Lenze EVF9325-EV 9300 Vector Frequenzumrichter 5,5 kW

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Produktinformationen

Produktfamilie: 9300 Vector | Serie: 9300

Der Lenze EVF9325-EV ist ein gewerblicher Vrequenzumrichter der Serie 9300 Vector, der für die präzise Drehzahl- und Drehmomentregelung von dreiphasigen Asynchronmotoren bis 5,5 kW ausgelegt ist. Das Gerät arbeitet an einer Netzspannung von 320 bis 528 V AC (nominal 3 AC 400/480 V) und liefert einen Nennausgangsstrom von 13 A. Mit einer maximalen Überlastfähigkeit von 19,5 A für bis zu 60 Sekunden verarbeitet der Umrichter auch hohe Anlaufmomente und träge Lasten zuverlässig. Als Ausführung mit dem Suffix -EV besitzt das Gerät keinen integrierten RFI-Funkentstörfilter und eignet sich ideal für die Schaltschrankmontage in Anlagen mit zentraler externer EMV-Filterung.

Für die Einbindung in Automatisierungsnetzwerke verfügt der EVF9325-EV über einen integrierten CAN-Systembus mit bis zu 500 kbps sowie einen dedizierten Automationssteckplatz für optionale Feldbusmodule wie PROFIBUS-DP (EMF2133IB), DeviceNet (EMF2173IB), INTERBUS (EMF2113IB) oder LECOM-Schnittstellen. Bei der Inbetriebnahme eines Ersatzgeräts muss die anwendungsspezifische Konfiguration übertragen werden. Der Umrichter speichert bis zu vier Parametersätze in einem nichtflüchtigen internen EEPROM. Die Parameterübertragung oder das Klonen erfolgt über die Inbetriebnahme-Software Lenze Global Drive Control (GDC) oder das Bedienmodul XT Keypad (EMF2102IB). ABC Industrial Parts unterstützt bei Bedarf mit der Parameterextraktion aus Bestandsgeräten oder der Vorbereitung einsatzbereiter Ersatzgeräte.

Der Betriebszustand und Störungen lassen sich direkt an der Gerätefront über drei LEDs (Grün für Betrieb, Rot für Störung, Gelb für Warnung oder Reglersperre) ablesen. Für eine tiefergehende Fehlersuche stehen der Fehlerspeicher im XT-Keypad, das Online-Monitoring und die Oszilloskop-Funktion in GDC sowie die Diagnose-Register C0009, C0161, C0168 und C0183 zur Verfügung. Erste Kontrollen bei Störungen betreffen die Versorgungsspannung, die CAN-Bus-Terminierung mit 120 Ohm, die Modulverrastung und die Verkabelung. Liegen interne Hardwarefehler in der Leistungselektronik oder der Steuerspannung vor, ist eine Reparatur vor Ort nicht möglich. In solchen Fällen bietet ein getestetes Austauschgerät oder eine fachgerechte Reparatur über ABC Industrial Parts einen schnellen Weg zurück zur Betriebsbereitschaft.

Technische Daten

Bemessungsleistung5,5 kW
Spannungsbereich320 - 528 V AC
Nennspannung3 AC 400/480 V
Nennausgangsstrom13 A
Maximaler Ausgangsstrom19,5 A (60 s)
Verlustleistung220 W
Ausgangsfrequenzbereich0 - 480 Hz
Schaltfrequenz8 kHz
RegelungsverfahrenSensorlose Vektorregelung / V/f-Kennliniensteuerung
Integrierter FeldbusCAN-Systembus (500 kbps)
EMV-FilterungOhne integrierten RFI-Filter (-EV)

Programmierung und Konfiguration

Die Parametrierung und Konfiguration des Lenze EVF9325-EV erfolgt über die Software Lenze Global Drive Control (GDC) oder das aufsteckbare Bedienmodul XT Keypad (EMF2102IB). Bis zu vier vollständige Parametersätze werden im internen, nichtflüchtigen EEPROM des Frequenzumrichters gespeichert.

