Lenze 13180717 EVS9324-EP 9300 Servo Servoregler

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Produktinformationen

Produktfamilie: 9300 Servo

Der Lenze EVS9324-EP mit der Sachnummer 13180717 ist ein leistungsfähiger Servoregler der Baureihe 9300 Servo, der speziell für dynamische und präzise Bewegungsaufgaben in der Industrie entwickelt wurde. Das Gerät ist für den Betrieb an dreiphasigen Versorgungsspannungen von 320 bis 528 V AC bei 45 bis 65 Hz ausgelegt und liefert eine Motor-Nennleistung von 3,0 kW bei einem Dauerausgangsstrom von 9,5 A sowie einem maximalen Überlaststrom von 14,3 A für bis zu 60 Sekunden. Die integrierte Positioniersteuerung der -EP-Variante ermöglicht punktgenaue Relativ- und Absolutpositionierungen, S-Kurven-Profilmuster, Geschwindigkeits- und Drehmomentregelungen sowie eigenständige Referenzierabläufe direkt im Antriebsregler.

Für den Einbau in ein bestehendes System bietet der EVS9324-EP vielseitige Anschlussmöglichkeiten. Neben der integrierten CAN-Systembusschnittstelle (X4) für die schnelle Achsensynchronisation stehen Sub-D-9-Pin-Anschlüsse für Resolver (X7), Inkrementalgeber (X8) und Frequenzsimulationsausgänge (X9) bereit. Der Austausch eines defekten Geräts erfordert mehr als das bloße Umstecken der Leitungen: Die gerätespezifischen Antriebsparameter, Steuerungsstrukturen und Motordaten müssen über das Bedienmodul EMZ9371BC oder die PC-Software Lenze Global Drive Control (GDC) auf das Ersatzgerät übertragen werden. Bei der Datensicherung oder Rekonfiguration unterstützen die Fachexperten von ABC Industrial Parts.

Zur Fehlerdiagnose und Zustandsüberwachung dienen zweifarbige LED-Anzeigen am Gerät sowie ein interner TRIP-Historienspeicher, der die letzten acht Störungsmeldungen mit Zeitstempel sichert. Diagnosedaten lassen sich zudem über die Steuerklemme X5, das Bedienelement oder die GDC-Software detailliert auslesen. Sollte trotz Überprüfung von Netzspannung, Motorverkabelung und Geberleitungen eine Fehlermeldung wie ein harter Leistungsteildefekt bestehen bleiben, ist eine Reparatur auf Bauteilebene vor Ort nicht möglich. In solchen Fällen bietet ABC Industrial Parts mit geprüften Ersatzgeräten und Reparaturservices eine schnelle Wiederherstellung der Anlagenverfügbarkeit.

Technische Daten

HerstellerLenze
Teilenummer13180717
Modell/TypEVS9324-EP
Produktfamilie9300 Servo
KomponententypServoregler
Nennleistung3 kW
Versorgungsspannungsbereich320 - 528 V AC
Nennversorgungsspannung400 / 480 V AC
Netzfrequenz45 - 65 Hz
Nennnetzstrom9 A
Dauerausgangsstrom9.5 A
Maximaler Ausgangsstrom14.3 A
Verlustleistung160 W
Schaltfrequenz8 kHz
Digitaleingänge8
Digitalausgänge4
Analogeingänge2
Analogausgänge2
Systembus-Geschwindigkeit500 kbit/s

Programmierung und Konfiguration

Die Konfiguration des Servoreglers Lenze EVS9324-EP erfolgt vorzugsweise über die Engineering-Software Lenze Global Drive Control (GDC) oder das aufsteckbare Bedienelement EMZ9371BC. Durch die integrierte Positioniersteuerung (-EP) lassen sich Bewegungsabläufe, Zielpositionen, Geschwindigkeiten und Beschleunigungsrampen mit S-Kurven-Profil direkt im Umrichter parametrieren. Der interne Speicher kann bis zu vier vollständige Parameter-Sätze im nichtflüchtigen EEPROM verwalten, was ein schnelles Umschalten zwischen unterschiedlichen Produktionskonfigurationen ohne Neuprogrammierung ermöglicht.

