1,5 kW aus der Lenze Serie 8100, der speziell für die präzise Drehzahlregelung von Drehstrom-Asynchronmotoren entwickelt wurde. Das Gerät wird an einer Netzspannung von 3x 400 V AC bis 480 V AC mit einem zulässigen Eingangsspannungsbereich von 320 V bis 528 V AC betrieben. Der Umrichter liefert einen kontinuierlichen Nennausgangsstrom von 3,9 A und bietet eine 150-prozentige Überlastfähigkeit von 5,85 A für bis zu 60 Sekunden bei intensiven Hochlaufphasen. Durch die Hardwareausführung .6B.22 ist das Gerät mit einem integrierten Brems-Chopper ausgestattet, der den direkten Anschluss externer Bremswiderstände zur Aufnahme generatorischer Energie erlaubt. Der Frequenzumrichter unterstützt wahlweise die klassische U/f-Kennliniensteuerung oder eine gebungsfreie Vektorsteuerung (Sensorless Vector Control, SLVC) in einem Frequenzbereich von 0 bis 480 Hz und ist im IP20-Gehäuse ausgeführt.

Für den Signalanschluss stehen integrierte Schraubklemmleisten für analoge und digitale Steuersignale sowie ein separater Optionssteckplatz für Feldbus-Anschlüsse bereit. Über optionale Erweiterungsmodule wie das 2102IB (LECOM-Schnittstelle), 2131IB oder EMF2133IB (PROFIBUS-DP) sowie das CANopen-Modul 2172IB lässt sich die Einheit nahtlos in übergeordnete Netzwerke einbinden. Die Wiederinbetriebnahme nach einem Gerätewechsel erfordert den Transfer der anwendungsspezifischen Parameter. Parametersätze lassen sich komfortabel über das steckbare Lenze 8100 Bedienteil kopieren oder mittels der PC-Software Global Drive Control (GDC) sichern und übertragen. Der interne EEPROM-Speicher erlaubt das Ablegen zweier unabhängiger Parametersätze im Gerät, was Ausfallzeiten bei Wartungsarbeiten reduziert. Bei der Bereitstellung und Konfiguration passender Ersatzumrichter bietet ABC Industrial Parts technische Unterstützung zur Vorbereitung des Tauschgeräts.

Zur Statusüberwachung besitzt der Lenze 355563 zwei LED-Anzeigen auf der Frontplatte sowie ein auslesbares Fehlerregister. Eine grüne LED signalisiert die Freigabe der Leistungsendstufe und den betriebsbereiten Zustand, während eine rote LED das Anliegen einer Störung oder den Auslöser einer Abschaltung anzeigt. Erste Prüfschritte bei Störungen umfassen die Netzeingangsspannung, Sicherungen, Motorverdrahtung und Bremswiderstandsanschlüsse. Zeigt das Gerät trotz fester Spannungsversorgung eine dauerhaft rote LED oder meldet einen unbehebbaren Speicherfehler (EEr), liegt in der Regel ein interner Hardwaredefekt der Steuerplatine vor. Ebenfalls weist ein sofortiges Auslösen des Kurzschlussfehlers OC1 ohne angeschlossenen Motor auf defekte Leistungstransistoren hin. Da solche Hardwareschäden nicht vor Ort behoben werden können, bietet ABC Industrial Parts mit geprüften Ersatzgeräten und professioneller Reparatur eine schnelle Möglichkeit zur Wiederherstellung der Anlagenauslastung.

Technische Daten

Nennleistung1,5 kW
Eingangsspannung3x 400/480 V AC
Eingangsspannungsbereich320 - 528 V AC
Nennausgangsstrom3,9 A
Max. Ausgangsstrom (60s Überlast)5,85 A
Ausgangsspannung3x 0-400/480 V AC
Ausgangsfrequenzbereich0 - 480 Hz
Schaltfrequenz8 kHz
SteuerungsverfahrenU/f-Kennliniensteuerung / Gebungsfreie Vektorsteuerung (SLVC)
Integrierter Brems-ChopperJa
SchutzartIP20

Programmierung und Konfiguration

Die Projektierung und Parametrierung des Lenze Frequenzumrichters 355563 erfolgt wahlweise über das aufsteckbare Bedienelement der Serie 8100 oder die PC-Software Global Drive Control (GDC). Über das Bedienteil lassen sich Rampenzeiten, Motorparameter, U/f-Kennlinien und Vektorsteuerungseinstellungen direkt am Gerät einstellen. Die Software GDC ermöglicht zusätzlich die Sicherung vollständiger Parameterdateien auf einem PC sowie eine übersichtliche Diagnose der Betriebswerte.

