Lenze EVF9326-EV 9300 Vector Frequenzumrichter 11 kW

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Produktinformationen

Produktfamilie: 9300 Series | Serie: 9300 Vector

Der Lenze EVF9326-EV ist ein Frequenzumrichter aus der Serie 9300 Vector mit einer Nennleistung von 11 kW und einem Ausgangsnennstrom von 23,5 A. Das Gerät ist für den Betrieb an einem dreiphasigen Netzanschluss mit einer Nennspannung von 400 V bis 480 V AC (Spannungsbereich 320 V bis 528 V AC) ausgelegt und regelt sowohl verstellbare Asynchronmotoren als auch Reluktanzmotoren mit präziser Vektorregelung. Diese Ausführung ist ohne integriertes Funkentstörfilter (RFI-Filter) konzipiert und besitzt ein kompaktes IP20-Gehäuse, was eine flexible Platzierung in Schaltschränken mit zentraler Entstörung ermöglicht. Der Umrichter arbeitet mit einer Schaltfrequenz von 8 kHz und erreicht eine maximale Ausgangsfrequenz von 480 Hz.

Für den Austausch und die Inbetriebnahme stehen beim Lenze EVF9326-EV steckbare Steuerklemmenleisten sowie umfangreiche Schnittstellen zur Verfügung. Das Gerät verfügt über sechs programmierbare Digitaleingänge, vier Digitalausgänge, zwei bipolare Analogeingänge und zwei bipolare Analogausgänge. Parameter können direkt über das Keypad XT (EMF2102IB) geklont oder mit der Software Lenze Global Drive Control (GDC) übertragen werden. Der interne EEPROM-Speicher sichert bis zu vier eigenständige Parametersätze ab. Für den schnellen Tausch in der Anlage unterstützt ABC Industrial Parts bei der Übertragung der Parameterkonfigurationen, um Ausfallzeiten zu minimieren.

Die Fehler- und Statusdiagnose erfolgt direkt an der Gerätefront über drei LEDs: DRV-RDY (grün) für Betriebsbereitschaft, IMP (gelb) bei aktiver Impulssperre und TRIP / DRV-ERR (rot) im Fehlerfall. Ein integriertes Relais (K11/K12/K14) signalisiert den TRIP-Zustand an übergeordnete Steuerungen, während Detaillogdaten wie der Fehlerspeicher in Parameter C0183 und der Betriebsstatus in C0051 ausgelesen werden können. Bei internen Hardwarefehlern wie EEPROM-Defekten (EER) oder Platinenstörungen (H05) ist eine Reparatur vor Ort nicht möglich; in solchen Fällen stellt ein geprüftes Ersatzgerät oder eine Reparatur über ABC Industrial Parts den schnellsten Weg zur Wiederherstellung der Produktion dar.

Technische Daten

HerstellerLenze
TeilenummerEVF9326-EV
Modellbezeichnung9300 Vector
KomponententypFrequenzumrichter
Nennleistung11 kW
Nennspannung3x 400 / 480 V AC
Versorgungsspannungsbereich320 - 528 V AC
Ausgangsnennstrom23.5 A
Maximale Ausgangsfrequenz480 Hz
Schaltfrequenz8 kHz
SchutzartIP20
Programmierte Digitaleingänge6
Programmierte Digitalausgänge4
Bipolare Analogeingänge2
Bipolare Analogausgänge2
Störungsrelais-Ausgang1

Programmierung und Konfiguration

Die Projektierung und Parameterkonfiguration des Lenze EVF9326-EV erfolgt wahlweise über die Bedieneinheit Keypad XT (EMF2102IB) oder die PC-Software Lenze Global Drive Control (GDC). Über das Keypad XT lassen sich komplette Parametersätze sichern und komfortabel auf ein Ersatzgerät kopieren, was den Austausch bei Wartungsarbeiten erheblich beschleunigt.

Im internen, nichtflüchtigen EEPROM-Speicher des Frequenzumrichters können bis zu vier eigenständige Parametersätze abgelegt werden. Über Diagnoseparameter wie C0051 lässt sich der aktuelle Betriebszustand überwachen, während der Parameterspeicher C0183 eine Historie der aufgetretenen Fehlerbereiche bereithält. Zur Wiederherstellung des Auslieferungszustands kann über den Parameter C0002 die Werkseinstellung geladen werden.

Kommunikation und Systemintegration

Der Frequenzumrichter EVF9326-EV ist standardmäßig mit einer integrierten CAN-Systembusschnittstelle (Anschlüsse X4/X5) ausgestattet. Diese ermöglicht die direkte Vernetzung mehrerer Antriebe in Mehrachsanwendungen sowie die synchrone Kommunikation zwischen Master- und Slave-Antrieben ohne zusätzliche Feldbuskarten.

