Lenze EVS9330-ES 9300 Servo Servoumrichter 45 kW

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Produktinformationen

Produktfamilie: 9300 Servo | Serie: 9300

Der Servoumrichter Lenze EVS9330-ES aus der Serie 9300 Servo ist ein kompakter Antriebsregler für hochdynamische Mehrachs-Positionieraufgaben in der industriellen Automatisierung. Das Gerät verarbeitet eine dreiphasige Netzeinspeisung im Spannungsbereich von 320 V AC bis 528 V AC und stellt eine Nennleistung von 45 kW bei einem Nennausgangsstrom von 89 A bereit. Für intensive Beschleunigungsphasen bietet der Umrichter eine Überlastfähigkeit mit einem Spitzenstrom von 133,5 A für bis zu 60 Sekunden. Der im IP20-Gehäuse ausgeführte Servoregler erreicht maximale Ausgangsfrequenzen von bis zu 600 Hz bei einer Schaltfrequenz von 4 kHz und wird bevorzugt in Verpackungsmaschinen, Textilmaschinen, der Materialhandhabung sowie in automatisierten Montagelinien eingesetzt.

Für die Einbindung in übergeordnete Automatisierungssysteme verfügt der EVS9330-ES über einen integrierten CANopen-Systembus mit 500 kbit/s zur Achssynchronisation sowie über einen universellen 33-poligen Automation Interface (AIF)-Steckplatz. Dieser nimmt optionale Feldbusmodule wie PROFIBUS-DP (EMF2133IB), EtherCAT (EMF2192IB) oder DeviceNet (EMF2175IB) auf. Ansteuerungsseitig stehen 4 digitale Eingänge, 2 digitale Ausgänge sowie je 2 analoge Ein- und Ausgänge zur Verfügung. Die Rückführungsbewertung deckt Resolver am Anschluss X7 sowie inkrementelle Geber ab. Der interne EEPROM-Speicher sichert bis zu vier komplette Parametersätze ab. Die Konfiguration lässt sich per Software Global Drive Control (GDC) oder direkt über das Operating Module EMZ9371BC Keypad XT übertragen. ABC Industrial Parts unterstützt Instandhalter bei der Bereitstellung vorkonfigurierter Ersatzgeräte und der Parametersicherung.

Zur Zustandsüberwachung und Fehlersuche bietet der Lenze EVS9330-ES zwei Status-LEDs (Ready grün, Fault rot), ein Diagnose-Display am Keypad XT sowie abrufbare Registerwerte für Motorstrom, Istdrehzahl, Zwischenkreisspannung und Kühlkörpertemperatur. Der interne Fehlerspeicher kann über die Parametercodes C0161 bis C0168 ausgelesen werden, während Code C0150 das aktuelle Statuswort liefert. Erste Prüfschritte bei Funktionsstörungen umfassen die Dreiphasen-Einspeisung an L1, L2 und L3, die Sicherungen, Bremswiderstände, Geberleitungen an Klemme X7 sowie den ordnungsgemäßen CANbus-Abschluss mit 120 Ohm. Bei internen Hardwareschäden wie EEPROM-Fehlern (EER) oder Microcontroller-Störungen (H05) ist eine Reparatur vor Ort nicht möglich; ein geprüfter Austauschumrichter oder eine Werksreparatur über ABC Industrial Parts stellt die Anlagenverfügbarkeit schnell wieder her.

Technische Daten

HerstellerLenze
TeilenummerEVS9330-ES
Modell / TypEVS9330-ES Standard Servo Inverter
KomponentenartServoumrichter
Produktfamilie9300 Servo
Nennleistung45 kW
Nennausgangsstrom89 A
Spitzenausgangsstrom133,5 A
Versorgungsspannung320 - 528 V AC
Ausgangsspannung480 V AC
Max. Ausgangsfrequenz600 Hz
Schaltfrequenz4 kHz
SchutzartIP20
Digitale Eingänge4
Digitale Ausgänge2
Analoge Eingänge2
Analoge Ausgänge2
Integrierter BusCANopen System Bus (500 kbit/s)

Programmierung und Konfiguration

Die Programmierung und Parameterkonfiguration des Servoumrichters Lenze EVS9330-ES erfolgt wahlweise über die PC-Software Global Drive Control (GDC) oder direkt an der Anlage über das optionale Bedienelement EMZ9371BC Keypad XT. Das Gerät verfügt über einen internen EEPROM-Speicher, der bis zu vier vollständige Parametersätze dauerhaft sichern kann. Dies ermöglicht die Hinterlegung verschiedener Anwendungsprofile direkt im Regler.

