Lenze 00450899 EVS9328-KHV531 Servowechselrichter – KUKA 00-103-118

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Produktinformationen

Produktfamilie: 9300 Servo

Der Lenze 00450899 (Typ EVS9328-KHV531) ist ein leistungsstarker 22-kW-Servowechselrichter aus der Serie Lenze 9300 Servo, der speziell für den Einsatz in KUKA KRC-Robotersteuerungen unter der Teilenummer 00-103-118 entwickelt wurde. Das Gerät verarbeitet eine 3-phasige Eingangsspannung von 320 V AC bis 528 V AC bei einer Nenn-Gleichspannung von 565 V DC im Zwischenkreis und liefert einen Dauerausgangsstrom von 47 A bei einer Taktfrequenz von 8 kHz. Mit einer Überlastfähigkeit von bis zu 70,5 A Spitzenstrom für 60 Sekunden gewährleistet dieser Vektor-Servoregler eine präzise Drehmoment- und Geschwindigkeitsregelung bei dynamischen Bewegungsabläufen sowie hohen Achslasten in der automatisierten Fertigung und Robotertechnik.

Für den Signal- und Datenaustausch verfügt das Gerät über eine integrierte onboard CAN-Systembus-Schnittstelle (Stecker X4) mit 500 kbit/s, einen Sub-D-Resolvereingang (X7) zur Motorrückführung sowie Inkrementalgeberein- und -ausgänge (X8/X9). Über den integrierten Automation Interface Steckplatz (AIF) lassen sich optionale Feldbusmodule wie PROFIBUS-DP (EMF2133IB) oder Interbus (EMF2102IB) einbinden. Beim Austausch eines defekten Geräts muss berücksichtigt werden, dass der Wechselrichter vor der Inbetriebnahme an die spezifische Roboterachse angepasst werden muss. Die Parametrierung erfolgt über die Software Lenze Global Drive Control (GDC) oder das Bedienteil Keypad XT (EMF2171IB), wobei im internen EEPROM bis zu vier Parametersätze gespeichert werden können. Fachgerechte Unterstützung bei der Konfigurationsübertragung oder der Parametersicherung bietet ABC Industrial Parts.

Der EVS9328-KHV531 bietet umfangreiche Diagnosemöglichkeiten zur Überwachung im laufenden Betrieb. Dreifarbige Status-LEDs auf der Frontseite sowie Fehlercodes auf dem Keypad XT oder im GDC-Diagnosemonitor signalisieren Betriebszustände wie Überstrom (OC1–OC5), Überspannung im Zwischenkreis (OU) oder thermische Überlastung (OH, OH4). Ergänzend lässt sich der TRIP-Historienspeicher über Parameter C0168 auslesen oder die Zwischenkreisspannung an den Klemmen +UG/-UG messen. Vor dem Austausch sollten die Eingangsspannung, die Motorverkabelung, die Bremswiderstandsanschlüsse und die CAN-Bus-Terminierung geprüft werden. Bei internen Hardwarefehlern an den Leistungs- oder Steuerplatinen ist eine Reparatur vor Ort nicht möglich; in diesem Fall stellt ein genauer Test- oder Austauschwechselrichter von ABC Industrial Parts die schnellste Möglichkeit zur Wiederherstellung der Produktion dar.

Technische Daten

Nennleistung22 kW
Versorgungsspannungsbereich320 - 528 V AC (3-phasig)
Nennausgangsstrom47 A
Spitzenausgangsstrom70,5 A (für 60 s)
Nenn-Zwischenkreisspannung565 V DC
Schaltfrequenz8 kHz
Maximale Ausgangsfrequenz480 Hz

Programmierung und Konfiguration

Die Konfiguration und Inbetriebnahme des Servowechselrichters Lenze EVS9328-KHV531 erfolgt primär über die Software Lenze Global Drive Control (GDC) oder das aufsteckbare Bedienteil Keypad XT (EMF2171IB). Der Wechselrichter besitzt einen internen EEPROM-Speicher, der bis zu vier voneinander unabhängige Parametersätze sichern kann. Dadurch lassen sich spezifische Motordaten, Rampenzeiten und Reglereinstellungen dauerhaft ablegen und bei Bedarf rasch umschalten.

