Lenze EVF9331-EV 9300 Vector Frequenzumrichter 55 kW

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Produktinformationen

Produktfamilie: 9300 Vector | Serie: 9300 Vector

Der Lenze EVF9331-EV ist ein leistungsstarker Frequenzumrichter aus der Serie 9300 Vector, der für anspruchsvolle Bewegungssteuerungen mit einer Nennleistung von 55 kW ausgelegt ist. Das Gerät arbeitet an einer dreiphasigen Netzspannung von 320 V bis 528 V AC bei nominal 400 V AC und liefert einen kontinuierlichen Ausgangsstrom von 110 A bei einer Taktfrequenz von 8 kHz. Es unterstützt geregelte Vektorregelung mit oder ohne Rückführung sowie V/f-Kennliniensteuerung für die präzise Drehzahl- und Drehmomentregelung von Wechselstrommotoren. Als Variante EV wird dieses Modell ohne internen Funkentstörfilter geliefert, weshalb für die Einhaltung von EMV-Standards externe Netzfilter der Serie Lenze EZF erforderlich sind.

Für die Einbindung in Automatisierungssysteme verfügt der EVF9331-EV über eine integrierte CANbus-Systembusschnittstelle an Klemme X4 sowie einen modularen Steckplatz für Automatisierungsschnittstellen (AIF). Dieser nimmt optionale Kommunikationsmodule wie das PROFIBUS-DP-Modul EMF2133IB oder die PC-Systembus-Adapter EMF2173IB und EMF2177IB auf. Zudem stehen Eingänge für Resolver sowie Inkrementalgeber wie TTL-, HTL- und SinCos-Geber bereit. Beim Austausch eines defekten Geräts müssen die im internen EEPROM gespeicherten Datensätze übertragen werden, da Umrichter selten ohne vorherige Parametrierung einsatzbereit sind. Die Sicherung und Übertragung der bis zu vier umschaltbaren Parametersätze gelingt über das Bedienmodul Keypad XT 9371BB oder die Software Lenze Global Drive Control. ABC Industrial Parts unterstützt bei der Bereitstellung vorkonfigurierter Ersatzgeräte und der Datensicherung aus Bestandsanlagen.

Betriebszustände und Störungen lassen sich direkt am Gerät über zwei Status-LEDs ablesen. Eine grüne LED zeigt den Betriebszustand oder eine Reglersperre an, während eine rote LED eine aktive Auslösung meldet. Detaillierte Diagnosewerte und Fehlercodes stehen über den Parameter C0161 sowie den Fehlerspeicher in den Parametern C0168 bis C0171 zur Verfügung. Bei externen Ursachen wie Überspannung oder Überlast bieten Prüfungen der Netzspannung, Verkabelung und Motorisolation erste Abhilfe. Treten jedoch interne Systemfehler wie EER, H05 oder PR0 auf, liegt eine Störung auf Platinebene vor, die nicht vor Ort behoben werden kann. In solchen Fällen ist eine fachgerechte Reparatur oder ein geprüfter Austauschumrichter von ABC Industrial Parts der schnellste Weg zur Wiederherstellung der Anlagenverfügbarkeit.

Technische Daten

Nennleistung55 kW
Nenn-Eingangsspannung400 V AC
Eingangsspannungsbereich320 - 528 V AC
Dauer-Ausgangsstrom110 A
Ausgangsspannungsbereich0 - 400 V AC
Ausgangsfrequenzbereich0 - 480 Hz
Taktfrequenz8 kHz
RegelungsverfahrenVektorregelung (offener/geschlossener Regelkreis), V/f-Kennliniensteuerung
Digitaleingänge6
Digitalausgänge4
Analogeingänge2 (-10 V bis +10 V)
Analogausgänge2 (-10 V bis +10 V)

Programmierung und Konfiguration

Die Projektierung und Parameterkonfiguration des Lenze EVF9331-EV erfolgt wahlweise über die Bedieneinheit Keypad XT (9371BB) oder mit der Engineering-Software Lenze Global Drive Control (GDC). Sämtliche Anwendungs- und Motorparameter werden im internen, nichtflüchtigen EEPROM abgelegt. Der Umrichter stellt bis zu vier voneinander unabhängige, umschaltbare Parametersätze bereit, wodurch flexible Maschineneinstellungen oder der Wechsel zwischen unterschiedlichen Betriebsmodi ohne Neuprogrammierung möglich sind.

