Lenze EMF2174IB Interbus Kommunikationsmodul – Global Drive

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Produktinformationen

Produktfamilie: Global Drive | Serie: 8200 Vector

Das Lenze EMF2174IB ist ein Interbus-Kommunikationsmodul aus der Serie Global Drive, das speziell für den Einsatz mit Frequenzumrichtern der Reihe 8200 vector (E82EV-Serie), 9300 Servoreglern und Lenze Drive PLCs entwickelt wurde. Als Feldbusteilnehmer ermöglicht dieses Funktionsmodul die Einbindung von Antriebssteuerungen in verteilte Interbus-Netzwerke. Die Baugruppe wird direkt in den Funktionsschnittstellen-Steckplatz (FIF) des Grundgeräts gesteckt und bezieht ihre Betriebsspannung von 5 V DC bei einer Nennstromaufnahme von 0,17 A direkt über die FIF-Schnittstelle. Für den Netzwerkanschluss stehen zwei 9-polige D-Sub-Anschlüsse auf Basis des RS-422-Standards zur Verfügung: eine D-Sub-Buchse für den ankommenden Fernbus (IN) und ein D-Sub-Stecker für den weiterführenden Fernbus (OUT).

Das Modul arbeitet nach dem standardisierten Antriebsprofil DriveCOM Profile 21 mit einer festen Übertragungsrate von 500 kbit/s und unterstützt sowohl schnelle Prozessdatenkanäle als auch den PCP-Parameterkanal. Bei der Inbetriebnahme eines Ersatzgeräts erweist sich die Systemarchitektur als besonders servicefreundlich, da sämtliche gerätespezifischen Feldbusparameter und Profilkonfigurationen im nichtflüchtigen EEPROM des übergeordneten Lenze-Frequenzumrichters gespeichert werden. Das Auswechseln eines defekten EMF2174IB erfordert somit kein erneutes Einlesen von Firmware oder Konfigurationsdateien auf dem Modul selbst. Zur Parametrierung und Netzwerküberwachung können die Engineering-Software Lenze Global Drive Control (GDC) ab Version 4.0 sowie das Bedienteil Keypad XT (EMZ2101) eingesetzt werden. Bei der Beschaffung oder Vorbereitung passender Ersatzteile unterstützt ABC Industrial Parts Instandhalter mit geprüften Komponenten für eine schnelle Wiederinbetriebnahme.

Für die Systemdiagnose direkt an der Maschine verfügt das Modul über fünf frontseitige Status-LEDs: CC/CR (Cable Check / Fernbusverbindung), BA (Bus Active), RD (Remote Bus Disable), TR (Transmit/Receive für PCP-Kommunikation) sowie FAIL/ERR. Tritt an der Antriebssteuerung der Fehlercode CE0 auf, liegt meist eine Kontaktstörung an der FIF-Schnittstelle oder ein mechanischer Sitzfehler vor, während die Fehlercodes CE1 und CE2 auf Netzwerkunterbrechungen oder Konfigurationsabweichungen im Interbus-Master hinweisen. Ein kontinuierliches Leuchten der FAIL/ERR-LED in Kombination mit dem Fehlercode CE3 signalisiert hingegen einen internen Hardware- oder Speicherfehler der Modulplatine, der feldseitig nicht repariert werden kann. In solchen Fällen ist ein Modulaustausch oder die Reparatur durch ABC Industrial Parts die rascheste Lösung, um Ausfallzeiten in der Produktion zu minimieren.

Technische Daten

HerstellerLenze
TeilenummerEMF2174IB
ModelltypINVERTER SERIES 2800 VECTOR- COMMUNICATIONS MODULE ADDRESSAB
KomponententypKommunikationsmodul
ProduktfamilieGlobal Drive
Versorgungsspannung5 V DC
Nennstrom0.17 A
Feldbus-ProtokollInterbus
Übertragungsrate500 kbit/s
AntriebsprofilDriveCOM Profile 21
Feldbusschnittstelle IN9-polige D-Sub-Buchse (RS-422)
Feldbusschnittstelle OUT9-poliger D-Sub-Stecker (RS-422)
Steckplatz GrundgerätFunktionsschnittstelle (FIF)

Programmierung und Konfiguration

Das Kommunikationsmodul Lenze EMF2174IB benötigt für seinen Betrieb im Interbus-Netzwerk eine korrekte Integration in die Steuerungsumgebung nach DriveCOM Profile 21. Die Parametrierung des Trägergeräts und die Konfiguration des Moduls erfolgen über die Software Lenze Global Drive Control (GDC) ab Version 4.0 oder direkt am Umrichter über das Bedienmodul Keypad XT (EMZ2101). Da das Modul selbst keine eigenerhaltene Firmware-Programmierung durch den Anwender erfordert, richten sich alle einzustellenden Parameter direkt an das Grundgerät.

