Lenze EVF9330-EH 9300 Vector Frequenzumrichter 75 kW 145 A

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Produktinformationen

Produktfamilie: 9300 Vector | Serie: 9300

Der Lenze EVF9330-EH ist ein leistungsstarker Frequenzumrichter der Serie 9300 Vector, der speziell für die präzise Drehzahl- und Drehmomentregelung von Dreiphasen-Asynchronmotoren in anspruchsvollen Industrieanwendungen entwickelt wurde. Das Gerät ist für eine Nennleistung von 75 kW bei einem dauerhaften Ausgangsstrom von 145 A im Netzspannungsbereich von 320 V AC bis 528 V AC ausgelegt. Durch die Ausführung als -EH-Variante verfügt dieser Frequenzumrichter über einen integrierten Funkentstörfilter zur Einhaltung strenger EMV-Richtlinien ohne zusätzliche externe Filterkomponenten. Der Umrichter unterstützt sensorlose Vektorregelung, rückgekoppelte Vektorregelung mit Geber sowie lineare und quadratische U/f-Kennliniensteuerungen für vielfältige Antriebsaufgaben in Förderanlagen, Extrudern und industriellen Pumpen.

Für die Einbindung in Automatisierungssysteme besitzt der Umrichter einen integrierten CANopen-Systembus an der Klemme X4 sowie modulare Steckplätze für Fieldbus-Module der Serie 2100 wie PROFIBUS-DP (EMF2133IB/EMF2131IB) und DeviceNet (EMF2173IB). Der Steuerungsteil stellt sechs digitale Eingänge, vier digitale Ausgänge sowie jeweils zwei analoge Ein- und Ausgänge zur Verfügung. Bei der Inbetriebnahme eines Ersatzgeräts muss die Konfiguration an die bestehende Maschine angepasst werden, da Werkseinstellungen selten direkt lauffähig sind. Parameterdaten lassen sich über die Software Lenze Global Drive Control (GDC) oder das steckbare Bedienmodul EMZ9371BC auslesen und in einen der vier internen EEPROM-Parametersätze übertragen, wobei ABC Industrial Parts bei der Sicherung und Übertragung von Konfigurationsdaten unterstützen kann.

Die Diagnose erfolgt direkt am Gerät über dreifarbige LED-Statusanzeigen für Betrieb (RUN), Störung (TRIP) und Warnung sowie über den internen Fehlerspeicher (C0161 bis C0170) auf dem Keypad oder in GDC. Erste Prüfschritte bei Systemstörungen umfassen die Kontrolle der dreiphasigen Versorgungsspannung an den Eingangsklemmen, die Überprüfung von Motorkabeln auf Kurz- oder Erdschluss sowie die thermische Überwachung am Thermistoreingang X10. Traten Abschaltungen durch Meldungen wie OC1, OU oder OH auf, sollten Rampenzeiten, Netzspannungen und die Kühlluftzufuhr überprüft werden. Interne Hardwarefehler wie H05 oder PINT weisen auf Defekte in der Leistungsstufe oder Steuerplatine hin, die vor Ort nicht reparierbar sind; in solchen Fällen bietet ein getestetes Tauschgerät von ABC Industrial Parts oder eine Instandsetzung die schnellste Abhilfe zur Vermeidung langer Stillstandzeiten.

Technische Daten

HerstellerLenze
TeilenummerEVF9330-EH
Modell / TypEVF9330-EH
Produktfamilie9300 Vector
KomponententypFrequenzumrichter
Nennleistung75 kW
Dauer-Ausgangsstrom145 A
Nenn-Netzstrom145 A
Versorgungsspannungsbereich320 ... 528 V AC
Ausgangsfrequenzbereich0 ... 480 Hz
Schaltfrequenz8 kHz
RegelungsverfahrenVektorregelung / U/f-Kennliniensteuerung
Digitale Eingänge6
Digitale Ausgänge4
Analoge Eingänge2
Analoge Ausgänge2
Integrierter SystembusCANopen (CAN)
FunkentstörungIntegrierter RFI-Filter (-EH)

Programmierung und Konfiguration

Die Parametrierung des Lenze EVF9330-EH erfolgt flexibel über die Software Lenze Global Drive Control (GDC) oder direkt vor Ort mit dem Bedienmodul EMZ9371BC. Der Umrichter speichert sämtliche Betriebsparameter in einem nichtflüchtigen EEPROM, das vier unabhängige Parametersätze verwalten kann. Dies ermöglicht schnelle Umstellungen im laufenden Betrieb bei Produktwechseln ohne erneuten Programmieraufwand.