Bei einem Gerätetausch lässt sich der komplette Parametersatz mittels Keypad XT ohne PC-Einsatz von einem Umrichter auf das Ersatzgerät kopieren. In der Software GDC können Parameterwerte gezielt angepasst, sichere Datensicherungen erstellt sowie Parametercodes ausgewertet werden (beispielsweise Code C0150 für den Statuswert oder Code C0002 zur Ausführung des Werkseinstellungs-Resets). Vor der Inbetriebnahme muss sichergestellt werden, dass die Motor- und Geberparameter exakt mit der angeschlossenen Hardware übereinstimmen.

Kommunikation und Systemintegration

Der Lenze EVS9330-ES ist werkseitig mit einer integrierten Sub-D-CANopen-Systembusschnittstelle ausgestattet, die mit einer Übertragungsrate von 500 kbit/s arbeitet. Dieser Systembus erlaubt die synchrone Kopplung mehrerer Antriebsachsen in mehrachsigen Bewegungssteuerungen. Für einen störungsfreien Busbetrieb sind Abschlusswiderstände von 120 Ohm an den beiden Enden der Busleitung zwingend erforderlich.

Zusätzlich besitzt der Servoregler einen universellen 33-poligen Automation Interface (AIF)-Steckplatz. Über steckbare Kommunikationsmodule lässt sich der Umrichter flexibel in übergeordnete Feldbusnetzwerke integrieren. Verfügbar sind unter anderem das PROFIBUS-DP-Modul EMF2133IB, das EtherCAT-Modul EMF2192IB sowie das DeviceNet-Modul EMF2175IB. Zur analogen und digitalen Signalverarbeitung stehen dem Anwender zudem 4 digitale Eingänge, 2 digitale Ausgänge sowie je 2 analoge Ein- und Ausgänge zur Verfügung.

Diagnose und Statusanzeige

Der EVS9330-ES bietet umfassende Diagnosefunktionen zur schnellen Erkennung von Betriebszuständen und Abweichungen. Die zweifarbige LED-Anzeige an der Gerätefront gibt sofortigen Aufschluss über die Betriebsbereitschaft oder anstehende Störungen. Über das Bedienmodul EMZ9371BC Keypad XT oder den Diagnosemonitor der GDC-Software lassen sich Betriebswerte wie Motorstrom, IST-Drehzahl, Zwischenkreisspannung und Kühlkörpertemperatur in Echtzeit überwachen.

Tritt ein Fehler auf, speichert der Servoregler das Störungsereignis in einem internen Fehlerspeicher ab. Die Historie der letzten Vorfälle kann über die Parametercodes C0161 bis C0168 abgefragt werden. Zusätzlich liefert der Parametercode C0150 das aktuelle Statuswort des Reglers zur präzisen Systemanalyse.

Status-LED-Anzeigen

LEDFarbe/StatusBedeutung
Ready (Grüne LED)Grün - Dauerhaft AN / BlinkendGrün AN: Antrieb befindet sich im Betriebszustand / betriebsbereit. Grün blinkend: Reglersperre aktiv oder Initialisierung läuft.
Fault (Rote LED)Rot - Dauerhaft AN / Blinkend / AusRot AN: Aktiver Fehler / Trip liegt an (Reglersperre). Rot blinkend: Warnung liegt an. Aus: Normaler Betrieb.

Austausch und Ersatzteile

Beim Austausch eines Servoumrichters Lenze EVS9330-ES muss sichergestellt sein, dass das Ersatzgerät bezüglich Leistung (45 kW), Nennstrom (89 A) und Versorgungsspannung (320 V AC bis 528 V AC) exakt den Spezifikationen der Bestandsanlage entspricht. Vor dem Demontieren des Altgeräts sollte nach Möglichkeit der im internen EEPROM gespeicherte Parametersatz gesichert werden.

