Lenze 00473006 EVS9322-ESV004 9300 Servo – Servoumrichter 0,75 kW
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Produktinformationen
Der Lenze 00473006 (Typenbezeichnung EVS9322-ESV004) ist ein kompakter Servoumrichter der Serie 9300 Servo mit einer Nennleistung von 0,75 kW für präzise Bewegungssteuerungen. Das Gerät arbeitet an einer 3-phasigen Netzspannung von 320 V AC bis 528 V AC und liefert bei 400 V Nennspannung einen kontinuierlichen Ausgangsstrom von 2,5 A sowie eine Spitzenstromabgabe von 3,75 A für bis zu 60 Sekunden. Zu den Schnittstellen des Geräts gehören vier digitale Eingänge, zwei digitale Ausgänge, zwei analoge Eingänge (±10 V, 12 Bit) und zwei analoge Ausgänge (±10 V), während die maximale Ausgangsfrequenz bei 480 Hz und die Schaltfrequenz bei 8 kHz liegt.
Für die Einbindung in Steuerungssysteme verfügt das Gerät über einen integrierten CAN-Systembus über den Anschluss X4 für Datenraten bis zu 500 kbit/s sowie einen frontseitigen AIF-Steckplatz (Automation Interface) zur Aufnahme optionaler Feldbusmodule wie PROFIBUS-DP (EMF2133IB), CANopen (2175), INTERBUS (2112) oder LECOM-B RS485 (2102IB). Rückführsignale von Motoren werden über dedizierte Sub-D-Anschlüsse verarbeitet, darunter der Resolveranschluss X6 sowie der Geberanschluss X8 für Inkremental- oder Sin/Cos-Geber. Beim Austausch eines defekten Umrichters müssen die Geräteparameter übertragen werden; hierfür stehen im internen EEPROM vier Parametersätze (PAR0 bis PAR3) bereit, die mithilfe des Bedienmoduls XT Keypad EMZ9371BC oder der PC-Software Lenze Global Drive Control (GDC) gesichert und geladen werden können. ABC Industrial Parts unterstützt Anwender bei Bedarf mit vorbereiteten Ersatzgeräten oder der Parameterextraktion aus beschädigten Einheiten.
Die Betriebszustände und Störungen des Umrichters werden über eine grüne OK-LED und eine rote Fehler-LED (F) signalisiert. Eine dauerhaft grüne LED zeigt die Betriebsbereitschaft an, während ein Blinken auf eine aktive Reglersperre, Warnung oder einen sicheren Halt hinweist; eine dauerhaft rote LED zeigt einen TRIP-Zustand an. Über die Software GDC oder das Bedienmodul lässt sich der Fehlerspeicher im Parameter C0168 auslesen, um Meldungen wie Überspannung im Zwischenkreis (OU), Unterspannung (LU), Übertemperatur (OH, OH4), Rückkopplungsfehler (Sd1, Sd2) oder Busfehler (CE0, CE1) zu analysieren. Wenn nach einem Neustart die rote LED weiterhin leuchtet oder Hardwarefehler wie H05 sowie unbehebbare Speicher- oder Kurzschlussfehler (EEr, OC1) auftreten, liegt ein interner Platinenschaden vor, der nicht vor Ort instandgesetzt werden kann – in solchen Fällen bietet ABC Industrial Parts den schnellen Austausch oder eine professionelle Reparatur an.
Technische Daten
| Nennleistung | 0.75 kW |
| Eingangsspannungsbereich | 320 - 528 V AC |
| Kontinuierlicher Ausgangsstrom | 2.5 A |
| Spitzenausgangsstrom | 3.75 A |
| Maximale Ausgangsfrequenz | 480 Hz |
| Schaltfrequenz | 8 kHz |
| Digitale Eingänge | 4 |
| Digitale Ausgänge | 2 |
| Analoge Eingänge | 2 (+/-10V, 12-bit) |
| Analoge Ausgänge | 2 (+/-10V) |
Programmierung und Konfiguration
Der Servoumrichter EVS9322-ESV004 verfügt über einen internen EEPROM-Speicher, in dem bis zu vier vollständige Parametersätze (PAR0 bis PAR3) abgelegt werden können. Die Konfiguration und Anpassung von Anwendungsfunktionen erfolgt wahlweise über das aufsteckbare XT Keypad EMZ9371BC oder komfortabel per PC mit der Software Lenze Global Drive Control (GDC).
