Lenze 00408452 EVS9323-ES – 9300 Series Servoregler

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Produktinformationen

Produktfamilie: 9300 Series | Serie: 9300

Der Lenze 00408452 (Typenbezeichnung EVS9323-ES) ist ein digitaler AC-Servoregler aus der Serie 9300 mit einer Bemessungsleistung von 1,5 kW. Das Gerät ist für den Betrieb an einer dreiphasigen Netzspannung von 320 V AC bis 528 V AC ausgelegt und liefert bei einer Schalffrequenz von 8 kHz einen Dauer-Ausgangsstrom von 3,9 A sowie einen Eingangsnennstrom von 3,6 A. Um hochdynamische Anlaufvorgänge und Lastspitzen in automatisierten Anlagen problemlos zu bewältigen, stellt das Leistungsteil eine maximale Überlastfähigkeit von 150 % (5,9 A Spitze) für bis zu 60 Sekunden bereit, wobei die typische Verlustleistung bei 90 W liegt.

Zur Einbindung in die Maschinensteuerung verfügt der EVS9323-ES über dedizierte Sub-D-Schnittstellen für diverse Rückführsysteme wie Resolver, Inkrementalgeber oder Absolutwertgeber mit EnDat- und SSI-Schnittstelle. Die achsübergreifende Kommunikation und Synchronisation erfolgt serienmäßig über den integrierten CAN-Systembus mit Datenraten bis zu 500 kbit/s. Über den internen Automation Slot kann das Gerät flexibel mit Feldbusmodulen wie PROFIBUS-DP (EMF2133IB / EMF2131IB), EtherCAT (EMF2192IB) oder LECOM RS-232/RS-485 (EMF2102IB) ausgestattet werden. Vor der Inbetriebnahme eines Ersatzgeräts müssen die anwendungsspezifischen Parameter übertragen werden; das interne EEPROM speichert bis zu vier vollständige Parameterprofile, die sich per Bedienfeld Keypad XT (EMZ9371BC) oder über die PC-Software Global Drive Control (GDC) klonen lassen. ABC Industrial Parts unterstützt bei Bedarf bei der Parameterübertragung und der Bereitstellung vorkonfigurierter Einheiten.

Zur Systemdiagnose dienen drei gut sichtbare Status-LEDs an der Frontseite sowie die zentralen Diagnoseparameter C0009 für den Betriebsstatus und C0161 für aktuelle Trip-Fehlercodes. Erweiterte Ereignisse werden im internen Fehlerspeicher unter C0168 und C0169 historisch erfasst. Bei einer Abschaltung umfassen erste Überprüfungen die Versorgungsspannung am Netzanschluss X1, die Verdrahtung des Rückführsystems an den Steckern X7/X8 sowie die korrekte Busabschlussimpedanz von 120 Ohm am CAN-Systembus X4. Sollte das Gerät interne Hardwarefehler (H05) oder irreversible EEPROM-Schäden (EER) melden, ist eine Reparatur vor Ort nicht möglich. In solchen Fällen bietet ABC Industrial Parts mit geprüften Ersatz- und Tauschgeräten eine schnelle Möglichkeit zur Vermeidung längerer Stillstandzeiten.

Technische Daten

HerstellerLenze
Teilenummer00408452
Modell/TypEVS9323-ES
Produktfamilie9300 Series
KomponentenartServoregler
Bemessungsleistung1.5 kW
Versorgungsspannung400 V AC (320-528 V AC)
Eingangsnennstrom3.6 A
Dauerausgangsstrom3.9 A
Maximaler Ausgangsstrom5.9 A (150% für 60 s)
Schaltfrequenz8 kHz
Verlustleistung90 W

Programmierung und Konfiguration

Die Konfiguration des Servoreglers Lenze EVS9323-ES erfolgt wahlweise über die PC-Bediensoftware Global Drive Control (GDC) oder direkt am Gerät mit dem aufsteckbaren Bedienmodul Keypad XT (EMZ9371BC). Im internen, nichtflüchtigen EEPROM-Speicher des Reglers können bis zu vier komplette Parametersätze abgelegt und verwaltet werden, was ein schnelles Umschalten zwischen verschiedenen Produktrezepturen oder Betriebsmodi ermöglicht.

Bei einem Gerätetausch lässt sich der gespeicherte Parametersatz des Altgeräts über das Keypad XT oder die GDC-Software sichern und in das Ersatzgerät einlesen. Neben der Vergabe der Kommunikationsparameter ist darauf zu achten, dass der Gebertyp (Parameter C0025) korrekt auf das installierte Rückführsystem (Resolver, Inkrementalgeber oder SSI/EnDat-Absolutwertgeber) eingestellt ist, um einen einwandfreien Regelbetrieb zu gewährleisten.