Bei der Erstinbetriebnahme oder dem Gerätetausch werden die Parameter-Sätze über die Kommunikationsschnittstelle oder das Keypad eingelesen und im EEPROM gesichert. Die Software GDC bietet hierfür umfangreiche Dialoge zur Einstellung der Motorparameter, Reglerverstärkungen und Positionierprofile sowie Oszilloskop-Funktionen zur Feinjustierung der Dynamik im laufenden Betrieb.

Kommunikation und Systemintegration

Der Servoregler EVS9324-EP ist serienmäßig mit einem Onboard-CAN-Systembus (Klemme X4) ausgestattet, der Datenübertragungsraten von bis zu 500 kbit/s unterstützt. Über diesen Bus können mehrere Antriebsachsen miteinander vernetzt und querkommunizierend synchronisiert werden, ohne dass eine übergeordnete Steuerung jede Einzelachse takten muss. Zur Anbindung an Geber- und Rückführsysteme befinden sich an der Frontseite drei Sub-D-9-Pin-Buchsen für Resolver (X7), Inkrementalgeber (X8) und die Frequenzsimulation (X9).

Für die Einbindung in übergeordnete Feldbusnetzwerke verfügt der Servoregler über einen dedizierten Automationssteckplatz. Durch den Einsatz optionaler Kommunikationsmodule lässt sich das Gerät nahtlos in Netzwerke wie PROFIBUS-DP (EMF2133IB / EMF2131IB), DeviceNet (EMF2175IB) oder INTERBUS (EMF2102IB) integrieren. Zudem stehen PC-Systembusadapter (EMF2171IB / EMF2177IB) für den direkten Serviceanschluss zur Verfügung.

Diagnose und Statusanzeige

Zur schnellen optischen Zustandserkennung verfügt der EVS9324-EP über zwei Diagnose-LEDs an der Gerätefront. Eine grüne LED signalisiert den Betriebszustand und die Reglerbereitschaft, während eine rote LED auf aktive Warnungen, Sperren oder TRIP-Fehler hinweist. Der genaue Fehlerzustand kann zusätzlich über die Steuerklemme X5 oder auf dem Display des Keypads EMZ9371BC als Klartext- beziehungsweise Zahlencode abgelesen werden.

Für eine detaillierte Ursachenanalyse speichert der Servoregler die letzten acht TRIP-Fehlermeldungen inklusive Zeitstempel in einem internen Historienspeicher. Dieser Speicher lässt sich sowohl über das Bedienmodul als auch mit den Diagnose- und Oszilloskop-Werkzeugen der Software Global Drive Control (GDC) auslesen, um transiente Netzstörungen oder Lastspitzen präzise zurückzuverfolgen.

Status-LED-Anzeigen

LEDFarbe/StatusBedeutung
Grüne LED (Betrieb / Bereit)Grün - Dauerhaft an / BlinkendDauerhaft an = Servoregler betriebsbereit / normaler Betriebszustand. Blinkend = Reglersperre aktiv oder eingeschränkter Betriebsmodus.
Rote LED (Fehler / Störung)Rot - Dauerhaft an / BlinkendDauerhaft an oder blinkend = Aktiver TRIP-Fehler oder Störung vorhanden. Dauerhaftes Rot mit Reglersperre zeigt eine aktive Abschaltung an.

Austausch und Ersatzteile

Beim Austausch eines Lenze Servoreglers muss sichergestellt werden, dass das Ersatzgerät exakt der Ausführung EVS9324-EP mit der Teilenummer 13180717 entspricht. Das Suffix -EP kennzeichnet die integrierte Positioniersteuerung. Der Einbau einer Standardvariante ohne -EP führt dazu, dass die in der Anlage hinterlegten Positionier- und Bewegungslogiken nicht ausgeführt werden können.

