Lenze EVS9330-EPV004 9300 Servo Position Controller

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Produktinformationen

Produktfamilie: 9300 Servo | Serie: 9300

Der Lenze EVS9330-EPV004 ist ein leistungsstarker Servo-Positionierregler aus der Serie Lenze 9300 Servo mit einer Bemessungsleistung von 45 kW. Das Gerät wurde für anspruchsvolle Einzelachs-Positionieraufgaben und dynamische Bewegungsabläufe in der Industrieautomatisierung entwickelt. Als -EP-Variante integriert der Regler vorgefertigte Positionierfunktionsbausteine direkt in das Gerät, wodurch komplexe Bewegungs- und Positionierprofile ohne externen Motion-Controller ausgeführt werden können. Der Servoregler wird an einer 3-phasigen Netzspannung von 320 V bis 528 V AC (400/480 V AC) betrieben, liefert einen Dauerausgangsstrom von 89 A sowie einen Spitzenstrom von 133,5 A für bis zu 60 Sekunden und verfügt über ein 9-poliges Resolver-Interface zur Rückführung.

Für die Einbindung in Steuerungsumgebungen verfügt der EVS9330-EPV004 über ein integriertes CANbus-Systembus-Interface (X4) mit Übertragungsraten bis zu 500 kbit/s sowie über einen Automation-Interface-Steckplatz (AIF). Über optionale Kommunikationsmodule wie das EMF2133IB für PROFIBUS-DP oder das EMF2175IB für CANopen lässt sich der Regler in übergeordnete Feldbusse integrieren. Zusätzlich stehen sechs digitale Eingänge, vier digitale Ausgänge sowie je zwei analoge Ein- und Ausgänge zur Verfügung. Beim Austausch einer defekten Einheit muss beachtet werden, dass ein Ersatzgerät vor dem Betrieb konfiguriert werden muss. Im internen EEPROM können bis zu vier vollständige Parametersätze gespeichert werden, die sich mit dem Bedienteil EMZ9371BC (Keypad XT) oder der Software Global Drive Control (GDC) auf das Neugerät übertragen lassen. Bei der Auslesung alter Parameter oder der Übertragung von Konfigurationen unterstützt ABC Industrial Parts Instandhalter mit passenden Ersatzgeräten und technischem Support.

Der Betriebszustand des Lenze EVS9330-EPV004 lässt sich direkt über drei LED-Anzeigen an der Gerätefront ablesen. Die grüne LED zeigt die Betriebsbereitschaft an, die gelbe LED signalisiert eine aktive Impulssperre und die rote LED weist auf eine anstehende TRIP-Fehlermeldung hin. Über das Bedienteil EMZ9371BC oder die GDC-Software lässt sich der interne Fehlerspeicher auslesen, der die letzten acht TRIP-Ereignisse samt Zeitstempel speichert. Der Parameter C0168 ermöglicht zudem eine Echtzeit-Statusüberwachung. Sollten bei der Diagnose Fehler wie Übertemperatur (OH), Überspannung (OU) oder Schleppfehler auftreten, sind zunächst Kühlung, Bremswiderstand, Netzspannung und Mechanik zu prüfen. Tritt bei der Inbetriebnahme oder im Betrieb ein interner Hardwarefehler (z. B. H05, H07 oder H10) auf, ist eine Reparatur vor Ort nicht möglich; in diesem Fall bietet ABC Industrial Parts geprüfte Austauschgeräte oder Reparaturleistungen an, um Ausfallzeiten zu minimieren.

Technische Daten

HerstellerLenze
TeilenummerEVS9330-EPV004
Modell/TypEVS9330-EPV004
Produktfamilie9300 Servo
KomponententypServoregler
Bemessungsleistung45 kW
Versorgungsspannung3 AC 400/480 V AC (320 - 528 V AC)
Nennnetzstrom80 A
Dauerausgangsstrom89 A
Spitzenausgangsstrom133,5 A (150 % für 60 s)
Ausgangsfrequenzbereich0 - 480 Hz
Taktfrequenz8 kHz
Digitale Eingänge6
Digitale Ausgänge4
Analoge Eingänge2
Analoge Ausgänge2

Programmierung und Konfiguration

Die Programmierung und Parameterkonfiguration des Servoreglers Lenze EVS9330-EPV004 erfolgt über die Software Global Drive Control (GDC) ab Version 4.x oder direkt am Gerät mit dem Bediener-Modul EMZ9371BC (Keypad XT). Über die -EP-Gerätevariante stehen vordefinierte Positionierbausteine zur Verfügung, mit denen Referenzfahrten, absolute und relative Positionierungen sowie Fahrprofile ohne zusätzlichen Steuerungsaufwand umgesetzt werden.

