Lenze EMB9352-E Netzversorgungs- und Bremsmodul 9300

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Produktinformationen

Produktfamilie: Lenze 9300 | Serie: 9300

Das Lenze EMB9352-E (Versorgungs- und Rückspeisemodul 9352) ist ein zentrales Netzversorgungs- und Brems-Modul innerhalb der Serie Lenze 9300. Das Gerät wandelt eine dreiphasige Eingangsspannung im Bereich von 320 V AC bis 528 V AC in eine zentrale DC-Zwischenkreisspannung von nominal 565 V DC um. Mit einer Nennleistung von 48 kW bei 400 V AC (58 kW bei 480 V AC) und einem kontinuierlichen Ausgangsstrom von bis zu 85 A versorgt das Netzmodul mehrere Achsen von Lenze 9300 Servoantrieben gleichzeitig. Ein integrierter dynamischer Brems-Chopper nimmt regenerative Energie bei steilen Verzögerungsrampen auf und führt diese über einen externen Bremswiderstand mit einem Mindestwiderstand von 4,7 Ohm ab, womit Überspannungsabschaltungen im Zwischenkreis verhindert werden.

Für die Einbindung in das Steuerungssystem verfügt das Modul über eine integrierte CAN-Systembusschnittstelle an Klemme X4 sowie über den Erweiterungssteckplatz X1. Dieser Steckplatz nimmt Bedienmodule wie das Keypad EMZ9371BC oder Kommunikationsbaugruppen für LECOM (EMF2102IB / EMF2111IB) und PROFIBUS-DP (EMF2133IB) auf. Bei der Inbetriebnahme eines Ersatzgeräts müssen die Anwendungsparameter und Busschalter exakt an das bestehende Maschinensystem angepasst werden. Die Übertragung der Parameterdaten erfolgt entweder über das Aufsteck-Keypad oder über die Software Global Drive Control (GDC), da die Einstellungen im internen EEPROM-Speicher hinterlegt sind. Bei der Sicherung, Übertragung und Verifizierung dieser Konfigurationsdaten unterstützt ABC Industrial Parts Techniker und Instandhalter praxisnah.

Die Diagnostik erfolgt direkt am Gerät über drei Status-LEDs sowie über den Relaisausgang an Klemme X5 (A1-A2), der den Bereitschafts- und Störungszustand meldet. Eine grüne LED signalisiert Betriebsbereitschaft und geladenen Zwischenkreis, eine gelbe LED zeigt den aktiven Betrieb des Brems-Choppers oder eine Warnung an, und eine rote LED weist auf eine Auslösung (Trip) oder einen internen Hardwarefehler hin. Über das Keypad EMZ9371BC oder den GDC-Diagnosemonitor (Speicherplätze C0168 und C0169) lassen sich genaue Störungscodes wie Netzphasenausfall (LP), Zwischenkreis-Über- (OU) oder -Unterspannung (LU) sowie Übertemperatur (OH) auslesen. Bei schwerwiegenden internen Defekten oder EEPROM-Fehlern (EER) ist eine Reparatur auf Bauteilebene vor Ort nicht möglich; hier bietet ABC Industrial Parts geprüfte Ersatzgeräte und Reparaturmöglichkeiten zur schnellen Wiederherstellung der Produktion.

Technische Daten

HerstellerLenze
TeilenummerEMB9352-E
ModelltypVersorgungs- und Rückspeisemodul 9352
ProduktfamilieLenze 9300
KomponententypPower Supply Module
Eingangsspannungsbereich320 - 528 V AC
Nennleistung (400V)48 kW
Nennleistung (480V)58 kW
Spitzenleistung (15 s)72 kW
Nenneingangsstrom (400V)70 A
Nominal-DC-Ausgangsspannung565 V DC
Kontinuierlicher DC-Ausgangsstrom (400V)85 A
Kontinuierlicher DC-Ausgangsstrom (480V)71 A
Spitzen-DC-Ausgangsstrom (15 s)128 A
Hilfsversorgungsspannung24 V DC
Mindestbremswiderstand4.7 Ohm