Darüber hinaus ist zu prüfen, ob das Altgerät mit einem spezifischen AIF-Kommunikationsmodul (wie PROFIBUS EMF2133IB, EtherCAT EMF2192IB oder DeviceNet EMF2175IB) betrieben wird. Dieses Modul muss in den AIF-Steckplatz des Ersatzgeräts umgesetzt werden. Nach der mechanischen und elektrischen Installation wird der gesicherte Parametersatz per Keypad XT oder GDC-Software auf den Ersatzumrichter eingespielt. Abschließend sind die Geberverbindung an Klemme X7 und die Temperatursensorik an Klemme X10 zu kontrollieren.

Fehlercodes und Stoercodes

Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:

CodeNameBeschreibungMoegliche UrsacheEmpfohlene Massnahme
OC1Short CircuitKurzschluss an den Ausgangsphasen oder übermäßiger Überstromspitzenwert erkannt.Kurzschluss im Motorkabel; Motorwicklung gegen Erde oder Phase-Phase kurzgeschlossen; Hochlaufzeit zu kurz eingestellt.Motor und Motorverkabelung auf Kurzschlüsse prüfen; Leistungsstufe prüfen; Hochlaufzeit verlängern.
OC2Earth FaultErdschluss oder Erdfehlerstrom am Motorausgang erkannt.Erdschluss in der Motorisolation oder im Motorkabel; zu hohe Motorkabelkapazität.Isolationswiderstand des Motorkabels prüfen; Motorwicklungen auf Erdschluss prüfen; Kabellänge auf zulässige Grenzwerte kontrollieren.
OC5I x t OverloadKontinuierliche thermische Überlastung des Geräts (Ixt-Grenze erreicht).Antrieb dauerhaft über dem Nennstrom betrieben; Motor überlastet oder mechanisch blockiert.Lastzyklus des Antriebs prüfen; Mechanik auf Blockaden kontrollieren; Antriebsauslegung überprüfen.
OUOvervoltage DC BusZwischenkreisspannung hat den oberen Schwellenwert überschritten.Zu hohe Rückspeiseenergie während der Verzögerung; Bremswiderstand fehlt, ist falsch dimensioniert oder defekt; Bremschopper inaktiv.Verzögerungszeit verlängern; Bremswiderstandsanschluss und Widerstandswert prüfen; Bremschopper-Transistor überprüfen.
LUUndervoltage DC BusZwischenkreisspannung hat den zulässigen Mindestbetriebswert unterschritten.Netzspannung zu niedrig oder unterbrochen; Netzphasenausfall; Fehler im Ladekreis.Netzeingangsspannung und Netzsicherungen prüfen; Phasenstabilität der Einspeisung überprüfen.
OHHeatsink OvertemperatureKühlkörpertemperatur hat die maximale Sicherheitsgrenze überschritten.Unzureichende Schaltschrankkühlung/Belüftung; Umgebungstemperatur zu hoch; Lüfter verschmutzt oder defekt; Kühlkörper blockiert.Kühlrippen des Kühlkörpers reinigen; Schaltschranklüfter auf Funktion prüfen; Schaltschrankbelüftung und Kühlung verbessern.
OH3Motor Overtemperature (PTC / Klixon)Motor-Temperatursensor hat Übertemperatur-Warnung/Fehler ausgelöst.Motor überlastet; unzureichende Fremdbelüftung des Motors; PTC-Kabel unterbrochen.Motor abkühlen lassen; mechanische Last prüfen; Motorlüfterfunktion und PTC-Sensorverdrahtung kontrollieren.
OH4Inverter Interior OvertemperatureInnentemperatur im Umrichtergehäuse überschreitet den zulässigen Grenzwert.Innentemperatur im Schaltschrank zu hoch; interner Lüfter ausgefallen.Schaltschrankkühlung verbessern; defekten internen Lüfter austauschen.
OH7Motor Temperature Sensor Open CircuitVerbindung des Thermokontakts am Motor unterbrochen oder Drahtbruch erkannt.Bruch im PTC/TKO-Sensorkabel; Klemmenstecker abgezogen.Kabelanschlüsse der Motortemperatursensorik an Klemme X10 überprüfen.
CE0Communication Error AIFKommunikationsfehler zwischen Steuereinheit und installiertem AIF-Modul.Automationsmodul locker oder nicht korrekt eingesteckt; Protokoll-Zeitüberschreitung; Modul defekt.Kommunikationsmodul im AIF-Steckplatz neu einsetzen; Feldbusverkabelung prüfen; Feldbus-Master-Status kontrollieren.
CE1System Bus Communication Error (CAN)Kommunikations-Zeitüberschreitung auf dem integrierten CAN-Systembus.Unterbrechung der CAN-Busleitung; fehlende Abschlusswiderstände (120 Ohm); Abweichung der Baudrate.CANbus-Verkabelung, Schirmung und Abschlusswiderstände prüfen; CAN-Knotenadresse und Baudraten-Einstellungen überprüfen.
EEREEPROM Memory ErrorInterner Fehler im nichtflüchtigen EEPROM-Speicher oder Datenkorruption.EEPROM-Schreibfehler; interner Hardwarefehler auf der Platine.Interner Hardwarefehler – Parameter neu initialisieren (Werkseinstellung C0002); besteht der Fehler weiterhin, Umrichter auswechseln.
H05Internal Hardware ErrorInterner Fehler beim Microcontroller- oder Hardware-Selbsttest.Bauteilfehler auf der internen Steuerplatine.Interner Hardwarefehler – Netzspannung aus- und einschalten; bei Fortbestehen Gerät zur Werksreparatur oder zum Austausch einsenden.
LP1Mains Phase FailureAusfall einer einzelnen Netzeinspeisephase erkannt.Eingangssicherung durchgebrannt; lose Netzzuleitung; starke Netzunsymmetrie.Eingangsspannung über alle drei Phasen L1, L2, L3 prüfen und Eingangsabsicherung kontrollieren.
NMAXMax Speed ExceededTatsächliche Motordrehzahl hat die konfigurierte Maximaldrehzahl überschritten.Drehzahlregler-Verstärkung falsch eingestellt; Überdrehzahl durch externe Last verursacht.Einstellparameter des Drehzahlreglers prüfen; Auflösung und Ausrichtung des Rückführsystems kontrollieren.
PERProgram ErrorInterner Firmware- oder Programmabruffehler.Fehlerhafter Parameterspeicher oder ungültige Betriebssystem-Prüfsumme.Parametersatz neu laden oder Firmware aktualisieren; falls ungelöst, Hardware-Reparatur oder Austausch erforderlich.
PIProgram InterruptUnterbrechungsfehler bei der internen Programmabarbeitung.Elektromagnetische Störungen (EMV) oder starke interne elektrische Störsignale.EMV-Erdung und Kabelschirmung überprüfen; Netzspannung des Umrichters aus- und einschalten.
P13Resolver FaultSignalfehler oder Unterbrechung am Motor-Resolver-Feedback.Resolverkabel gebrochen oder abgezogen; Pinbelegungsfehler; Motorresolver defekt.Schirmung und Anschluss des Resolverkabels an Klemme X7 prüfen; Resolverwicklungen durchmessen.

