Lenze 9324MP.1B.62.V01 Control Board – 9300 Servo Reglerkarte

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Produktinformationen

Produktfamilie: 9300 Servo

Die Lenze Steuerkarte 9324MP.1B.62.V01 aus der Familie 9300 Servo dient als zentrale Verarbeitungseinheit für präzise Positionier- und Synchronisationsaufgaben in mehrachsigen Antriebssystemen. Das Servoregler-Modul wird direkt auf die Leistungsteile der Lenze Serie 9300 aufgesteckt und übernimmt dort die Auswertung der Motorrückführung, die Verarbeitung von E/A-Signalen sowie die hochdynamische Achsregelung. Die Baugruppe wird mit einer Steuerspannung von 24 V DC betrieben und stellt für die Anbindung an die Maschinenperipherie 8 digitale Eingänge, 4 digitale Ausgänge sowie jeweils 2 bipolare analoge Ein- und Ausgänge im Bereich von -10 V bis +10 V bereit.

Für die Netzwerk- und Systemkommunikation ist die Platine mit dem integrierten Lenze CAN-Systembus an den Klemmen X4 und X5 ausgestattet, der Übertragungsraten von bis zu 500 kbps unterstützt. Motorrückführsignale von Resolvern mit einer Auswertefrequenz von 10 kHz sowie von SinCos- und Inkrementalgebern werden über eine 15-polige Sub-D-Buchse eingelesen. An der Frontseite befindet sich ein Automation Interface (AIF)-Steckplatz zur flexiblen Aufnahme von Feldbusmodulen wie PROFIBUS-DP (EMF2131IB / EMF2133IB), INTERBUS oder LECOM-Schnittstellen sowie des Bedienteils EMF2102IB. Der interne EEPROM-Speicher sichert bis zu vier komplette Parametersätze (PAR0 bis PAR3). Bei der Inbetriebnahme eines Ersatzgeräts müssen die Konfigurationsdaten über die Software Lenze Global Drive Control (GDC V4.x+) oder ein Bedienelement übertragen werden, wobei ABC Industrial Parts bei der Sendersicherung und Parameterübertragung fachgerecht unterstützen kann.

Der Betriebszustand und Störungen lassen sich direkt über die frontseitigen Status-LEDs ablesen: Die grüne READY-LED signalisiert den Reglerzustand, während die rote TRIP-LED aktive Fehler oder Warnungen anzeigt. Erweiterte Diagnosewerte und der integrierte Fehlerspeicher mit den Parametercodes C0161 bis C0168 können über das Keypad EMF2102IB oder die Softwaretools GDC und EASY Starter ausgelesen werden. Zu den ersten Prüfmaßnahmen bei Störungen gehören die Kontrolle der 24-V-DC-Versorgungsspannung, die Überprüfung der CAN-Busverkabelung und deren 120-Ohm-Abschluss sowie die Inspektion der Geberleitungen an den Klemmen X6, X8 und X9. Liegen interne Bauteildefekte oder Systemfehler wie H05 vor, ist die Baugruppe nicht vor Ort reparierbar; in solchen Fällen bietet ABC Industrial Parts mit geprüften Austauschgeräten und Reparaturservices eine schnelle Möglichkeit zur Wiederherstellung der Betriebsbereitschaft.

Technische Daten

HerstellerLenze
Teilenummer9324MP.1B.62.V01
Modell/TypControl Board
KomponententypServo Controller Board
Produktfamilie9300 Servo
Steuerspannung24 V DC
Stromaufnahme1 A
Digitale Eingänge8
Digitale Ausgänge4
Analoge Eingänge2 (bipolar, -10V bis +10V, 12-Bit)
Analoge Ausgänge2 (bipolar)
Systembus-ProtokollCAN / Lenze System Bus
Systembus-Geschwindigkeit500 kbps
Resolver-Auswertefrequenz10 kHz

Programmierung und Konfiguration

Die Konfiguration und Inbetriebnahme der Steuerkarte 9324MP.1B.62.V01 erfolgt primär über die Engineering-Software Lenze Global Drive Control (GDC ab Version 4.x) oder das Diagnosewerkzeug EASY Starter. Über diese Programme lassen sich Regelungsparameter, E/A-Zuordnungen, Positionierprofile und Systembus-Einstellungen komfortabel auf dem PC erstellen, anpassen und sichern.

