Lenze EVS9329-EPV004 – 9300 Servo-Positionsregler 30 kW

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Produktinformationen

Produktfamilie: 9300 Servo | Serie: 9300

Der Lenze EVS9329-EPV004 ist ein Servopositionsregler aus der Lenze 9300 Servo-Reihe mit einer Nennleistung von 30 kW. Das Gerät ist für die präzise Mehrachs-Positionierung und Bewegungssteuerung konzipiert und integriert Positionsregelungsfunktionen direkt in die Antriebs-Firmware. Der Regler wird an einer 3-phasigen Netzspannung von 320 V AC bis 528 V AC bei 50/60 Hz betrieben und liefert einen Nennausgangsstrom von 59 A sowie einen maximalen Überlaststrom von 88,5 A für bis zu 60 Sekunden. Gehäust in der Schutzart IP20, unterstützt der Antrieb Ausgangsfrequenzen von 0 bis 480 Hz bei einer Taktfrequenz von 8 kHz.

Zur Einbindung in Automatisierungsumgebungen verfügt der EVS9329-EPV004 über einen integrierten CANopen-Systembus mit Übertragungsraten bis zu 500 kbit/s sowie einen modularen Automation Slot. Über diesen Slot lassen sich optionale Kommunikationsmodule wie das PROFIBUS-Modul EMF2133IB, das DeviceNet-Modul EMF2173IB oder das INTERBUS-Modul EMF2102IB nachrüsten. Die Istwerterfassung erfolgt über einen Sub-D-Resolvereingang an X7 sowie eine Masterfrequenz-Geberschnittstelle für Frequenzen bis 500 kHz. Bei der Inbetriebnahme eines Ersatzgeräts müssen die Antriebsparameter und der Funktionsumfang exakt dem Original entsprechen. Parameter sichern und übertragen Sie wahlweise über die Bediensoftware Lenze Global Drive Control (GDC) oder das Bedienteil EMZ9371BC (XT Keypad). Ein Übertrag der im internen EEPROM gespeicherten Parametersätze stellt sicher, dass der Tauschantrieb ohne langwierige Neukonfiguration einsatzbereit ist. ABC Industrial Parts unterstützt Sie bei der Bereitstellung geeigneter Ersatzgeräte und der Vorbereitung der Parameterdaten.

Der Betreiber erhält Diagnoseinformationen direkt über die LED-Statusanzeigen an der Frontseite: Eine dauerhaft grüne LED signalisiert den betriebsbereiten Zustand und den freigegebenen Antrieb, während eine rote LED auf eine TRIP-Fehlermeldung hinweist. Über den Parameter C0168 lässt sich der TRIP-Historienspeicher auslesen, um aufgetretene Abschaltungen nachzuvollziehen. Das System erfasst spezifische Fehlercodes wie Überstrom (OC1, OC2, OC5), Überspannung im Zwischenkreis (OU), Unterspannung (LU), Übertemperatur an Kühlkörper oder Motor (OH, OH4) sowie Kommunikationsunterbrechungen (CE0, CE1) und Rückführungsfehler (SD). Wenn intern beschädigte Elektronikkomponenten vorliegen, wie etwa bei der Hardware-Fehlermeldung H05, ist eine Reparatur vor Ort nicht möglich. In solchen Fällen ist eine fachgerechte Instandsetzung oder ein geprüfter Tauschregler von ABC Industrial Parts der schnellste Weg, um ungeplante Stillstandszeiten in der Produktion zu vermeiden.

Technische Daten

HerstellerLenze
TeilenummerEVS9329-EPV004
Modell/TypEVS9329-EP V004
Produktfamilie9300 Servo
KomponententypServopositionsregler
Nennleistung30 kW
Spannungsversorgungsbereich320 - 528 V AC
Nennausgangsstrom59 A
Maximaler Ausgangsstrom88.5 A
Schaltfrequenz8 kHz
Ausgangsfrequenzbereich0 - 480 Hz
SchutzartIP20

Programmierung und Konfiguration

Für die Konfiguration und Parameteranpassung des Lenze EVS9329-EPV004 steht die Engineering-Software Lenze Global Drive Control (GDC) zur Verfügung. Alternativ lassen sich sämtliche Betriebsparameter direkt über das aufsteckbare Bedienteil EMZ9371BC (XT Keypad) eingeben und verändern. Der Servoregler verfügt über vier interne, umschaltbare EEPROM-Parametersätze, in denen anwendungsspezifische Fahrprofile, Zielpositionen und Regelparameter dauerhaft abgelegt werden.

Die Sicherung und Wiederherstellung von Parametersätzen bildet die Grundlage für einen schnellen Komponentenaustausch im Servicefall. Über die GDC-Software können Parameterdateien aus einem bestehenden Antrieb ausgelesen, archiviert und auf ein Ersatzgerät eingespielt werden. Bei Nutzung des Bedienteils EMZ9371BC lassen sich die Parametersätze im Speicher des Keypads zwischenspeichern und direkt auf den Neuregler übertragen.