Bei der Wiederinbetriebnahme oder beim Austausch eines Geräts ist ein vollständiger Parameterabgleich erforderlich. Über die Menüfunktion C0002 lässt sich der Frequenzumrichter bei Bedarf auf die Werkseinstellungen zurücksetzen, bevor die anwendungsspezifischen Parameter geladen werden. Die Sicherung der Parametersätze auf dem Keypad EMZ9371BC erlaubt eine unkomplizierte Duplizierung der Einstellungen auf ein Ersatzgerät.

Kommunikation und Systemintegration

Der EVF9330-EH verfügt ab Werk über eine integrierte CANopen-Systembusschnittstelle an der Klemme X4, die einen schnellen Querverkehr zwischen mehreren Umrichtern sowie die Anbindung an übergeordnete Steuerungen ermöglicht. Für den einwandfreien Betrieb des CAN-Busses sind korrekte Baudraten und die Aktivierung der 120-Ohm-Abschlusswiderstände an den Busenden erforderlich.

Zusätzlich bietet das Gerät modulare Erweiterungssteckplätze für Schnittstellenmodule der Serie 2100. Dadurch lässt sich der Frequenzumrichter nahtlos in PROFIBUS-DP-Netzwerke (mittels EMF2133IB oder EMF2131IB), DeviceNet (EMF2173IB) oder INTERBUS-Umgebungen integrieren. Über die digitalen und analogen E/A-Klemmen lassen sich zudem Sollwerte, Startsignale und Statusrückmeldungen direkt verdrahten.

Diagnose und Statusanzeige

Zur schnellen Vor-Ort-Diagnose ist der Frequenzumrichter mit drei LEDs auf der Steuerkarte ausgestattet, die den aktuellen Betriebszustand sowie Störungen und Warnungen anzeigen. Über das Keypad EMZ9371BC oder die GDC-Software lässt sich zudem der detaillierte Störungs-Historienspeicher (Parameter C0161 bis C0170) auslesen, der zurückliegende Fehlercodes mit Betriebszuständen dokumentiert.

Neben den optischen LED-Anzeigen generiert das Gerät Systembus-Statustelegramme für die Ferndiagnose über das Automatisierungsnetzwerk. So können Fehler wie Überstrom, Übertemperatur oder Busunterbrechungen umgehend von der SPS erfasst und ausgewertet werden.

Status-LED-Anzeigen

LEDFarbe/StatusBedeutung
RUNGrün - Dauerhaft / BlinkendUmrichter im normalen Betriebsmodus
TRIPRot - Dauerhaft / BlinkendUmrichterstörung oder Auslösezustand erkannt
WarningGelb - Dauerhaft / BlinkendUmrichter arbeitet nahe Strom- oder Drehmomentgrenze

Austausch und Ersatzteile

Beim Austausch eines Lenze EVF9330-EH ist auf die genaue Typenbezeichnung zu achten. Das Suffix -EH kennzeichnet die Ausführung mit integriertem Funkentstörfilter. Wird ein Standardgerät ohne Filter gewählt, sind zusätzliche EMV-Filtermaßnahmen im Schaltschrank notwendig, um die geltenden Normen einzuhalten.

Vor dem Ausbau des defekten Frequenzumrichters sollten die Parametersätze gesichert werden. Die Parameter lassen sich entweder über ein Zubehör-Keypad EMZ9371BC oder über die PC-Software Global Drive Control (GDC) sichern. Nach dem Einbau des Ersatzgeräts wird die Konfiguration eingespielt, gefolgt von der Überprüfung der Motor- und Feldbusverbindungen.