Haeufig gestellte Fragen

Welche Versorgungsspannung benötigt der Servoumrichter Lenze EVS9330-ES?

Der Lenze EVS9330-ES arbeitet an einer dreiphasigen Netzspannung im Bereich von 320 V AC bis 528 V AC bei einer Nennleistung von 45 kW und einem Nennstrom von 89 A.

Wie werden Parametersätze auf ein Ersatzgerät übertragen?

Parametersätze können ohne PC direkt über das Bedienelement EMZ9371BC Keypad XT kopiert werden. Alternativ lässt sich die Konfiguration mit der Software Global Drive Control (GDC) auslesen und auf den neuen Umrichter aufspielen.

Welche Feldbusschnittstellen unterstützt das Gerät?

Neben dem integrierten CANopen-Systembus (500 kbit/s) unterstützt der EVS9330-ES über den 33-poligen AIF-Steckplatz optionale Module für PROFIBUS-DP (EMF2133IB), EtherCAT (EMF2192IB) und DeviceNet (EMF2175IB).

Was bedeuten die Fehlercodes EER und H05?

EER deutet auf einen EEPROM-Speicherfehler und H05 auf einen internen Hardwarefehler des Microcontrollers hin. Bleibt der Fehler nach einem Neustart oder Reset (Code C0002) bestehen, liegt ein Hardwaredefekt vor, der eine Reparatur oder den Austausch des Moduls erfordert.

Welche Rückführsysteme können am EVS9330-ES angeschlossen werden?

Der Servoumrichter unterstützt Rückführsignale von Motor-Resolvern über den Anschluss X7 sowie von inkrementellen Drehgebern.

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