Über Parameter wie C0067 und C0016 lassen sich Strombegrenzungen und Motorspezifikationen präzise einstellen. Werkseinstellungen können bei Bedarf über den Parameter C0002 (Einstellung C0002 = 1) wiederhergestellt werden, um das Gerät nach fehlerhaften Eingaben oder Speicherproblemen neu zu parametrieren.
Kommunikation und Systemintegration
Zur Einbindung in vernetzte Automatisierungsumgebungen ist die Steuerung mit einem integrierten CAN-Systembus ausgestattet, der über den Anschluss X4 eine direkte Kommunikation zwischen Umrichtern mit Übertragungsraten von bis zu 500 kbit/s ermöglicht.
Ergänzend steht an der Gerätefront ein Automation Interface Slot (AIF) zur Verfügung, der mit verschiedenen Funktions- und Feldbusmodulen bestückt werden kann. Unterstützt werden unter anderem das PROFIBUS-DP-Modul EMF2133IB, das CANopen-Modul 2175, das INTERBUS-Modul 2112 sowie das LECOM-B RS485-Modul 2102IB.
Diagnose und Statusanzeige
Der Systemstatus des Servoumrichters lässt sich direkt über die frontseitigen LEDs, das XT Keypad EMZ9371BC oder über die PC-Software Lenze Global Drive Control (GDC) überwachen. Störungen werden im internen Fehlerspeicher abgelegt und können über den Parameter C0168 ausgelesen werden.
Detaillierte Status- und Diagnosewerte stehen zusätzlich als Systembus- und Feldbus-Statuswörter zur Verfügung, was eine kontinuierliche Ferndiagnose im SPS-Programm erlaubt.
Status-LED-Anzeigen
| LED | Farbe/Status | Bedeutung |
|---|---|---|
| OK (Grün) | Grün - Dauerhaft / Blinkend | AN = Umrichter betriebsbereit / läuft; BLINKEND = Reglersperre aktiv, Warnung aktiv oder sicherer Halt aktiv. |
| Störung / F (Rot) | Rot - Dauerhaft / Blinkend | AN = TRIP aktiv / Störungszustand; BLINKEND = Warnung aktiv. Dauerhaft leuchtende rote LED ohne Erholung nach Netz-Reset deutet auf internen Hardware- oder Netzteilfehler hin, der Reparatur oder Austausch erfordert. |
Austausch und Ersatzteile
Beim Austausch eines Lenze 00473006 EVS9322-ESV004 Servoumrichters ist sicherzustellen, dass das Ersatzgerät mit denselben Parametersätzen konfiguriert wird. Da die Betriebsparameter im internen Speicher PAR0 bis PAR3 abgelegt sind, müssen diese vor dem Ausbau des Altgeräts über das XT Keypad EMZ9371BC oder die Software GDC ausgelesen und auf das Neugerät übertragen werden.
Zusätzlich müssen die physikalischen Anschlüsse überprüft werden, insbesondere die Belegung des Resolveranschlusses X6 oder des Geberanschlusses X8 sowie die korrekte Bestückung und Busanbindung des AIF-Feldbusmoduls an der Gerätefront. Bei CAN-Bus-Verbindungen ist zudem auf die korrekte Einstellung der Baudrate und das Setzen der Abschlusswiderstände (120 Ohm) zu achten.