Beim Austausch eines Umrichters lässt sich der Parametersatz über die GDC-Software vom Originalgerät sichern und auf das Ersatzgerät übertragen. Alternativ bietet das XT Keypad eine Speicherfunktion zum direkten Klonen der Einstellungen vor Ort ohne PC-Anbindung.

Kommunikation und Systemintegration

Der EVF9325-EV besitzt einen integrierten CAN-Systembus, der Übertragungsraten von bis zu 500 kbps unterstützt. Damit können Querverbindungen zwischen mehreren Antrieben sowie die Anbindung an übergeordnete Steuerungssysteme ohne zusätzliche Hardware realisiert werden.

Über den integrierten Automationssteckplatz lässt sich der Frequenzumrichter flexibel an gängige Feldbussysteme anpassen. Unterstützt werden unter anderem das PROFIBUS-DP-Modul EMF2133IB, das DeviceNet-Modul EMF2173IB, das INTERBUS-Modul EMF2113IB sowie LECOM-Schnittstellen für RS232 oder RS485.

Diagnose und Statusanzeige

Die Diagnose des Lenze EVF9325-EV erfolgt über dreifarbige LED-Statusanzeigen an der Frontseite sowie über detaillierte Registerabfragen. Das XT Keypad ermöglicht zudem das Auslesen des internen Fehlerspeichers im Klartext.

In der Software Lenze Global Drive Control stehen erweiterte Diagnosefunktionen wie Echtzeit-Statusüberwachung und eine integrierte Oszilloskop-Funktion zur Verfügung. Wichtige Diagnosewerte können direkt über die Parameter C0009, C0161, C0168 und C0183 abgefragt werden.

Status-LED-Anzeigen

LEDFarbe/StatusBedeutung
Grüne LED (Betrieb / Bereit)Grün - Dauerhaft anRegler freigegeben und aktiv; Umrichter ist betriebsbereit oder läuft.
Rote LED (Trip / Störung)Rot - Dauerhaft anStörung liegt an; Reglerausgang gesperrt. Fehlercode auf Display oder in Software prüfen.
Gelbe LED (Hinweis / Warnung)Gelb - Dauerhaft anReglersperre aktiv oder Warngrenze überschritten (z. B. Strombegrenzung erreicht).

Austausch und Ersatzteile

Beim Austausch eines Lenze EVF9325-EV muss sichergestellt werden, dass die Ersatzeinheit exakt der Typschlüsselvariante entspricht. Das Suffix -EV kennzeichnet Ausführungen ohne internen EMV-Filter, weshalb eine externe Filterung im Schaltschrank zwingend vorhanden sein muss, um die EMV-Richtlinien einzuhalten.

Ein neues Ersatzgerät kann nicht direkt ohne Konfiguration in Betrieb genommen werden. Vor der Freigabe müssen die gerätespezifischen Parametersätze über die Software Global Drive Control (GDC) oder mittels Speicherfunktion des XT Keypads (EMF2102IB) übertragen werden. Auch installierte Optionmodule im Automationssteckplatz müssen umgesteckt und adressiert werden.

Da die Serie 9300 von Lenze abgekündigt wurde, dient die Nachfolgeserie Lenze i550 Cabinet als moderne Migrationslösung für Neuanlagen. Für bestehende Maschinenanlagen bleibt der EVF9325-EV jedoch als direkt passendes Ersatzteil unverzichtbar, um zeitaufwendige Umbaumaßnahmen an Verdrahtung und Steuerung zu vermeiden.

Fehlercodes und Stoercodes

Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:

CodeNameBeschreibungMoegliche UrsacheEmpfohlene Massnahme
OC1Kurzschluss / ÜberstromÜberstrom während der Beschleunigung oder Kurzschluss an den MotorklemmenKurzschluss im Motorkabel, Wicklungsschluss, Beschleunigungszeit zu kurzMotorverkabelung und Isolation prüfen, Beschleunigungszeit erhöhen, Motorleistung überprüfen
OC2ErdschlussErdschluss im Ausgangskabel oder in den Motorwicklungen erkanntErdschluss in Motor oder Kabel, zu hohe KabelkapazitätMotor und Kabel mit Isolationsprüfer gegen Erde prüfen
OC3Überstrom bei VerzögerungÜberstrom während der Brems- oder VerzögerungsphaseVerzögerungsrampe zu kurz, hohe Lastträgheit ohne BremschopperVerzögerungszeit verlängern oder externen Bremsresistor/Bremsmodul anschließen
OC4Überstrom bei konstanter DrehzahlÜberstrom im Betrieb mit konstanter DrehzahlPlötzlicher Laststoß, mechanische Blockade, MotorüberlastungMechanik auf Schwergängigkeit prüfen, Motorparameter überprüfen
OC5I2t-MotorüberlastungThermal-I2t-Überwachung des Motors hat angesprochenDauerbetrieb über Motor-Nennstrom ohne ausreichende KühlungMotorlast prüfen, I2t-Parameter anpassen, Fremdlüfterfunktion prüfen
OUÜberspannung im ZwischenkreisZwischenkreisspannung überschreitet oberen SchwellenwertGeneratorische Energie beim Verzögern, Bremszeit zu kurz, Bremsresistor unterbrochenVerzögerungszeit verlängern, Bremsmodul und Bremswiderstand prüfen
LUUnterspannung im ZwischenkreisZwischenkreisspannung fällt unter unteren SchwellenwertNetzspannung zu niedrig, Netzphasenausfall, NetzunterbrechungEingangsspannung und Netzsicherungen prüfen, Netzleitung kontrollieren
OHKühlkörperübertemperaturKühlkörpertemperatur hat zulässigen Höchstwert (> 90 °C) überschrittenLüfter defekt, Kühlkörper verschmutzt/blockiert, Umgebungstemperatur zu hoch, Schaltfrequenz zu hochKühlkörper reinigen, Lüfter und Schaltschrankbelüftung prüfen, Schaltfrequenz reduzieren
OH3InnenraumübertemperaturTemperatur der internen Steuerkarte hat Höchstgrenze überschrittenUmgebungstemperatur im Schaltschrank zu hochSchaltschrankkühlung und Luftzirkulation verbessern
OH4Motor-PTC / ThermofühlerfehlerMotorthemistor (PTC) oder Thermokontakt hat wegen Motorüberhitzung ausgelöstMotorüberhitzung, Kühllufteinlass blockiert, Drahtbruch der ThermistorleitungMotor abkühlen lassen, Motorlüfter und Thermistorverkabelung prüfen
OH7Kühlkörpertemperatur-WarnungKühlkörpertemperatur nähert sich dem MaximalwertHohe Last oder unzureichende KühlungLüfter und Schaltschrankkühlung überprüfen
OH8Motortemperatur-WarnungBerechnete Motortemperatur nähert sich dem MaximalwertMotor arbeitet nahe an der thermischen GrenzeLast reduzieren oder Motordrehzahl/Kühlung erhöhen
CE0CAN-Bus-KommunikationsfehlerSystembus (CAN) Kommunikationsfehler oder Bus-Off-ZustandBuskabel unterbrochen, falsche Abschlusswiderstände, falsche BaudrateneinstellungCAN-Verkabelung, Schirmung, 120-Ohm-Abschluss und Knotenadressen prüfen
CE1Automationsmodul-Fehler (Steckplatz 1)Kommunikationsunterbrechung zum optionalen Feldbusmodul im AutomationssteckplatzModul locker, Feldbus-Master offline, Netzwerkkabel getrenntSitz des Feldbusmoduls, Kabel und Zustand des Master-Controllers prüfen
CE2Interner Fehler AutomationsmodulKommunikationsfehler zwischen Umrichter-Steuerkarte und FeldbusmodulHardwarefehler im Feldbusmodul oder SchnittstellenfehlerModul neu einsetzen oder austauschen; bei Beständigkeit interner Hardwarefehler
EErEEPROM-SpeicherfehlerZugriff auf nichtflüchtigen Speicher fehlgeschlagen oder PrüfsummenfehlerEEPROM korrumpiert durch Spannungsausfall beim Schreiben oder Chip defektWerkseinstellungen laden; bei anhaltendem Fehler interner Hardwaredefekt – Gerät austauschen
H05Interner Hardwarefehler LeistungsteilInterner Hardwarefehler in der Leistungsstufe oder TreiberplatineDefekter Leistungstransistor (IGBT), Treiberschaltung oder interner StromsensorInterner Hardwarefehler – Gerät zur Reparatur einsenden oder Umrichter austauschen
H10Interne Versorgungsspannung fehlerhaftInterne Steuerspannung (15V / 5V) außerhalb der ToleranzNetzteil auf Steuerplatine defekt oder externe 24V-Versorgung an Steuerklemmen überlastetExterne 24V-Last prüfen; bleibt der Fehler bestehen, liegt ein Platinenfehler vor – zur Reparatur einsenden
LP1NetzphasenausfallAusfall einer Netzphase an der EingangsspannungNetzsicherung durchgebrannt, lose Klemmenverbindung am NetzeingangNetzspannungen und Eingangsicherungen prüfen
NMAXMaximaldrehzahl überschrittenTatsächliche Motordrehzahl überschreitet den Grenzwert in Parameter C0011Falsches Geber-Feedback, Feldschwächung fehlerhaft eingestellt, ziehende LastGeberrückführung prüfen, Parameter C0011 und Motortypenschildwerte vergleichen
P12ParametersatzfehlerAktiver Parametersatz ungültig oder bei der Übertragung korrumpiertSpannungsausfall beim Schreiben oder inkompatibler Parametersatz geladenParametersatz erneut über GDC übertragen oder Werkseinstellungen laden (C0002)
PrProgramm- / SystemfehlerInterner Mikrocontroller-ProgrammfehlablaufEMV-Störungen oder Mikrocontroller-Fehler auf der SteuerplatineErdung und Schirmung prüfen, Gerät neu starten. Bleibt der Fehler bestehen, Gerät austauschen