Kommunikation und Systemintegration

Der Servopositionsregler EVS9329-EPV004 besitzt eine integrierte Systembus-Schnittstelle auf CANopen-Basis, die Datenübertragungsraten von bis zu 500 kbit/s unterstützt. Über diesen CANopen-Bus können Servoregler untereinander vernetzt sowie Sollwerte, Istwerte und Steuerbefehle in Echtzeit ausgetauscht werden.

Für die Anbindung an übergeordnete Feldbussysteme steht ein modularer Automation Slot zur Verfügung. Je nach Netzwerkanforderung können hier passende Kommunikationsbaugruppen eingesetzt werden, darunter das PROFIBUS-DP-Modul EMF2133IB, das DeviceNet-Modul EMF2173IB oder das INTERBUS-Modul EMF2102IB. Das Kommunikationsmodul muss im Automation Slot korrekt einrasten und feldbusseitig mit den erforderlichen Abschlusswiderständen versehen werden.

Diagnose und Statusanzeige

Der Lenze EVS9329-EPV004 bietet umfassende Diagnosemöglichkeiten zur Überwachung des Systemzustands und zur Fehlerlokalisierung. An der Gerätefront zeigen zweifarbige LEDs den aktuellen Betriebszustand optisch an. Zudem lässt sich der Status über die Bediensteuerung oder das Feldbusnetzwerk in Echtzeit abfragen.

Detaillierte Fehleranalysen sind über den TRIP-Historienspeicher im Parameter C0168 möglich, der mit dem Bedienteil EMZ9371BC oder der GDC-Software ausgelesen wird. Bei einer Auslösung speichert der Antrieb die Fehlerursache, sodass Netzstörungen, thermische Überlastungen oder Rückführungsprobleme gezielt zurückverfolgt werden können.

Status-LED-Anzeigen

LEDFarbe/StatusBedeutung
Grüne LED (Bereit)Grün - Dauerhaft leuchtendBetriebszustand / Antrieb freigegeben und betriebsbereit bei kontinuierlichem Leuchten.
Rote LED (TRIP / Fehler)Rot - Dauerhaft leuchtendFehleranzeige / Antrieb aufgrund eines aktiven Fehlers oder internen Fehlers ausgelöst, Quittierung erforderlich.

Austausch und Ersatzteile

Beim Austausch eines Lenze EVS9329-EPV004 Servopositionsreglers muss sichergestellt werden, dass das Ersatzgerät mit der exakten Typenbezeichnung übereinstimmt, um Kompatibilität bei Leistungsschaltkreisen und Softwareoptionen zu gewährleisten. Da die Variante EP eine integrierte Positionier-Firmware besitzt, darf kein Standard-Regler ohne EP-Kennzeichnung eingesetzt werden.

Vor der Inbetriebnahme des Tauschantriebs müssen die im Altgerät gespeicherten Parametersätze übertragen werden. Dies erfolgt entweder durch Einlesen der gesicherten Konfiguration über Lenze Global Drive Control (GDC) oder durch Umstecken des Bedienteils EMZ9371BC, falls die Daten darin abgelegt wurden. Zudem ist ein gegebenenfalls genutztes Feldbusmodul aus dem Automation Slot in den neuen Regler zu übernehmen.

Fehlercodes und Stoercodes

Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:

CodeNameBeschreibungMoegliche UrsacheEmpfohlene Massnahme
OC1Kurzschluss / ÜberstromKurzschluss oder extremer Überstrom im Motorkreis während der Beschleunigung.Kurzschluss in Motorwicklung oder Motorkabel; Erdschluss; Beschleunigungszeit zu kurz.Motor und Verkabelung auf Kurzschluss oder Erdschluss prüfen; Beschleunigungsrampen prüfen.
OC2Überstrom während der VerzögerungÜbermäßiger Strom während der Verzögerungsphase des Motors.Verzögerungszeit zu kurz eingestellt; Bremswiderstand nicht angeschlossen oder defekt.Verzögerungszeit verlängern; Bremschopper / Bremswiderstandskreis prüfen.
OC5I x t-ÜberlastungDauerhafte Überlastung (I x t-Grenze erreicht).Antrieb für mechanische Last zu klein dimensioniert; mechanische Blockade; Dauerlast zu hoch.Mechanik der Maschine auf Schwergängigkeit prüfen; Antriebsdimensionierung überprüfen.
OUÜberspannung ZwischenkreisZwischenkreisspannung hat den oberen Schwellenwert überschritten.Rückspeiseenergie aus Verzögerung zu hoch; Bremswiderstand fehlt, ist defekt oder falsch dimensioniert; Netzspannung zu hoch.Bremsmodul und Bremswiderstand prüfen; Verzögerungszeit verlängern; Netzspannung prüfen.
LUUnterspannung ZwischenkreisZwischenkreisspannung ist unter den minimalen Betriebsgrenzwert gefallen.Netzspannungsausfall oder Phase fehlt; Unterbrechung der Spannungsversorgung.Netzspannung und Eingangs-Sicherungen prüfen; Hauptschützkreis überprüfen.
OHKühlkörper-ÜbertemperaturKühlkörpertemperatur des Reglers hat den maximal zulässigen Grenzwert überschritten.Unzureichende Schaltschrankkühlung/-belüftung; Umgebungstemperatur zu hoch; verschmutzter Kühlkörper/Lüfterfehler.Kühlkörper reinigen, für ausreichende Luftzirkulation im Schaltschrank sorgen, Lüfterfunktion und Umgebungstemperatur prüfen.
OH4Motor-ÜbertemperaturThermosensor des Motors hat eine Übertemperatur festgestellt.Motorüberlastung; Ausfall des Motorfremdlüfters; falsche Parameterstellung für Thermosensor.Motor abkühlen lassen; Motorlast und Fremdlüfter prüfen; PTC/KTY-Anschluss an Klemme X10 überprüfen.
CE0Kommunikationsfehler Automation SlotKommunikationsausfall zwischen Steuerkarte und installiertem Feldbusmodul.Kommunikationsmodul nicht korrekt gesteckt, defekt oder Feldbuskabel getrennt.Sitz des Moduls im Automation Slot prüfen; externe Feldbusverkabelung und Busmaster-Status überprüfen.
CE1CAN-Bus KommunikationsfehlerFehlerzustand oder Zeitüberschreitung auf dem integrierten Systembus (CAN).Unterbrechung der CAN-Busleitung, fehlende Busabschlusswiderstände oder hohe EMV-Störungen.CAN-Verkabelung, Schirmerdung, Baudrateneinstellungen und 120-Ohm-Abschlusswiderstände prüfen.
H05Interner HardwarefehlerInterne Hardwareauswertung der Steuerkarte fehlgeschlagen.Interne elektronische Bauteile beschädigt oder Hardware-Revisionskonflikt auf der Steuerkarte.Interner Hardwarefehler – Gerät aus- und wieder einschalten; bei Fortbestehen Gerät zur Werksreparatur oder zum Austausch einsenden.
NMAXDrehzahlgrenze überschrittenIst-Drehzahl des Motors hat die eingestellte maximale Drehzahlgrenze überschritten.Überschwingen des Drehzahlreglers; Durchgehen des Motors; Rückführwertgeber rutscht oder ist defekt.Geber-/Resolververbindungen und Verstärkungseinstellungen des Drehzahlreglers prüfen.
LPPhasenausfallEine Phase der 3-phasigen Netzversorgung fehlt.Eingangssicherung durchgebrannt, lose Leistungskabelverbindung oder Phasenunsymmetrie.Dreiphasige Netzspannung und Eingangs-Schutzeinrichtungen prüfen.
PRPositionierfehlerSchleppfehler-Toleranz bei der Positionierung überschritten oder Software-Endschalter erreicht.Übermäßige mechanische Reibung, falsche Beschleunigungs-/Geschwindigkeitsprofile, fehlerhafte Software-Endschaltereinstellung.Positionierparameter, mechanischen Antriebsstrang und Schleppfehlerschwelle prüfen.
SDResolver- / GeberfehlerRückführsignalfehler an der Resolver-Schnittstelle X7 oder Geber-Schnittstelle X8 erkannt.Kabelbruch an Geber/Resolver, mangelhafte Schirmung, defekter Rückführwertgeber.Geberkabelverbindung prüfen, auf Drahtbruch untersuchen, Resolver/Geber testen.

Haeufig gestellte Fragen

Wie werden die Parameter auf einen neuen Lenze EVS9329-EPV004 übertragen?

Die Parameterübertragung erfolgt am einfachsten mit der Software Lenze Global Drive Control (GDC) über ein Anbindungskabel oder direkt durch Umstecken des Bedienteils EMZ9371BC (XT Keypad), auf dem die EEPROM-Parametersätze gesichert wurden.

Welches Feedback-System unterstützt der EVS9329-EPV004?

Der Regler verfügt über einen integrierten Sub-D-Anschluss X7 für den Resolver-Anschluss sowie Schnittstellen für Masterfrequenz-Geber (Eingang und Ausgang) bis 500 kHz zur präzisen Istwerterfassung.

Welche Feldbusmodule können im Automation Slot eingesetzt werden?

Über den modularen Automation Slot können optionale Kommunikationsbaugruppen für PROFIBUS-DP (EMF2133IB), DeviceNet (EMF2173IB) und INTERBUS (EMF2102IB) nachgerüstet werden.

Was bedeutet der Fehlercode H05 auf dem Display?

Der Fehlercode H05 weist auf einen internen Hardwarefehler der Steuerkarte hin. Wenn der Fehler nach einem Neustart des Geräts bestehen bleibt, liegt ein interner Defekt vor, der eine Werksinstandsetzung oder den Austausch des Geräts erfordert.

Kann der Lenze EVS9329-EPV004 ohne externe Positioniersteuerung betrieben werden?

Ja, die EP-Variante des Lenze 9300 Servo beinhaltet bereits eine integrierte Positionier-Firmware, mit der komplexe Bewegungsprofile und Zielpositionierungen direkt im Regler ausgeführt werden können.

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