Lenze 8102_E.3C.11 8100 Serie Frequenzumrichter 1,5 kW

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Produktinformationen

Produktfamilie: 8100 | Serie: 8100 Series

Der Lenze 8102_E.3C.11 ist ein Frequenzumrichter der 8100 Serie für die präzise Drehzahlregelung dreiphasiger Asynchronmotoren mit einer Bemessungsleistung von 1,5 kW. Das Gerät arbeitet mit einer U/f-Kennliniensteuerung und wandelt eine Netzspannung von 380 V bis 480 V AC (Eingangsbereich 323 V bis 528 V AC) in eine variable Ausgangsfrequenz von 0 Hz bis 480 Hz um. Mit einem Dauerausgangsstrom von 3,9 A und einem Netzeingangsstrom von 4,8 A eignet sich der Regler für Standardanwendungen in Fördereinrichtungen, Gebläsen und Pumpen. Die Taktfrequenz von 16 kHz sorgt dabei für einen geräuscharmen Motorbetrieb im Schaltschrankbau gemäß Schutzart IP20.

Die Anbindung an die Steuerungsebene erfolgt über integrierte Schraubklemmen für vier digitale Eingänge, zwei analoge Sollwerteingänge (0–10 V oder 0/4–20 mA) sowie einen analogen Signalausgang (0–10 V). Über einen modularen Steckplatz lässt sich der Umrichter mit LECOM-Kommunikationsmodulen für RS232 (LECOM-A), RS485 (LECOM-B) oder CAN-Bus (LECOM-LI) ausstatten. Die Inbetriebnahme eines Ersatzgeräts erfordert die Übertragung der anwendungsspezifischen Parameter. Diese können mithilfe des steckbaren Bedienmoduls Lenze 8101 über den internen EEPROM kopiert oder mittels der Software Global Drive Control (GDC) vom Altgerät ausgelesen und eingespielt werden. Bei der Datensicherung und Konfigurationsübertragung unterstützt ABC Industrial Parts zur schnellen Wiederherstellung der Betriebsbereitschaft.

Zur Diagnose bietet das Gerät zwei LED-Statusanzeigen für die Betriebszustände Power/Ready und Fault/TRIP sowie ein Relaisausgangssignal über die TRIP-Klemme. Detaillierte Fehlercodes lassen sich über die Diagnoseparameter C013 und C016 am Bediengerät oder über die Software auslesen. Meldet das System Fehler wie Überspannung (OU), Unterspannung (LU) oder Überstrom (OC1 bis OC4), sollten die Netzversorgung, Kabelisolierungen und mechanische Blockaden geprüft werden. Tritt ein interner Speicherfehler (rEE) auf, kann ein Zurücksetzen auf Werkseinstellungen helfen; bestehen Hardwarestörungen weiterhin, ist ein Austausch oder eine Reparatur über ABC Industrial Parts der schnellste Weg zur Vermeidung von Produktionsausfällen.

Technische Daten

Bemessungsleistung1.5 kW
Versorgungsspannungsbereich323 - 528 V AC
Netzeingangsstrom4.8 A
Dauerausgangsstrom3.9 A
Maximale Ausgangsspannung480 V AC
Ausgangsfrequenzbereich0 - 480 Hz
Schaltfrequenz16 kHz
SteuerungsverfahrenV/f Characteristic Control
Digitale Eingänge4
Analoge Eingänge2
Analoge Ausgänge1
SchutzartIP20

Programmierung und Konfiguration

Die Konfiguration des Lenze 8102_E.3C.11 erfolgt wahlweise über das abnehmbare Bedienmodul Lenze 8101 Keypad oder über die PC-Software Global Drive Control (GDC). Über die Menüstruktur der Parameter lassen sich Motordaten, Rampenzeiten für Beschleunigung und Verzögerung sowie die Zuordnung der digitalen und analogen E/A-Klemmen anpassen.

Sämtliche Einstellungen werden in einem internen, nichtflüchtigen EEPROM-Speicher hinterlegt. Beim Austausch eines defekten Geräts kann der komplette Parametersatz im Keypad zwischengespeichert und direkt auf den neuen Umrichter übertragen werden, was die Stillstandszeiten bei der Instandhaltung erheblich verkürzt.

