Lenze EVF9329-EH 9300 Vector Frequenzumrichter 45kW 89A

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Produktinformationen
Der Lenze EVF9329-EH ist ein leistungsstarker 45-kW-Frequenzumrichter aus der Serie 9300 Vector, der für die präzise Drehzahl- und Drehmomentregelung von Dreiphasen-Asynchronmotoren in anspruchsvollen Industrieanlagen entwickelt wurde. Der Antrieb wird an ein dreiphasiges Netz mit einer Nennspannung von 400 V bis 480 V AC (Spannungsbereich 320 V bis 528 V AC) angeschlossen und liefert einen kontinuierlichen Ausgangsstrom von 89 A bei einer Taktfrequenz von 8 kHz. Das Gerät ist im Schutzart-IP20-Gehäuse für die direkte Montage im Schaltschrank ausgeführt und deckt einen Ausgangsfrequenzbereich von 0 Hz bis 480 Hz ab. Es unterstützt U/f-Kennliniensteuerung, sensorlose Vektorregelung sowie geregelte Vektorregelung mit Geberrückführung.
Für den Anschluss im Schaltschrank bietet das Gerät acht digitale Eingänge, vier digitale Ausgänge, zwei analoge Eingänge und zwei analoge Ausgänge, die für steuerungstechnische Aufgaben frei konfigurierbar sind. Zusätzlich verfügt der Umrichter über einen integrierten CAN-Systembus sowie einen variablen Steckplatz für Schnittstellenmodule der Automation Interface (AIF)-Reihe, darunter PROFIBUS-DP, CANopen oder LECOM sowie das Bedienmodul Keypad XT (EMF2102IB). Bei der Inbetriebnahme oder dem Austausch einer Komponente ist das Ersatzgerät selten direkt einsatzbereit. Parameter müssen aus der Anlagendokumentation oder dem Altgerät eingespielt werden. Über die PC-Software Global Drive Control (GDC) oder das Keypad XT lassen sich die im internen EEPROM gespeicherten Parametersätze sichern und auf das Austauschgerät übertragen. ABC Industrial Parts unterstützt Sie bei Bedarf mit geprüften Ersatzgeräten und bei der Aufbereitung von Parameterdaten.
Zur Fehlerdiagnose und Betriebsüberwachung besitzt der EVF9329-EH eine kombinierte Status-LED für DRIVE READY und DRIVE ERROR an der Frontseite. Über Diagnoseparameter wie C0168 kann der interne Fehlerspeicher ausgelesen werden, um zurückliegende TRIP-Meldungen zu analysieren. Ergänzend stehen Parameter für Ausgangsstrom (C0054), Motordrehzahl (C0052) und Softwareversion (C0183) zur Verfügung. Bei externen Störungen wie Überspannung oder Phasenausfall sollten die Versorgungsspannung und der Bremswiderstand geprüft werden. Werden interne Systemfehler wie EER oder H05 angezeigt, liegt häufig ein Hardware- oder Speicherfehler der Steuerplatine vor, der vor Ort nicht instand gesetzt werden kann. In solchen Fällen ist ein geprüfter Austausch oder eine professionelle Reparatur über ABC Industrial Parts der schnellste Weg zur Wiederherstellung der Anlageneffizienz.
Technische Daten
| Hersteller | Lenze |
| Teilenummer | EVF9329-EH |
| Komponententyp | Frequenzumrichter |
| Produktfamilie | 9300 Vector |
| Nennleistung | 45 kW |
| Nennstrom | 89 A |
| Versorgungsspannung | 320 ... 528 V AC (3-phasig) |
| Ausgangsfrequenz | 0 ... 480 Hz |
| Schaltfrequenz | 8 kHz |
| Regelungsverfahren | U/f-Kennlinie, Sensorlose Vektorregelung, Geregelte Vektorregelung |
| Digitale Eingänge | 8 |
| Digitale Ausgänge | 4 |
| Analoge Eingänge | 2 |
| Analoge Ausgänge | 2 |
| Schutzart | IP20 |
| Montageart | Schaltschrank / Einbauplatte |
Programmierung und Konfiguration
Die Konfiguration und Parameteranpassung des Lenze EVF9329-EH erfolgt primär über die Engineering-Software Global Drive Control (GDC) oder direkt vor Ort über das Ansteckmodul Keypad XT (EMF2102IB). Der Frequenzumrichter verfügt über ein internes, nichtflüchtiges EEPROM, das bis zu vier eigenständige Parametersätze dauerhaft speichern kann. Dies ermöglicht die flexible Umschaltung zwischen verschiedenen Betriebsmodi oder Maschinenrezepturen ohne erneuten Software-Download.
