Lenze EVS9333-ES 9300 Servo PLC – 90 kW Servo-Regler

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Produktinformationen

Produktfamilie: 9300 Servo PLC | Serie: 9300

Der Lenze EVS9333-ES ist ein leistungsstarker Servo-Regler der Serie 9300 Servo PLC mit einer Nennleistung von 90 kW. Das Gerät kombiniert einen industriellen Servo-Umrichter mit einer integrierten Steuerungseinheit nach IEC 61131-3, sodass komplexe Bewegungssteuerungen und Ablaufsteuerungen direkt auf dem Antrieb ausgeführt werden. Der Regler arbeitet an einer 3-phasigen Netzspannung von 320 V AC bis 528 V AC, liefert einen Dauerausgangsstrom von 180 A bei 400 V AC sowie einen Spitzenstrom von bis zu 270 A für dynamische Beschleunigungsvorgänge und deckt einen Ausgangsfrequenzbereich von 0 bis 480 Hz ab. Eigene Interfaces für Resolver und Inkrementalgeber garantieren die präzise Erfassung der Motorposition.

Die Anbindung an die Maschinenumgebung erfolgt über acht digitale Eingänge, vier digitale Ausgänge, zwei analoge Differenzeingänge und zwei analoge Ausgänge. Der integrierte CAN-Systembus an Klemme X4 ermöglicht mit einer Übertragungsrate von 500 kbps die synchrone Kopplung mehrerer Achsen für Geschwindigkeits- und Positionieraufgaben. Für die übergeordnete Feldbusanbindung verfügt das Gerät über einen Steckplatz für Automation Interface (AIF)-Module wie PROFIBUS (EMF2131IB / EMF2133IB) oder DeviceNet (EMF2175IB). Für die Inbetriebnahme eines Ersatzgeräts reicht der reine Austausch der Hardware meist nicht aus: Neben den Parametern der Antriebsregelung mit der Software Lenze Global Drive Control (GDC) muss auch das kompilierte SPS-Projekt aus dem Lenze Drive PLC Developer Studio (DDS) übertragen werden. Alternativ können Parametersätze über das Bedienteil Keypad XT EMF2102IB gesichert und eingespielt werden. Bei der Datensicherung oder Neuinbetriebnahme unterstützt Sie ABC Industrial Parts.

Zur Betriebs- und Fehlerdiagnose befinden sich an der Frontseite zwei LED-Anzeigen (READY und FAIL). Weiterhin erlaubt der Parameter C0003 das Auslesen des aktuellen Fehlerstatus sowie der Historie. Tritt ein Fehler wie OC1 (Kurzschluss/Erdschluss) oder OU (Überspannung im Zwischenkreis) auf, sind zunächst externe Ursachen wie Motorleitungen, Bremswiderstände oder die Netzversorgung zu prüfen. Bei internen Hardwarefehlern wie H05 (interner Steuerungsfehler) oder H11 (Fehler der Leistungsendstufe) liegt ein Defekt auf Platine oder Leistungsteil vor, der nicht vor Ort gewartet werden kann. In solchen Fällen ist ein geprüftes Tauschgerät oder die Reparatur durch ABC Industrial Parts die schnellste Möglichkeit zur Wiederherstellung der Anlageneffizienz.

Technische Daten

HerstellerLenze
TeilenummerEVS9333-ES
Modelltyp9300 Servo PLC
Nennleistung90 kW
Nennausgangsstrom180 A
Maximaler Ausgangsstrom270 A
Versorgungsspannungsbereich320 - 528 V AC
Ausgangsfrequenzbereich0 - 480 Hz
Digitale Ein-/Ausgänge8 Eingänge / 4 Ausgänge
Analoge Ein-/Ausgänge2 Diff.-Eingänge / 2 Ausgänge
Integrierter SystembusCANbus (500 kbps)
SteckplatzAutomation Interface (AIF)

Programmierung und Konfiguration

Die Erstellung und Verwaltung der Maschinenlogik auf dem Lenze EVS9333-ES erfolgt über die Software Lenze Drive PLC Developer Studio (DDS), die das Programmieren nach dem Standard IEC 61131-3 unterstützt. Ergänzend dient die Software Lenze Global Drive Control (GDC) zur Konfiguration, Feinjustierung und Sicherung der antriebsspezifischen Reglerparameter.