Fehlercodes und Stoercodes
Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:
| Code | Name | Beschreibung | Moegliche Ursache | Empfohlene Massnahme |
|---|---|---|---|---|
| OH | Kühlkörper-Übertemperatur | Kühlkörpertemperatur überschreitet den maximal zulässigen Schwellenwert (typischerweise > 90°C). | Unzureichende Kühlung, Lüfterausfall, zu hohe Umgebungstemperatur, dauerhafte Überlastung. | Schaltschrankbelüftung prüfen, Kühlkörperrippen reinigen, Umgebungstemperatur und Lüfterfunktion kontrollieren. |
| OH4 | Motor-Übertemperatur | Motortemperatursensor (PTC / KTY / Thermokontakt) hat angesprochen. | Motorüberlastung, unzureichende Motorkühlung, Drahtbruch am PTC, falsche Sensorauswertungseinstellungen. | Motor abkühlen lassen, Motorlast prüfen, Motorlüfter und Sensorverkabelung an den Klemmen überprüfen. |
| OU | Zwischenkreis-Überspannung | Zwischenkreisspannung überschreitet die obere Abschaltgrenze (ca. 770 V DC - 800 V DC). | Zu hohe Rückspeiseenergie beim Bremsen, Bremsrampe zu kurz, Bremswiderstand unterbrochen oder defekt. | Verzögerungszeit verlängern, Bremschopper und Anschluss/Widerstandswert des Bremswiderstands prüfen. |
| LU | Zwischenkreis-Unterspannung | Zwischenkreisspannung fällt unter die minimale Betriebsgrenze (ca. 430 V DC). | Netzspannungseinbruch, Phasenausfall, durchgebrannte Eingangs-Sicherung, Hauptschütz abgefallen. | Netzspannung, Eingangssicherungen, Zuleitungen und Leistungsschütze überprüfen. |
| OC1 | Kurzschluss / Erdschluss | Spitzenüberstrom an den Motorausgangsklemmen erkannt. | Kurzschluss im Motorkabel, Phasen- oder Erdschluss, beschädigte Motorwicklung, IGBT-Defekt im Leistungsteil. | Motorkabel abklemmen und Isolation prüfen; Motor und Verkabelung auf Kurzschluss testen. Wenn Fehler bei abgeklemmtem Motor bestehen bleibt, liegt ein Hardwaredefekt vor. |
| OC5 | Ixt-Überlast Motor | Rechnerische thermische Belastung des Motors (I2t) hat die Grenze überschritten. | Dauerhafter Motorstrom liegt über dem Motor-Nennstrom. | Mechanische Last prüfen, Stromeinstellungen in C0067/C0016 kontrollieren. |
| OC6 | Ixt-Überlast Gerät | Rechnerische thermische Belastung der Umrichter-Endstufe (I2t) hat die Grenze überschritten. | Gerät wurde über längere Zeit mit hohen Beschleunigungs- oder Überströmen betrieben. | Lastzyklus reduzieren, Beschleunigungs-/Verzögerungsrampen verlängern, Auslegung prüfen. |
| EEr | EEPROM-Speicherfehler | Prüfsummen- oder Zugriffsfehler beim Lesen/Schreiben im EEPROM. | Unterbrochener Speichervorgang, starke EMV-Störungen, defekter EEPROM-Baustein. | Werkseinstellungen laden (C0002 = 1) und neu parametrieren. Bei dauerhaftem Fehler Austausch oder Reparatur erforderlich. |
| H05 | Interner Hardwarefehler | Hardwarefehler im Netzteil oder auf der Steuerkarte beim Selbsttest erkannt. | Interner Defekt auf der Steuerkarte oder der Leistungsplatine. | Interner Hardwarefehler – nicht vor Ort reparierbar. Gerät austauschen oder zur Reparatur einsenden. |
| Sd1 | Resolver-Rückkopplungsfehler | Signalverlust oder Spurfehler am Resolver-Eingang X6. | Resolverkabel unterbrochen, Stecker abgezogen, Resolverwicklung defekt, falsche Polpaarzahl eingestellt. | Resolverkabel prüfen, Pin-Belegung am Stecker X6 kontrollieren, Resolverimpedanz messen. |
| Sd2 | Geber-Rückkopplungsfehler | Inkremental- oder Sin/Cos-Gebersignalverlust an Schnittstelle X8. | Geberkabel unterbrochen/abgezogen, Geberspannung fehlt, Geber defekt. | Geberverdrahtung und Versorgungsspannung an Buchse X8 prüfen; Gebersignale messen. |
| CE0 | Kommunikationsfehler Automationsschnittstelle (AIF) | Kommunikationsunterbrechung zwischen Umrichter und aufgestecktem AIF-Feldbusmodul. | AIF-Modul locker, Master-SPS-Timeout, Feldbuskabel unterbrochen, fehlerhafter Busabschluss. | Sitz des AIF-Moduls prüfen, Feldbusverbindungen und Master-Kommunikationsstatus kontrollieren. |
| CE1 | Systembus-Fehler (CAN) | Kommunikationsunterbrechung oder Bus-Off-Zustand am CAN-Systembus (X4). | CAN-Busleitung unterbrochen, fehlende Abschlusswiderstände (120 Ohm), falsche Baudrate, EMV-Einstreuung. | CAN-Verdrahtung, Abschlusswiderstände, Baudraten-Einstellung und Schirmung überprüfen. |
| NMAX | Überdrehzahl-Abschaltung | Motoristdrehzahl hat die maximale Drehzahlgrenze (Parameter C0596) überschritten. | Falsche Reglereinstellung, Instabilität im Drehzahlkreis, ziehende mechanische Last. | Drehzahlreglereinstellungen, Rückführwerte und mechanische Lastverhältnisse prüfen. |
Haeufig gestellte Fragen
Wie werden die Parameter bei einem Gerätewechsel auf den Lenze EVS9322-ESV004 übertragen?