Der Frequenzumrichter speichert sämtliche Einstellungen in einem nichtflüchtigen EEPROM-Speicher, sodass die Konfiguration auch bei vollständiger Trennung von der Versorgungsspannung erhalten bleibt. Das System unterstützt zwei getrennte Parametersätze (Parametersatz A und B), zwischen denen umgeschaltet werden kann. Bei einem Gerätetausch lässt sich die Konfiguration über die Kopiervorrichtung des Bedienteils oder per GDC-Download schnell auf das Ersatzgerät übertragen.

Kommunikation und Systemintegration

Der Umrichter 8102_E.6B.22 verfügt über einen modularen Optionssteckplatz zur Anbindung an industrielle Kommunikationsnetzwerke. Mit dem LECOM-Kommunikationsmodul 2102IB lässt sich eine serielle RS232- oder RS485-Verbindung aufbauen, über die Steuerbefehle, Sollwerte und Diagnosedaten zwischen der PC-Software GDC oder einer Steuerung und dem Umrichter ausgetauscht werden.

Für die Integration in Feldbussysteme stehen die Kommunikationsmodule 2131IB und EMF2133IB für PROFIBUS-DP sowie das Modul 2172IB für CANopen zur Verfügung. Parallel zur busbasierten Kommunikation ermöglichen die integrierten Schraubklemmen die direkte Verdrahtung von analogen Sollwerten (0–10 V, 4–20 mA), digitalen Start-/Stopp-Signalen und Rückmeldungen mit der übergeordneten Steuerung.

Diagnose und Statusanzeige

Die Diagnose beim Lenze 355563 kombiniert die LED-Statusanzeigen auf der Frontseite mit der Fehlerspeicherabfrage über das Ansteck-Keypad oder die serielle LECOM-Schnittstelle. Das System unterscheidet zwischen Betriebsmeldungen, Warnungen und Auslösefehlern (Trips), die im Fehlerregister protokolliert werden.

Status-LED-Anzeigen

LEDFarbe/StatusBedeutung
Grüne LED (Betrieb / Bereitschaft)Grün - Dauerhaft anWechselrichter-Leistungsstufe freigegeben und läuft normal oder befindet sich im betriebsbereiten Zustand.
Rote LED (Störung / Trip)Rot - Dauerhaft an / BlinkendStörung liegt an oder Umrichterabschaltung (Trip) aktiviert. Dauerhaftes Rot bei unbehebbarem Speicherfehler weist auf internen Platinenfehler hin.

Austausch und Ersatzteile

Beim Ersetzen eines Geräts vom Typ Lenze 355563 (8102_E.6B.22) muss darauf geachtet werden, dass die Hardwarevariante exakt übereinstimmt. Der Hardwarecode .6B.22 bezeichnet das Modell mit integriertem Brems-Chopper. Ein Tausch gegen ein Modell ohne Chopper führt bei Bremsvorgängen zum Auslösen der Überspannungsabschaltung (OU), da generatorische Energie nicht abgebaut werden kann.

Ersatzgeräte müssen vor der Inbetriebnahme mit den anwendungsspezifischen Betriebsparametern geladen werden. Neben dem Auslesen und Überspielen des Parametersatzes per Bedienteil oder GDC-Software ist darauf zu achten, dass eventuell genutzte Feldbusmodule (wie 2102IB, 2131IB/EMF2133IB oder 2172IB) vom Altgerät übernommen und deren Adressschalter korrekt eingestellt werden.

Fehlercodes und Stoercodes

Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:

CodeNameBeschreibungMoegliche UrsacheEmpfohlene Massnahme
OC1KurzschlussKurzschluss an den Motorklemmen oder Überlastung der Ausgangsleistungsstufe.Kurzschluss im Motorkabel, Fehler in der Motorwicklung oder Beschleunigungsrampe zu kurz.Motorverkabelung und Isolation prüfen, Motorparameter verifizieren, Beschleunigungszeit erhöhen. Tritt der Fehler sofort ohne angeschlossenen Motor auf, ist der Ausgangsleistungstransistor beschädigt und das Gerät muss zur Reparatur.
OC2ErdschlussErdschlusserkennung an den Ausgangsmotorleitungen.Erdschluss im Motorkabel oder in der Motorwicklung, kapazitiver Leckstrom.Kabel- und Motorisolationswiderstand mit einem Isolationsmessgerät (Megohmmeter) überprüfen.
OC5Überlast bei BeschleunigungStromgrenze des Umrichters während der Hochlaufphase überschritten.Beschleunigungszeit zu kurz, mechanische Überlastung oder zu hohe Motorlast.Beschleunigungszeit (Tir) erhöhen, mechanisches Antriebssystem überprüfen.
OUZwischenkreis-ÜberspannungZwischenkreisspannung im DC-Bus überschreitet den maximalen Schwellenwert.Verzögerungszeit zu kurz, Rückspeiseenergie der Motorlast zu hoch, Bremswiderstand unterbrochen.Verzögerungszeit erhöhen, Funktion des Brems-Choppers und Anschlüsse des Bremswiderstands überprüfen.
LUZwischenkreis-UnterspannungZwischenkreisspannung im DC-Bus liegt unter dem Mindestbetriebswert.Netzspannungsausfall, Netzspannung zu niedrig, Netzphase fehlt.Netzeingangsspannung, Netzsicherungen und Hauptschütz überprüfen.
OHKühlkörper-ÜbertemperaturTemperatur des Leistungsteil-Kühlkörpers hat den zulässigen Schwellenwert überschritten.Unzureichende Belüftung, verschmutzte Kühlrippen, Umgebungstemperatur zu hoch, Lüfterausfall.Kühlrippen reinigen, Schaltschrankbelüftung prüfen, Funktion des Kühlgebläses kontrollieren. Gerät abkühlen lassen.
OH4Motor-PTC-ÜbertemperaturThermosensor- / PTC-Meldung des Motors hat ausgelöst.Thermische Überlastung des Motors, blockierte Kühlung des Motors, fehlerhafte PTC-Anschlüsse.Motorlüfter prüfen, Motorbelastung kontrollieren, Verkabelung des PTC-Kaltleiters überprüfen.
OLMotorüberlast (I2t)Berechnete thermische Belastung des Motors (I2t-Überwachung) hat Schwellenwert überschritten.Dauerhafter Motorbetrieb unter hoher Last bei niedriger Drehzahl.Motorlast reduzieren, U/f-Kennlinie oder Einstellungen der thermischen Überwachung anpassen.
LP1Phasenausfall NetzAusfall einer Phase der Versorgungsspannung.Netzsicherung durchgebrannt, lose Netzanschlussklemme, instabiles Wechselstromnetz.Eingangssicherungen und Symmetrie der Netzspannung über alle drei Phasen prüfen.
EErEEPROM-SpeicherfehlerInterner EEPROM-Prüfsummen- oder Lese-/Schreibfehler.Interne Speicherbeschädigung, Hardwarefehler auf der Steuerkarte.Interner Hardwarefehler – Werkseinstellungen neu laden. Bleibt der Fehler bestehen, liegt ein Defekt der Steuerkarte vor, der eine Reparatur oder einen Austausch erfordert.
CE0LECOM-KommunikationsfehlerKommunikationsverlust über die serielle LECOM-Schnittstelle.Getrenntes Kommunikationskabel, falsche Baudrate, Zeitüberschreitung (Timeout).Serielle Verbindung, Schirmung, Baudrateneinstellung und Kommunikationsstatus des Host-Controllers prüfen.
P12ParametersatzfehlerUngültige Parameterstruktur oder unvollständiges Laden des Parametersatzes.Parameterübertragung unterbrochen oder inkompatible Softwareversion.Vollständigen Parametersatz erneut in den Umrichter herunterladen oder Werkseinstellung durchführen.

Haeufig gestellte Fragen

Wie wird der Parametersatz beim Austausch des Lenze 355563 übertragen?

Der Parametersatz lässt sich mit dem steckbaren Lenze 8100 Bedienteil vom Altgerät auslesen und auf das Ersatzgerät kopieren. Alternativ kann die Konfiguration über die PC-Software Global Drive Control (GDC) via LECOM-Schnittstelle ausgelesen und auf den neuen Umrichter übertragen werden.

Was bedeutet die Störung OC1 am Umrichter?

OC1 signalisiert einen Kurzschluss an den Motorklemmen oder eine Überlastung der Leistungsendstufe. Ursachen können Kurzschlüsse in der Motorleitung, Motorschäden oder eine zu kurze Beschleunigungszeit sein. Tritt der Fehler sofort nach dem Einschalten ohne angeschlossenen Motor auf, liegt ein Defekt der Ausgangstransistoren vor.

Welche Kommunikationsmodule passen in den Lenze 355563?

Über den integrierten Steckplatz werden das LECOM-Modul 2102IB, die PROFIBUS-DP-Module 2131IB und EMF2133IB sowie das CANopen-Modul 2172IB unterstützt.

Benötigt der 8102_E.6B.22 ein externes Bremsmodul?

Nein, durch die Ausführung .6B.22 ist ein Brems-Chopper bereits im Umrichter integriert. Zur Nutzung dynamischer Bremsvorgänge muss lediglich ein externer Bremswiderstand angeschlossen werden.

Was ist bei der Fehlermeldung EEr zu tun?

EEr weist auf einen internen EEPROM-Speicherfehler hin. Zunächst sollte ein Rücksetzen auf Werkseinstellungen und ein erneutes Laden der Parameter versucht werden. Bleibt der Fehler bestehen, liegt ein Hardwaredefekt der Steuerplatine vor, der eine Reparatur oder einen Austausch erfordert.

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