Im nichtflüchtigen EEPROM-Speicher des Reglers können bis zu vier komplette Parametersätze abgelegt werden. Dies ermöglicht ein schnelles Sichern und Duplizieren von Geräteeinstellungen bei der Serienfertigung oder beim Gerätetausch. Über den Parameter C0002 lassen sich Werkseinstellungen wiederherstellen, um nach einem Speicherfehler oder einer Fehlkonfiguration eine definierte Ausgangsbasis zu schaffen.

Kommunikation und Systemintegration

Für die Vernetzung innerhalb von Automatisierungssystemen besitzt der Lenze EVS9330-EPV004 eine integrierte CANbus-Systembusschnittstelle (X4). Über diesen Bus werden Prozessdaten und Steuerbefehle mit Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 500 kbit/s zwischen mehreren Antrieben oder einer übergeordneten Steuerung ausgetauscht.

Zusätzlich verfügt der Regler über einen AIF-Steckplatz (Automation Interface), der die Aufnahme von optionalen Feldbusmodulen ermöglicht. Dazu gehören unter anderem das PROFIBUS-DP-Modul EMF2133IB und das CANopen-Modul EMF2175IB. Für die Anbindung von E/A-Signalen stehen sechs digitale Eingänge, vier digitale Ausgänge sowie zwei analoge Ein- und Ausgänge zur Verfügung.

Diagnose und Statusanzeige

Zur Diagnose bietet der Lenze EVS9330-EPV004 eine Kombination aus LED-Statusanzeigen, Klartextmeldungen auf dem Keypad EMZ9371BC und dem Diagnose-Monitor der GDC-Software. Der interne Historienpuffer speichert bis zu acht vergangene TRIP-Ereignisse mit Fehlercodes. Über den Parameter C0168 kann der aktuelle Reglerstatus in Echtzeit ausgelesen und ausgewertet werden.

Status-LED-Anzeigen

LEDFarbe/StatusBedeutung
ReadyGrün - Dauerlicht / BlinkendDauerlicht: Regler betriebsbereit und freigabebereit. Blinkend: Regler betriebsbereit, aber gesperrt oder Leistungsteil deaktiviert.
IMP / Pulse InhibitGelb - DauerlichtImpulssperre der Leistungsendstufe aktiv (IGBT/Thyristor-Ansteuerung deaktiviert).
Fault / ErrorRot - DauerlichtAktiver TRIP-Fehler steht an und Reglerausgang ist abgeschaltet. Bei dauerhaftem Anstehen beim Start liegt ein interner Hardwarefehler vor.

Austausch und Ersatzteile

Beim Austausch eines Lenze EVS9330-EPV004 muss unbedingt darauf geachtet werden, dass die Ersatz-Einheit exakt der Ausführung -EP entspricht. Diese Gerätesuffix-Kennzeichnung stellt sicher, dass die integrierten Positionierbibliotheken vorhanden sind. Zudem müssen die Leistungsklassen (45 kW / 89 A Nennstrom) sowie die Versorgungsspannung übereinstimmen.

Ein Ersatzgerät ist nach dem Einbau nicht sofort betriebsbereit ("Plug and Play"). Vor der Freigabe müssen die gerätespezifischen Parametersätze übertragen werden. Dies geschieht durch das Auslesen der Konfiguration aus dem Altgerät mittels Bedieneinheit EMZ9371BC oder GDC-Software und anschließendes Aufspielen auf das Tauschgerät. Nach dem Überspielen sollten die Encoder-Kaltkalibrierung, die Endschalter und die Busadressen überprüft werden.

Da die Serie Lenze 9300 Servo herstellerseitig durch neuere Reglerplattformen wie die Serien i950 und 9400 HighLine abgelöst wurde, erfordert der Wechsel auf eine Nachfolgegeneration oft umfangreiche Umbauten im Schaltschrank und Anpassungen im Steuerungsprogramm. Der 1:1-Austausch gegen einen geprüften EVS9330-EPV004 Ersatzregler ist daher meist der schnellste und wirtschaftlichste Weg, bestehende Anlagen ohne Ausfallzeiten weiterzubetreiben.