Für den Austausch eines defekten Geräts müssen sowohl das DDS-SPS-Projekt als auch der GDC-Parametersatz auf die Neueinheit übertragen werden. Das Handbedienteil Keypad XT (EMF2102IB) ermöglicht das direkte Speichern und Kopieren von Parameterkonfigurationen direkt an der Maschine ohne PC-Verbindung.

Kommunikation und Systemintegration

Für den schnellen Datenaustausch zwischen mehreren Antriebsachsen verfügt der EVS9333-ES über einen integrierten CAN-Systembus an Klemme X4, der mit einer Datenrate von 500 kbps arbeitet. Dieser Bus ermöglicht eine hochpräzise Querkommunikation für synchrone Multi-Achsanwendungen wie elektronische Getriebe oder Kurvenscheiben.

Für die Einbindung in übergeordnete Automatisierungsnetzwerke ist das Gerät mit einem AIF-Steckplatz (Automation Interface) ausgestattet. Durch den Einsatz optionaler Kommunikationskarten wie EMF2131IB / EMF2133IB für PROFIBUS-DP oder EMF2175IB für DeviceNet lässt sich der Servo-Regler flexibel in unterschiedliche Leitsysteme integrieren.

Diagnose und Statusanzeige

Der Betriebszustand des EVS9333-ES lässt sich direkt über die zweifarbigen LEDs READY (Grün) und FAIL (Rot) an der Gerätefront ablesen. Detaillierte Fehler- und Zustandsdaten können über den Parameter C0003 ausgelesen werden.

Für die erweiterte Diagnose vor Ort bieten die Diagnoseanzeige des Keypad XT (EMF2102IB) sowie die Online-Monitore in Global Drive Control (GDC) und Drive PLC Developer Studio (DDS) umfassende Echtzeitdaten zum Signalstatus, zu Fehlerursachen und zum Betriebsverlauf.

Status-LED-Anzeigen

LEDFarbe/StatusBedeutung
READYGrün - Dauerlicht / BlinkendZeigt die normale Betriebsbereitschaft des Antriebs an
FAILRot - Dauerlicht / BlinkendZeigt einen aktiven Antriebsfehler oder eine Auslösung an

Austausch und Ersatzteile

Beim Austausch eines EVS9333-ES muss sichergestellt werden, dass die genaue Typenbezeichnung und Nennleistung (90 kW, 180 A) mit dem Bestandsgerät übereinstimmen. Neben der Hardwarekompatibilität ist das Einspielen des passenden Parametersatzes sowie des spezifischen DDS-SPS-Programms zwingend erforderlich.

Zusatzmodule wie AIF-Kommunikationskarten (z. B. PROFIBUS oder DeviceNet) müssen vom Altgerät umgesteckt oder identisch ersetzt werden. Zudem ist auf die korrekte Einstellung von Busadressen, Baudraten und die Anbringung der CAN-Bus-Abschlusswiderstände (120 Ohm) zu achten.

Fehlercodes und Stoercodes

Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:

CodeNameBeschreibungMoegliche UrsacheEmpfohlene Massnahme
OC1KurzschlussKurzschluss oder Erdschluss auf der MotorausgangsseiteKurzschluss im Motorkabel; Kurzschluss in der Motorwicklung; zu hohe Impulsfrequenz oder kapazitive KabelströmeMotorkabel und Klemmenverdrahtung auf Kurzschluss und Erdschluss prüfen; Isolationswiderstand des Motors messen; beschädigtes Gerät ersetzen, wenn der Fehler auch getrennt vom Motor bestehen bleibt
OC2ErdschlussErdschluss an einer Ausgangsphase erkanntErdschluss in der Motorwicklung oder im Leistungskabel; zu hohe Motorkabelkapazität gegen ErdeMotorkabel und Motorisolation mit einem Isolationsmessgerät prüfen; korrekte Erdung sicherstellen
OC5I2t-MotorüberlastMotorüberlastung durch thermisches Rechenmodell erkanntKontinuierliche hohe mechanische Last über dem Motornennstrom; falsche Motorparametereinstellungen im AntriebMechanische Last reduzieren; Motornennstrom-Parametereinstellung prüfen; Maschine auf mechanische Schwergängigkeit untersuchen
OUÜberspannung ZwischenkreisZwischenkreisspannung hat die obere Schwelle überschrittenZu hohe Rückspeiseenergie beim Verzögern; Bremswiderstand nicht angeschlossen, beschädigt oder zu klein bemessen; Beschleunigungs-/Verzögerungsrampen zu steilVerzögerungszeit erhöhen; externen Bremswiderstand und Bremschopper-Schaltung prüfen; Netzspannungshöhe kontrollieren
LUUnterspannung ZwischenkreisZwischenkreisspannung unter das Minimum gefallenNetzspannung zu niedrig; Phasenausfall am Eingang; Hauptschütz im Betrieb geöffnet; Spannungseinbruch der StromversorgungNetzeingangsspannung prüfen; Hauptsicherungen und Verdrahtung der Spannungsversorgung kontrollieren
OHKühlkörper-ÜbertemperaturKühlkörpertemperatur des Leistungsteils hat den zulässigen Grenzwert überschritten (>90 °C)Unzureichende Schaltschrankkühlung; Umgebungstemperatur zu hoch; verstopfte Kühlrippen; Ausfall des internen KühllüftersKühlrippen des Kühlkörpers reinigen; Schaltschrankbelüftung und Funktion des internen Lüfters prüfen; Umgebungstemperatur reduzieren
OH4Kühlkörper-Übertemperatur WarnungKühlkörpertemperatur nähert sich dem MaximalwertErhöhte Umgebungstemperatur oder teilweise LüftekanalblockadeSchaltschranklüfter und Kühlweg kontrollieren, bevor eine Abschaltung erfolgt
OH7Motortemperatursensor AuslösungMotor-PTC-Kaltleiter oder Thermokontakt hat geöffnet (Übertemperatur)Motorüberhitzung; Ausfall des Motorfremdlüfters; Thermistorkabel unterbrochen oder getrenntMotor abkühlen lassen; Verdrahtung des Thermokontakts prüfen; Funktion des externen Motorlüfters überprüfen
OH8Motor-I2t-ÜbertemperaturBerechnetes thermisches Motor-I2t-Limit erreichtLängerer Betrieb bei hoher Last und niedriger DrehzahlDauerbetriebslast reduzieren; Kühlungskonfiguration des Motors prüfen
O16Motortempsensor DrahtbruchDrahtbruch in der Rückmeldeleitung des Motortemperatursensors (PT1000 / PTC / KTY) erkanntKabelbruch oder lose Klemme am Temperatursensoreingang X10Sensorkabel und Anschlussklemmen des Motors prüfen
CE0CAN-KommunikationsfehlerSystembus-CAN-Kommunikationsfehler oder PufferüberlaufBaudraten-Fehlanpassung; Buskabelstörung oder fehlender Abschlusswiderstand (120 Ohm); unterbrochene KommunikationsleitungCAN-Bus-Verdrahtung, Baudrateneinstellung und Abschlusswiderstände an beiden Busenden überprüfen
CE1AIF-KommunikationsfehlerTime-out-Fehler am Automation Interface (AIF-Option-Modul)Feldbus-Master antwortet nicht mehr; AIF-Modul locker oder nicht richtig eingesetzt; FeldbuskabelfehlerSPS-/Feldbus-Master-Status prüfen; Sitz des AIF-Optionsmoduls im Steckplatz kontrollieren; Feldbusverkabelung prüfen
CE2Systembus CAN Bus-OffCAN-Controller ist wegen zu vieler Übertragungsfehler in den Zustand BUS-OFF gegangenStarke Signalstörungen; Kurzschluss auf CAN_L- oder CAN_H-Leitungen; Baudraten-FehlanpassungCAN-Verdrahtung, Abschirmung, Erdung und Leitungsabschluss prüfen
CE3Systembus TelegrammfehlerUngültiges CAN-Telegramm empfangen oder Heartbeats/SYNC-Telegramme fehlenMaster-Achse offline oder SYNC-IntervallkonfigurationsfehlerMaster-Achse und CAN-Netzwerk-Kommunikationsparameter überprüfen
EEREEPROM-SpeicherfehlerInterner EEPROM-Speicherfehler oder Parameter-PrüfsummenfehlerInterner EEPROM-Baustein defekt oder unterbrochener SpeichervorgangInterner Hardwarefehler – Parameter auf Werkseinstellungen (C0002) zurücksetzen und Konfiguration wiederherstellen. Bleibt der Fehler bestehen, Gerät austauschen.
H05Interner HardwarefehlerInterner Ausfall der Stromversorgung oder der SteuerplatineFehlerhafte interne Steuerschaltung oder beschädigte System-FirmwareInterner Hardwarefehler – Nicht vor Ort reparierbar. Gerät zur Reparatur einsenden oder austauschen.
H10Fehler interne VersorgungsspannungAuslösung der internen SteuerspannungsüberwachungInterner Netzteilfehler auf der SteuerplatineInterner Hardwarefehler – Gerät austauschen oder Lenze-Service kontaktieren.
H11Fehler interner Treiber LeistungsteilFehler in der internen IGBT-AnsteuerschaltungDefekte Ansteuerkomponente oder durchgebrannte LeistungsendstufeInterner Hardwarefehler – Leistungsteilausfall. Gerät zur Reparatur einsenden oder austauschen.
NMAXDrehzahlgrenze überschrittenMotordrehzahl hat den maximalen Grenzwert (1,2-facher Wert von C0011) überschrittenInstabile Drehzahlreglereinstellung; durchgehende MotorlastDrehzahlreglereinstellungen prüfen; Ausrichtung des Rückmeldegebers und Auflösungsparameter kontrollieren
LP1Netzeingangs-PhasenausfallFehlende Eingangsphase an der 3-phasigen WechselstromversorgungDurchgebrannte Eingangssicherung; lose Klemme an L1, L2 oder L3Netzeingangsleitungen, Sicherungen und Netzschütz prüfen