Beim Austausch einer Komponente ist das Klonen der Parameter der entscheidende Schritt zur Wiederherstellung des Betriebes. Die Parametersätze können über das Keypad XT aus dem Altgerät ausgelesen und direkt in das Ersatzgerät eingespielt werden. Bei Nutzung der Software GDC wird die Verbindung über einen PC-Systembus-Adapter hergestellt, was eine übersichtliche Dokumentation und Sicherung des Anwenderprogramms ermöglicht. Bei Bedarf lässt sich der Umrichter über den Parameter C0002 auf die Werkseinstellungen zurücksetzen.

Kommunikation und Systemintegration

Der EVF9331-EV besitzt einen integrierten CANbus-Systembus an der Anschlussklemme X4. Dieser ermöglicht die schnelle Peer-to-Peer-Kommunikation und Querkopplung zwischen mehreren Antrieben im Verbund bei Datenübertragungsraten von bis zu 500 kbit/s. Dadurch lassen sich synchrone Mehrachs-Antriebskonzepte ohne zusätzliche Steuerungshardware realisieren.

Zur Anbindung an übergeordnete Feldbussysteme steht ein Steckplatz für Automatisierungsschnittstellen (AIF) zur Verfügung. Durch den Einsatz optionaler Funktionsmodule wie dem PROFIBUS-DP-Modul EMF2133IB oder Modulen für DeviceNet, INTERBUS und LECOM fügt sich der Frequenzumrichter nahtlos in bestehende Automatisierungsarchitekturen ein. Ergänzend stehen dem Anwender 6 digitale Eingänge, 4 digitale Ausgänge sowie jeweils 2 analoge Ein- und Ausgänge im Bereich von -10 V bis +10 V für die lokale Signalverarbeitung bereit.

Diagnose und Statusanzeige

Der Frequenzumrichter signalisiert den aktuellen Betriebszustand optisch über zwei LEDs an der Frontseite. Die grüne LED (DRIVE READY / RUN) leuchtet dauerhaft bei freigegebenem und betriebsbereitem Regler und blinkt, wenn der Regler gesperrt ist oder läuft. Die rote LED (TRIP) signalisiert durch Dauerleuchten oder Blinken eine aktive Störung, bei der der Leistungsteil des Geräts abgeschaltet ist.

Für eine vertiefte Analyse zeigt der Parameter C0161 den aktuell anstehenden Fehlercode an. Vergangene Störereignisse werden im internen Fehlerspeicher in den Parametern C0168 bis C0171 chronologisch protokolliert. Diese Daten können sowohl über das Bedienteil 9371BB als auch im Diagnosefenster der PC-Software Global Drive Control ausgelesen werden.

Status-LED-Anzeigen

LEDFarbe/StatusBedeutung
Red LED (TRIP)Red - Dauerleuchtend oder blinkendAktiver Fehlercode oder TRIP-Zustand; Gerät wegen Fehler abgeschaltet
Green LED (DRIVE READY / RUN)Green - Dauerleuchtend oder blinkendDauerleuchten zeigt Reglerfreigabe und Betriebsbereitschaft; Blinken zeigt Reglersperre oder Betrieb

Austausch und Ersatzteile

Beim Austausch eines Lenze EVF9331-EV Frequenzumrichters muss auf die exakte Typenbezeichnung geachtet werden. Da es sich bei der Variante EV um eine Ausführung ohne integrierten Funkentstörfilter handelt, muss bei bestehenden EMV-Anforderungen sichergestellt werden, dass externe Netzfilter wie die Lenze EZF-Serie weiterhin im Schaltschrank verbaut und ordnungsgemäß verdrahtet sind.