Soll der Umrichter auf Werkseinstellungen zurückgesetzt werden, lässt sich dies durch das Setzen des Parameters C0002 auf den Wert 1 ausführen. Für die Datensicherung und Übertragung auf ein Ersatzgerät können die Parametersätze mit der Software GDC ausgelesen und als Datei archiviert oder mit der Speicherfunktion des Keypad XT direkt von einem Umrichter auf einen anderen kopiert werden.
Kommunikation und Systemintegration
Für die Vernetzung innerhalb von Antriebsgruppen ist der EVF9329-EH serienmäßig mit einem integrierten CAN-Systembus an den Klemmen X4 und X5 ausgestattet. Dieser Bus arbeitet mit Übertragungsraten von bis zu 500 kbit/s und erlaubt den schnellen Datenaustausch und die Synchronisation zwischen mehreren Lenze-Antrieben. An beiden Enden der CAN-Busleitung ist der Einbau von 120-Ohm-Abschlusswiderständen erforderlich.
Zur Einbindung in übergeordnete Feldbussysteme steht der modulare Automation Interface (AIF)-Steckplatz zur Verfügung. Je nach installierter Schnittstelle unterstützt der Umrichter PROFIBUS-DP (Module EMF2133IB / EMF2131IB), CANopen (Module EMF2171IB / EMF2172IB) oder LECOM. Ergänzend ist an Klemme X6 ein Geberanschluss vorhanden, der den Rückführbetrieb für hochdynamische Vektorregelung ermöglicht.
Diagnose und Statusanzeige
Der Frequenzumrichter Lenze EVF9329-EH bietet umfassende Diagnosemöglichkeiten zur schnellen Störungserkennung. An der Gerätefront signalisiert eine zweifarbige LED den aktuellen Betriebszustand. Ein grünes Blinklicht zeigt den ordnungsgemäßen Betrieb oder die Betriebsbereitschaft an, während ein rotes Signal (blinkend oder dauerhaft) auf eine Störung mit aktiver TRIP-Schaltung hinweist.
Detaillierte Diagnoseinformationen können über das Keypad XT oder die Diagnosefenster der GDC-Software abgerufen werden. Der Parameter C0168 dient als Historienspeicher für aufgetretene Störungscodes. Weiterhin erlauben die Parameter C0054 (aktueller Motorstrom) und C0052 (aktuelle Motordrehzahl) eine präzise Überwachung des Belastungszustands im laufenden Betrieb.
Status-LED-Anzeigen
| LED | Farbe/Status | Bedeutung |
|---|---|---|
| DRIVE READY / DRIVE ERROR | Grün / Rot - Dauerhaft / Blinkend | Grün blinkend = Antrieb betriebsbereit / in Betrieb; Rot blinkend oder dauerhaft = Störung (TRIP aktiv); Beide aus = Keine Steuerspannung vorhanden |
Austausch und Ersatzteile
Beim Austausch eines defekten Lenze EVF9329-EH gegen ein Ersatzgerät ist darauf zu achten, dass die genaue Teilenummer übereinstimmt, um Kompatibilität bei Leistung, Netzspannung (320–528 V AC) und Steueranschlüssen zu gewährleisten. Ein neues oder überholtes Gerät enthält nach dem Auspacken nicht die anlagenspezifischen Einstellungen der Altkomponente.
Vor der Wiederinbetriebnahme müssen die Parameter auf das Ersatzgerät übertragen werden. Dies kann durch Auslesen des Altgeräts via Global Drive Control (GDC) oder durch Umstecken des programmierten Keypad XT erfolgen. Falls das Altgerät elektrisch nicht mehr ansprechbar ist, müssen die Parameter aus einer gesicherten Projektdatei geladen werden.