Bei der Installation eines Ersatzgeräts in einer KUKA KRC-Robotersteuerung ist die exakte Ausrichtung der Parameter an die jeweilige Roboterachse erforderlich. Neben den Regelparametern müssen auch die Spezifikationen des Resolver-Feedback-Systems und die CAN-Bus-Baudrate abgeglichen werden. Über die GDC-Software können Diagnosewerte in Echtzeit ausgelesen und Parametersätze vor dem Austausch eines fehlerhaften Geräts gesichert werden.

Kommunikation und Systemintegration

Für die Echtzeit-Kommunikation mit der übergeordneten Steuerung bietet der EVS9328-KHV531 eine integrierte onboard CAN-Systembus-Schnittstelle am Stecker X4, die mit einer Übertragungsrate von 500 kbit/s arbeitet. Zur Erfassung der Motorposition dient der Sub-D-Anschluss X7 für Resolver, während die Schnittstellen X8 und X9 als Inkrementalgebereingang und -ausgang zur Impulsweitergabe genutzt werden.

Für die Anbindung an erweiterte Industrienetze verfügt der Servoregler über einen Automation Interface Steckplatz (AIF). Über diesen Modulschacht können optionale Kommunikationsbaugruppen wie das PROFIBUS-Modul EMF2133IB oder das Interbus-Modul EMF2102IB nachgerüstet werden. Eine ordnungsgemäße Bus-Terminierung mit 120-Ohm-Widerständen an den Netzenden ist für den störungsfreien Betrieb des CAN-Systems unerlässlich.

Diagnose und Statusanzeige

Der Lenze EVS9328-KHV531 besitzt drei LEDs zur direkten optischen Statusanzeige auf der Frontseite. Die grüne LED signalisiert die Betriebsbereitschaft und den Zustand der Endstufe, während die rote LED (TRIP) aktive Störungen anzeigt. Eine gelbe LED leuchtet auf, wenn das Gerät im Warnzustand arbeitet oder die eingestellte Strombegrenzung (Imax) erreicht ist.

Zur detaillierten Fehleranalyse steht der TRIP-Historienspeicher zur Verfügung, der über den Parameter C0168 mit dem Keypad XT oder der GDC-Software ausgelesen werden kann. Zudem lassen sich Betriebsparameter wie die Zwischenkreisspannung an den Leistungsklemmen +UG und -UG direkt mit Messgeräten überprüfen.

Status-LED-Anzeigen

LEDFarbe/StatusBedeutung
Rote LED (TRIP)Rot - Dauerlicht / BlinktAktiver TRIP-Fehlerzustand oder Störung. Blinkmuster zeigen die Fehlergruppe oder schwere Störungen an.
Grüne LED (Ready/Run)Grün - Dauerlicht / BlinktBetriebsbereitschaft und Status. Dauerlicht zeigt freigegebene Endstufe; Blinklicht zeigt Betriebsbereitschaft bei gesperrter Endstufe.
Gelbe LEDGelb - DauerlichtWarnzustand oder Strombegrenzung erreicht (Imax / Limit aktiv).

Austausch und Ersatzteile

Beim Austausch des Lenze 00450899 (EVS9328-KHV531) in Roboteranwendungen ist sicherzustellen, dass die OEM-spezifische Firmware (KHV531) und die Teilenummer KUKA 00-103-118 übereinstimmen. Standard-Servoregler der Lenze 9300-Serie ohne den KUKA-Sondercode bieten nicht ohne Weiteres die erforderliche Funktionalität für die Integration in KRC-Robotersteuerungen.

Vor der Demontage des Altgeräts sollten die gespeicherten Parametersätze aus dem internen EEPROM mittels GDC-Software oder Keypad XT gesichert werden. Nach dem mechanischen Einbau des Ersatzgeräts müssen die gesicherten Parameter übertragen, die Modulsteckplätze (AIF) wiederbestückt und die CAN-Bus-Adresse sowie die Abschlusswiderstände kontrolliert werden.