Vor der Inbetriebnahme des Ersatzgeräts ist eine Sicherung und Übertragung der Parametersätze unverzichtbar. Ein neues oder gebrauchtes Ersatzgerät enthält im Auslieferungszustand Werkseinstellungen und muss mit den anlagenspezifischen Motor- und Positionierdaten programmiert werden. Falls das Altgerät noch ansprechbar ist, können die Parameter über die Software Lenze Global Drive Control ausgelesen und direkt auf den neuen Regler übertragen werden.

Achten Sie beim Einbau darauf, dass alle Kommunikationsmodule im Automationssteckplatz korrekt umgesetzt und die Busteilnehmeradressen sowie Abschlusswiderstände (120 Ohm am CAN-Bus) mit den Werten der Originalinstallation übereinstimmen.

Fehlercodes und Stoercodes

Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:

CodeNameBeschreibungMoegliche UrsacheEmpfohlene Massnahme
OHKühlkörperübertemperaturDie Temperatur des Kühlkörpers hat den zulässigen Höchstwert überschritten (>90 °C).Unzureichende Kühlluftzufuhr, Ausfall der Schaltschrankbelüftung, defekter Lüfter, zu hohe Umgebungstemperatur oder dauerhafte Überlastung des Antriebs.Schaltschrankbelüftung und Lüfter prüfen, Kühlrippen reinigen, Belastung oder Einschaltdauer reduzieren.
OH3Motorthermofühler ausgelöstDer Motortemperatursensor (PTC / KTY) meldet eine Übertemperatur des Motors.Thermische Überlastung des Motors, blockierte Motorkühlung, fehlerhafte Dimensionierung des Motors oder Unterbrechung der Sensorleitung.Motor abkühlen lassen, Motorlast überprüfen und PTC/KTY-Sensoranschlüsse an den Steuerklemmen kontrollieren.
OUZwischenkreisüberspannungDie Zwischenkreisspannung hat die maximale Schwelle überschritten (ca. 770 V DC).Zu hohe Bremsenergie durch den Motor während der Verzögerung, zu kurze Verzögerungszeit, Bremschopper oder Bremswiderstand nicht angeschlossen oder defekt.Verzögerungszeit verlängern, externen Bremswiderstand anschließen, Bremschopper-Transistor und Widerstandswert prüfen.
LUZwischenkreisunterspannungDie Zwischenkreisspannung ist unter den zulässigen Mindestwert gefallen (ca. 430 V DC).Netzspannungseinbruch, Phasenausfall, durchgebrannte Netzsicherung oder Instabilität der AC-Spannungsversorgung.Netzspannung an allen 3 Phasen messen, Hauptschütz und Netzleitungssicherungen überprüfen.
OC1Überstrom / KurzschlussDer Spitzenausgangsstrom hat direkt beim Freigeben der Impulse die Abschaltgrenze überschritten.Kurzschluss in den Motorwicklungen oder im Motorkabel, Erdschluss, defekte Motorisolation oder interner Leistungstransistor-Kurzschluss.Motorkabel abklemmen sowie Wicklungs- und Isolationswiderstand gegen Erde messen. Bleibt der Fehler bei abgeklemmtem Kabel bestehen, liegt ein interner Hardwarefehler vor.
OC2Überstrom während der BeschleunigungDer Ausgangsstrom hat während der Hochlaufphase die zulässige Schwelle überschritten.Beschleunigungszeit zu kurz eingestellt, zu hohe mechanische Lastträgheit oder fehlerhafte Motorparameter.Beschleunigungszeit erhöhen, Motorparameter und Stromgrenzwerte überprüfen.
OC5Inverter I x t ÜberlastDer thermische Integrator (I x t) hat aufgrund kontinuierlichen Überstroms seinen Maximalwert erreicht.Servoregler wurde über einen längeren Zeitraum oberhalb des Nennstroms betrieben.Mechanische Last reduzieren, Arbeitszyklus optimieren und Auslegung des Servoreglers überprüfen.
CE0Systembus (CAN) KommunikationsfehlerKommunikationsausfall oder Zeitüberschreitung am Systembus (CAN) festgestellt.Unterbrochene CAN-Busleitung, fehlender Abschlusswiderstand, falsche Baudrateneinstellung oder starke elektrische Störungen.CAN-Kabelverbindung, Busabschluss (120 Ohm), Schirmung und Knotenadeingabe überprüfen.
EEREEPROM-DatenfehlerPrüfsummenfehler beim Lese- oder Schreibzugriff auf den nichtflüchtigen Parameterspeicher.Spannungsunterbrechung während des Speichervorgangs oder defekter EEPROM-Baustein.Werkseinstellungen neu laden und im EEPROM speichern. Tritt der Fehler erneut auf, liegt ein interner Hardwaredefekt vor.
H05Interner HardwarefehlerHardwarefehler im Leistungsteil oder auf der Steuerkarte während der Selbsttestroutinen festgestellt.Bauteilfehler auf der internen Steuerplatine oder Treiberschaltung.Interner Hardwarefehler – Reparatur vor Ort nicht möglich. Gerät austauschen oder zur Reparatur einsenden.
NMAXDrehzahlüberschreitungIst-Drehzahl des Motors hat den konfigurierten Maximalwert überschritten.Instabile Drehzahlregler-Einstellung, fehlerhafte Skalierung des Geberrückführsignals oder durchgehende Last.Geber- und Resolververbindung überprüfen sowie Verstärkung des Drehzahlreglers anpassen.
Sd2ResolversignalstörungResolversignalausfall oder Spurneigungsverlust an der Klemme X7 festgestellt.Unterbrochenes oder gelöstes Resolverkabel, beschädigte Kontaktstifte an X7 oder fehlerhafte Kabelschirmung.Resolverkabel, Schirmung und festen Sitz des Steckers an Klemme X7 überprüfen.