Vor Inbetriebnahme des Ersatzgeräts ist die Übertragung der anwendungsspezifischen Parameter zwingend erforderlich. Ein unkonfigurierter Frequenzumrichter fährt den Motor nicht mit den geforderten Drehmoment- und Drehzahlprofilen an. Die Sicherung und das Einspielen der bis zu vier Parametersätze kann unkompliziert über das Keypad XT (9371BB) oder via GDC-Software erfolgen.

Sollte das Altgerät aufgrund harter Hardwarefehler wie H05 oder EER nicht mehr ansprechbar sein, erfordert die Datenwiederherstellung spezialisierte Werkzeuge. In solchen Fällen empfiehlt sich die Inanspruchnahme geprüfter Ersatzgeräte oder Reparaturdienstleistungen, um Ausfallzeiten der Produktionsanlage auf ein Minimum zu reduzieren.

Fehlercodes und Stoercodes

Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:

CodeNameBeschreibungMoegliche UrsacheEmpfohlene Massnahme
OC1ErdschlussKurzschluss gegen Masse/Erde an den Ausgangsklemmen des Umrichters erkanntMotorkabel beschädigt, Isolationsschaden im Motor, Erdschluss in der MotorwicklungMotorkabel und Isolationswiderstand des Motors prüfen. Motor abklemmen und Umrichter erneut testen.
OC2KurzschlussAusgangsstrom hat den maximal zulässigen Grenzwert überschrittenPhasenschluss am Ausgang, zu kurze Beschleunigungszeit bei hoher Trägheit, falsche MotorparameterMotorverkabelung auf Phasenschluss prüfen. Beschleunigungsrampe verlängern. Motorparametrierung überprüfen.
OC3Überstrom bei BeschleunigungMotorstrom hat während der Beschleunigungsphase den Spitzenstromgrenzwert überschrittenBeschleunigungszeit zu kurz, mechanische Blockade, V/f-Anhebung zu hoch eingestelltBeschleunigungszeit (C0012) erhöhen, Mechanik auf Blockaden prüfen.
OC5I*t-ÜberlastungKontinuierliche Stromüberlast hat den Schwellenwert von 150 % überschrittenUmrichter für die Last zu klein dimensioniert, dauerhafte mechanische ÜberlastungMotorlast und Betriebsbedingungen prüfen. Leistungsauslegung des Umrichters überprüfen.
OUÜberspannung ZwischenkreisZwischenkreisspannung hat den oberen Grenzwert (>770 V DC) überschrittenZu hohe Rückspeiseenergie beim Verzögern, Verzögerungsrampe zu kurz, Bremschopper oder Bremswiderstand defekt/fehltVerzögerungszeit (C0013) verlängern, externen Bremswiderstand und Bremsmodul nachrüsten oder überprüfen.
LUUnterspannung ZwischenkreisZwischenkreisspannung ist unter den Mindestwert (<370 V DC) gefallenNetzspannungsausfall, Netzspannungseinbruch, Eingangsfeinsicherung ausgelöst, PhasenausfallNetzspannung, Sicherungen und Stabilität der Zuleitung an Klemme X1 prüfen.
OHKühlkörper-ÜbertemperaturKühlkörpertemperatur hat den Sicherheitsgrenzwert (>85 °C / 90 °C) überschrittenLüfter verschmutzt oder defekt, Luftzirkulation blockiert, Umgebungstemperatur zu hoch, Umrichter überlastetKühlrippen reinigen, Funktion des Lüfters prüfen, Schaltschrankbelüftung verbessern.
OH4Innentemperatur zu hochUmgebungstemperatur der internen Steuerplatine hat den Schwellenwert überschrittenInnentemperatur des Schaltschranks zu hoch, Ausfall des internen LüftersSchaltschrankkühlung verbessern, interne Gehäusebelüftung überprüfen.
OH7Motor-PTC ausgelöstAn den Klemmen T1/T2 angeschlossener Motor-Kaltleiter hat Übertemperatur gemeldetThermische Überlastung des Motors, unzureichende Motorkühlung, Fremdlüfter blockiertMotor abkühlen lassen, Motorlast und Funktion des Fremdlüfters überprüfen.
OH8Thermische Motorüberlast I2tBerechnete thermische Motorlast hat den Grenzwert überschrittenDauerhafter Betrieb bei niedriger Drehzahl unter hoher Last, falsche I2t-ParametereinstellungenBetriebsdrehzahl und Einschaltdauer prüfen, Motorlast und Parameter C0075/C0076 kontrollieren.
LPPhasenausfallAusfall einer Netzeingangsphase erkanntEingangsphasensicherung durchgebrannt, lose Verkabelung an der Netzklemme X1Netzzuleitung, Eingangsspannungen und Netzfeinsicherungen prüfen.
CE0Kommunikationsfehler AIFKommunikationsstörung zwischen Leistungsteil und AIF-FeldbusmodulAIF-Modul locker, schlechter Kontakt oder ModuldefektKommunikationsmodul im AIF-Steckplatz neu einsetzen; Feldbuskabelverbindung prüfen.
EEREEPROM-SpeicherfehlerInterner EEPROM-Prüfsummenfehler oder Parameter-LesefehlerEEPROM-Baustein defekt oder Datenkorruption beim AusschaltenInterner Hardwarefehler – Werksreset ausführen (C0002=1). Bleibt der Fehler bestehen, ist eine Reparatur oder ein Austausch erforderlich.
H05Interner HardwarefehlerSelbsttest der internen Steuerplatine fehlgeschlagenDefekt an internen Bauteilen oder der LeistungsplatineInterner Platinenfehler – Gerät ist nicht vor Ort reparierbar. Umrichter zur Reparatur einsenden oder austauschen.
PR0ProgrammfehlerInterner Mikroprozessorfehler oder Korruption des ProgrammspeichersInterner Speicherfehler oder Fehlfunktion der FirmwareInterner Prozessorfehler – 24V-Versorgung aus- und einschalten. Hält die Störung an, Umrichter austauschen oder reparieren lassen.

