Lenze EVF9329-EV 9300 Vector Frequenzumrichter 30 kW

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Produktinformationen

Produktfamilie: 9300 Vector | Serie: 9300 Vector

Der Lenze EVF9329-EV ist ein Frequenzumrichter aus der Serie 9300 Vector mit einer Nennleistung von 30 kW und einem Dauer-Ausgangsstrom von 59 A. Das für die Schaltschrankmontage konzipierte Gerät in Schutzart IP20 arbeitet an einem dreiphasigen Versorgungsspannungsbereich von 320 V bis 528 V AC und liefert einen maximalen Ausgangsstrom von 88,5 A bei einer Schaltfrequenz von 8 kHz. Der Umrichter nutzt fortschrittliche Motorregelverfahren wie geberlose Vektorregelung, feldorientierte Vektorregelung mit Rückführung sowie V/f-Kennliniensteuerung für dreiphasige Asynchronmotoren. Diese spezifische Ausführung EVF9329-EV ist ohne integrierten Funkentstörfilter ausgeführt, sodass externe Entstörmaßnahmen je nach Anlagenanforderung gewählt werden können.

Zur Einbindung in die Automatisierungsumgebung verfügt das Gerät über eine integrierte CANbus-Systembus-Schnittstelle sowie modulare Steckplätze für optionale Kommunikationsbaugruppen wie PROFIBUS-DP (EMF2102IB) oder CANopen (EMF2133IB). Die E/A-Ebene umfasst vier digitale Eingänge, zwei digitale Ausgänge, zwei analoge Eingänge und zwei analoge Ausgänge. Bei der Inbetriebnahme eines Ersatzgeräts müssen die anwendungsspezifischen Parameter auf den neuen Umrichter übertragen werden. Der EVF9329-EV speichert bis zu vier programmierbare Parametersätze im internen EEPROM. Die Konfiguration und Datensicherung erfolgt entweder über das Bediener-Keypad EMZ9371BC oder über die PC-Software Lenze Global Drive Control (GDC). ABC Industrial Parts unterstützt bei der Bereitstellung vorkonfigurierter Ersatzgeräte und der Parametersicherung aus Altgeräten.

Die Diagnose des Betriebszustands erfolgt direkt am Gerät über drei Status-LEDs sowie über das Bediener-Keypad oder das GDC-Diagnosefenster. Das System führt ein internes Fehlerregister in den Parametern C0161 bis C0168 und gibt Betriebszustände über einen READY/TRIP-Digitalausgang aus. Bei Warnungen oder Störungen wie Überspannung (OU), Unterspannung (LU) oder Überstrom schützt der Umrichter sich und den angeschlossenen Motor selbstständig. Treten interne Speicherfehler (EER) oder Hardwarefehler (H05) auf, liegen diese auf Platinen- oder Prozessorebene und können nicht im Feld repariert werden. In solchen Fällen ist ein geprüfter Austauschumrichter oder eine fachgerechte Reparatur über ABC Industrial Parts der sicherste Weg zur Wiederherstellung der Anlagenverfügbarkeit.

Technische Daten

HerstellerLenze
TeilenummerEVF9329-EV
Modell / Typ9300 Vector
Produktfamilie9300 Vector
KomponententypFrequenzumrichter
Nennleistung30 kW
Versorgungsspannungsbereich320 - 528 V AC
Dauer-Ausgangsstrom59 A
Maximaler Ausgangsstrom88.5 A
Ausgangsfrequenzbereich0 - 600 Hz
Schaltfrequenz8 kHz
RegelungsverfahrenGeberlose Vektorregelung, feldorientierte Vektorregelung mit Rückführung, V/f-Kennliniensteuerung
SchutzartIP20
Digitale Eingänge4
Digitale Ausgänge2
Analoge Eingänge2
Analoge Ausgänge2

Programmierung und Konfiguration

Die Programmierung und Parametrierung des Frequenzumrichters Lenze EVF9329-EV erfolgt flexibel über die Software Lenze Global Drive Control (GDC) oder das aufsteckbare Bedienmodul EMZ9371BC. Der Umrichter besitzt einen integrierten EEPROM-Speicher, der bis zu vier voneinander unabhängige Parametersätze aufnehmen kann. Dadurch lässt sich der Antrieb rasch an unterschiedliche Betriebsmodi oder Produktvarianten in der Fertigung anpassen.

Über die GDC-Software können sämtliche Regelungsparameter, Rampenzeiten, Strombegrenzungen und E/A-Zuordnungen ausgelesen, bearbeitet und archiviert werden. Bei einem Geräteaustausch lässt sich der komplette Datensatz des Originalumrichters über eine GDC-Sicherungsdatei oder direkt über das Bediener-Keypad EMZ9371BC in das Ersatzgerät übertragen, um Ausfallzeiten auf ein Minimum zu reduzieren.