Da die Serie 9300 Vector vom Hersteller abgekündigt ist, empfiehlt sich bei Neuprojekten oder umfassenden Modernisierungen die Umstellung auf Nachfolgeserien wie Lenze i550 oder i950. Für bestehende Produktionsanlagen ist ein passgenaues Ersatzgerät des Typs EVF9330-EH jedoch der schnellste Weg, um Umbauten an Schaltschrankverdrahtung und SPS-Programmierung zu vermeiden.

Fehlercodes und Stoercodes

Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:

CodeNameBeschreibungMoegliche UrsacheEmpfohlene Massnahme
OC1Kurzschluss / ÜberstromSpontaner Überstrom in der AusgangsleistungsstufeKurzschluss zwischen Motorphasen oder Erdschluss, extrem steile Beschleunigungsrampe, beschädigte MotorisolationMotor und Motorkabel auf Kurzschluss und Erdschluss prüfen; Hochlaufzeit-Einstellungen überprüfen.
OC2Erdschluss / Überstrom während der BeschleunigungErdschluss oder Stromgrenzwert während der Motorbeschleunigung überschrittenIsolationsfehler in Motorwicklung oder Kabel, Hochlaufzeit zu kurzIsolationswiderstand des Motors prüfen, Erdungsverdrahtung kontrollieren, Hochlauframpe verlängern.
OC5Umrichterüberlastung (I x t)I x t-Überlastschwelle des Frequenzumrichters erreichtDauerhafte Motorüberlastung, Umrichter für die Anwendung unterdimensioniertMotorlast reduzieren, Umrichterdimensionierung überprüfen, auf mechanische Schwergängigkeit prüfen.
OUZwischenkreis-ÜberspannungZwischenkreis-Gleichspannung überschreitet den maximalen GrenzwertZu hohe Bremsenergie-Rückspeisung beim Verzögern, Verzögerungsrampe zu kurz, Netzspannung zu hochVerzögerungszeit verlängern, Bremschopper und Bremswiderstand installieren, Netzwechselspannung prüfen.
LUZwischenkreis-UnterspannungZwischenkreis-Gleichspannung hat den unteren Grenzwert unterschrittenNetzspannungsausfall, fehlende Netzphase, Netzspannung zu niedrigNetzwechselspannung prüfen, Sicherungen und Hauptschütz kontrollieren.
OHKühlkörper-ÜbertemperaturKühlkörpertemperatur hat den Grenzwert von 90 °C überschrittenLüfterausfall, Lüftungsschlitze blockiert, Umgebungstemperatur zu hoch, starke DauerüberlastungKühlkörperrippen reinigen, internen Lüfter bei Stillstand tauschen, Schaltschrankbelüftung prüfen.
OH3Motor-ÜbertemperaturTemperatursensor oder PTC-Kaltleiter des Motors hat Übertemperatur gemeldetThermische Motorüberlastung, Fremdlüfter am Motor ausgefallen, PTC-Sensorkabel gebrochenMotor abkühlen lassen, Verdrahtung des Thermistors an Klemme X10 prüfen, Motorlast kontrollieren.
OH4Umrichter-Innentemperatur zu hochTemperatur im Umrichterinnenraum / auf der Steuerkarte zu hochUnzureichende Schaltschrankkühlung, interner LüfterausfallSchaltschrankkühlung verbessern, Luftstrom im Schaltschrank prüfen.
OH7Drahtbruch MotortemperatursensorDrahtbruch am Auswerteeingang für den MotortemperatursensorKabelbruch oder lose Klemmenverbindung am ThermistoreingangVerdrahtung zum Thermistor / Temperatursensor an den Klemmen überprüfen.
NMAXÜberdrehzahl / Maximaldrehzahl überschrittenIst-Drehzahl des Motors hat den eingestellten Maximalwert überschrittenGeberfehler, falsche Verstärkungseinstellungen im Drehzahlregler, ziehende LastDrehzahlgeber/Inkrementalgeber prüfen, Parameter des PID-Drehzahlreglers überprüfen.
CE0Systembus-Kommunikationsfehler (CAN)Unterbrechung der Kommunikation über den internen/externen CAN-SystembusBusverdrahtungsfehler, fehlender Busabschluss, Teilnehmer offline oder AdresskonfliktCAN-Bus-Anschluss an Klemme X4 prüfen, 120-Ohm-Abschlusswiderstände und Baudrate kontrollieren.
CE1Prozessdaten-Eingangsfehler 1Kommunikationsausfall auf Kanal 1 für Prozessdaten des AutomatisierungsmodulsFeldbus-Master gestoppt, Buskabel gebrochen, Feldbusmodul defektSchnittstellenmodul-Sitz prüfen, Status der Master-SPS und Verkabelung kontrollieren.
EEEEPROM-SpeicherfehlerInterner Prüfsummenfehler oder korrupter Speicher beim Lesen/Schreiben von ParametersätzenSpannungsausfall während des Schreibvorgangs, defekter EEPROM-Baustein, interner HardwarefehlerWerkseinstellungen neu laden (C0002 = 1); bei erneutem Fehler Hardware-Reparatur oder Gerätetausch erforderlich.
H05Interner HardwarefehlerFehler in Leistungsteil oder Steuerkarte bei interner Diagnose erkanntDefekt interner Baugruppen, Treiberstufenfehler, interne Spannungsversorgung gestörtInterner Hardwarefehler — Gerät vor Ort nicht reparierbar; Rücksendung zum Service oder Gerätetausch.
LP1NetzphasenausfallAusfall einer Phase der dreiphasigen AC-EingangsspannungDurchgebrannte Netzversicherung, lose Phasenverbindung, starke NetzspannungsumsymmetrieEingangssicherungen und Phasenversorgungsspannungen unter Last prüfen.
PINTInterner Fehler LeistungsteilKommunikationsfehler oder internes Störsignal zwischen Leistungs- und SteuerkarteFlachbandkabel defekt, Leistungskarte oder Treiberstufe beschädigtInterner Hardwarefehler — Platinentausch oder Geräteauswechselung erforderlich.
PR1ParametersatzfehlerIm EEPROM gespeicherter Parametersatz ist ungültig oder inkonsistentUnvollständige Übertragung oder Mismatch zwischen Firmware-VersionenWerkseinstellungen wiederherstellen und Umrichter neu in Betrieb nehmen.