Fehlercodes und Stoercodes

Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:

CodeNameBeschreibungMoegliche UrsacheEmpfohlene Massnahme
OC1Kurzschluss / ErdschlussKurzschluss an den Motorausgangsklemmen oder Erdschluss im Leistungsteil.Kurzschluss im Motorkabel, Isolationsfehler in einer Motorphase, beschädigtes Leistungsteil (IGBT).Motor und Ausgangsverdrahtung auf Kurzschluss und Erdschluss prüfen. Tritt der Fehler bei abgeklemmtem Motor sofort beim Einschalten auf, liegt ein interner Hardwarefehler vor.
OC2Erdschluss im BetriebErdschluss in den Ausgangsphasen während des Umrichterbetriebs erkannt.Feuchtigkeit im Motorklemmenkasten, defekte Motorisolation, Beschädigung der Schirmung.Wicklungswiderstände des Motors und Isolationswiderstand der Kabel gegen Erde messen.
OC3Überstrom bei BeschleunigungAusgangsstrom hat während der Beschleunigungsphase die Auslösegrenze überschritten.Beschleunigungsrampe zu steil eingestellt, mechanische Achse blockiert, falsche Motordaten.Beschleunigungszeit erhöhen, Motorparametrierung überprüfen, Mechanik auf Freigängigkeit kontrollieren.
OC4Überstrom bei konstanter LastStromgrenze im stationären Betrieb überschritten.Plötzlicher mechanischer Laststoß, Achskollision, Motorüberlastung.Mechanischen Bewegungsablauf und Motorbelastung überprüfen.
OC5Überstrom bei VerzögerungAusgangsstromgrenze während der Verzögerungsrampe überschritten.Verzögerungsrampe zu steil eingestellt, hohe Lastinaktiviät.Verzögerungszeit verlängern oder Funktion des Bremsresistors prüfen.
OUÜberspannung ZwischenkreisZwischenkreisspannung hat die obere Auslösegrenze (~770 V DC) überschritten.Zu hohe Bremsenergie, Bremschopper defekt, Bremswiderstand fehlt oder unterbrochen, Netzspannung zu hoch.Anschluss und Widerstandswert des Bremswiderstands prüfen, Netzspannung kontrollieren.
LUUnterspannung ZwischenkreisZwischenkreisspannung ist unter den Mindestwert (~430 V DC) gefallen.Netzausfall, ausgelöste Netzsicherung, Netzspannung zu niedrig.3-phasige AC-Eingangsspannung und Netzsicherungen prüfen.
OHKühlkörper-ÜbertemperaturTemperatur des Kühlkörpers liegt über dem zulässigen Grenzwert (>85°C/90°C).Lüfterausfall, verschmutzte Kühlrippen, zu hohe Schaltschranktemperatur, dauerhafte Überlast.Kühlkörper reinigen, Schaltschranklüftung prüfen, Umgebungstemperatur reduzieren.
OH4Thermische Überlastung Umrichter (Ixt)Thermische Auslösegrenze (I x t) des Wechselrichters erreicht.Dauerhafter Betrieb oberhalb des Nennstroms (47 A).Dauerlast der Achse oder Einschaltdauer reduzieren.
OH7Thermische Überlastung MotorMotortemperatursensor (PTC/KTY/Thermokontakt) unterbrochen oder ausgelöst.Motor überhitzt, Kabel des Temperatursensors beschädigt.Motor abkühlen lassen, Motorlüfter und Sensorverkabelung überprüfen.
OH8Fehler Kühlkörper-TemperatursensorSignal des internen Kühlkörpersensors ungültig oder unterbrochen.Defekter interner Sensor oder gelöste Verbindung auf der Steuerplatine.Interner Hardwarefehler – Gerät zur Reparatur einsenden.
CE0AIF-KommunikationsfehlerKommunikationsstörung zwischen Reglerkarte und aufgestecktem AIF-Modul.AIF-Modul nicht korrekt gesteckt, elektrische Störungen, defektes Optionsmodul.Sitz des AIF-Moduls und Verschraubung prüfen; bei anhaltendem Fehler Modul austauschen.
CE1CAN-Systembus-FehlerKommunikationsfehler auf dem onboard CAN-Systembus an Schnittstelle X4.Kabelbruch der CAN-Leitung, fehlende Bus-Abschlusswiderstände (120 Ohm), abweichende Baudrate.CAN-Verkabelung prüfen, Bus-Terminierung an beiden Leitungsenden kontrollieren, Baudrate abgleichen.
EEREEPROM-SpeicherfehlerPrüfsummenfehler beim Lesen oder Schreiben des internen EEPROM.Spannungsausfall während des Speichervorgangs, fehlerhafte Speicherzelle.Werkseinstellungen neu laden. Tritt der Fehler erneut auf, liegt ein Hardwaredefekt vor.
H05Interner HardwarefehlerInterner Selbsttest der Steuer- oder Leistungsplatine fehlgeschlagen.Bauteilfehler auf der Steuerplatine, Ausfall der internen Spannungsversorgung.Interner Hardwaredefekt – Gerät austauschen oder zur Reparatur einsenden.
SD2Resolversignal-FehlerVerlust oder Störung des Resolver-Feedback-Signals an Stecker X7.Resolverkabel beschädigt, Stecker abgezogen, starke EMV-Einstreuung.Anschluss und Schirmung des Resolverkabels überprüfen.
SD3Gebersignal-FehlerInkrementalgebersignal unterbrochen oder Spurfehler an Stecker X8.Geberkabel defekt, Geberspannung fehlt, Signalverlust auf Spur A/B.Geberverkabelung und Geberversorgungsspannung kontrollieren.
LP1NetzphasenausfallPhasenausfall an den Netzanschlussklemmen L1, L2, L3 erkannt.Netzsicherung durchgebrannt, lose Netzklemme, starke Netzunsymmetrie.3-phasige Netzspannung direkt an den Eingangsklemmen messen.
PR0Systemfehler / Mikrocontroller-FehlerFehler bei der Firmware-Ausführung oder CPU-Watchdog-Reset.Starke elektrische Störungen (EMV), Absturz des Mikrocontrollers.Gerät aus- und wieder einschalten. Bleibt der Fehler bestehen, liegt ein Hardwaredefekt vor.