Kommunikation und Systemintegration

Für die Vernetzung in komplexen Mehrachs-Anwendungen besitzt der EVS9323-ES eine integrierte CAN-Systembusschnittstelle (Anschluss X4). Über diese Onboard-Schnittstelle können Daten mit Übertragungsraten von bis zu 500 kbit/s zwischen mehreren Antrieben oder einer übergeordneten Steuerung ausgetauscht werden. Ein ordnungsgemäßer Busabschluss mittels 120-Ohm-Widerständen an den Netzenden ist hierbei zwingend erforderlich.

Zur Anbindung an übergeordnete Feldbussysteme steht der modulare Automation Slot zur Verfügung. Je nach Anforderung der Anlage lässt sich der Servoregler durch das Einstecken passender Schnittstellenmodule erweitern, darunter PROFIBUS-DP (EMF2133IB / EMF2131IB), EtherCAT (EMF2192IB) sowie LECOM RS-232/RS-485 (EMF2102IB).

Diagnose und Statusanzeige

Der EVS9323-ES bietet umfassende Diagnosemöglichkeiten direkt an der Gerätefront. Drei farbige LEDs informieren kontinuierlich über den aktuellen Betriebszustand und anstehende Warnungen oder Störungen. Ergänzend können über das Keypad XT oder die GDC-Software die Diagnoseparameter C0009 (aktueller Betriebsstatus) und C0161 (aktueller Trip-Fehlercode) sowie der historische Fehlerspeicher in den Parametern C0168 und C0169 ausgelesen werden.

Status-LED-Anzeigen

LEDFarbe/StatusBedeutung
Red LEDRot - Dauerhaft anTRIP aktiv / Fehlerzustand. Reglerausgang aufgrund einer Störung gesperrt.
Green LEDGrün - Dauerhaft anBetrieb / Bereit. Servoregler freigegeben und im normalen Betrieb.
Yellow LEDGelb - Dauerhaft anWarnung oder Reglersperre (IMP) aktiv.

Austausch und Ersatzteile

Beim Austausch eines Lenze 00408452 (EVS9323-ES) muss sichergestellt werden, dass das Ersatzgerät mit der passenden Konfiguration in die bestehende Anlage integriert wird. Da der Servoregler nicht rein über Plug-and-Play betrieben werden kann, ist vor dem Einschalten der Leistungsteile der gerätespezifische Parametersatz aus dem Altgerät zu übertragen.

Zusätzlich müssen optional genutzte Erweiterungen – wie Feldbusmodule im Automation Slot – auf das Ersatzgerät umgesteckt werden. Bei Hardwarefehlern wie H05 oder irreversiblen EEPROM-Schäden (EER) empfiehlt sich der Austausch gegen ein geprüftes Ersatzgerät, um Ausfallzeiten der Produktionslinie zu minimieren.

Fehlercodes und Stoercodes

Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:

CodeNameBeschreibungMoegliche UrsacheEmpfohlene Massnahme
OC1KurzschlussKurzschluss oder extremer Überstrom an den Motorphasen.Kurzschluss im Motorkabel, Kurzschluss in der Motorwicklung, zu kurze Beschleunigungsrampe.Motor und Motorkabel auf Isolationsfehler oder Kurzschluss prüfen. Beschleunigungszeit im Parametersatz erhöhen.
OC2ErdschlussErdschluss an den Ausgangsleitungen festgestellt.Erdschluss im Motorkabel oder im Motor, zu hohe Kabelkapazität.Isolationswiderstand der Motorwicklung gegen Erde messen. Kabellänge und Schirmung überprüfen.
OC5Ixt ÜberlastÜberlastintegrator des Reglers hat den Grenzwert erreicht (150 % Ausgangsstrom überschritten).Dauerhafte Überlastung des Antriebs, mechanische Blockade, falsche Motordaten parametriert.Mechanische Belastung und Motorauslegung prüfen. Einschaltdauer und Lastzyklus kontrollieren.
OUÜberspannung ZwischenkreisDie Zwischenkreisspannung hat den oberen Sicherheitsgrenzwert (ca. 770 V DC) überschritten.Zu hohe Rückspeiseenergie beim Bremsen, Bremschopper defekt oder Bremswiderstand unterbrochen.Verzögerungszeit verlängern. Anschlüsse des Bremschoppers und des externen Bremswiderstands prüfen.
LUUnterspannung ZwischenkreisZwischenkreisspannung hat den Schwellenwert unterschritten.Netzspannungseinbruch, Phasenausfall in der AC-Einspeisung, Netzausfall.AC-Einspeisespannung, Hauptschalter, Netzsicherungen und Zuleitungen überprüfen.
OHKühlkörper ÜbertemperaturKühlkörpertemperatur hat den maximal zulässigen Grenzwert (>90 °C) überschritten.Unzureichender Kühlluftstrom, Umgebungstemperatur zu hoch, Gerätelüfter defekt, Kühlkörper verschmutzt.Kühlkörper reinigen, Belüftung des Schaltschranks sicherstellen, Funktion des Lüfters prüfen.
OH4Motor Übertemperatur (PTC)Motorthermistorkreis / PTC an Klemme X10 hat ausgelöst.Motorüberhitzung durch zu hohe Last, Motorlüfter blockiert oder ausgefallen.Motor abkühlen lassen, Last reduzieren, Funktion des externen Motorlüfters prüfen.
OH7Motor Übertemperatur (KTY)KTY84-Temperatursensor des Motors hat den Abschaltgrenzwert überschritten.Thermische Überlastung des Motors.Motorbelastung und Kühlsystem überprüfen.
CE0Kommunikationsfehler Automation SlotKommunikationsstörung zwischen der Reglerplatine und dem optionalen Schnittstellenmodul.Modul im Automation Slot nicht korrekt eingerastet, Feldbus-Master gestoppt, Busunterbrechung.Korrekten Sitz des Moduls im Automation Slot prüfen. Feldbuskabel und Masterstatus kontrollieren.
CE1Systembus (CAN) FehlerKommunikationsfehler oder Bus-Off-Zustand an der CAN-Schnittstelle X4.CAN-Buskabel defekt, falsche Baudrate eingestellt, fehlender Abschlusswiderstand.CAN-Verdrahtung, Busabschluss (120 Ohm) und eingestellte Knotenadresse überprüfen.
EEREEPROM FehlerZugriffsfehler auf den nichtflüchtigen Speicher oder fehlerhafter Parametersatz.Spannungsausfall während des Speichervorgangs, Speicherbaustein defekt.Werkseinstellungen laden und Neuparametrierung durchführen. Bei dauerhaftem Fehler Gerät zur Reparatur einsenden.
H05HardwarefehlerInterner Hardwarefehler beim Selbsttest des Reglers erkannt.Steuerkarte oder Komponenten des Leistungsteils defekt.Interner Hardwarefehler – Gerät zur Reparatur einsenden oder Austauschgerät einsetzen.
Sd1ResolverfehlerSignalfehler oder Drahtbruch am Resolvereingang X7.Resolverkabel getrennt, Resolversensor defekt, Mangelhafte Schirmung.Resolveranschlusskabel an X7 prüfen, Schirmung und Erdung kontrollieren.
Sd2Resolver SpurfehlerFehlerhaftes Signalmuster des Resolvers.Drahtbruch auf einer Resolverspur oder lose Steckverbindung.Resolververdrahtung und Pinbelegung überprüfen.
Sd3InkrementalgeberfehlerAusfall einer Signalspur am Gebereingang X8.Unterbrechung der Spuren A, B oder Z auf der Geberleitung.Geberverdrahtung an X8 prüfen, Versorgungsspannung des Gebers messen.
Sd5AbsolutwertgeberfehlerSerieller Kommunikationsfehler mit dem Absolutwertgeber (EnDat/SSI).Kabeldefekt, falsches Geberprotokoll in Parameter C0025 eingestellt.SSI/EnDat-Geberverdrahtung prüfen und Parameter C0025 kontrollieren.
LP1NetzphasenausfallEine der drei Einspeisephasen der Netzspannung fehlt.Netzsicherung durchgebrannt, lose Phasenverbindung am Netzanschluss X1.Netzeinspeisespannung an allen drei Phasen und Eingangssicherungen prüfen.
NMAXDrehzahlüberschreitungIst-Drehzahl des Motors hat den in C0596 eingestellten Maximalwert überschritten.Falsche Drehzahlabgleich-Parameter, treibende Last überholt den Motor.Drehzahlrückführungs-Parameter und Lastdynamik überprüfen.

Haeufig gestellte Fragen

Welche Werkzeuge werden zum Übertragen von Parametern auf den EVS9323-ES benötigt?

Parametersätze können direkt über das aufsteckbare Bedienelement Keypad XT (EMZ9371BC) oder per PC mit der Lenze Software Global Drive Control (GDC) gesichert und auf ein Ersatzgerät übertragen werden.

Welche Geberrückführungen unterstützt der Lenze EVS9323-ES?

Der Servoregler verfügt über integrierte Sub-D-Anschlüsse zur Auswertung von Standard-Resolvern (Anschluss X7) sowie Inkrementalgebern und Absolutwertgebern mit SSI- oder EnDat-Schnittstelle (Anschluss X8).

Welche Feldbusse können über den Automation Slot nachgerüstet werden?

In den Automation Slot können verschiedene Kommunikationsmodule eingesetzt werden, darunter PROFIBUS-DP (EMF2133IB / EMF2131IB), EtherCAT (EMF2192IB) und LECOM RS-232/RS-485 (EMF2102IB).

Was bedeutet der Fehlercode H05 am Servoregler?

Der Fehlercode H05 deutet auf einen internen Hardwarefehler der Steuerkarte oder der Leistungselektronik hin, der beim Selbsttest erkannt wurde. Das Gerät erfordert in diesem Fall eine Reparatur oder einen Austausch.

Wie ist der integrierte CAN-Systembus korrekt anzuschließen?

Der CAN-Systembus wird über den Stecker X4 angeschlossen und unterstützt Datenraten bis zu 500 kbit/s. An beiden Enden des Busstrangs muss ein Abschlusswiderstand von 120 Ohm vorhanden sein.

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