Programmierung und Konfiguration

Das Versorgungsmodul Lenze EMB9352-E nutzt zur Speicherung von Geräteeinstellungen und Betriebsparametern ein integriertes, nichtflüchtiges EEPROM. Die Konfiguration erfolgt komfortabel über das Diagnosewerkzeug Global Drive Control (GDC) oder direkt vor Ort über das aufsteckbare Keypad EMZ9371BC. Durch das Auslesen der Codestellen können Betriebsparameter gesichert und auf Austauschgeräte übertragen werden.

Beim Austausch einer Einheit muss die Konfiguration an die Anforderungen der angeschlossenen Lenze 9300 Servoverstärker angepasst werden. Über GDC lassen sich auch Fehlerhistorien und Diagnosewerte aus den Registern C0168 und C0169 sichern. Sollte der Parameterspeicher zurückgesetzt werden müssen, kann über die Codestellen C0002=8 und C0003=1 die Werkseinstellung wiederhergestellt werden.

Kommunikation und Systemintegration

Für die Echtzeitsynchronisierung und Datenkommunikation innerhalb des Antriebsverbunds besitzt das Modul EMB9352-E eine integrierte CAN-Systembusschnittstelle an Klemme X4. Diese arbeitet mit einer Übertragungsrate von 500 kbps und ermöglicht die direkte Übermittlung von Systemzuständen und Fehlertelegrammen an die angeschlossenen 9300-Servoregler. An den Enden des Systembusses ist ein Abschlusswiderstand von 120 Ohm erforderlich.

Zusätzlich stellt der frontseitige Erweiterungssteckplatz X1 eine flexible Schnittstelle für übergeordnete Feldbus- und Kommunikationsmodule bereit. Hier können unter anderem das PROFIBUS-DP-Modul EMF2133IB, LECOM-Schnittstellenadapter (EMF2102IB / EMF2111IB) oder INTERBUS-Baugruppen eingesetzt werden, um das Netzmodul nahtlos in bestehende Automatisierungsnetzwerke zu integrieren.

Diagnose und Statusanzeige

Zur schnellen Statusüberwachung vor Ort verfügt das Lenze EMB9352-E über drei farbige Status-LEDs an der Frontseite. Zudem steht an Klemme X5 (Anschlüsse A1-A2) ein galvanisch getrennter Relaisausgang zur Verfügung, der im betriebsbereiten Zustand geschlossen ist und bei einem Trip-Ereignis öffnet, um die übergeordnete Steuerung zu benachrichtigen.

Detaillierte Störungsmeldungen lassen sich über das aufgesteckte Keypad EMZ9371BC im Klartext anzeigen oder mit der Software Global Drive Control aus den Diagnose-Codestellen auslesen. Dies erlaubt eine präzise Eingrenzung von Fehlerursachen wie Überspannung, Überlast oder Phasenausfall.

Status-LED-Anzeigen

LEDFarbe/StatusBedeutung
Ready (Grüne LED)Grün - Dauerhaft / BlinkendDauerhaft grün zeigt Betriebsbereitschaft und geladenen Zwischenkreis an. Blinkend grün signalisiert eine freigegebene Einheit oder aktiven Betrieb.
Fault / Trip (Rote LED)Rot - Dauerhaft / Schnelles BlinkenDauerhaft rot zeigt einen aktiven Fehlerzustand (Trip) an. Schnelles Blinken deutet auf einen schwerwiegenden internen Hardwarefehler hin.
Brake / Warning (Gelbe LED)Gelb - Dauerhaft / PulsierendWarnzustand oder aktiver Betrieb des Brems-Choppers. Zeigt das Erreichen der Ansprechschwelle der dynamischen Bremse an.