Haeufig gestellte Fragen

Welche Software wird für die Programmierung und Parametrierung des Lenze EVS9333-ES benötigt?

Die Logikprogrammierung erfolgt mit dem Lenze Drive PLC Developer Studio (DDS) nach IEC 61131-3. Für die Reglerkonfiguration und Parametrierung wird die Software Lenze Global Drive Control (GDC) verwendet.

Wie können Parameter beim Austausch des Geräts auf ein Ersatzgerät übertragen werden?

Die Parameter können über die Software Global Drive Control (GDC) ausgelesen und auf das Tauschgerät eingespielt werden. Alternativ lässt sich der Parametersatz mit dem Handbedienteil Keypad XT (EMF2102IB) direkt sichern und kopieren.

Welche Feldbussysteme können mit dem EVS9333-ES genutzt werden?

Neben dem integrierten CAN-Systembus unterstützt der AIF-Steckplatz des Reglers optionale Kommunikationskarten wie EMF2131IB / EMF2133IB für PROFIBUS-DP oder EMF2175IB für DeviceNet.

Was bedeuten die Fehlermeldungen H05 und H11 am Servo-Regler?

Die Fehler H05 und H11 weisen auf interne Hardwaredefekte in der Steuerungselektronik oder der IGBT-Leistungsendstufe hin. Diese Fehler lassen sich nicht durch Konfiguration beheben und erfordern eine Reparatur oder einen Austausch der Einheit.

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