Lenze 00408511 EVS9323-EP – 9300 Servo-Positionierregler 1,5 kW

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Produktinformationen

Produktfamilie: 9300 Servo

Der Lenze EVS9323-EP (Artikelnummer 00408511) ist ein kompakter Servo-Positionierregler aus der etablierten Serie Lenze 9300 Servo. Das Gerät wurde für anspruchsvolle Bewegungsführungs- und Positionieraufgaben in der industriellen Automatisierung entwickelt und vereint feldorientierte Vektorregelung mit integrierten Punkt-zu-Punkt- und Pfadpositionierfunktionen. Der Servoregler wird an einem 3-phasigen Netz mit 400 V bis 480 V AC bei einem betrieblichen Spannungsbereich von 320 V bis 528 V AC betrieben, liefert einen Bemessungsausgangsstrom von 3,9 A bei einer Nennleistung von 1,5 kW und bietet eine Überlastfähigkeit von bis zu 5,9 A Spitzenstrom für 60 Sekunden. Das Gehäuse in Schutzart IP20 ist für die Schaltschrankmontage konzipiert und arbeitet standardmäßig mit einer Taktfrequenz von 8 kHz bei einer maximalen Ausgangsfrequenz von 480 Hz.

Für die Einbindung in Anlagenstrukturen verfügt der EVS9323-EP über eine integrierte Systembus-CAN-Schnittstelle mit Übertragungsraten von bis zu 500 kbit/s sowie einen Sub-D-Anschluss für Resolver-Rückführungen und Inkrementalgeber- beziehungsweise Frequenzeingänge. Über einen modularen Automatisierungssteckplatz lässt sich der Regler flexibel mit Feldbusmodulen wie PROFIBUS-DP (EMF2133IB), INTERBUS (EMF2111IB) oder LECOM-Schnittstellen erweitern. Beim Austausch eines defekten Geräts muss berücksichtigt werden, dass ein Ersatzgerät vor der Inbetriebnahme konfiguriert werden muss. Im internen EEPROM können bis zu vier vollständige Parameterdatensätze gespeichert werden, die sich mit der Software Lenze Global Drive Control (GDC) oder direkt über das aufsteckbare XT Bedienteil (EMF2102IB) sichern und auf das Neugerät übertragen lassen. ABC Industrial Parts unterstützt Sie bei der Beschaffung passender Ersatzgeräte und der Vorbereitung der Parameterübertragung.

Zur Diagnose des Betriebszustands stehen an der Frontseite zwei LEDs zur Verfügung: Eine grüne LED signalisiert den Betriebszustand (Aus bei fehlender Spannung, Blinkend bei Reglersperre/Betriebsbereit, Dauerlicht bei Reglerfreigabe), während eine rote LED Fehler und TRIP-Zustände anzeigt. Detaillierte Diagnosedaten können über den Parameter C0183 sowie den TRIP-Speicher (C0168/1..4) im GDC-Monitor oder auf dem XT Bedienteil ausgelesen werden. Bei Störungsmeldungen wie Überstrom (OC1-OC3), Überspannung (OU) oder Unterspannung (LU) sollten primär die Netzzuleitungen, Verkabelungen, Bremswiderstände und Motordaten überprüft werden. Tritt ein relevanter Hardwarefehler auf, wie beispielsweise der interne Fehler H05 oder ein Speicherfehler (EEr), liegt ein interner Platinendefekt vor, der nicht vor Ort gewartet werden kann. In solchen Fällen bieten die Reparatur oder der Bezug eines geprüften Ersatzgeräts über ABC Industrial Parts die schnellste Möglichkeit zur Wiederherstellung der Anlagenverfügbarkeit.