Zusätzlich ist darauf zu achten, dass vorhandene AIF-Erweiterungsmodule (z. B. PROFIBUS-DP oder CANopen) aus dem Altgerät entnommen und im gleichen AIF-Steckplatz des Ersatzgeräts fixiert werden. Abschließend sollten die CAN-Bus-Terminierung (120 Ohm) sowie die Verdrahtung am Gebereingang X6 und den Klemmen T1/T2 überprüft werden.
Fehlercodes und Stoercodes
Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:
| Code | Name | Beschreibung | Moegliche Ursache | Empfohlene Massnahme |
|---|---|---|---|---|
| OC1 | Kurzschluss | Kurzschluss oder Erdschluss an den Ausgangsklemmen des Umrichters | Kurzschluss im Motorkabel oder Motor; Erdschluss; Hochlaufzeit zu kurz eingestellt | Motorkabel auf Kurzschluss und Erdschluss prüfen; Motorisolation messen; Hochlaufzeit C0012 verlängern. |
| OC5 | Überlast / Überstrom bei Beschleunigung | Ausgangsstrom hat während der Beschleunigungsphase den Grenzwert überschritten | Motor mechanisch überlastet; Hochlaufzeit zu kurz; falsche Motordaten parametriert | Hochlaufzeit C0012 erhöhen; Mechanik auf Schwergängigkeit prüfen; Motordaten im Umrichter überprüfen. |
| OU | Überspannung im Zwischenkreis | Die Zwischenkreisspannung hat den oberen Grenzwert überschritten | Generatorische Energie beim Bremsen; Stillsetzzeit zu kurz; Bremswiderstand nicht angeschlossen oder defekt | Stillsetzzeit C0013 verlängern; Bremsmodul bzw. Bremswiderstand anschließen und prüfen; Netzspannung kontrollieren. |
| LU | Unterspannung im Zwischenkreis | Die Zwischenkreisspannung ist unter den unteren Grenzwert gefallen | Netzausfall; Phasenausfall; Eingangsspannung zu niedrig | Netzspannung an den Klemmen L1, L2, L3 prüfen; Sicherungen und Zuleitungen kontrollieren. |
| OH | Kühlkörper-Übertemperatur | Kühlkörpertemperatur des Umrichters hat den zulässigen Höchstwert überschritten | Umgebungstemperatur zu hoch; Schaltschranklüfter defekt; Kühlrippen verschmutzt oder Luftzufuhr blockiert | Kühlrippen reinigen; Belüftung im Schaltschrank sicherstellen; Umgebungstemperatur reduzieren. |
| OH4 | Motor-Übertemperatur | Auslösung des Motor-Temperatursensors (PTC oder Öffner an Klemmen T1/T2) | Motor überlastet; Fremdlüfter defekt; PTC-Anschluss unterbrochen oder fehlerhaft | Motor abkühlen lassen; mechanische Last prüfen; Verdrahtung des Thermoschutzes an Klemmen T1/T2 prüfen. |
| LP1 | Netzphasenausfall | Ausfall einer oder mehrerer Phasen der Wechselstrom-Einspeisung | Unsymmetrische Netzspannung; Netzsicherung ausgelöst; Klemmenverbindung lose | Eingangsspannungen unter Last messen; Sicherungen und Klemmenanschlüsse prüfen. |
| P12 | Geberfehler | Fehlendes oder fehlerhaftes Drehzahl-Rückführsignal am Geberanschluss X6 | Geberkabel unterbrochen oder nicht eingesteckt; Geberversorgung falsch eingestellt; Drehgeber defekt | Geberkabel und Steckverbindung an X6 prüfen; Spannungsversorgung des Gebers in den Parametern kontrollieren; Geber testen. |
| EER | EEPROM-Fehler | Lesefehler oder Schreibfehler im internen nichtflüchtigen Speicher | Interner Hardwarefehler oder Speicherbeschädigung durch schwere Netzstörung | Interner Hardwarefehler – Parameter auf Werkseinstellung zurücksetzen (C0002 = 1). Beseitigt dies den Fehler nicht, Gerät zur Reparatur einsenden. |
| H05 | Interner Hardwarefehler | Selbsttest der internen Steuerplatine des Umrichters fehlgeschlagen | Defekt auf der Steuerplatine oder fehlerhafter interner Firmware-Zustand | Interner Hardwarefehler – Netzspannung aus- und wieder einschalten. Bleibt der Fehler bestehen, Gerät reparieren lassen oder austauschen. |