Auf der Platine ist ein nichtflüchtiger EEPROM-Speicher integriert, der bis zu vier vollständige Parametersätze (PAR0 bis PAR3) aufnehmen kann. Dadurch können unterschiedliche Konfigurationen oder Maschinenrezepturen direkt auf der Baugruppe hinterlegt und bei Bedarf umgeschaltet oder ausgelesen werden.

Für Anpassungen direkt an der Maschine steht das steckbare Keypad-Modul EMF2102IB zur Verfügung. Über die Bedieneinheit können Parameterwerte ohne PC eingesehen, verändert und komplette Parametersätze zwischen Reglerkarten übertragen werden, was den Austausch im Servicefall beschleunigt.

Kommunikation und Systemintegrationsmöglichkeiten

Für den hochdynamischen Datenaustausch zwischen mehreren Antriebsachsen bietet die Steuerkarte einen integrierten Lenze CAN-Systembus an den Klemmen X4 und X5. Mit einer Übertragungsrate von bis zu 500 kbps ermöglicht diese Schnittstelle winkelsynchrone Master-Slave-Kopplungen, elektronische Getriebefunktionen und die Übertragung von Querkommunikationsdaten.

Der an der Frontseite zugängliche Automation Interface (AIF)-Steckplatz erlaubt die modulare Erweiterung um verschiedene Feldbusschnittstellen. Je nach Anforderung können Feldbusmodule für PROFIBUS-DP (wie EMF2131IB oder EMF2133IB), INTERBUS oder LECOM-Schnittstellen (RS-232 / RS-485) eingesteckt werden.

Bei der physikalischen Einbindung in ein CAN-Netzwerk ist darauf zu achten, dass die Busleitung an den beiden physikalischen Enden mit jeweils einem 120-Ohm-Abschlusswiderstand terminiert wird. Zudem muss auf eine ordnungsgemäße Schirmung der Datenleitungen geachtet werden, um elektromagnetische Einstreuungen im Betrieb zu vermeiden.

Diagnose und Statusanzeige

Die Steuerkarte 9324MP.1B.62.V01 verfügt über zwei zweifarbige LEDs an der Frontplatte, die den aktuellen Betriebszustand und Fehlerzustände direkt visualisieren. Ergänzend dazu werden auftretende Störungen in einem internen Fehlerspeicher in den Parametercodes C0161 bis C0168 fortlaufend protokolliert.

Eine detaillierte Diagnose im Klartext ist über den Diagnosemonitor der GDC-Software, die EASY Starter Diagnoseansicht oder das Bediengerät EMF2102IB möglich. Dort lassen sich Fehlerhistorie, aktuelle Warnungen und Betriebsparameter in Echtzeit auslesen.

Status-LED-Anzeigen

LEDFarbe/StatusBedeutung
Rote LED (TRIP / Fehler)Rot - Dauerlicht / BlinkendEIN: Fehlerzustand aktiv (TRIP), Antriebsausgang gesperrt. BLINKEND: Warnung oder Meldung aktiv. AUS: Kein aktiver TRIP oder Warnung.
Grüne LED (READY / Betrieb)Grün - Dauerlicht / BlinkendEIN: Regler freigegeben und in Betrieb. BLINKEND: Reglersperre aktiv (IMP-Zustand), betriebsbereit. AUS: Steuerspannung fehlt oder interner Kartenfehler.

Austausch und Ersatzteil-Hinweise

Beim Austausch der Steuerkarte 9324MP.1B.62.V01 muss darauf geachtet werden, dass die Ersatzbaugruppe die exakt passende Sachnummer aufweist und mit dem installierten Leistungsteil der Lenze 9300 Servo-Serie kompatibel ist.

Ein direkter Plug-and-Play-Betrieb ohne vorherige Konfiguration ist in der Regel nicht möglich. Vor der Reglerfreigabe müssen die anwendungsspezifischen Antriebsparameter (Parametersätze PAR0 bis PAR3) aus einem Sicherungsprojekt mit GDC V4.x+ auf die neue Platine aufgespielt oder vom internen EEPROM / Keypad des Altgeräts übertragen werden.