Haeufig gestellte Fragen

Wie werden die Parameter von einem defekten Lenze EVF9331-EV auf ein Ersatzgerät übertragen?

Die Parametereinstellungen lassen sich über das optionale Bedienmodul Keypad XT (9371BB) oder mithilfe der Software Lenze Global Drive Control (GDC) und einem Systembus-Adapter sichern und auf das neue Gerät übertragen. Das Gerät verfügt über vier speicherbare Parametersätze im internen EEPROM.

Benötigt der Lenze EVF9331-EV einen externen EMV-Filter?

Ja, die Modellvariante EV ist ohne internen Funkentstörfilter ausgeführt. Wenn EMV-Richtlinien eingehalten werden müssen, ist der Einsatz externer RFI-Netzfilter der Lenze EZF-Serie erforderlich.

Welche Kommunikationsschnittstellen unterstützt der EVF9331-EV?

Der Umrichter besitzt serienmäßig eine CANbus-Systembusschnittstelle (Klemme X4). Über den integrierten AIF-Steckplatz können zudem optionale Feldbusmodule für PROFIBUS-DP (z. B. EMF2133IB), DeviceNet, INTERBUS oder LECOM nachgerüstet werden.

Was bedeutet der Fehlercode H05 am Frequenzumrichter?

Der Fehlercode H05 deutet auf einen internen Hardwarefehler der Steuerung hin. Dieser Fehler kann nicht durch reine Neuparametrierung behoben werden; das Gerät muss repariert oder ausgetauscht werden.

Welche Gebersignale können an den EVF9331-EV angeschlossen werden?

Das Gerät verfügt über Rückführschnittstellen für Resolver sowie für Inkrementalgeber mit TTL-, HTL- oder SinCos-Signalen zur geschlossenen Vektorregelung.

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