Lenze 13252010 EVS9328-ES 22 kW 9300 Servowechselrichter

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Produktinformationen

Produktfamilie: 9300 Servo Drives

Der Lenze 13252010 (Typ EVS9328-ES) ist ein leistungsfähiger Servowechselrichter aus der Serie 9300 Servo Drives, der für präzise Drehzahl-, Drehmoment- und Positionieraufgaben in automatisierten Fertigungsanlagen entwickelt wurde. Das Gerät arbeitet an einer dreiphasigen Versorgungsspannung von 320 V AC bis 528 V AC bei 45 bis 65 Hz und liefert eine Dauerabgabeleistung von 22 kW mit einem Nennausgangsstrom von 47 A bei 400 V AC. Für dynamische Beschleunigungsvorgänge und hohe Lastspitzen steht eine Überlastfähigkeit von 150 % mit einem Spitzenstrom von 70,5 A für bis zu 60 Sekunden zur Verfügung. Der Servoregler ist im Schutzart-IP20-Gehäuse ausgeführt und für die vertikale Schaltschrankmontage konzipiert.

Zur Erfassung der Motorposition besitzt der EVS9328-ES einen Resolver-Rückführeingang am Anschluss X3 sowie einen simulierten Inkrementalgeber-Frequenzausgang für elektronische Getriebe und Winkelsynchronlauf. Die Steuerungsschnittstellen umfassen vier digitale Eingänge, zwei digitale Ausgänge, zwei analoge Eingänge und zwei analoge Ausgänge. Der Wechselrichter verfügt über eine integrierte CAN-basierte Systembusschnittstelle sowie den Modulsteckplatz Slot A zur Aufnahme optionaler Feldbuskarten wie PROFIBUS-DP (EMF2133IB), CANopen (EMF2175IB) oder LECOM (EMF2102IBV). Bei der Inbetriebnahme eines Ersatzgeräts müssen die Anwenderparameter aus dem internen EEPROM, das bis zu vier umschaltbare Parametersätze speichert, übertragen werden. Dies erfolgt direkt über das Bedienteil Keypad XT (EMF2102IB) oder über die Software Lenze Global Drive Control (GDC) ab Version 4.0. ABC Industrial Parts unterstützt Sie bei Bedarf bei der Parameterübertragung und Datensicherung.

Der Betriebszustand lässt sich an der Gerätefront über drei LEDs ablesen: Die grüne LED (RUN) signalisiert den normalen Betrieb mit freigegebener Leistungsendstufe, die gelbe LED (WARN) zeigt das Erreichen einer Warngrenze wie der Strom- oder Ixt-Schwelle an, und die rote LED (TRIP) meldet eine aktive Störung mit gesperrter Endstufe. Detaillierte Fehleranalysen ermöglichen der Historienspeicher im Parameter C0168 sowie das Statuswort C0150 über den Feldbus oder die GDC-Software. Während Störungen wie Überstrom (OC1) oder Überspannung (OU) häufig auf externe Ursachen im Leistungsteil oder in den Rampaustellungen zurückzuführen sind, weisen Meldungen wie EEr, H05 oder P12 auf interne Hardwarefehler der Platine hin. Solche internen Defekte sind nicht vor Ort instandsetzbar; in diesen Fällen bietet ABC Industrial Parts mit geprüften Ersatzgeräten oder einer professionellen Reparatur einen schnellen Weg zurück in den Produktionsbetrieb.

Technische Daten

Nennleistung22 kW
Versorgungsspannungsbereich320 - 528 V AC
Dauerausgangsstrom47 A
Spitzenausgangsstrom70,5 A
Ausgangsspannung400 V AC
Maximale Ausgangsfrequenz480 Hz
Standard-Taktfrequenz8 kHz
SchutzartIP20
MontageartVertikale Schaltschrankmontage

Programmierung und Konfiguration

Die Konfiguration und Parameterzuordnung des Lenze EVS9328-ES erfolgt vorzugsweise mit der Bediensoftware Lenze Global Drive Control (GDC) ab Version 4.0 oder direkt über das Aufsteckmodul Keypad XT (EMF2102IB). Der Servoregler speichert bis zu vier voneinander unabhängige, umschaltbare Parametersätze in seinem internen EEPROM. Dies erlaubt die flexible Anpassung an unterschiedliche Betriebsarten oder Produktvarianten innerhalb einer Anlagensektion.

Beim Austausch eines defekten Geräts müssen die im Ursprungsregler hinterlegten Parametersätze ausgelesen und in das Ersatzgerät übertragen werden. Mithilfe des Keypad XT lassen sich Parametersätze direkt vom Altgerät kopieren und auf den neuen Wechselrichter übertragen, was Ausfallzeiten signifikant reduziert. Bei einer Parametrierung über die GDC-Software stehen zudem eine Oszilloskop-Funktion zur Kennlinienanalyse sowie erweiterte Diagnoseprotokolle zur Verfügung.