Technische Daten

HerstellerLenze
Teilenummer00408511
Modell / TypEVS9323-EP
Produktfamilie9300 Servo
KomponententypServo-Positionierregler
Nennleistung1.5 kW
Einspeisespannung3x 400 / 480 V AC
Spannungsbereich320 - 528 V AC
Dauer-Ausgangsstrom3.9 A
Spitzen-Ausgangsstrom5.9 A
Maximale Ausgangsfrequenz480 Hz
Taktfrequenz8 kHz
RegelungsverfahrenFeldorientierte Vektorregelung / Servo-Positionierung
Integrierter BusSystembus CAN (bis zu 500 kbit/s)
SchutzartIP20

Programmierung und Konfiguration

Die Programmierung und Parametrierung des Lenze EVS9323-EP erfolgt über die Software Lenze Global Drive Control (GDC) oder direkt vor Ort über das optionale XT Bedienteil (EMF2102IB). Der Positionierregler stellt interne Speicherbereiche auf EEPROM-Basis bereit, in denen bis zu vier komplette Parameterdatensätze dauerhaft und ohne Pufferbatterie gespeichert werden können. Über GDC können Parameterstrukturen eingesehen, Oszilloskop-Funktionen genutzt und applikationsspezifische Bewegungs- und Positionierprofile definiert werden.

Ein besonderer Vorteil beim Austausch im Feld ist die Möglichkeit des rahmenlosen Parameter-Clonings über das XT Bedienteil. Ein bestehender Datensatz kann ohne Zuhilfenahme eines Programmier-PCs direkt im Bedienelement gespeichert, auf ein Ersatzgerät übertragen und dort eingespielt werden. Es ist darauf zu achten, dass die Parameter mit der jeweiligen Firmware-Version und der Motor-Feedback-Konfiguration abgeglichen werden.

Kommunikation und Systemintegration

Der Servoregler EVS9323-EP besitzt serienmäßig eine integrierte Systembus-CAN-Schnittstelle mit Kommunikationsgeschwindigkeiten von bis zu 500 kbit/s. Diese ermöglicht die hochdynamische Querverbindung mehrerer Antriebe, die Achssynchronisation sowie die direkte Anbindung an übergeordnete Steuerungssysteme. Der Resolveranschluss ist als Sub-D-Buchse ausgeführt und wird durch Schnittstellen für Inkrementalgeber und Frequenzeingänge/-ausgänge ergänzt.

Zusätzlich verfügt das Gerät über einen Automatisierungssteckplatz (Slots A/B) zur Aufnahme modularer Kommunikationsbaugruppen. Hierzu zählen unter anderem das PROFIBUS-DP-Modul EMF2133IB, das INTERBUS-Modul EMF2111IB sowie LECOM-Schnittstellenmodule. Je nach eingesetztem Modul müssen Adressschalter oder DIP-Schalter am Kommunikationsmodul korrekt eingestellt und die Bus-Abschlusswiderstände überprüft werden.

Diagnose und Statusanzeige

Der Lenze EVS9323-EP bietet ein zweistufiges LED-Anzeigekonzept an der Gerätefront sowie erweiterte Diagnosefunktionen über Software und Bedienteil. Der aktuelle Betriebszustand lässt sich direkt am Parameter C0183 ablesen. Tritt eine Störung auf, wird das TRIP-Ereignis im internen TRIP-Speicher (Parameter C0168/1..4) mit Fehlerhistorie protokolliert. Ein digitaler TRIP-Ausgang ermöglicht zudem die direkte Rückmeldung an die übergeordnete SPS.

Status-LED-Anzeigen

LEDFarbe/StatusBedeutung
Bereit (Grün)Grün - Aus / Blinkend / EinAus: Antrieb aus oder unzureichende Spannung; Blinkend: Reglersperre / betriebsbereit; Ein: Regler freigegeben / Antrieb läuft.
Fehler / Error (Rot)Rot - Aus / Blinkend / EinAus: Kein aktiver Fehler; Blinkend: Aktive Warnung oder Meldung; Ein: Aktiver TRIP-Fehlerzustand steht an.

