Lenze EVF9330-EV – 9300 Vector Frequenzumrichter 45 kW

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Produktinformationen

Produktfamilie: 9300 Vector | Serie: 9300 Vector

Der Lenze EVF9330-EV ist ein leistungsfähiger Frequenzumrichter aus der Serie 9300 Vector für die präzise Drehzahl- und Drehmomentregelung von Drehstrommotoren im Schwerlastbereich. Das Gerät ist für eine Motorleistung von 45 kW bei einem dauerhaften Ausgangsstrom von 89 A ausgelegt und arbeitet an einem dreiphasigen Netzspannungsbereich von 320 V AC bis 528 V AC (3x 400/480 V AC). Zur Anpassung an die jeweilige Antriebsaufgabe unterstützt der Umrichter sowohl die sensorlose Vektorsteuerung als auch eine frei konfigurierbare U/f-Kennliniensteuerung bei einer Taktfrequenz von 4 kHz und einem Ausgangsfrequenzbereich von 0 Hz bis 480 Hz. Diese Variante EVF9330-EV ist werkseitig ohne integrierten RFI-Funkentstörfilter ausgeführt, was den gezielten Einsatz in Schaltschränken mit zentraler Netzfilterung ermöglicht.

Für die Einbindung in die Anlagenelektronik verfügt der Lenze EVF9330-EV über eine integrierte CAN-Systembusschnittstelle (Slot A) mit bis zu 500 kbit/s sowie den Automatisierungssteckplatz Slot B zur Aufnahme optionaler Feldbusmodule wie PROFIBUS-DP (EMF2133IB oder EMF2131IB), DeviceNet oder INTERBUS. Steuerungsseitig stehen vier digitale Eingänge, zwei digitale Ausgänge, zwei analoge Eingänge und zwei analoge Ausgänge zur Verfügung. Die Konfiguration wird in vier internen, nichtflüchtigen Parametersätzen (PAR1 bis PAR4) im EEPROM gespeichert. Beim Austausch eines defekten Geräts ist eine direkte Inbetriebnahme ohne Konfiguration selten möglich; die gesicherten Parameter müssen vor dem Wiederanlauf über die PC-Software Lenze Global Drive Control (GDC) oder das optionale Bedienelement Keypad XT (EMZ9371BC) auf das Ersatzgerät übertragen werden. ABC Industrial Parts unterstützt Fachkräfte bei der Parametersicherung und der schnellen Bereitstellung passender Austauschgeräte.

Zur Fehlerdiagnose und Zustandsüberwachung besitzt der Frequenzumrichter zweifarbige Status-LEDs an der Frontseite sowie einen integrierten Fehlerspeicher, der die letzten acht Störungsmeldungen über die Parameter C0168/1 bis C0168/8 protokolliert. Tritt ein Fehler auf, schaltet das Gerät über ein internes Relais das TRIP-Signal. Erste Prüfschritte bei Betriebsstörungen umfassen die Netzeinspeisung, den festen Sitz der Busstecker, die Korrektheit des 120-Ohm-Abschlusswiderstands am CAN-Bus sowie die Durchgängigkeit der Kühlluftwege. Bei internen Hardwarefehlern an der Leistungselektronik oder der Steuerplatine ist eine Reparatur vor Ort nicht durchführbar; in diesen Fällen ist eine fachgerechte Überholung oder ein geprüfter Ersatz über ABC Industrial Parts der schnellste Weg zur Vermeidung längerer Stillstandzeiten.

Technische Daten

HerstellerLenze
TeilenummerEVF9330-EV
Produktfamilie9300 Vector
KomponententypFrequenzumrichter
Nennleistung45 kW
Dauerhafter Ausgangsstrom89 A
Versorgungsspannung3x 400/480 V AC
Spannungsbereich320 - 528 V AC
Ausgangsspannung0 - 3x U_Netz V AC
Ausgangsfrequenzbereich0 - 480 Hz
Schaltfrequenz4 kHz
RegelungsverfahrenVektorsteuerung / U/f-Kennliniensteuerung
Integrierter FunkentstörfilterNein (Ohne Entstörfilter)
Integrierter FeldbusCAN-Systembus (500 kbit/s)
Digitale Ein-/Ausgänge4 Eingänge / 2 Ausgänge
Analoge Ein-/Ausgänge2 Eingänge / 2 Ausgänge

