Lenze 13462421 EVS9326-ES – 9300 Servo Positioniersteuerung 11kW

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Produktinformationen

Produktfamilie: 9300 Servo | Serie: 9300

Der Lenze EVS9326-ES (Sachnummer 13462421) ist ein leistungsfähiger Servoregler mit integrierter Positioniersteuerung aus der Serie Lenze 9300 Servo. Das Gerät ist für die Schaltschrankmontage konzipiert und bietet feldorientierte Vektorregelung für synchrone und asynchrone Drehstrommotoren. Mit einer Nennleistung von 11 kW bei einer Versorgungsspannung von 320 V bis 528 V AC (400 V nominal) liefert der Regler einen Nennausgangsstrom von 23,5 A sowie einen maximalen Spitzenstrom von 35,3 A für bis zu 60 Sekunden. Ein integrierter Positionierprofilgenerator ermöglicht komplexe Bewegungsabläufe direkt im Antrieb, wodurch externe Positioniermodule in Maschinen wie Verpackungsanlagen, Textilmaschinen oder Fördersystemen überflüssig werden.

Für die Einbindung in Steuerungsumgebungen verfügt der Servoregler über eine Sub-D-Resolver-Schnittstelle (X7), Master-Encoder-Ein- und Ausgänge (X8/X9), acht programmierbare Digitaleingänge, vier Digitalausgänge sowie jeweils zwei Analogeingänge und Analogausgänge. Der integrierte CAN-Systembus ermöglicht die Hochgeschwindigkeits-Querkommunikation und Synchronisation mehrerer Achsen. Über den Automatisierungsschnittstellen-Steckplatz (AIF) lassen sich zudem Kommunikationsmodule für Feldbusse wie PROFIBUS-DP, CANopen, INTERBUS oder Modbus TCP integrieren. Bei der Inbetriebnahme eines Ersatzgeräts müssen die antriebsspezifischen Parameter übertragen werden, die im internen EEPROM in bis zu vier Parametersätzen gespeichert sind. Der Parametertransfer kann über die Diagnosesoftware Global Drive Control (GDC) oder das Ansteckbedienfeld EMZ9371BC erfolgen, wobei ABC Industrial Parts bei der Vorbereitung und Bereitstellung geprüfter Ersatzgeräte unterstützt.

Zur Diagnose des Betriebszustands stehen drei LEDs an der Gerätefront sowie detaillierte Parameterwerte zur Verfügung. Die grüne LED signalisiert die Betriebsbereitschaft und den Zustand der Leistungsendstufe, während die gelbe LED eine Reglersperre oder Warnung anzeigt. Ein TRIP-Fehler wird durch die rote LED signalisiert, und der genaue Fehlercode kann über den Parameter P0000 oder die Historie im Parameter P0183 ausgelesen werden. Erstprüfungen bei Störungen umfassen die Kontrolle der dreiphasigen Einspeisung, der Verkabelung an den Klemmen und Schnittstellen (X7, X8/X9) sowie des CAN-Bus-Abschlusses. Liegt ein harter Hardwarefehler vor, etwa bei dauerhaft leuchtender roter LED oder EEPROM-Speicherfehlern, ist eine Reparatur auf Bauteilebene im Feld meist nicht möglich, sodass eine Überholung oder ein geprüfter Austausch über ABC Industrial Parts die Ausfallzeit minimiert.

Technische Daten

Nennleistung11 kW
Nennversorgungsspannung400 V AC
Versorgungsspannungsbereich320 - 528 V AC
Nennausgangsstrom23.5 A
Maximaler Ausgangsstrom35.3 A
Schaltfrequenz8 kHz
Verlustleistung380 W

Programmierung und Konfiguration

Der Servoregler EVS9326-ES wird über die Software Lenze Global Drive Control (GDC) ab Version 4.x oder alternativ direkt vor Ort über das Ansteckbedienfeld EMZ9371BC programmiert und konfiguriert. Die Parameterstruktur erlaubt die präzise Anpassung von Regelungsparametern, Strombegrenzungen, Rampenzeiten und Positionierprofilen an die jeweilige Anwendung.

Zur Sicherung und Verwaltung der Konfiguration verfügt das Gerät über einen nichtflüchtigen internen EEPROM-Speicher, der bis zu vier vollständige Parametersätze aufnehmen kann. Dies ermöglicht das schnelle Umschalten zwischen verschiedenen Betriebsprofilen sowie das Auslesen und Übertragen funktionsfähiger Parametersätze auf Ersatzgeräte im Servicefall.

Kommunikation und Systemintegration

Über den integrierten CAN-Systembus (Anschluss X4) bietet der EVS9326-ES eine schnelle Schnittstelle zur mehrachsigen Synchronisation und Querkommunikation zwischen mehreren Lenze-Antrieben. Für den ordnungsgemäßen Betrieb des CAN-Busses sind korrekte Baudrateneinstellungen und ein 120-Ohm-Busabschluss an den Netzenden erforderlich.