Haeufig gestellte Fragen

Über welche Software wird der Lenze EVF9325-EV parametriert?

Die Parametrierung und Diagnose erfolgen über die Software Lenze Global Drive Control (GDC) oder direkt am Umrichter über das optionale Bedienmodul XT Keypad (EMF2102IB).

Benötigt der Lenze EVF9325-EV einen externen EMV-Filter?

Ja, die Ausführung mit dem Suffix -EV besitzt keinen integrierten RFI-Funkentstörfilter. Für den normgerechten Betrieb ist eine externe Filterung in der Schaltschrankinstallation erforderlich.

Wie können die Parameter auf ein Ersatzgerät übertragen werden?

Parametersätze lassen sich über die GDC-Software sichern und auf das Neugerät laden oder direkt mit dem Bedienmodul XT Keypad (EMF2102IB) sichern und klonen.

Welche Feldbussysteme werden vom EVF9325-EV unterstützt?

Neben dem integrierten CAN-Systembus können über den Automationssteckplatz Funktionsmodule für PROFIBUS-DP (EMF2133IB), DeviceNet (EMF2173IB), INTERBUS (EMF2113IB) und LECOM (RS232/RS485) genutzt werden.

Was ist bei den Fehlercodes H05 oder H10 zu tun?

Diese Codes weisen auf interne Hardwarefehler im Leistungsteil oder in der internen Spannungsversorgung hin. Nach Überprüfung externer Lasten erfordert ein Fortbestehen des Fehlers eine Reparatur oder den Austausch des Geräts.

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Gehen Sie mit unseren Garantiebedingungen auf Nummer sicher

Industrieanlagen sollten vorzugsweise stets in Betrieb bleiben, unabhängig von den Umständen. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, dass Sie sich auf hochwertige Produkte und/oder nachhaltige Reparaturen verlassen können. Mit unseren Garantiebedingungen können Sie sich auf Sicherheit verlassen, unabhängig davon, ob Sie sich für neue, gebrauchte oder reparierte Produkte entscheiden.

Datensicherung und -wiederherstellung

Haben Sie aufgrund eines Defekts wertvolle Parameter oder Daten verloren, während die Unterstützung durch den Hersteller eingestellt wurde? Bei ABC Industrial Parts unterstützen wir Sie bei der Sicherung dieser Daten, sowohl bei gängigen als auch bei spezifischen Produkten.

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