Für die Anbindung an übergeordnete Automatisierungsnetzwerke verfügt der Antrieb über einen modularen Automation Interface (AIF) Steckplatz. Über steckbare Optionsmodule wie das PROFIBUS-DP-Modul (EMF2133IB), das Interbus-Modul (EMF2113IB) oder LECOM-Schnittstellen lässt sich der Umrichter nahtlos in bestehende Feldbussysteme integrieren.

Diagnose und Statusanzeige

Zur schnellen Zustandsüberwachung besitzt der Lenze EVF9326-EV drei gut sichtbare Status-LEDs an der Gerätefront. Ergänzend stehen das Bediengerät Keypad XT und das Oszilloskop- sowie Fehlerprotokollfenster der Software Global Drive Control (GDC) für eine tiefergehende Fehleranalyse zur Verfügung.

Bei kritischen Störungen schaltet das geräteeigene Störungsrelais an den Klemmen K11, K12 und K14 um und meldet den TRIP-Zustand an die Steuerungsebene.

Status-LED-Anzeigen

LEDFarbe/StatusBedeutung
DRV-RDYGrün - DauerhaftAntriebsstatus / betriebsbereit
IMPGelb - DauerhaftImpulssperre / Reglersperre aktiv
TRIP / DRV-ERRRot - Dauerhaft/BlinkendStörung / aktiver Fehlerzustand

Austausch und Ersatzteile

Beim Austausch eines Lenze EVF9326-EV Vektorfrequenzumrichters muss darauf geachtet werden, dass die spezifische Geräteausführung ohne internen RFI-Filter eingehalten wird, sofern externe Netzentstörkomponenten im Schaltschrank verbaut sind. Ein direkter Tausch erfordert die Übertragung des anwendungsspezifischen Parametersatzes, da ein unkonfigurierter Ersatzumrichter den Motor nicht korrekt ansteuern kann.

Die steckbaren Steuerklemmenleisten ermöglichen ein einfaches Umstecken der Verdrahtung von Digital- und Analogeingängen ohne Neuverdrahtung. Das Klonen der Parameter kann schnell über das Keypad XT oder die GDC-Software durchgeführt werden. Nach dem Einbau sind die CAN-Bus-Adresseinstellungen sowie die ordnungsgemäße Zuordnung der AIF-Kommunikationsmodule zu prüfen.

Fehlercodes und Stoercodes

Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:

CodeNameBeschreibungMoegliche UrsacheEmpfohlene Massnahme
OC1Short CircuitKurzschluss an den Leistungsausgangsklemmen des Umrichters (U, V, W)Kurzschluss in der Motorwicklung, Motorkabel beschädigt, Erdschluss, Beschleunigungszeit zu kurzMotorkabel und Motorisolation prüfen; Beschleunigungszeiteinstellungen prüfen; falls der Fehler bei abgeklemmtem Motor bestehen bleibt, liegt ein interner Hardwarefehler vor – Gerät zur Reparatur einsenden
OC2Earth FaultErdschluss am UmrichterausgangZu hohe Kapazität des Motorkabels, Erdschluss im Motor oder KabelMotorkabel auf Phasenschluss gegen Erde prüfen, Motorisolation mit Isolationsprüfer messen
OC5I x t OverloadKontinuierliche Motorüberlastgrenze überschritten (I x t Integrationsschwelle)Antrieb wurde über längere Zeit über dem Nennstrom betrieben, mechanische Blockade, falscher MotordatensatzMechanische Last auf Blockierung prüfen; Motorparameter in der Konfiguration kontrollieren; Last reduzieren
OUOvervoltage DC BusZwischenkreisspannung hat die maximale Sicherheitsgrenze überschritten (ca. 770 V DC)Rückspeisende Energie vom Motor beim Verzögern; Verzögerungszeit zu kurz; fehlender oder defekter Bremschopper/BremswiderstandVerzögerungszeit verlängern; Bremswiderstand und Bremschopper überprüfen oder nachrüsten
LUUndervoltage DC BusZwischenkreisspannung hat den Mindestbetriebswert unterschritten (ca. 400 V DC)Netzspannungsausfall, fehlende Netzphase, Netzspannungseinbruch unter LastNetzspannung, Sicherungen und Hauptschütz prüfen; Anliegen aller 3 Eingangsphasen kontrollieren
OHHeatsink OvertemperatureKühlkörpertemperatur hat den Sicherheitsgrenzwert überschritten (ca. 85°C / 90°C)Unzureichende Schaltschrankkühlung, zu hohe Umgebungstemperatur, Lüfterausfall, verschmutzte KühlrippenKühlrippen reinigen, Schaltschranklüfter und Luftzirkulation prüfen, internen Kühlkörperlüfter kontrollieren
OH1Heatsink Temperature HighKühlkörpertemperatur-Warnschwelle überschrittenHohe Umgebungstemperatur, hohe Belastung, verstopfter KühlkanalKühlung verbessern, Kühlkörper reinigen, Last reduzieren
OH3Motor OvertemperatureMotor-Temperatursensor hat ausgelöst (PTC oder KTY an Klemmen T1/T2)Thermische Überlastung des Motors, unzureichende Motorkühlung, defekter Sensor oder DrahtbruchMotor abkühlen lassen, Motorlast und Fremdlüfter prüfen, Sensorverdrahtung an T1/T2 kontrollieren
OH4Inverter Interior OvertemperatureUmgebungs- / Innenraumtemperatur der Steuerplatine im Umrichter zu hochZu hohe Schaltschranktemperatur, interne Luftzirkulation blockiertSchaltschrankklimatisierung und Belüftung überprüfen
OH7Motor Temperature Sensor Wire BreakUnterbrechung / Drahtbruch im Motortemperatursensor-Kreis detected (T1/T2)Kabel abgezogen, Drahtbruch, defekter PTC/KTY-SensorMotortemperatursensorkabel und Anschlüsse überprüfen
NMAXOverspeed ExceededIst-Drehzahl des Motors hat die konfigurierte Maximaldrehzahl überschrittenFalsche Drehzahlreglereinstellung, Feldschwächungsfehler, GeberstörungDrehzahlreglerparameter prüfen, Geberverdrahtung und Schirmanschluss kontrollieren
EEREEPROM ErrorInterner EEPROM-Speicherprüfsummenfehler beim Lesen/Schreiben von ParameternElektromagnetische Störungen beim Speichern, beschädigter interner Speicher, Hardware-SpeicherdefektWerkseinstellungen laden (C0002) und Projektparameter neu einspielen; bleibt der Fehler bestehen, liegt ein Platinenfehler vor – Gerät austauschen
PR0Program Error 0Interner Systemsoftware-Ablauf- / Task-ÜberlauffehlerInterner Firmware-Ausführungsfehler oder beschädigter KonfigurationsspeicherNetzspannung aus- und einschalten; Parametersatz neu herunterladen; tritt der Fehler erneut auf, Gerät austauschen
PR1Program Error 1Interner Prozessor-SystemausnahmefehlerProzessor-Logikfehler oder Störungen auf der SteuerplatineGerät neu starten; bei anhaltendem Fehler liegt ein interner Hardwaredefekt vor – Gerät zur Reparatur einsenden
H05Internal Hardware FaultHardware-Selbsttest bei Initialisierung oder Laufzeit fehlgeschlagenInterner Bauteilfehler, Störung der internen StromversorgungInterner Hardwarefehler – vor Ort nicht reparierbar. Gerät muss ausgetauscht oder zur Reparatur eingesendet werden
CE0Communication Error AIFKommunikationsfehler zwischen Umrichter-Hauptsteuerung und AIF-ModulAIF-Kommunikationsmodul sitzt nicht korrekt im Steckplatz, fehlerhafte Feldbusverbindung, defektes ModulSitz des AIF-Moduls im Steckplatz prüfen; Feldbusverkabelung und Abschlusswiderstände kontrollieren
CE1CAN System Bus ErrorCANbus-Fehlerzustand aktiv / Bus-Off-Status auf dem Systembus (X4/X5)Falsche Baudrateneinstellung, fehlende Busabschlusswiderstände (120 Ohm), beschädigte BusleitungCAN-Verdrahtung prüfen, Busabschlusswiderstände/Schalter kontrollieren, Knoten-ID und Baudrate überprüfen

Haeufig gestellte Fragen

Wie wird der Parametersatz bei einem Tausch des Lenze EVF9326-EV übertragen?

Der Parametersatz kann mithilfe der Bedieneinheit Keypad XT (EMF2102IB) direkt geklont oder über die PC-Software Lenze Global Drive Control (GDC) ausgelesen und auf das Ersatzgerät eingespielt werden.

Benötigt der Frequenzumrichter EVF9326-EV ein externes Entstörfilter?

Ja, da diese Ausführung ohne integrierten RFI-Filter konstruiert ist, muss bei Bedarf eine externe Funkentstörung im Schaltschrank vorgesehen werden.

Welche Feldbusse werden vom EVF9326-EV unterstützt?

Neben dem integrierten CAN-Systembus unterstützt das Gerät über den AIF-Steckplatz optionale Module wie PROFIBUS-DP (EMF2133IB), Interbus (EMF2113IB) und LECOM.

Was bedeutet der Fehlercode OC1 am Lenze EVF9326-EV?

Der Code OC1 signalisiert einen Kurzschluss an den Motorabgangsklemmen U, V, W. Mögliche Ursachen sind ein defektes Motorkabel, ein Wicklungsschluss im Motor oder eine zu kurze Beschleunigungszeit.

Wie signalisiert der Antrieb seinen Betriebszustand vor Ort?

Der Status wird über die Front-LEDs DRV-RDY (Betriebsbereit), IMP (Impulssperre) und TRIP / DRV-ERR (Störung) sowie über das Störungsrelais an den Klemmen K11/K12/K14 angezeigt.

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