Austausch und Ersatzteile

Beim Austausch eines defekten Netzmoduls Lenze EMB9352-E gegen ein Ersatzteil ist auf die genaue Übereinstimmung der Sachnummer und der Geräteleistungsklasse zu achten. Da das Modul für eine Nennleistung von 48 kW bei 400 V AC und einen Ausgangsstrom von 85 A ausgelegt ist, führt ein abweichender Modultyp zu Störungen im Zwischenkreisverbund der Lenze 9300 Antriebe.

Vor dem Einschalten des Ersatzgeräts müssen alle Kommunikationsmodule im Steckplatz X1 sowie die CAN-Bus-Verdrahtung an Klemme X4 korrekt umgesetzt werden. Die Geräteparameter müssen aus dem gesicherten Backup oder vom Altgerät via Keypad EMZ9371BC bzw. der Software Global Drive Control überspielt werden. Insbesondere die Einstellungen zum Brems-Chopper und den Überwachungsschwellen müssen exakt mit der ursprünglichen Anlagenkonfiguration übereinstimmen.

Fehlercodes und Stoercodes

Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:

CodeNameBeschreibungMoegliche UrsacheEmpfohlene Massnahme
OHKühlkörper-ÜbertemperaturDie Temperatur des Kühlkörpers hat den maximal zulässigen Schwellenwert (ca. 85°C bis 90°C) überschritten.Ausfall des Kühlgebläses, verstopfte Kühlrippen, zu hohe Schaltschrank-Umgebungstemperatur, dauerhafte thermische Überlastung.Schaltschrankbelüftung prüfen, Kühlrippen reinigen, Funktion des Schaltschranklüfters überprüfen, Umgebungstemperatur senken, Lastzyklus kontrollieren.
OH4Kühlkörper-Temperaturwarnung / ÜberlastVorwarnschwelle für die Kühlkörper-Temperatur vor einer Trip-Auslösung wurde aktiviert.Hohe kontinuierliche Strombelastung, eingeschränkte Luftzirkulation.Schaltschrankkühlung und thermische Umgebungsbedingungen überprüfen.
OUZwischenkreis-ÜberspannungDie Spannung im DC-Zwischenkreis hat den maximal zulässigen Schwellenwert (ca. 800 V DC) überschritten.Hohe Rückspeiseenergie der angeschlossenen Antriebe, Bremswiderstand nicht angeschlossen, Brems-Chopper-Schaltkreis beschädigt, Widerstandswert des Bremswiderstands zu hoch.Verdrahtung und Widerstandswert des externen Bremswiderstands prüfen, interne Brems-Chopper-Funktion überprüfen. Bei Beschädigung der Brems-Chopper-Schaltung Gerät zur Reparatur einsenden.
LUZwischenkreis-UnterspannungDie Spannung im DC-Zwischenkreis ist unter den minimalen Schwellenwert (ca. 285 V DC / 430 V DC) gefallen.Ausfall einer Netzphase, Abfall der AC-Netzspannung, durchgebrannte Eingangs-Sicherungen, Hauptschütz abgefallen.3-phasige AC-Eingangsspannung an den Klemmen L1, L2, L3 messen. Hauptschütz und Eingangssicherungen prüfen.
OC1Kurzschluss / ErdschlussSpontaner Kurzschluss oder Erdschluss am DC-Zwischenkreisausgang oder am Bremswiderstandsanschluss erkannt.Kurzschluss in der DC-Bus-Verdrahtung, Erdschluss in den angeschlossenen Wechselrichtermodulen, kurzgeschlossener Bremswiderstand.Isolierung der DC-Bus-Kabel prüfen, externen Bremswiderstand auf Niederohmigkeit oder Erdschluss untersuchen, Antriebe abklemmen und Verdrahtung isolationsmessen.
OC5Ixt-Thermische ÜberlastungIntegrierte thermische Dauerlast (Ixt-Überlast) hat den zulässigen Grenzwert überschritten.Modul wurde über längere Zeit oberhalb des Nenn-Dauerstroms (85 A) betrieben.Belastung der angeschlossenen Antriebe reduzieren, Auslegungsberechnungen überprüfen, Einschaltdauer/Taktzeiten prüfen.
LPNetzphasenausfallAsymmetrie oder Ausfall einer Phase der eingehenden 3-phasigen AC-Netzversorgung erkannt.Eine Eingangssicherung durchgebrannt, lose Verbindung an den Leistungseingangsklemmen, unbalanciertes Versorgungsnetz.Eingangs-Wechselspannung zwischen allen drei Phasen (L1-L2, L2-L3, L1-L3) messen. Netzsicherungen und Kontakte prüfen.
EEREEPROM-SpeicherfehlerLesefehler oder Prüfsummenfehler im internen EEPROM-Speicher beim Hochlauf oder während des Parameter-Lese-/Schreibvorgangs.Korrupte Parameterdaten, interner Hardwarefehler der Steuerplatine.Parameter auf Werkseinstellung zurücksetzen (C0002=8, C0003=1). Bleibt der Fehler bestehen, liegt ein interner Hardwarefehler vor – Gerät austauschen oder zur Reparatur einsenden.
CE0Kommunikationsfehler Steckplatz X1Unterbrechung der Kommunikation zwischen der Steuerplatine des Versorgungsmoduls und dem eingesteckten Modul im Steckplatz X1.Modul im Steckplatz X1 nicht fest eingerastet, Feldbuskabel unterbrochen, Bus-Master gestoppt.Festen Sitz des Kommunikationsmoduls in Steckplatz X1 prüfen, Feldbusverkabelung und -abschluss kontrollieren.
CE4Systembus-Kommunikationsfehler (CAN)Zeitüberschreitung (Timeout) oder Telegrammkollision auf dem internen Systembus (CAN-Schnittstelle X4).Unterbrochenes Systembuskabel, falsche Bus-Baudrate, fehlende Abschlusswiderstände (120 Ohm) an den Busenden.Verdrahtung an CAN-Klemmen X4 prüfen, Installation der Abschlusswiderstände sicherstellen, Baudraten-Konfiguration überprüfen.