Haeufig gestellte Fragen

Welche Software wird für die Parametrierung des Lenze EVS9324-EP benötigt?

Für die Inbetriebnahme und Konfiguration wird die Software Lenze Global Drive Control (GDC) verwendet. Alternativ können grundlegende Parameter und Statusabfragen direkt über das aufsteckbare Keypad EMZ9371BC eingegeben werden.

Worauf muss beim Austausch der Typenvariante -EP geachtet werden?

Das Kürzel -EP steht für die integrierte Positioniersteuerung der Serie 9300 Servo. Das Ersatzgerät muss zwingend diese Spezifikation aufweisen, damit die Positionierprofile, S-Kurven-Rampen und Referenzierfunktionen ordnungsgemäß ausgeführt werden.

Welche Feldbusmodule können am Automationssteckplatz genutzt werden?

Über den Erweiterungssteckplatz können Feldbusmodule wie PROFIBUS-DP (EMF2133IB / EMF2131IB), DeviceNet (EMF2175IB) oder INTERBUS (EMF2102IB) sowie PC-Systembusadapter angeschlossen werden.

Was bedeutet der Fehlercode OC1 am Servoregler?

Der Fehlercode OC1 zeigt einen Überstrom oder Kurzschluss beim Freigeben der Impulse an. Mögliche Ursachen sind Kurzschlüsse im Motorkabel oder in den Motorwicklungen, ein Erdschluss oder ein interner Defekt der Leistungstransistoren.

Wie wird ein CAN-Bus-Kommunikationsfehler (CE0) behoben?

Bei der Fehlermeldung CE0 sollten die Verdrahtung der CAN-Leitung an Klemme X4, der korrekte Sitz der 120-Ohm-Abschlusswiderstände an den Busenden, die eingestellte Baudrate sowie die Knotenadeingabe überprüft werden.

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