Austausch und Ersatzteile

Bei einem Austausch des Lenze EVS9323-EP muss sichergestellt werden, dass das Ersatzgerät bezüglich Nennleistung (1,5 kW) und Stromgrenzen exakt den Anforderungen entspricht. Da der Regler anwendungsspezifische Parameter und Positionierdaten im internen EEPROM speichert, führt ein reines Plug-and-Play ohne Parameterübertragung in den meisten Fällen zu Fehlfunktionen oder Reglersperren.

Die Parameterdaten sollten vor dem Demontieren des Altgeräts gesichert werden. Liegt eine funktionsfähige Datensicherung über Lenze GDC vor, kann diese direkt auf den Ersatzregler übertragen werden. Alternativ lässt sich das XT Bedienteil (EMF2102IB) nutzen, um den Parametersatz vor Ort auszulesen und in den neuen Regler einzuspielen. Eventuell vorhandene Optionstrakte (wie die PROFIBUS-Karte EMF2133IB) müssen umgesteckt und deren Busadressen oder DIP-Schalterstellungen überprüft werden.

Fehlercodes und Stoercodes

Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:

CodeNameBeschreibungMoegliche UrsacheEmpfohlene Massnahme
OC1Kurzschluss / ÜberstromKurzschluss oder extremer Stromspitzenwert im Motorausgang während der Beschleunigung.Kurzschluss in Motorleitung oder Motorwicklung, Erdschluss, Beschleunigungsrampe zu kurz.Motorleitung und Motorisolation prüfen; Motorauslegung prüfen; Beschleunigungszeit verlängern.
OC2Überstrom beim VerzögernÜberstrom der Endstufe beim Bremsen.Verzögerungsrampe zu kurz, zu hohe dynamische Last, Bremschopper oder Bremswiderstand defekt.Verzögerungszeit verlängern; externen Bremschopper und Bremswiderstandsanschluss prüfen.
OC3Überstrom im KonstantbetriebMotorausgangsstrom überschreitet Schwellenwert bei konstanter Drehzahl.Plötzliche mechanische Blockade, Motorüberlastung, Erdschluss.Mechanik auf Blockaden oder Überlast prüfen; Motor und Verkabelungsisolation testen.
OC4ErdschlussErdschluss an einer oder mehreren Ausgangsphasen erkannt.Isolationsfehler gegen Erde in Motorleitung oder Motorwicklung.Motorleitung und Motorwicklungen mit Isolationsmessgerät prüfen; Verkabelung kontrollieren.
OC5I x t-ÜberlastungAuslastungsschwelle (I x t) des Reglers über längere Zeit überschritten.Dauerlast liegt über dem Reglernennstrom; Servoregler unterdimensioniert.Prozesslast prüfen; Motor- und Reglerauslegung überprüfen.
OUZwischenkreis-ÜberspannungZwischenkreisspannung überschreitet maximalen Grenzwert (> 770 V DC).Zu hohe Bremsenergie; Verzögerungsrampe zu steil; Bremswiderstand fehlt oder defekt; Netzspannungsspitze.Bremswiderstand anschließen; Bremschopper-Einstellungen prüfen; Bremszeit verlängern.
LUZwischenkreis-UnterspannungZwischenkreisspannung unterschreitet Mindestwert (< 430 V DC).Netzausfall, Netzsicherung ausgelöst, Phasenausfall, Netzspannungseinbruch.AC-Einspeisespannung, Netzsicherungen, Hauptschütz und Zuleitungen prüfen.
OHKühlkörper-ÜbertemperaturKühlkörpertemperatur überschreitet Maximalwert (> 90 °C).Unzureichende Schaltschrankbelüftung, verschmutzter Kühlkörper, Lüfterausfall, zu hohe Umgebungstemperatur.Kühlrippen reinigen, Schaltschranklüftung prüfen, Umgebungstemperatur senken.
OH4Motortemperatur-ÜberwachungMotor-PTC-Fühler oder Öffnerkontakt hat ausgelöst.Thermische Überlastung des Motors, unzureichende Motorkühlung, Fühlerleitung unterbrochen.Motor abkühlen lassen, Last reduzieren, Motorlüfter und PTC-Auswertekreis prüfen.
OH7Geräte-InnentemperaturInnentemperatur im Bereich der Steuerkarte überschreitet Grenzwert (> 70 °C).Innentemperatur im Schaltschrank zu hoch.Kühlung im Schaltschrank verbessern.
EErEEPROM-PrüfsummenfehlerInterner EEPROM-Speicher beschädigt oder Lesefehler beim Start.Hardwarefehler auf der Steuerkarte, Spannungsausfall während des Speicherns.Interner Hardwarefehler oder Speicherbeschädigung — Werkseinstellungen laden; bei Persistenz Gerät zur Reparatur einsenden.
H05Interner HardwarefehlerSelbsttest der internen Steuerkarte fehlgeschlagen.Defekt auf der internen Elektronikplatine.Interner Platinenfehler — nicht vor Ort reparierbar; Austausch oder Reparatur des Geräts erforderlich.
CE0Kommunikationsfehler AutomatisierungsmodulStörung der Kommunikation zwischen Steuerkarte und Aufsteckmodul (Slot A/B).Modul nicht richtig eingesteckt, Modul defekt, Steckverbindung lose.Modulsitz prüfen; Feldbusverbindung und Busverkabelung kontrollieren.
NMAXMaximaldrehzahl überschrittenIst-Drehzahl des Motors hat den eingestellten Grenzwert (C0596) überschritten.Resolver-/Geberanschluss fehlerhaft, Verstärkungseinstellung zu hoch, Achse läuft durch.Geber-/Resolververkabelung prüfen; Verstärkungsparameter des Drehzahlreglers kontrollieren.
PR0Positionierziel-FehlerZielposition liegt außerhalb der Software-Endschalter.Zielkoordinaten überschreiten die in den Parametern konfigurierten Grenzen.SPS-Zielpositionsdaten und Parameter der Software-Endschalter prüfen.