Zusätzlich verfügt der Regler über einen AIF-Erweiterungssteckplatz (Automation Interface), der den Einsatz optionaler Feldbusmodule wie EMF2133IB oder EMF2131IB für PROFIBUS-DP, CANopen, INTERBUS oder Modbus TCP erlaubt. Rückführsignale werden über die Sub-D-Schnittstelle X7 für Resolver oder die Sub-D-Schnittstellen X8/X9 für Master-Encoder empfangen und verarbeitet.

Diagnose und Statusanzeige

Die Diagnose des Servoreglers erfolgt über die Front-LEDs für Betriebs- und Fehlerzustände sowie über das Ansteckbedienfeld EMZ9371BC oder die GDC-Software. Im Parameter P0000 wird der aktuelle Betriebszustand beziehungsweise die aktive TRIP-Meldung angezeigt. Der Parameter P0183 speichert eine TRIP-Historie mit den zuletzt aufgetretenen Fehlercodes.

Zusätzlich bietet die GDC-Software erweiterte Diagnosemonitore und eine Oszilloskop-Funktion zur Echtzeitanalyse von Strömen, Drehzahlen und Signalzuständen während des Betriebs.

Status-LED-Anzeigen

LEDFarbe/StatusBedeutung
Ready (Grüne LED)Green - Dauerlicht / BlinkendEIN = Betriebsbereit / Leistungsendstufe aktiv; Blinkend = Antrieb aktiv / Initialisierung
Inhibit / Warning (Gelbe LED)Yellow - DauerlichtReglersperre (IMP) aktiv oder Warnstatus steht an; Ausgangsstufe gesperrt
Fault / Error (Rote LED)Red - DauerlichtTRIP-Fehler steht an. Wenn die rote LED dauerhaft leuchtet und sich der Antrieb nicht zurücksetzen lässt, liegt ein interner Hardwarefehler vor, der eine Reparatur erfordert.

Remplacement et pieces de rechange

Beim Austausch eines EVS9326-ES Servoreglers muss sichergestellt werden, dass die Sachnummer 13462421 und der Modelltyp exakt übereinstimmen. Vor der Inbetriebnahme des Ersatzgeräts ist die Übertragung des anwendungsspezifischen Parametersatzes erforderlich, da ein neues oder getauschtes Gerät im Auslieferungszustand nicht einsatzbereit ist.

Die Konfiguration lässt sich per GDC-Software sichern und auf das Ersatzgerät einspielen oder mittels des Bedienfelds EMZ9371BC übertragen. Zudem sind vorhandene AIF-Kommunikationsmodule vor dem Einbau auf das Austauschgerät umzustecken und die Drehzahl- beziehungsweise Lagerückführungen an den Schnittstellen X7, X8 und X9 auf korrekten Sitz und Schirmung zu prüfen.

Fehlercodes und Stoercodes

Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:

CodeNameBeschreibungMoegliche UrsacheEmpfohlene Massnahme
OC1Kurzschluss / ÜberstromKurzschluss oder extremer Überstrom in der Motorphase oder Endstufe.Kurzschluss im Motorkabel, Motorwicklungsfehler, Beschleunigungszeit zu kurz eingestellt.Motorkabel auf Kurzschluss und Erdschluss prüfen, Motorwicklungsisolation prüfen, Beschleunigungszeiten erhöhen.
OC2ErdschlussErdschluss in der Ausgangsphase erkannt.Erdschluss im Motorkabel oder der Motorwicklung, kapazitiver Kabelumladestrom zu hoch.Motor und Verkabelung auf Erdschluss untersuchen, Isolationswiderstand des Motors messen.
OC5I x t MotorüberlastDauerhafte Überlastung des angeschlossenen Motors (I²t-Integrationsschwelle erreicht).Antrieb läuft in dauerhafter Überlast, mechanische Schwergängigkeit im Antriebsstrang.Mechanische Last prüfen, Motorlast reduzieren, Strombegrenzungen und Motorauslegung kontrollieren.
OUZwischenkreisüberspannungSpannung im DC-Zwischenkreis überschreitet den maximal zulässigen Grenzwert.Zu hohe Rückspeiseenergie beim Verzögern, Verzögerungszeit zu kurz eingestellt, Bremschopper oder Bremswiderstand defekt/fehlend.Verzögerungszeit erhöhen, Bremswiderstand anschließen oder Bremsmodul-Hardware überprüfen.
LUZwischenkreisunterspannungSpannung im DC-Zwischenkreis hat den minimal zulässigen Grenzwert unterschritten.Netzspannungseinbruch, Phasenausfall, Netzversorgung während des Betriebs unterbrochen.Versorgungsspannung prüfen, Netzsicherungen kontrollieren, Zuleitung verkabelung prüfen.
OHKühlkörperübertemperaturTemperatur des Kühlkörpers hat den oberen Grenzwert überschritten.Unzureichende Schaltschrankbelüftung, Lüfter defekt, Kühlkörper stark verschmutzt, Umgebungstemperatur zu hoch.Kühlrippen reinigen, interne Schaltschranklüfter prüfen, für ausreichenden Abstand im Schaltschrank sorgen.
OH4MotorübertemperaturThermischer Motorsensor (PTC / Thermokontakt) an den Klemmen T1/T2 hat angesprochen.Motor dauerhaft überlastet, Fühlerkabel unterbrochen oder nicht angeschlossen.Motor abkühlen lassen, Lastzustand überprüfen, Anschluss des Thermofühlers an den Klemmen prüfen.
OH7Geräteinnentemperatur hochInnentemperatur im Bereich der Steuerkarte hat den Grenzwert überschritten.Überhitzung im Gehäuseinneren aufgrund zu hoher Schaltschrank-Umgebungstemperatur.Schaltschrankkühlung und Luftzirkulation verbessern.
NMAXMaximaldrehzahl überschrittenMotordrehzahl hat die eingestellte Maximaldrehzahl (NMAX) überschritten.Drehzahlregler instabil, Verstärkungsparameter falsch eingestellt, Feldgeschwächter Betrieb fehlerhaft.Parameter des Drehzahlreglers prüfen, Rückführgeber und Kabelschirmung kontrollieren.
CE0AIF-KommunikationsfehlerKommunikationsunterbrechung zwischen Regler und AIF-Feldbusmodul.Feldbusmodul locker, Busleitung unterbrochen, Master-Steuerung gestoppt.Sitz des Moduls im AIF-Steckplatz prüfen, Feldbusverbindungen und Status des Bus-Masters kontrollieren.
CE4Systembus CAN Time-OutKommunikationsfehler oder Telegramm-Timeout auf dem integrierten CAN-Systembus.CAN-Bus-Verkabelung unterbrochen, fehlende Abschlusswiderstände, falsche Baudrate.CAN-Bus-Verkabelung (X4) überprüfen, 120-Ohm-Busabschluss bestätigen, Baudrateneinstellung kontrollieren.
H05Interner HardwarefehlerInterner Hardwarefehler beim Selbsttest erkannt.Interne Stromversorgungsplatine defekt, Mikrocontroller-Ausfall oder interner Speicher beschädigt.Interner Hardwarefehler – nicht im Feld reparierbar. Regler zur Reparatur einsenden oder Gerät austauschen.
EEREEPROM-FehlerDatenbeschädigung im nichtflüchtigen EEPROM-Parameterspeicher erkannt.Spannungsausfall während des Schreibvorgangs, EEPROM-Speicherbaustein defekt.Werkseinstellungen laden (P0002 = 1). Bleibt der Fehler bestehen, ist das EEPROM oder die Hauptplatine defekt – Gerät zur Reparatur einsenden.
LP1NetzphasenausfallEine Phase der dreiphasigen AC-Einspeisung fehlt.Eingangssicherung durchgebrannt, lockere Klemmenverbindung, unsymmetrische Netzspannung.Netzsicherungen prüfen, Versorgungsspannung über alle drei Phasen (L1, L2, L3) messen.
r-SResolver-FehlerSignalverlust oder Signalfehler der Resolververbindung.Resolverkabel gebrochen oder an X7 ausgesteckt, Resolver im Motor defekt.Resolverkabelverbindung an X7 prüfen, Schirmung kontrollieren, Resolverkabel austauschen.
Sd1Geber-FrequenzfehlerVerlust des Inkremental- oder Absolutgebersignals an der Schnittstelle X8/X9.Geberkabel ausgesteckt, Drahtbruch, Signalpegel außerhalb der Spezifikation.Geberverkabelung und Schirmanschluss an den Steckern X8/X9 überprüfen.

Haeufig gestellte Fragen

Wie wird die Konfiguration auf einen Ersatz-EVS9326-ES übertragen?

Die Konfiguration wird über die Software Lenze Global Drive Control (GDC) gesichert und auf den Ersatzregler übertragen. Alternativ lässt sich der Parametersatz mit dem Ansteckbedienfeld EMZ9371BC aus dem internen EEPROM des Altgeräts auslesen und auf das Neugerät kopieren.

Welcher Feedback-Geber wird am Anschluss X7 des EVS9326-ES betrieben?

Der Anschluss X7 ist als Sub-D 9-polige Schnittstelle ausgeführt und dient speziell dem Anschluss von Resolvern zur Drehzahl- und Lageerfassung.

Welche Feldbusse können über den AIF-Steckplatz genutzt werden?

Über den AIF-Steckplatz (Automation Interface) lassen sich optionale Kommunikationsmodule wie die Module EMF2133IB oder EMF2131IB für PROFIBUS-DP sowie Module für CANopen, INTERBUS und Modbus TCP einsetzen.

Was bedeutet ein dauerhaftes Leuchten der roten Fehler-LED?

Eine dauerhaft leuchtende rote LED signalisiert einen aktiven TRIP-Fehler. Lässt sich dieser nicht quittieren oder liegt ein interner Hardwarefehler (wie H05 oder EER) vor, ist eine Reparatur der internen Platinen erforderlich.

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