Sämtliche feldbusrelevanten Einstellungen, wie die Zuordnung der Prozessdatenworte oder die Überwachungszeiten, werden automatisch im EEPROM-Speicher des angeschlossenen Umrichters oder Servoreglers hinterlegt. Beim Austausch einer Baugruppe übernimmt das neu eingesetzte EMF2174IB-Modul beim Aufstecken auf den FIF-Steckplatz unverzüglich die im Umrichter hinterlegten Daten. Dadurch wird der Aufwand bei der Wartung erheblich reduziert, da keine externen Programmiergeräte zur Konfiguration der Modulhardware erforderlich sind.

Kommunikation und Systemintegration

Die physikalische Anbindung des EMF2174IB an das Interbus-Bussystem erfolgt über zwei normgerechte 9-polige D-Sub-Schnittstellen nach RS-422-Standard. Der Eingang (IN) ist als 9-polige D-Sub-Buchse ausgeführt und nimmt den ankommenden Fernbus auf, während der Ausgang (OUT) als 9-poliger D-Sub-Stecker den weiterführenden Fernbus bedient. Das Modul arbeitet mit einer festgelegten Baudrate von 500 kbit/s und fügt sich nahtlos in Fernbus-Topologien als Interbus-Slave ein.

Die Datenübertragung basiert auf dem Standard DriveCOM Profile 21 und umfasst sowohl zyklische Prozessdaten als auch azyklische Parameterdaten über den PCP-Kanal (Parameter Channel Process Data). Über die Diagnoseparameter C0150 und C0151 des Lenze-Grundgeräts kann der aktuelle Zustand der Datenübertragung sowie der Status der Prozessdatenkommunikation in Echtzeit ausgelesen werden.

Diagnose und Statusanzeige

Das Lenze EMF2174IB verfügt über eine optische Diagnoseanzeige mittels fünf frontseitig angeordneter Status-LEDs, die eine schnelle Lokalisierung von Bus- und Modulfehlern direkt am Schaltschrank ermöglichen. Ergänzend zur LED-Anzeige stehen im Grundgerät spezielle Diagnoseparameter (z. B. C0150 für den Kommunikationsstatus) zur Verfügung, die über das Keypad XT oder die GDC-Software eingesehen werden können.

Zusätzlich erlaubt das Interbus-Master-Diagnosesystem die Auswertung von Diagnoseframes im übergeordneten Automatisierungssystem. Bei Kommunikationsunterbrechungen lässt sich so exakt differenzieren, ob die Ursache im vorgelagerten Leitungsabschnitt, in der PCP-Kanal-Konfiguration oder in einer internen Störung der EMF2174IB-Baugruppe liegt.

Status-LED-Anzeigen

LEDFarbe/StatusBedeutung
CC / CRCable Check / Fernbusverbindung aufgebaut und gültig.
BABus Active – Interbus-Datenübertragung aktiv. Blinkend oder aus bedeutet fehlende zyklische Kommunikation vom Master.
RDRemote Bus Disable – Nachfolgendes Fernbussegment hinter dem Modul ist getrennt oder deaktiviert.
TRTransmit / Receive – PCP-Kommunikation über Parameterkanal aktiv.
FAIL / ERRInterner Modulfehler oder Kommunikationszeitüberschreitung. Dauerhaftes Leuchten zusammen mit Umrichterfehler zeigt internen Hardwarefehler oder Unsprechbarkeit des Moduls an, was einen Austausch erfordert.

Austausch und Ersatzteile

Beim Austausch eines defekten Kommunikationsmoduls EMF2174IB an Frequenzumrichtern der Serie Lenze 8200 vector oder 9300 ist darauf zu achten, dass das Trägergerät vor dem Einstecken oder Ausbauen der Baugruppe vollständig spannungsfrei geschaltet wird. Das Modul wird direkt in den FIF-Steckplatz auf der Frontseite des Umrichters eingesetzt. Mechanische Beschädigungen an den Stiftleisten der Schnittstelle müssen vermieden werden.