Programmierung und Konfiguration

Die Konfiguration des Lenze EVF9330-EV erfolgt flexibel über die Engineering-Software Lenze Global Drive Control (GDC) oder direkt vor Ort über das optionale Bedienelement Keypad XT (EMZ9371BC). Im internen EEPROM des Frequenzumrichters können bis zu vier vollständige Parametersätze (PAR1 bis PAR4) abgelegt werden. Dies erlaubt das Umschalten zwischen verschiedenen Betriebsmodi oder Rezepturen im laufenden Prozess, ohne dass externe Datenträger erforderlich sind.

Beim Austausch einer Einheit gegen ein Ersatzgerät muss die gerätespezifische Parametrierung aus dem Altgerät ausgelesen und auf den neuen Umrichter geladen werden. Neben den allgemeinen Motor- und Rampeeinstellungen betrifft dies auch die Adressierung des CAN-Systembusses sowie die Konfiguration der analogen und digitalen Ein- und Ausgänge. Liegt kein Datensicherungs-File vor, können die Parametersätze über den Befehlssatz des Keypad XT oder mittels GDC über den CAN-Bus extrahiert werden.

Kommunikation und Systemintegration

Der Frequenzumrichter EVF9330-EV besitzt serienmäßig eine integrierte CAN-Systembusschnittstelle mit einer Übertragungsrate von bis zu 500 kbit/s. Über diesen Bus können mehrere Antriebe der Serie 9300 querverbunden, synchronisiert oder an übergeordnete Steuerungen angebunden werden. Für einen störungsfreien CAN-Busbetrieb muss das Netzwerk an den beiden physikalischen Enden mit jeweils einem 120-Ohm-Abschlusswiderstand versehen werden.

Zusätzlich steht mit Slot B ein modularer Automatisierungssteckplatz zur Verfügung. Dieser nimmt optionale Feldbuskarten auf, darunter die Lenze PROFIBUS-Kommunikationskarten EMF2133IB und EMF2131IB sowie Baugruppen für DeviceNet oder INTERBUS. Dadurch fügt sich der Umrichter nahtlos in bestehende SPS-Infrastrukturen ein.

Diagnose und Statusanzeige

Der Lenze EVF9330-EV bietet mehrstufige Diagnosemöglichkeiten zur schnellen Ursachenanalyse im Fehlerfall. An der Gerätefront signalisieren zwei LEDs den aktuellen Betriebszustand. Ergänzend dazu lassen sich detaillierte Statuscodes über das Keypad XT oder das Diagnosefenster der Software Global Drive Control (GDC) in Echtzeit auslesen.

Tritt eine Störung auf, speichert der Umrichter den Fehlercode in einem internen Historienregister ab. Über die Parameter C0168/1 bis C0168/8 können die letzten acht aufgetretenen Störungen in chronologischer Reihenfolge abgefragt werden, was die Rückverfolgung von intermittierenden Fehlern im Betrieb erheblich erleichtert.

Status-LED-Anzeigen

LEDFarbe/StatusBedeutung
Ready (Grün)Grün - Dauerhaft / BlinkendDauerhaftes Leuchten signalisiert Betriebsbereitschaft; Blinkend zeigt an, dass der Regler aktiv ist und der Motor angesteuert wird.
Fault (Rot)Rot - Dauerhaft / BlinkendBlinkend zeigt eine Warnung an; Dauerhaft signalisiert eine aktive TRIP-Auslösung mit Reglersperre. Dauerhaftes Leuchten direkt nach dem Einschalten deutet auf einen internen Hardwarefehler hin.

Remplacement et pieces de rechange

Beim Austausch eines Lenze EVF9330-EV ist zwingend darauf zu achten, dass die genaue Typenbezeichnung übereinstimmt. Da dieses Modell werkseitig ohne integrierten Entstörfilter (RFI) ausgeführt ist, muss die Schaltschrankinstallation über externe Netzfilter verfügen, um die EMV-Richtlinien einzuhalten.