Fehlercodes und Stoercodes

Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:

CodeNameBeschreibungMoegliche UrsacheEmpfohlene Massnahme
OHKühlkörper-ÜbertemperaturKühlkörpertemperatur hat den maximal zulässigen Grenzwert (ca. 90 °C) überschritten.Unzureichende Kühlung, verschmutzte Kühlrippen, zu hohe Umgebungstemperatur, dauerhafte Überlast.Kühlkörper reinigen, Schaltschrankbelüftung und Lüfter prüfen, Belastungsprofil überprüfen.
OH4Motor-ÜbertemperaturAn den Klemmen T1/T2 angeschlossener Motortemperaturfühler hat ausgelöst.Thermische Überlastung des Motors, Unterbrechung der Fühlerleitung, falscher Sensortyp eingestellt.Motor abkühlen lassen, Fühlerleitung (PTC/Klixon) prüfen, Motorauslegung überprüfen.
OH7Innenraum-ÜbertemperaturTemperatur im Reglerinnenraum hat den Sicherheitsgrenzwert überschritten.Umgebungstemperatur im Schaltschrank zu hoch, interner Geräteventilator defekt.Schaltschrankkühlung verbessern, Geräteventilator überprüfen.
OUZwischenkreis-ÜberspannungZwischenkreisspannung hat den oberen Grenzwert (> 770 V DC) überschritten.Zu hohe Rückspeiseenergie beim Bremsen, Bremswiderstand unterbrochen oder zu klein, Verzögerungsrampe zu kurz.Verzögerungszeit verlängern, externen Bremswiderstand und Bremschopper-Anschluss prüfen.
LUZwischenkreis-UnterspannungZwischenkreisspannung hat den unteren Grenzwert (< 435 V DC bei 400 V Netz) unterschritten.Netzspannungsausfall, Spannungseinbruch am AC-Eingang, Phasenausfall, Ladekreis unterbrochen.Netzspannung an L1, L2, L3 prüfen, Eingangs-Sicherungen und Netzschütz kontrollieren.
OC1Kurzschluss / ÜberstromAugenblicklicher Spitzenstromgrenzwert an den Ausgangsphasen überschritten.Kurzschluss in Motorleitung oder Motorwicklung, Erdschluss, Beschleunigungsrampe zu steil, Motorkabel zu lang.Motor und Verkabelung mit Isolationsmessgerät prüfen, Beschleunigungszeiten anpassen.
OC2ErdschlussErdschlussstrom an den Ausgangsklemmen festgestellt.Isolationsschaden an Motor oder Leistungsverkabelung, kapazitive Erdschlussströme bei langen Leitungen.Motorisolation messen, Kabel auf Beschädigungen prüfen, bei langen Leitungen Ausgangsfilter installieren.
OC5I x t-ÜberlastungKontinuierliche Belastung hat thermische Nennbelastbarkeit überschritten (150 % für 60 s überschritten).Mechanische Blockade, Regler für dynamisches Profil zu klein dimensioniert, zu hohe Einstellhäufigkeit.Mechanik auf Leichtgängigkeit prüfen, Zykluszeit erhöhen oder Beschleunigung reduzieren, Auslegung prüfen.
NMAXÜberdrehzahlMotordrehzahl hat den maximal konfigurierten Schwellenwert überschritten.Falsche Reglereinstellung im Drehzahlkreis, fehlerhafte Feldschwächung, externe Last treibt Motor an.Drehzahlregler-Parameter prüfen, Resolver-Rückführsignal kontrollieren.
P01Positiver Endschalter erreichtAchse hat während der Positionierung den positiven Hardware-Endschalter angefahren.Zielposition außerhalb des zulässigen Verfahrbereichs, Endschalter betätigt oder falsch verdrahtet.Achse manuell aus dem Endschalterbereich bewegen, Zielwerte und Endschalter-Verdrahtung prüfen.
P02Negativer Endschalter erreichtAchse hat während der Positionierung den negativen Hardware-Endschalter angefahren.Zielposition außerhalb des zulässigen Verfahrbereichs, Endschalter betätigt oder falsch verdrahtet.Achse manuell aus dem Endschalterbereich bewegen, Zielwerte und Endschalter-Verdrahtung prüfen.
P03Schleppfehler Max überschrittenAbweichung zwischen Soll- und Ist-Position hat die zulässige Schleppfehlergrenze überschritten.Mechanischer Klemmer, Beschleunigung zu hoch, Positionierverstärkung zu gering, dynamische Laständerung.Mechanischen Verfahrweg auf Klemmen prüfen, Positionierregler-Einstellungen anpassen, Schleppfehlergrenze prüfen.
P12Software-Endschalter positivZielposition überschreitet den festgelegten positiven Software-Endschalter.Zielkoordinate falsch, Referenzpunkt/Home-Position nicht korrekt.Zielpositionswert und Referenzpunktkoordinate überprüfen.
CE0CAN-Kommunikationsfehler (Bus Off)Integrierter Systembus CAN ist aufgrund von Übertragungsfehlern im Status Bus-Off.Busabschluss fehlt oder falsch, Baudraten-Fehlanpassung, Kabelbruch, starke Störeinstrahlung.CAN-Verkabelung, Schirmung, 120-Ohm-Abschlusswiderstände und Baudrateneinstellungen aller Knoten prüfen.
CE1CAN-TimeoutProzessdatenobjekt-Timeout (PDO) am Systembus aufgetreten.Master oder Peer-Knoten sendet keine Daten mehr, Zykluszeit zu kurz eingestellt.Master-Status und Busverbindung prüfen.
EEREEPROM-PrüfsummenfehlerPrüfsumme des EEPROM-Parameterspeichers ist ungültig.Spannungsausfall während des Speichervorgangs, fehlerhafter Speicherbaustein.Werkseinstellungen laden (C0002 = 1) und Parameterdatei neu übertragen. Tritt der Fehler erneut auf, liegt ein Hardwaredefekt vor.
H05Interner HardwarefehlerFehler beim internen Selbsttest der Leistungsendstufe oder des Mikrocontrollers festgestellt.Interner Bauteildefekt, beschädigte Treiberstufe oder Platine.Gerät aus- und einschalten; bleibt der Fehler bestehen, ist das Gerät vor Ort nicht reparierbar und muss eingesendet werden.
H07Interne Versorgungsspannung fehlerhaftInterne Versorgungsspannungen (+5V, +/-15V, +24V) liegen außerhalb der Toleranz.Defekt auf der Steuerkarte oder zu hohe Belastung der externen 24V-Ausgangsklemmen.Externe Klemmenverdrahtung trennen; bleibt der Fehler bestehen, liegt ein interner Defekt vor.
H10Interne Prozessor-Kommunikation fehlerhaftKommunikationsfehler zwischen Haupt-DSP und Sekundär-Mikrocontroller.Interner Hardwaredefekt oder Störimpuls auf dem Flachbandkabel der Steuerkarte.Interner Hardwarefehler – Gerät zur Reparatur einsenden.
LP1NetzphasenausfallAusfall oder starke Unsymmetrie der 3-phasigen Netzspannung festgestellt.Ausgelöste Eingangssicherung, lose Netzleitung, starke Netzunsymmetrie.Eingangsspannung an L1, L2 und L3 unter Last messen, Sicherungen prüfen und tauschen.