Haeufig gestellte Fragen

Wie wird die Parametrierung des Lenze EVS9323-EP auf ein Ersatzgerät übertragen?

Die Parameter können entweder mit der Software Lenze Global Drive Control (GDC) gesichert und auf das Ersatzgerät eingespielt werden oder direkt vor Ort über das aufsteckbare XT Bedienteil (EMF2102IB) kopiert werden.

Über welche Feldbusschnittstellen verfügt der EVS9323-EP?

Der Servoregler besitzt standardmäßig einen Systembus CAN (bis zu 500 kbit/s). Über den integrierten Automatisierungssteckplatz kann das Gerät mit optionalen Modulen wie PROFIBUS-DP (EMF2133IB), INTERBUS (EMF2111IB) oder LECOM erweitert werden.

Was zeigt die grüne LED am Lenze EVS9323-EP an?

Ist die grüne LED aus, liegt keine ausreichende Versorgungsspannung an. Blinkt sie, ist die Reglersperre aktiv (Betriebsbereit). Leuchtet sie dauerhaft grün, ist der Regler freigegeben und der Antrieb läuft.

Was bedeutet die Störungsmeldung H05 auf dem EVS9323-EP?

Der Fehler H05 zeigt einen internen Hardwarefehler der Steuerkarte an. Dieser Defekt kann nicht vor Ort im Schaltschrank behoben werden; das Gerät muss repariert oder ausgetauscht werden.

Welche Versorgungsspannung benötigt der Servoregler Lenze 00408511?

Der EVS9323-EP wird an einer 3-phasigen Netzspannung von nominal 400 V bis 480 V AC betrieben, wobei der zulässige Betriebsspannungsbereich zwischen 320 V und 528 V AC liegt.

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