Kommunikation und Systemintegration

Für den Verbund mehrerer Achsen ist der Servoregler standardmäßig mit einem integrierten CAN-Systembus ausgerüstet. Über diesen Bus werden Steuerungsdaten und Parametersätze direkt zwischen mehreren Antrieben ausgetauscht, was eine synchrone Master-Slave-Kopplung und elektronische Getriebefunktionen ohne zusätzliche Steuerungshardware ermöglicht. Der CAN-Bus erfordert eine korrekte Leitungsführung und den Einsatz von 120-Ohm-Abschlusswiderständen an den Busenden.

Über den Erweiterungssteckplatz Slot A lässt sich der Wechselrichter flexibel in übergeordnete Automatisierungsnetzwerke einbinden. Unterstützt werden unter anderem das PROFIBUS-DP-Modul EMF2133IB, das CANopen-Modul EMF2175IB, das Interbus-Modul EMF2102IBC sowie das LECOM-Modul EMF2102IBV für RS-232/RS-485-Verbindungen. Ergänzend bieten die Steuerklemmen vier digitale Eingänge, zwei digitale Ausgänge, zwei analoge Sollwerteingänge und zwei analoge Ausgänge.

Diagnose und Statusanzeige

Der Lenze EVS9328-ES bietet ein mehrstufiges Diagnosekonzept zur schnellen Störungserkennung. An der Frontseite informieren drei Status-LEDs auf einen Blick über den aktuellen Betriebszustand der Leistungsendstufe und anstehende Warnungen oder Fehlerbedingungen.

Für eine detaillierte Fehlerursachenanalyse liest der Anwender den Historienspeicher über den Parameter C0168 aus oder überwacht das Statuswort über den Parameter C0150 via Feldbus. Über das Keypad XT oder die GDC-Software werden Fehlercodes im Klartext zusammen mit relevanten Betriebsparametern dargestellt.

Status-LED-Anzeigen

LEDFarbe/StatusBedeutung
Grüne LED (RUN)Grün - DauerlichtGerät ist mit Spannung versorgt und arbeitet normal; Leistungsendstufe ist freigegeben.
Gelbe LED (WARN)Gelb - DauerlichtWarngrenze erreicht (z. B. Strombegrenzung, Ixt-Warnung); Leistungsendstufe bleibt aktiv.
Rote LED (TRIP)Rot - DauerlichtAktive Gerätestörung/Fehlerabschaltung (TRIP); Leistungsendstufe ist gesperrt.

Austausch und Ersatzteile

Beim Austausch eines Lenze EVS9328-ES Servowechselrichters ist darauf zu achten, dass die Sachnummer 13252010 sowie die Baugröße und Nennleistung von 22 kW mit dem Bestandsgerät übereinstimmen. Zudem muss das im Modulsteckplatz Slot A verwendete Kommunikationsobjekt (z. B. PROFIBUS-DP EMF2133IB oder CANopen EMF2175IB) aus dem Altgerät übernommen und im Ersatzgerät ordnungsgemäß fixiert werden.

Ein Ersatzgerät kann nicht ohne vorherige Parameterübertragung in den Betrieb genommen werden. Vor dem Einschalten der Leistungsendstufe müssen die anwendungsspezifischen Parametersätze – vorzugsweise über das Keypad XT oder die GDC-Software – auf das Ersatzgerät aufgespielt werden. Ebenso sind die Adressschalter oder Parameter des Feldbusmoduls exakt an die Konfiguration der SPS-Steuerung anzupassen.

Fehlercodes und Stoercodes

Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:

CodeNameBeschreibungMoegliche UrsacheEmpfohlene Massnahme
OC1Kurzschluss / ÜberstromKurzschluss an den Ausgangsklemmen oder übermäßiger Erdschlussstrom erkannt.Kurzschluss in Motorwicklung oder Kabel; Erdschluss; Beschleunigungsrampe zu steil.Motorkabel und Motorisolation auf Kurzschluss oder Erdschluss prüfen; Beschleunigungszeit verlängern.
OC5Überstrom während der BeschleunigungAusgangsstrom hat während der Beschleunigungsphase den dynamischen Grenzwert überschritten.Beschleunigungsrampe zu kurz; Mechanik blockiert oder zu hohe Trägheit; falsche Motorparameter.Beschleunigungszeit verlängern; Mechanik auf Blockaden prüfen; Motorparameter überprüfen.
OUZwischenkreis-ÜberspannungZwischenkreisspannung hat den oberen Grenzwert überschritten (ca. 770 V DC).Zu hohe Rückspeiseenergie beim Bremsen; Verzögerungsrampe zu kurz; Bremschopper oder Bremswiderstand defekt/fehlt.Verzögerungszeit verlängern; Anschluss und Funktion des externen Bremswiderstands prüfen.
LUZwischenkreis-UnterspannungZwischenkreisspannung ist unter den Mindestbetriebswert gefallen.Netzspannungsausfall, durchgebrannte Netzsicherung oder Phasenausfall.Netzeingangsspannung, Sicherungen und Schütze überprüfen.
OHKühlkörper-ÜbertemperaturTemperatur des Kühlkörpers hat den maximal zulässigen Wert überschritten.Unzureichender Kühlluftstrom, verschmutzte Kühlrippen, Lüfterausfall oder zu hohe Umgebungstemperatur.Kühlrippen reinigen, Lüfterfunktion prüfen und Schaltschranktemperatur kontrollieren.
OH4Motor-ÜbertemperaturMotortemperatursensor (PTC oder Thermokontakt) hat Übertemperatur gemeldet.Thermische Überlastung des Motors; Fremdlüfter defekt; Sensorleitung unterbrochen.Motor abkühlen lassen; Motorlast und Mechanik auf Schwergängigkeit prüfen; Sensorverdrahtung kontrollieren.
OH7Motorsensor-DrahtbruchUnterbrechung am Auswerteeingang für die thermische Motorüberwachung erkannt.Motorschutz-Sensorkabel getrennt oder Auswerteschaltung beschädigt.Verdrahtung zwischen Wechselrichterklemmen und Thermokontakt des Motors prüfen.
r03ResolverfehlerVerlust oder Störung des Resolver-Rückführsignals.Defektes Resolverkabel, fehlender Schirmanschluss oder defekter Resolver im Motor.Rückführkabel, Schirmung, Steckersitz an X3 und Motorresolver überprüfen.
EErEEPROM-SpeicherfehlerInterner Lese-/Schreibfehler im nichtflüchtigen EEPROM oder Parameterkorruption.Bauteilfehler auf der internen Steuerplatine; unterbrochener Schreibvorgang.Interner Hardwarefehler – Werkseinstellungen laden; bleibt der Fehler bestehen, Gerät zur Reparatur einsenden oder austauschen.
H05Interner HardwarefehlerInterner Hardware-Diagnosefehler beim Einschalten oder Selbsttest.Bauteildefekt auf einer internen Leiterplatte.Interner Hardwarefehler – nicht vor Ort instandsetzbar; Gerät an Servicezentrum senden oder austauschen.
CE0Kommunikationsfehler (Systembus)Unterbrechung der Kommunikation auf dem integrierten CAN-Systembus.Buskabel unterbrochen, fehlerhafte Abschlusswiderstände oder Master offline.CAN-Verdrahtung, Baudrateneinstellung und 120-Ohm-Abschlusswiderstände prüfen.
CE1Kommunikationsfehler (Steckplatz A)Kommunikationsstörung zwischen Wechselrichter-CPU und Feldbusmodul in Steckplatz A.Feldbus-Zeitüberschreitung oder Modul nicht korrekt eingesteckt.Sitz des Feldbusmoduls in Steckplatz A und externe Feldbusverdrahtung/Master prüfen.
LP1MotorphasenausfallFehlende Phase an den Motoranschlussklemmen (U, V, W) erkannt.Unterbrochene Motorleitung, loser Schützkontakt oder ungleiche Wicklungswiderstände.Ausgangsverdrahtung und Motorschütz prüfen; Motorwicklungswiderstände messen.
P12StromwandlerfehlerOffset-Fehler im internen Ausgangsstrom-Messkreis erkannt.Defekter interner Stromsensor oder Fehler in der Messschaltung.Interner Hardwarefehler – Gerät überprüfen oder zur Reparatur einsenden.

Haeufig gestellte Fragen

Welche Software wird für die Parametrierung des Lenze EVS9328-ES benötigt?

Die Konfiguration erfolgt über die PC-Software Lenze Global Drive Control (GDC) ab Version 4.0 oder direkt am Gerät mit dem optionalen Bedienteil Keypad XT (Typ EMF2102IB).

Wie können die Parameter bei einem Gerätetausch schnell übertragen werden?

Die im internen EEPROM gespeicherten Parametersätze lassen sich mit dem Bedienteil Keypad XT vom Altgerät auslesen und direkt auf den Ersatzregler kopieren. Alternativ kann die Parameterdatei über die GDC-Software ausgelesen und eingespielt werden.

Welche Feldbusmodule werden im Steckplatz Slot A unterstützt?

Der Steckplatz Slot A nimmt verschiedene Kommunikationsmodule auf, darunter PROFIBUS-DP (EMF2133IB), CANopen (EMF2175IB), Interbus (EMF2102IBC) und LECOM RS-232/RS-485 (EMF2102IBV).

Was bedeutet der Fehlercode EEr oder H05 auf dem Display?

Diese Codes weisen auf interne Hardware- oder Speicherfehler des Wechselrichters hin. Bei EEr kann zunächst das Rücksetzen auf Werkseinstellungen versucht werden; bleibt der Fehler bestehen oder erscheint H05, liegt ein Platinendefekt vor, der einen Austausch oder eine Reparatur erfordert.

Welche Bedeutung hat die rote TRIP-LED an der Gerätefront?

Eine dauerhaft rot leuchtende TRIP-LED zeigt eine aktive Störung an, durch die die Leistungsendstufe des Servoreglers automatisch gesperrt wurde. Der genaue Fehlercode kann über Parameter C0168 oder das Keypad XT ausgelesen werden.

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