Kommunikation und Systemintegration

Der EVF9329-EV verfügt werkseitig über eine integrierte CANbus-Systembus-Schnittstelle, die eine schnelle Direktkommunikation zwischen mehreren Lenze-Antrieben ohne zusätzliche Steuerungshardware ermöglicht. Über den Systembus können Sollwerte, Querverbindungen und Steuerkommandos in Echtzeit ausgetauscht werden.

Zusätzlich bietet der Frequenzumrichter modulare Funktions- und Kommunikationssteckplätze zur Anbindung an übergeordnete Feldbussysteme. Je nach verbautem Optionsmodul – wie dem PROFIBUS-DP-Modul EMF2102IB oder dem CANopen-Modul EMF2133IB – lässt sich der Antrieb nahtlos in bestehende PLC- und Prozessleitsysteme integrieren.

Diagnose und Statusanzeige

Zur schnellen Zustandsüberwachung besitzt der Lenze EVF9329-EV drei Front-LEDs für Betriebs- (Grün), Warn- (Gelb) und Störungsmeldungen (TRIP / Rot). Über das Bediener-Keypad EMZ9371BC oder die GDC-Diagnoseumgebung lassen sich detaillierte Betriebsparameter und der historische Fehlerspeicher in den Registern C0161 bis C0168 einsehen.

Ein digitaler Statusausgang meldet den Bereitschafts- (READY) oder Trip-Zustand (TRIP) an die übergeordnete Steuerung. Neben thermischer Überwachung von Kühlkörper und Motor werden Netzphasenausfälle und Buskommunikationsfehler umgehend erkannt und im Klartext oder Fehlercode angezeigt.

Status-LED-Anzeigen

LEDFarbe/StatusBedeutung
TRIPRot - Dauerhaft leuchtendFehlerindikation / Antriebsabschaltung (TRIP) aktiv
OperationGrün - Dauerhaft leuchtendReglerfreigabe / Normaler Betriebszustand
WarningGelb - Dauerhaft leuchtend / BlinkendWarnzustand / Strom- oder Spannungsgrenzwertfunktion aktiv

Austausch und Ersatzteile

Beim Austausch eines Lenze EVF9329-EV Umrichters ist darauf zu achten, dass die Typenbezeichnung exakt übereinstimmt. Da das Modell EVF9329-EV ohne internen Funkentstörfilter (RFI) ausgeliefert wird, müssen vorhandene externe Netzentstörfilter und Drosseln der Anlage weiterverwendet oder entsprechend ausgelegt werden, um die EMC-Richtlinien einzuhalten.

Vor dem Netztrennen des Altgeräts sollte, sofern technisch noch möglich, der Parametersatz über die Lenze GDC-Software oder das Bediener-Keypad EMZ9371BC gesichert werden. Verbaute Feldbusmodule (wie EMF2102IB oder EMF2133IB) müssen in die entsprechenden Optionssteckplätze des Ersatzgeräts umgesetzt und eventuelle Adress- oder Baudrateneinstellungen geprüft werden.

Fehlercodes und Stoercodes

Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:

CodeNameBeschreibungMoegliche UrsacheEmpfohlene Massnahme
OC1Kurzschluss / ErdschlussKurzschluss oder Erdschluss an den Leistungsausgangsklemmen U, V, W.Kurzschluss im Motorkabel; Isolationsschaden in der Motorwicklung; Erdschluss im Motorkreis; zu hohe kapazitive Leitungsladeströme.Motorkabel und Motorwicklungen auf Isolationsfehler und Kurzschluss prüfen; Leitungslänge und Querschnitt kontrollieren.
OC5I*t Umrichter-ÜberlastAndauernde Überlastung überschreitet die thermische Kapazität der Leistungshalbleiter.Umrichter für Lastzyklus zu klein dimensioniert; mechanische Blockade; Beschleunigungsrampe zu kurz.Motor- und Umrichterauslegung prüfen; mechanische Last kontrollieren; Beschleunigungszeit verlängern.
OC6Motor-ÜberlastBerechnete thermische I*t-Überlast des Motors erreicht.Motor dauerhaft oberhalb des Nennstroms bei niedrigen Drehzahlbereichen betrieben; zu hohe Welle-Belastung.Motorlast und Strombegrenzung prüfen; thermische Motormodellparameter in C0075/C0076 kontrollieren.
OUDC-Zwischenkreis ÜberspannungZwischenkreisspannung überschreitet den maximalen oberen Schwellenwert.Rückgespeiste Bremsenergie beim Verzögern; Verzögerungszeit zu kurz; Brems-Chopper oder Bremswiderstand defekt oder nicht vorhanden.Verzögerungszeit verlängern; externen Brems-Chopper/Bremswiderstand installieren; Netzspannung prüfen.
LUDC-Zwischenkreis UnterspannungZwischenkreisspannung ist unter die minimale Betriebsgrenze gefallen.Netzausfall; Phasenausfall; Eingangsspannung zu niedrig; kurzzeitiger Spannungseinbruch.Netzspannung und Eingangssicherungen prüfen; Eingangsverdrahtung kontrollieren.
OHKühlkörper ÜbertemperaturKühlkörpertemperatur überschreitet den zulässigen Höchstwert.Lüfter defekt oder blockiert; Umgebungstemperatur zu hoch; unzureichender Freiraum für Luftzirkulation.Kühlrippen reinigen; internen Lüfter auf Funktion prüfen; Schaltschrankbelüftung kontrollieren.
OH4Motor ÜbertemperaturDer an Klemme X8 angeschlossene Motortemperatursensor hat ausgelöst.Motor überhitzt; PTC-Fühler angesprochen; Sensorleitung unterbrochen.Motor abkühlen lassen; Motorlüftung überprüfen; Sensorleitung an Klemme X8 kontrollieren.
OH7Innenraum ÜbertemperaturInnentemperatur im Umrichtergehäuse überschreitet den Sicherheitswert.Umgebungstemperatur im Schaltschrank zu hoch; Schaltschrankkühlung ausgefallen.Schaltschrankkühlung verbessern; Belüftungssystem prüfen.
CE0CAN-Bus KommunikationsfehlerKommunikationsstörung auf der integrierten CANbus-Systembusschnittstelle.Busverdrahtungsfehler; fehlende Abschlusswiderstände; Busüberlastung; falsche Knotenadresse.CANbus-Verdrahtung, Schirmung und Abschlusswiderstände (120 Ohm) prüfen; Baudrate kontrollieren.
CE1Automatisierungsmodul-Fehler 1Kommunikationsunterbrechung zwischen Umrichter und optionalem Feldbusmodul.Feldbusmodul locker oder defekt; Master-Steuerung außer Betrieb; fehlerhafte Konfiguration.Feldbuskabel, PLC-Status und festen Sitz des Optionsmoduls im Steckplatz prüfen.
EEREEPROM-SpeicherfehlerPrüfsummenfehler oder Datenkorruption im nichtflüchtigen Parameterspeicher.Interner Hardwarefehler; Spannungsunterbrechung während des Speichervorgangs.Werkseinstellungen laden (C0002) und neu konfigurieren; bleibt der Fehler bestehen, liegt ein Hardwaredefekt vor.
H05Interner HardwarefehlerSchwerwiegender interner Fehler im Leistungsteil oder auf der Steuerplatine.Hardwaredefekt, Steuerplatinenschaden oder beschädigte Systemfirmware.Gerät aus- und einschalten. Tritt der Fehler erneut auf, liegt ein Hardwaredefekt vor — Austausch oder Reparatur erforderlich.
LP1NetzphasenausfallEine der eingehenden Wechselspannungsphasen fehlt.Netzsicherung ausgelöst; lose Kabelverbindung an den Netzanschlussklemmen U1/V1/W1.Eingangssicherungen und Symmetrie der Dreiphasenspannung überprüfen.
NMAXMaximaldrehzahl überschrittenTatsächliche Motordrehzahl hat die eingestellte Höchstdrehzahl überschritten.Drehzahlregler falsch parametriert; ziehende Last treibt die Motorwelle an.Verstärkung des Drehzahlreglers prüfen; mechanische Bremseinrichtung kontrollieren.

Haeufig gestellte Fragen

Welche Nennleistung und welchen Ausgangsstrom liefert der Lenze EVF9329-EV?

Der Lenze EVF9329-EV bietet eine Nennleistung von 30 kW bei einem Dauer-Ausgangsstrom von 59 A und einem maximalen Ausgangsstrom von 88,5 A.

Besitzt der EVF9329-EV einen integrierten Funkentstörfilter (RFI-Filter)?

Nein, die Ausführung EVF9329-EV ist ohne integrierten RFI-Filter aufgebaut. Bei Bedarf müssen externe Filter in der Netzzuleitung eingesetzt werden.

Wie werden die Parameter auf einen neuen Ersatzumrichter übertragen?

Die Parameterübertragung erfolgt entweder durch Umstecken des Bedienmoduls EMZ9371BC mit gespeichertem Parametersatz oder über den Download einer Sicherungsdatei mittels der Software Lenze Global Drive Control (GDC).

Welche Kommunikationsschnittstellen unterstützt der EVF9329-EV?

Der Umrichter verfügt standardmäßig über einen integrierten CANbus-Systembus. Über optionale Steckmodule werden Feldbusse wie PROFIBUS-DP (EMF2102IB) oder CANopen (EMF2133IB) unterstützt.

Was bedeutet der Fehlercode EER oder H05 auf dem Display?

Die Codes EER (EEPROM-Speicherfehler) und H05 (interner Hardwarefehler) weisen auf ein Problem auf Platinen- oder Speicherebene hin. Lässt sich der Fehler durch Aus- und Einschalten oder Laden der Werkseinstellungen nicht beheben, ist ein Austausch oder eine Reparatur erforderlich.

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