Vor dem Netzzuschalten des Ersatzgeräts müssen die antriebsspezifischen Parametersätze (PAR1 bis PAR4) eingespielt werden. Eine Inbetriebnahme ohne vorherige Parameterübertragung kann zu Störungen oder Fehlfunktionen der angeschlossenen Arbeitsmaschine führen.

Sollten Feldbuskarten wie PROFIBUS (EMF2133IB / EMF2131IB) in Slot B verwendet werden, müssen diese aus dem Altgerät übernommen und im Ersatzgerät fest eingerastet werden. Auch die Adressierung des CAN-Busses sowie eventuelle Jumper-Einstellungen sind vor dem Betrieb abzugleichen.

Fehlercodes und Stoercodes

Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:

CodeNameBeschreibungMoegliche UrsacheEmpfohlene Massnahme
OHÜbertemperatur KühlkörperDie Temperatur des Kühlkörpers hat den maximal zulässigen Grenzwert überschritten.Unzureichende Belüftung, verschmutzte Kühlrippen, Ausfall des Schaltschrankventilators oder zu hohe Umgebungstemperatur.Schaltschrankkühlung prüfen, Kühlrippen reinigen und Gerät vor dem TRIP-Reset abkühlen lassen.
OH4Übertemperatur InnenraumDie Innentemperatur im Gehäuse des Frequenzumrichters hat den Sicherheitsgrenzwert überschritten.Ausfall der Schaltschrankkühlung oder übermäßige interne Verlustleistung.Schaltschrankbelüftung verbessern und Funktion des internen Lüfters prüfen.
OC1KurzschlussDer Spitzenstrom im Motorabgang hat die Hardware-Ansprechschwelle überschritten.Kurzschluss in den Motorwicklungen, Kurzschluss im Motorkabel oder zu steile Beschleunigungsrampe.Motorkabel und Motorwicklungen auf Isolationsschäden prüfen. Bei dynamischer Überlast Beschleunigungszeit verlängern.
OC2ErdschlussErdschluss in einer Ausgangsphase oder im Motorgehäuse erkannt.Isolationsfehler im Motorkabel, Feuchtigkeit im Klemmenkasten oder beschädigte Motorwicklung.Isolationswiderstand von Motor und Zuleitung gegen Erde messen. Kabelverbindungen prüfen.
OC5I*t-ÜberlastKontinuierliche Stromüberlastung hat die thermische Kapazität des Umrichters überschritten (150 % Überlast für > 60 s).Mechanische Blockade, zu klein dimensionierter Umrichter für die Last, Motorüberlastung.Mechanik der Arbeitsmaschine auf Schwergängigkeit prüfen. Dauerlast reduzieren.
OUÜberspannung ZwischenkreisDie Zwischenkreisspannung hat den maximalen Grenzwert überschritten (ca. 770 V DC).Zu hohe Rückspeiseenergie beim Verzögern des Motors; Bremschopper oder Bremswiderstand nicht angeschlossen oder defekt.Verzögerungszeit (Decel-Rampe) verlängern oder externen Bremschopper mit Bremswiderstand installieren.
LUUnterspannung ZwischenkreisDie Zwischenkreisspannung ist unter den Mindestbetriebswert gefallen.Netzspannungseinbruch, Phasenausfall, Hauptschütz abgefallen oder Netzimpedanz zu hoch.Einspeisespannung und Phasenbalance des Versorgungsnetzes prüfen.
LP1Phasenausfall NetzAusfall oder hohe Welligkeit an der dreiphasigen Wechselspannungseinspeisung erkannt.Netzsicherung ausgelöst, Phase unterbrochen, lose Zuleitungsklemme.Eingangssicherungen, Zuleitungen und Symmetrie der Netzspannung kontrollieren.
NMAXMaximaldrehzahl überschrittenDie Ist-Drehzahl des Motors hat den eingestellten Grenzwert in Parameter C0032 überschritten.Ziehende Last, falsche Drehzahlreglereinstellung, Schlupf am Motorgeber.Mechanische Lastdynamik und Grenzwert in Parameter C0032 überprüfen.
EEREEPROM-FehlerPrüfsummenfehler oder Lese-/Schreibfehler beim Zugriff auf das interne EEPROM.Fehlerhafter nichtflüchtiger Speicher oder interner Schaltkreisdefekt.Neustart durchführen. Werkseinstellungen neu laden. Bleibt der Fehler bestehen, liegt ein Hardwaredefekt vor.
H05Interner HardwarefehlerSelbsttest der internen Steuerplatine fehlgeschlagen.Komponentenausfall auf der Hauptplatine oder Mikroprozessorfehler.Interner Hardwarefehler – vor Ort nicht reparierbar. Gerät zur Reparatur einsenden oder austauschen.
H10Hardwarefehler LeistungsstufeFehler in der internen IGBT-Treiberstufe erkannt.Beschädigter Ausgangstreiber, defekte Ansteuerplatine oder Kurzschluss im IGBT-Modul.Interner Hardwarefehler – vor Ort nicht reparierbar. Gerät zur Reparatur einsenden oder austauschen.
H11Interne Spannungsversorgung fehlerhaftInterne 24-V-DC-Steuerspannung oder internes Netzteil außerhalb der Toleranz.Defektes internes Netzteilmodul oder Kurzschluss an den externen 24V-Steuerklemmen.Externe 24V-Verdrahtung abklemmen, um externen Kurzschluss auszuschließen. Tritt der Fehler weiterhin auf, liegt ein Hardwaredefekt vor.
CE0Systembus-Fehler Slot AKommunikationsunterbrechung oder Bus-Off-Zustand am integrierten CAN-Systembus.CAN-Bus-Kabel unterbrochen, fehlende Abschlusswiderstände (120 Ohm), falsche Baudrate.CAN-Bus-Verdrahtung, Schirmung, Abschlusswiderstände und Baudrateneinstellungen überprüfen.
CE1Automatisierungsmodul-Fehler Slot BKommunikations-Timeout oder Modulfehler an der Feldbusschnittstelle in Slot B.Feldbus-Optionkarte nicht korrekt eingerastet, Netzwerkkabel getrennt, Master-SPS gestört.Sitz der Optionskarte in Slot B, Netzwerkverbindung und Status der Master-SPS prüfen.
PR0Parametersatz-FehlerDer ausgewählte Parametersatz enthält ungültige Daten oder eine fehlerhafte Prüfsumme.Unterbrochener Parameter-Übertragungsvorgang oder unvollständige Initialisierung.Gültigen Parametersatz mit GDC oder Keypad XT erneut auf das Gerät übertragen.