Nach dem mechanischen Einbau sind das feste Einrasten des AIF-Kommunikationsmoduls im Frontsteckplatz, der ordnungsgemäße Sitz aller Klemmenblöcke sowie der korrekte Anschluss der Schirmung der Geber- und Busleitungen zu überprüfen.

Fehlercodes und Stoercodes

Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:

CodeNameBeschreibungMoegliche UrsacheEmpfohlene Massnahme
OC1Kurzschluss / ÜberstromKurzschluss oder schwerer Überstrom in den Motorkabeln oder der Endstufe erkanntKurzschluss im Motorkabel; Kurzschluss in den Motorwicklungen; EndstufenüberlastMotorverkabelung und Isolation prüfen; Motorwicklungen auf Phasenkurzschluss prüfen; Antriebsauslegung überprüfen
OC2ErdschlussErdschluss an den Leistungsausgangsklemmen festgestelltErdschluss in der Motorwicklung oder im Kabel; Erdkontakt im MotorklemmenkastenIsolationswiderstand von Motor und Leistungskabeln gegen PE-Erde messen
OC5Ixt-ÜberlastDauerüberlastgrenze des Antriebs überschrittenAntrieb zu lange über Nennstrom betrieben; mechanische Blockade oder zu hohes LastmomentMechanischen Strang auf Schwergängigkeit prüfen; Beschleunigungsrampen optimieren; Strombemessung prüfen
OUÜberspannung ZwischenkreisZwischenkreisspannung hat den oberen Schwellenwert überschrittenZu hohe Rückspeiseenergie beim Verzögern; Verzögerungsrampe zu kurz; Bremschopper oder Bremswiderstand defekt/fehlendVerzögerungszeit verlängern; externen Bremswiderstand und Bremschopper überprüfen oder nachrüsten
LUUnterspannung ZwischenkreisZwischenkreisspannung hat den unteren Schwellenwert unterschrittenNetzspannungseinbruch oder Netzausfall; Phasenausfall der Einspeisung; Fehler in der internen LadeschaltungNetzspannung und Netzsicherungen prüfen; AC-Einspeisekabel kontrollieren; Leistungsteil prüfen
OHKühlkörper-ÜbertemperaturKühlkörpertemperatur des Leistungsteils hat den zulässigen Höchstwert überschritten (>90°C)Lüfter defekt; Kühlkörper verschmutzt; Umgebungstemperatur zu hoch; Schaltschrankbelüftung unzureichendKühlrippen reinigen; Luftzirkulation im Schaltschrank überprüfen; Funktion des internen Lüfters prüfen
OH4Motor-ÜbertemperaturEingang des Motortemperatursensors hat Übertemperatur gemeldetThermische Überlastung des Motors; mechanische Blockade; Sensorauslösung (PTC oder KTY unterbrochen)Motor abkühlen lassen; Kühlung und Lüfter des Motors prüfen; Temperaturfühleranschluss an Klemmen X6/X7 prüfen
OH7Drahtbruch Temperaturfühler MotorUnterbrechung in der Leitung des Motortemperatursensors erkanntLeitungsunterbrechung oder nicht angeschlossene Klemme des MotortermofühlersVerkabelung und Anschlüsse des Temperaturfühlers prüfen; Widerstandswert des Sensors messen
CE0Kommunikationsfehler AIFKommunikation zwischen Steuerkarte und AIF-Modul unterbrochenFeldbusmodul fehlt, sitzt lose oder ist beschädigt; Bus-TimeoutSitz des AIF-Kommunikationsmoduls im Frontsteckplatz prüfen; Feldbuskabel und Abschluss kontrollieren
CE1Kommunikationsfehler CAN-Systembus 1Kommunikationsfehler auf der onboard CAN-SystembusschnittstelleBuskabel unterbrochen; fehlender Abschlusswiderstand (120 Ohm); falsche BaudrateneinstellungCAN-Systembusanschlüsse an den Klemmen X4/X5 prüfen; 120-Ohm-Terminierung an beiden Busenden kontrollieren
EErEEPROM-SpeicherfehlerInterne Störung des EEPROM-Parameterspeichers / PrüfsummenfehlerSpannungsausfall während eines Schreibvorgangs; Hardwaredefekt des EEPROM auf der SteuerkarteWerkseinstellungen neu laden; Parametersatz aus Sicherungsdatei übertragen. Bleibt der Fehler bestehen, liegt ein Hardwaredefekt vor.
H05Interner HardwarefehlerInterner Mikrokontroller-Systemfehler / Hardwarefehler auf der SteuerkarteBauteildefekt auf der Steuerkarte oder ProzessorstörungInterner Hardwarefehler – Baugruppe ist nicht feldreparierbar; Karte austauschen oder zur Werksreparatur einsenden.
Sd1Resolver-RückführungsfehlerResolver-Signalleitung unterbrochen, Kurzschluss oder ungültiges SpursignalResolverkabel beschädigt oder nicht angeschlossen; Resolver im Motor defektResolverkabel und Steckverbindung an Buchse X6 prüfen; Schirmung erden; Resolverwicklungen durchmessen
Sd2Inkrementalgeber-FehlerSpurfehler beim Inkrementalgeber oder fehlende ImpulssignaleGeberkabel unterbrochen; Geberversorgung fehlt oder ist überlastet; Geber defektGeberverkabelung und Versorgungsspannung an Klemme X8/X9 prüfen; Geber oder Anschlusskabel austauschen
Sd3SinCos-GeberfehlerSpurfehler bei Absolut-/SinCos-Geber oder Fehler bei der AbsolutwertübertragungSchnittstellenfehler des SinCos-Gebers; serielle Kommunikationsleitung gestört; verrauschtes GebersignalSchirmung und Erdung des SinCos-Geberkabels prüfen; Geberversorgungsspannung kontrollieren
NMAXDrehzahl überschrittenIst-Drehzahl des Motors hat den eingestellten Maximalwert überschrittenFalsche Reglerverstärkung; Instabilität im Drehzahlregelkreis; treibende externe LastDrehzahlregler-Parameter prüfen; Rückführungsgeber kalibrieren; Mechanik der Last prüfen
PIPhasenausfallAusfall einer Phase an der Netzspannungseinspeisung erkanntFehlende Phase auf der Netzzuleitung; Netzspannungssicherung ausgelöstAC-Einspeisespannung über alle drei Phasen messen; Hauptsicherungen und Schütze kontrollieren