Haeufig gestellte Fragen

Welche Aufgaben erfüllt der Wechselrichter Lenze 00450899 EVS9328-KHV531 im KUKA Robotersystem?

Der Wechselrichter dient als Vektor-Servoregler in KUKA KRC-Robotersteuerungen (KUKA-Teilenummer 00-103-118) zur präzisen Steuerung von Position, Geschwindigkeit und Drehmoment der Hauptachsen.

Welche Software wird für die Diagnose und Parametrierung des EVS9328-KHV531 benötigt?

Die Einrichtung, Überwachung und Diagnose erfolgt über die Software Lenze Global Drive Control (GDC) oder direkt über das Bedienteil Keypad XT (EMF2171IB).

Was ist bei einem Austausch des Servowechselrichters bezüglich der Konfiguration zu beachten?

Ein Ersatzgerät ist nicht ohne Anpassung einsatzbereit. Vor der Inbetriebnahme müssen die achsspezifischen Parametersätze aus dem EEPROM des Altgeräts ausgelesen und auf den neuen Wechselrichter übertragen werden.

Was bedeutet der Fehlercode OC1 am Wechselrichter und welche Maßnahmen sind erforderlich?

Der Code OC1 weist auf einen Kurzschluss oder Erdschluss an den Ausgangsklemmen oder im Leistungsteil hin. Es sollten die Motorleitungen und die Motorwicklungen geprüft werden. Tritt der Fehler auch bei abgeklemmtem Motor direkt nach dem Einschalten auf, liegt ein interner Hardwaredefekt vor.

Können Feldbusmodule wie PROFIBUS an dem EVS9328-KHV531 genutzt werden?

Ja, der Servowechselrichter verfügt über einen Automation Interface Steckplatz (AIF), der die Aufnahme von Baugruppen wie dem PROFIBUS-Modul EMF2133IB oder dem Interbus-Modul EMF2102IB ermöglicht.

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