Haeufig gestellte Fragen

Benötigt der Lenze EVF9330-EV einen externen Entstörfilter?

Ja. Da die Ausführung EVF9330-EV werkseitig ohne integrierten RFI-Filter geliefert wird, muss die Funkentstörung im Schaltschrank über ein passendes externes Netzfilter sichergestellt werden.

Wie werden die Parameter auf ein Ersatzgerät übertragen?

Die Parametersätze können über die PC-Software Lenze Global Drive Control (GDC) via CAN-Bus gesichert und auf das Ersatzgerät geladen werden. Alternativ lässt sich das steckbare Bedienteil Keypad XT (EMZ9371BC) zur Parameterübertragung nutzen.

Welche Feldbusmodule können im Slot B betrieben werden?

In den Automatisierungssteckplatz Slot B können verschiedene Lenze-Optionkarten eingesetzt werden, darunter PROFIBUS-DP (EMF2133IB, EMF2131IB), DeviceNet oder INTERBUS.

Was bedeutet eine dauerhaft rot leuchtende Fault-LED nach dem Einschalten?

Leuchtet die rote Fault-LED direkt nach dem Einschalten ohne Unterbrechung, deutet dies auf einen internen Hardwarefehler (wie H05, H10 oder H11) hin. Das Gerät ist in diesem Zustand nicht betriebsbereit und erfordert eine Reparatur oder einen Austausch.

Welche Spezifikationen gelten für den CAN-Systembus?

Der integrierte CAN-Systembus (Slot A) arbeitet mit einer Übertragungsrate von bis zu 500 kbit/s. Die Leitung muss an beiden Enden mit einem 120-Ohm-Abschlusswiderstand abgeschlossen werden.

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