Die Parameter sichert man über das Bedienteil XT Keypad EMZ9371BC oder mit der PC-Software Lenze Global Drive Control (GDC) aus den internen Speicherplätzen PAR0–PAR3 und überträgt sie anschließend auf das Ersatzgerät.
Welche Motorrückführungen unterstützt der Servoumrichter Lenze 00473006?
Das Gerät unterstützt Resolver über die Buchse X6 sowie Inkrementalgeber oder Sin/Cos-Geber über den Anschluss X8 sowie die Frequenzbussimulation.
Welches Bussystem ist standardmäßig im EVS9322-ESV004 integriert?
Der Umrichter verfügt über einen integrierten CAN-Systembus (Anschluss X4) mit Übertragungsraten bis zu 500 kbit/s. Weitere Feldbusse wie PROFIBUS-DP oder CANopen können über den AIF-Steckplatz nachgerüstet werden.
Was bedeutet eine dauerhaft rot leuchtende Störungs-LED am Gerät?
Eine dauerhaft rote LED signalisiert einen aktiven TRIP-Zustand oder einen internen Hardwarefehler. Bleibt der Zustand nach einem Netz-Reset bestehen, liegt meist ein interner Defekt der Elektronik vor.
Wie kann der Fehlerspeicher des Geräts ausgelesen werden?
Der Fehlerspeicher lässt sich über den Parameter C0168 mittels des Bedienmoduls EMZ9371BC oder über den Parameter-Monitor der GDC-Software einsehen.
Profitieren Sie von unserer Umtauschformel
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Gehen Sie mit unseren Garantiebedingungen auf Nummer sicher
Industrieanlagen sollten vorzugsweise stets in Betrieb bleiben, unabhängig von den Umständen. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, dass Sie sich auf hochwertige Produkte und/oder nachhaltige Reparaturen verlassen können. Mit unseren Garantiebedingungen können Sie sich auf Sicherheit verlassen, unabhängig davon, ob Sie sich für neue, gebrauchte oder reparierte Produkte entscheiden.
Datensicherung und -wiederherstellung
Haben Sie aufgrund eines Defekts wertvolle Parameter oder Daten verloren, während die Unterstützung durch den Hersteller eingestellt wurde? Bei ABC Industrial Parts unterstützen wir Sie bei der Sicherung dieser Daten, sowohl bei gängigen als auch bei spezifischen Produkten.
Spezifische Firmware- und Hardware-Versionen
Wenn Sie mit spezifischen Hardware- oder Firmware-Versionen arbeiten, die vom Hersteller nicht mehr angeboten werden, ist ABC Industrial Parts Ihr kompetenter Ansprechpartner. Geben Sie bei Ihrer Anfrage deutlich an, welche Versionen Sie benötigen. Wir prüfen dann die Möglichkeiten, diese Versionen zu liefern, damit Ihre Anlagen weiterhin optimale Leistungen erbringen.
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