Haeufig gestellte Fragen

Welche Software wird für die Parameterkonfiguration des Lenze EVS9330-EPV004 benötigt?

Die Konfiguration erfolgt über die PC-Software Global Drive Control (GDC) ab Version 4.x. Alternativ können Parameter direkt am Regler über das Bediener-Modul EMZ9371BC (Keypad XT) eingestellt oder übertragen werden.

Kann der EVS9330-EPV004 ohne Anpassungen durch ein beliebiges Modell der 9300-Serie ersetzt werden?

Nein, das Ersatzgerät muss exakt die Ausführung "-EP" (Positionierregler) sowie die Leistungsstufe 45 kW (89 A Nennstrom) aufweisen. Zudem müssen die abgespeicherten Parametersätze vom Originalgerät übertragen werden.

Was bedeutet der Fehlercode H05 oder H10 am Display?

Die Fehlercodes H05 und H10 weisen auf interne Hardwarefehler im Leistungsteil oder in der Prozessor-Kommunikation hin. Diese Fehler lassen sich durch Feldservice nicht beheben; das Gerät muss nach dem Aus- und Einschalten bei fortbestehendem Fehler zur Reparatur eingesendet oder ausgetauscht werden.

Welche Feldbusmodule unterstützt der EVS9330-EPV004?

Über den integrierten AIF-Steckplatz können verschiedene Optionmodule genutzt werden, darunter das PROFIBUS-DP-Modul EMF2133IB und das CANopen-Modul EMF2175IB. Serienmäßig ist ein CANbus-Systembus an Schnittstelle X4 integriert.

Wie viele Parametersätze können im Gerät gespeichert werden?

Der nichtflüchtige EEPROM-Speicher des Lenze EVS9330-EPV004 bietet Platz für bis zu vier vollständige Parametersätze, die über die Bedieneinheit oder GDC-Software verwaltet und dupliziert werden können.

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