Haeufig gestellte Fragen

Welche Funktion erfüllt das Modul Lenze EMB9352-E im Antriebsverbund?

Das Lenze EMB9352-E dient als zentrales Netzversorgungs- und Bremsmodul für Multi-Achs-Konfigurationen der Serie Lenze 9300. Es wandelt 3-phasige Wechselspannung (320-528 V AC) in eine 565 V DC Zwischenkreisspannung um und führt über einen integrierten Brems-Chopper regenerative Energie ab.

Welcher minimale Widerstandswert ist für den externen Bremswiderstand zulässig?

Der minimale Bremswiderstandswert für das Modul EMB9352-E beträgt 4,7 Ohm. Die Verwendung eines kleineren Widerstandswerts kann den integrierten Brems-Chopper beschädigen.

Wie können die Parameter beim Austausch eines EMB9352-E übertragen werden?

Die Parameter sind im internen EEPROM gespeichert. Sie können direkt über das Aufsteck-Keypad EMZ9371BC kopiert oder mit der Software Lenze Global Drive Control (GDC) gesichert und auf das Ersatzgerät übertragen werden.

Was bedeutet der Fehlercode OU und welche Maßnahmen sind erforderlich?

Der Code OU zeigt eine Zwischenkreis-Überspannung (über 800 V DC) an. Mögliche Ursachen sind hohe Rückspeiseenergie, ein getrennter Bremswiderstand oder ein defekter Brems-Chopper. Prüfen Sie die Verkabelung und den Widerstandswert des Bremswiderstands.

Wie wird der Systembus (CAN) am Anschluss X4 korrekt terminiert?

Der CAN-Systembus benötigt an beiden Enden der Busleitung jeweils einen Abschlusswiderstand von 120 Ohm. Fehlen diese Widerstände, kann der Fehlercode CE4 (Systembus-Kommunikationsfehler) auftreten.

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