Da die Konfigurationsdaten und Kommunikationsparameter im EEPROM des Lenze-Grundgeräts hinterlegt sind, erfordert das neue Modul nach dem Einsetzen keine separate Softwareparametrierung oder das Aufspielen von Firmware. Nach dem Wiedereinschalten der Versorgungsspannung liest das EMF2174IB die Daten automatisch aus dem Umrichter aus und nimmt bei korrekter Verkabelung und aktivem Interbus-Master den Betrieb auf.

Sollte nach dem Modulwechsel weiterhin der Fehler CE0 oder CE3 auftreten, liegt die Ursache häufig in verschmutzten oder beschädigten Kontakten des FIF-Steckplatzes am Grundgerät oder in einer tiefergehenden Hardwarestörung der Grundgeräte-Elektronik. In diesen Fällen sollte neben dem Kommunikationsmodul auch die Schnittstelle des Frequenzumrichters genauer überprüft werden.

Fehlercodes und Stoercodes

Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:

CodeNameBeschreibungMoegliche UrsacheEmpfohlene Massnahme
CE0Kommunikationsfehler 0 (FIF-Fehler)Kommunikationsfehler zwischen dem Host-Umrichter und dem Aufsteckmodul EMF2174IB.Modul nicht korrekt aufgesteckt, verbogener Pin am FIF-Steckverbinder, defektes EMF2174IB-Modul oder extreme elektromagnetische Störungen.Sitz des Moduls prüfen; Umrichter aus- und einschalten; Kontakte kontrollieren. Wenn der Fehler bestehen bleibt, Modul EMF2174IB austauschen.
CE1Kommunikationsfehler 1 (Interbus-Timeout)Prozessdaten-Überwachungszeit abgelaufen, ohne dass gültige Interbus-Telegramme empfangen wurden.Interbus-Kabel getrennt, Master-SPS im Zustand STOP, falsche Baudrate, Busleitungsunterbrechung.Interbus-Verkabelung, Steckerverriegelung, Zustand der Master-SPS und eingestellte Überwachungszeit am Umrichter prüfen.
CE2Kommunikationsfehler 2 (PCP-Kanalfehler)Fehler bei der Übertragung über den PCP-Parameterkanal via Interbus.Falscher Parameterindex-Zugriff, Abweichung der PCP-Telegrammlänge, Konfigurationsfehler des Parameterkanals im Master.DriveCOM PCP-Zuordnung im Masterprojekt und Parameterstruktur überprüfen.
CE3Kommunikationsfehler 3 (Modul-Hardwarefehler)Interner Hardware-Initialisierungs- oder Speicherprüffehler auf dem Modul EMF2174IB.Interner Bauteilausfall, beschädigtes Modul-EEPROM, defekte FIF-Schnittstelle.Interner Hardwarefehler – Gerät zur Reparatur einsenden oder Modul EMF2174IB austauschen.

Haeufig gestellte Fragen

Welche Umrichter und Steuerungen unterstützen das Modul Lenze EMF2174IB?

Das Modul ist kompatibel mit den Frequenzumrichtern der Serie Lenze 8200 vector (E82EV-Serie), den Servoreglern der Serie 9300 sowie den Lenze Drive PLCs.

Muss das Ersatzmodul EMF2174IB vor dem Einbau programmiert werden?

Nein, eine direkte Programmierung des Moduls ist nicht erforderlich. Sämtliche Parameter und Feldkonfigurationen werden im EEPROM des Lenze-Grundgeräts gespeichert und beim Einstecken vom Modul übernommen.

Was bedeutet der Fehlercode CE0 am Lenze-Umrichter?

Fehler CE0 zeigt eine Störung der Kommunikation zwischen dem Grundgerät und dem EMF2174IB-Modul an. Ursachen können ein nicht fest sitzendes Modul, verbogene Pins an der FIF-Schnittstelle oder ein Hardwaredefekt des Moduls sein.

Wie wird das Modul an das Interbus-Netzwerk angeschlossen?

Der Anschluss erfolgt über zwei 9-polige D-Sub-Schnittstellen nach RS-422: eine D-Sub-Buchse für den ankommenden Fernbus (IN) und ein D-Sub-Stecker für den weiterführenden Fernbus (OUT) bei einer Übertragungsrate von 500 kbit/s.

Welches Werkzeug wird für die Diagnose und Konfiguration verwendet?

Zur Parameterdiagnose und Einrichtung können die PC-Software Lenze Global Drive Control (GDC) ab Version 4.0 oder das Vor-Ort-Bedienteil Keypad XT (EMZ2101) eingesetzt werden.

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