Haeufig gestellte Fragen

Welche Software wird zur Konfiguration der Lenze 9324MP.1B.62.V01 benötigt?

Die Konfiguration und Parameterübertragung erfolgt mit der Software Lenze Global Drive Control (GDC ab Version 4.x) oder EASY Starter. Alternativ können Einstellungen auch direkt über das steckbare Bedienmodul EMF2102IB vorgenommen werden.

Welche Gebertypen werden von der Steuerkarte unterstützt?

Die Baugruppe unterstützt Resolver mit einer 10-kHz-Auswertefrequenz über die 15-polige Sub-D-Buchse X6 sowie Inkrementalgeber und SinCos-Absolutwertgeber an den entsprechenden Geberklemmen.

Wie werden die Antriebsparameter beim Modulwechsel gesichert?

Parametersätze (PAR0 bis PAR3) können im internen EEPROM der Steuerkarte gespeichert und über GDC V4.x+ auf einem PC gesichert oder über das Keypad-Modul EMF2102IB ausgelesen und auf die Ersatzkarte übertragen werden.

Welche Feldbusmodule können im AIF-Steckplatz eingesetzt werden?

Der Automation Interface (AIF)-Steckplatz nimmt unter anderem PROFIBUS-DP-Module (EMF2131IB / EMF2133IB), INTERBUS- oder LECOM-Module (RS-232 / RS-485) sowie das Bedienmodul EMF2102IB auf.

Was bedeuten die Fehlercodes H05 und EEr?

Der Code EEr weist auf einen Fehler im EEPROM-Parameterspeicher hin, der durch das Wiederherstellen der Werkseinstellungen oder das Aufspielen eines Backup-Parametersatzes behoben werden kann. Der Code H05 zeigt einen internen Mikrokontroller- bzw. Hardwarefehler an, der einen Austausch der Steuerkarte erforderlich macht.

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