Kommunikation und Systemintegrator

Der Frequenzumrichter ist für den Schaltschrankeinbau konzipiert und verfügt über integrierte Schraubklemmen für die Steuersignale. Die vier digitalen Eingänge dienen zur Ansteuerung von Funktionen wie Start, Stopp, Freigabe oder Fehler-Quittierung. Zwei analoge Eingänge verarbeiten Sollwerte als 0–10 V oder 0/4–20 mA Signal, während ein analoger 0–10 V Ausgang zur Istwertausgabe bereitsteht.

Über den integrierten LECOM-Schnittstellensteckplatz kann der Frequenzumrichter in übergeordnete Netzwerke eingebunden werden. Je nach gewähltem Aufsteckmodul werden Kommunikationsstandards wie RS232 (LECOM-A), RS485 (LECOM-B) oder CAN-Bus (LECOM-LI) unterstützt.

Diagnose und Statusanzeige

Zur optischen Zustandsüberwachung befinden sich an der Frontseite zwei LED-Statusanzeigen. Eine grüne LED signalisiert die Netz- und Betriebsbereitschaft sowie den aktiven Regelbetrieb, während eine rote LED das Auslösen einer TRIP-Störung anzeigt.

Für eine detaillierte Fehlersuche stehen die Parameter C013 und C016 zur Verfügung, die über das Bedienmodul oder die GDC-Software ausgelesen werden können. Zudem lässt sich das TRIP-Relais zur Störungsmeldung an die übergeordnete Steuerung verdrahten.

Status-LED-Anzeigen

LEDFarbe/StatusBedeutung
Ready / PowerGreen - Solid or FlashingDauerhaft grün zeigt Betriebsbereitschaft an; blinkend grün signalisiert den Betriebsstatus oder einen Warnzustand.
Fault / TRIPRed - SolidDauerhaft rot zeigt eine TRIP-Störung aufgrund von internen Hardwarefehlern, Überspannung oder Überstrom an.

Austausch und Ersatzteile

Vor der Inbetriebnahme eines Ersatzgeräts vom Typ Lenze 8102_E.3C.11 müssen die Parametersätze des Altgeräts gesichert und übertragen werden. Der Umrichter darf nicht mit Werkseinstellungen an der Maschine betrieben werden, da Motordaten und Steuerungssignale individuell angepasst sein müssen.

Sollte der Frequenzumrichter der Serie 8100 in einer Bestandsanlage ersetzt werden, lässt sich die Konfiguration am einfachsten über das Bediengerät 8101 oder mit der GDC-Software kopieren. Bei einer Anlagenmodernisierung stehen Nachfolgeoptionen aus der Serie Lenze 8200 Vector oder i550 zur Verfügung.

Fehlercodes und Stoercodes

Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:

CodeNameBeschreibungMoegliche UrsacheEmpfohlene Massnahme
OHHeatsink OvertemperatureKühlkörpertemperatur hat den maximal zulässigen Grenzwert überschritten.Unzureichende Kühlung, zu hohe Umgebungstemperatur, verschmutzte Kühlrippen, Lüfterausfall.Schaltschrankbelüftung prüfen, Kühlkörper reinigen, Umgebungstemperatur reduzieren, Motorlast verringern.
OH4Motor Temperature TripMotor-Thermistor oder Thermoschalter an Klemme T1/T2 hat ausgelöst.Motorüberlastung, unzureichende Motorkühlung bei niedrigen Drehzahlbereichen.Motor abkühlen lassen, Motorschutzschalter prüfen, Motorlast reduzieren.
OC1Short Circuit / Earth FaultKurzschluss oder Erdschluss an den Motorausgangsklemmen U, V, W.Kurzschluss in der Motorwicklung, beschädigtes Motorkabel, Erdschluss in der Verdrahtung.Isolationswiderstand von Motor und Kabel prüfen, Motorwicklungen auf Phasen- oder Erdschluss testen.
OC2Overcurrent during AccelerationAusgangsstrombegrenzung während der Beschleunigungsrampe überschritten.Beschleunigungszeit (t_acc) zu kurz eingestellt, zu hohes Lastmoment, falsche Motorparameter.Beschleunigungszeit erhöhen, Motorparameter überprüfen, Mechanik auf Schwergängigkeit prüfen.
OC3Overcurrent at Constant SpeedÜberstrom im stationären Betrieb festgestellt.Plötzlicher Laststoß, mechanische Blockade, Frequenzumrichter für die Anwendung unterdimensioniert.Mechanische Last prüfen, Prozessdrehmoment kontrollieren, Auslegung von Motor und Umrichter überprüfen.
OC4Overcurrent during DecelerationAusgangsstrombegrenzung während der Verzögerungsrampe überschritten.Verzögerungszeit (t_dec) zu kurz eingestellt, hohe Massenträgheit der Last.Verzögerungszeit verlängern, gegebenenfalls Bremsmodul oder Bremswiderstand nachrüsten.
OUDC Bus OvervoltageZwischenkreisspannung hat den maximalen Grenzwert überschritten.Generatorische Energie vom Motor bei zu schneller Verzögerung, zu hohe Netzspannung.Verzögerungszeit verlängern, Netzspannung überprüfen, Bremsmodul/Bremswiderstand installieren.
LUDC Bus UndervoltageZwischenkreisspannung hat den minimalen Grenzwert unterschritten.Netzausfall, Phasenausfall in der Zuleitung, Spannungsabfall unter Last.Netzsicherungen, Zuleitungen und Eingangsspannung prüfen.
rEEEEPROM FaultLese- oder Schreibfehler im internen Parameterspeicher oder Datenkorruption.Interner Hardwarefehler, Spannungsunterbrechung während des Speichervorgangs, Defekt des EEPROM-Bausteins.Werkseinstellungen laden und neu konfigurieren. Bei dauerhaftem Fehler Gerät zur Reparatur einsenden.
EErExternal FaultExternes TRIP-Signal über Steuereingangsklemme ausgelöst.Externe Sicherheitsschaltung, Druckschalter oder externes Störungsrelais hat ausgelöst.Externe Sensoren und Schalter prüfen, die an den Steuereingang angeschlossen sind.
CE0Communication FaultZeitüberschreitung oder Übertragungsfehler an der Kommunikationsschnittstelle.Loses Kommunikationskabel, falsche Baudrate, fehlender Busabschluss, LECOM-Modul nicht korrekt eingesteckt.Schnittstellenmodul, Verkabelung, Baudrateneinstellung und Master-Steuerung überprüfen.
P12Mains Phase FailureAusfall einer oder mehrerer Phasen der Wechselstrom-Netzversorgung.Ausgelöste Eingangssicherung, lose Netzanschlussklemme, asymmetrische Netzspannung.Eingangssicherungen und Phasenspannungen an allen drei Eingangsklemmen prüfen.

Haeufig gestellte Fragen

Wie werden die Parameter auf einen Ersatz-Frequenzumrichter Lenze 8102_E.3C.11 übertragen?

Die Parameter können mit dem aufsteckbaren Bediengerät Lenze 8101 über die interne EEPROM-Kopierfunktion ausgelesen und direkt auf das Ersatzgerät übertragen werden. Alternativ ist das Auslesen und Einspielen über einen PC mit der Software Global Drive Control (GDC) möglich.

Welche Kommunikationsschnittstellen unterstützt der Lenze 8102_E.3C.11?

Der Frequenzumrichter besitzt einen integrierten LECOM-Steckplatz, der durch optionale Module Schnittstellen wie RS232 (LECOM-A), RS485 (LECOM-B) oder CAN-Bus (LECOM-LI) bereitstellt.

Was bedeutet ein dauerhaft rotes Signal der TRIP-LED?

Eine dauerhaft rote Fault/TRIP-LED zeigt eine aktive Abschaltung aufgrund eines Fehlers an, etwa durch Überspannung, Überstrom oder eine interne Hardwarestörung. Der genaue Ursachencode kann über die Parameter C013 oder C016 ausgelesen werden.

Kann der Lenze 8102_E.3C.11 ohne Konfiguration direkt in Betrieb genommen werden?

Nein, das Ersatzgerät wird nicht betriebsbereit geliefert und muss vor dem Motorstart mit den spezifischen Parameterwerten der Maschine programmiert werden.

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