| CE0 | AIF-Kommunikationsfehler | Kommunikationsunterbrechung zwischen Umrichter und AIF-Feldbusmodul | AIF-Modul locker, nicht korrekt eingerastet oder fehlt; Feldbuskabel unterbrochen | Sitz des Moduls im AIF-Steckplatz prüfen; Feldbuskabel und Busabschlusskontrollen durchführen. |
| CE1 | Systembus-Kommunikationsfehler (CAN) | Kommunikationsstörung auf dem integrierten CAN-Systembus | CAN-Busleitung unterbrochen oder kurzgeschlossen; Baudrate falsch; Abschlusswiderstände (120 Ohm) fehlen | CAN-Verdrahtung an den Klemmen X4/X5 prüfen; Abschlusswiderstände an beiden Leitungsenden kontrollieren; Baudrate abgleichen. |
Haeufig gestellte Fragen
Welche Software wird für die Parametrierung des Lenze EVF9329-EH benötigt?
Die Parametrierung und Diagnose erfolgt über die PC-Software Lenze Global Drive Control (GDC). Alternativ können Einstellungen direkt am Gerät über das Ansteckmodul Keypad XT (EMF2102IB) vorgenommen werden.
Wie werden die Parameter auf ein Ersatzgerät übertragen?
Die Parametersätze können mit der Software GDC vom Altgerät ausgelesen und auf den neuen Umrichter übertragen werden. Ebenso erlaubt das Bedienmodul Keypad XT das Speichern und Kopieren von Parametersätzen direkt am Gerät.
Welche Feldbusschnittstellen werden vom EVF9329-EH unterstützt?
Über den integrierten Automation Interface (AIF)-Steckplatz können Feldbusmodule für PROFIBUS-DP (EMF2133IB / EMF2131IB), CANopen (EMF2171IB / EMF2172IB) und LECOM eingesetzt werden. Zudem ist ein CAN-Systembus integriert.
Was bedeutet der Fehlercode EER und wie wird er behoben?
Der Fehlercode EER weist auf einen EEPROM-Speicherfehler hin. Als erste Maßnahme sollten die Parameter durch Setzen von C0002 = 1 auf Werkseinstellung zurückgesetzt werden. Bleibt die Meldung bestehen, liegt ein interner Hardwaredefekt vor.
Welche Versorgungsspannung benötigt der Frequenzumrichter EVF9329-EH?
Der Umrichter ist für den Betrieb an einem dreiphasigen Drehstromnetz mit einer Nennspannung von 400 V bis 480 V AC ausgelegt, wobei der zulässige Spannungsbereich von 320 V bis 528 V AC reicht.
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Industrieanlagen sollten vorzugsweise stets in Betrieb bleiben, unabhängig von den Umständen. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, dass Sie sich auf hochwertige Produkte und/oder nachhaltige Reparaturen verlassen können. Mit unseren Garantiebedingungen können Sie sich auf Sicherheit verlassen, unabhängig davon, ob Sie sich für neue, gebrauchte oder reparierte Produkte entscheiden.
Datensicherung und -wiederherstellung
Haben Sie aufgrund eines Defekts wertvolle Parameter oder Daten verloren, während die Unterstützung durch den Hersteller eingestellt wurde? Bei ABC Industrial Parts unterstützen wir Sie bei der Sicherung dieser Daten, sowohl bei gängigen als auch bei spezifischen Produkten.
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Wenn Sie mit spezifischen Hardware- oder Firmware-Versionen arbeiten, die vom Hersteller nicht mehr angeboten werden, ist ABC Industrial Parts Ihr kompetenter Ansprechpartner. Geben Sie bei Ihrer Anfrage deutlich an, welche Versionen Sie benötigen. Wir prüfen dann die Möglichkeiten, diese Versionen zu liefern, damit Ihre Anlagen weiterhin optimale Leistungen erbringen.
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