Haeufig gestellte Fragen

Welche Leistung und welchen Strom liefert der Frequenzumrichter Lenze EVF9330-EH?

Der Lenze EVF9330-EH bietet eine Nennleistung von 75 kW und einen Dauer-Ausgangsstrom von 145 A bei einer Versorgungsspannung im Bereich von 320 V AC bis 528 V AC.

Welche Bedeutung hat die Endung -EH bei der Modellbezeichnung EVF9330-EH?

Die Bezeichnung -EH kennzeichnet das Modell mit integriertem Funkentstörfilter (RFI-Filter). Dadurch erfüllt der Frequenzumrichter hohe EMV-Anforderungen direkt ohne externe Filterkomponenten.

Wie werden Parameter auf einen neuen Frequenzumrichter EVF9330-EH übertragen?

Die Sicherung und Übertragung der Parametersätze erfolgt entweder über das steckbare Bedienmodul EMZ9371BC oder mit der Software Lenze Global Drive Control (GDC). Das Gerät verfügt über ein internes EEPROM mit vier speicherbaren Parametersätzen.

Welche Feldbusse werden vom EVF9330-EH unterstützt?

Neben dem integrierten CANopen-Systembus an Klemme X4 kann der Umrichter über Steckplätze der Serie 2100 mit Feldbusmodulen für PROFIBUS-DP (EMF2133IB/EMF2131IB), DeviceNet (EMF2173IB) oder INTERBUS erweitert werden.

Was bedeutet der Fehlercode H05 oder PINT am Umrichter?

Die Codes H05 und PINT weisen auf interne Hardware- und Baugruppenfehler im Leistungsteil oder auf der Steuerkarte hin. Diese Fehler sind vor Ort nicht reparierbar und erfordern eine Instandsetzung oder den Austausch des Geräts.

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