Lenze 13431044 EVS9327-ES 11kW 9300 Servoumrichter
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Produktinformationen
Der Lenze 13431044 (Modell EVS9327-ES) ist ein präziser Servoumrichter aus der Serie Lenze 9300 Servo mit einer Bemessungsleistung von 11 kW. Als spezialisierte -ES-Ausführung ist das Gerät für die dynamische Drehzahl- und Drehmomentregelung von Synchron- und Asynchronmotoren in anspruchsvollen Automatisierungsumgebungen konzipiert. Der Umrichter wird an einem 3-phasigen Versorgungsnetz mit einer Nennspannung von 400 V AC bis 480 V AC (zulässiger Bereich 320 V AC bis 528 V AC) betrieben. Bei einer Taktfrequenz von 8 kHz stellt das Gerät einen Dauer-Ausgangsstrom von 23,5 A bereit und bietet für bis zu 60 Sekunden eine maximale Stromabgabe von 35,3 A zur Abdeckung hoher Anlauf- und Beschleunigungsmomente.
Zur Einbindung in die Maschinensteuerung ist der EVS9327-ES mit einem integrierten CAN-Systembus sowie einem variablen AIF-Steckplatz (Automation Interface) ausgestattet, der Feldbuskarten wie die PROFIBUS DP-Baugruppe EMF2133IB oder die DeviceNet-Baugruppe EMF2173IB aufnimmt. Die Peripherieanbindung erfolgt über 5 digitale Eingänge, 4 digitale Ausgänge, 2 analoge Eingänge und 2 analoge Ausgänge, ergänzt durch Rückführanschlüsse für Resolver an Stecker X7 sowie Gebersignale an Stecker X8. Die Wiederinbetriebnahme eines Austauschgeräts erfordert die Übertragung der anwendungsspezifischen Parametersätze, die im internen EEPROM hinterlegt sind. Die Konfiguration kann über die Software Lenze Global Drive Control (GDC) oder direkt über das Bedienteil EMF2102IB XT ausgelesen und überspielt werden. ABC Industrial Parts unterstützt Anwender bei der Sichersicherung und Übertragung von Konfigurationsdaten für einen reibungslosen Wechsel.
Für die rasche Sichtdiagnose im Schaltschrank verfügt die Gerätefront über drei Indikator-LEDs: Eine grüne LED zeigt den betriebsbereiten oder aktiven Zustand an, eine gelbe LED signalisiert Warnungen oder das Erreichen der Strombegrenzung, und eine rote LED weist auf eine aktiven Störungsabschaltung (TRIP) hin. Detaillierte Fehlerursachen wie Überstrom (OC1), Zwischenkreisüberspannung (OU) oder Störungen des AIF-Moduls (CE0) lassen sich über den Parameter C0161 im integrierten Fehlerspeicher auslesen. Erste Prüfschritte betreffen die Netzeingangsspannung, die Geberverdrahtung an den Klemmen sowie den festen Sitz von Optionsmodulen. Liegt ein interner Hardwarefehler wie der Code H05 vor, ist eine Behebung vor Ort nicht möglich; in solchen Fällen stellt ABC Industrial Parts mit geprüften Ersatzgeräten und Reparaturoptionen die rasche Wiederherstellung der Anlageneinsatzbereitschaft sicher.
Technische Daten
| Hersteller | Lenze |
| Teilenummer | 13431044 |
| Modell/Typ | EVS9327-ES |
| Produktfamilie | 9300 Servo |
| Gerätetyp | Servoumrichter |
| Bemessungsleistung | 11 kW |
| Nennspannung | 400 V AC |
| Versorgungsspannungsbereich | 320 - 528 V AC |
| Dauer-Ausgangsstrom | 23,5 A |
| Maximaler Ausgangsstrom | 35,3 A |
| Schaltfrequenz | 8 kHz |
| Regelungsverfahren | Feldorientierte Vektorregelung / Servoregelung |
| Digitale Eingänge | 5 |
| Digitale Ausgänge | 4 |
| Analoge Eingänge | 2 |
| Analoge Ausgänge | 2 |
Programmierung und Konfiguration
Die Einrichtung und Parametrierung des Servoumrichters Lenze EVS9327-ES erfolgt primär über die PC-Software Lenze Global Drive Control (GDC) oder direkt vor Ort über das aufsteckbare Bedienteil EMF2102IB XT. Im internen nichtflüchtigen EEPROM des Geräts können bis zu vier voneinander unabhängige Parametersätze gespeichert werden, was flexible Umschaltungen zwischen verschiedenen Betriebsmodi erlaubt.
Bei der Vorbereitung eines Ersatzgeräts müssen die im Altgerät abgelegten Parametersätze ausgelesen und auf das Austauschmodul übertragen werden. Dies kann komfortabel über die Kopierfunktion des Bedienmoduls EMF2102IB oder über die GDC-Software durchgeführt werden. Nach der Übertragung der Konfiguration ist die Ausrichtung der E/O-Zuordnungen sowie der Busadressen am Gerät zu überprüfen.
Kommunikation und Systemintegration
Der Servoumrichter EVS9327-ES bietet eine integrierte CAN-Systembusschnittstelle zur hochdynamischen Vernetzung mehrerer Antriebe. Diese ermöglicht den direkten Querverkehr sowie die zentralseitige Parameterverwaltung innerhalb mechatronischer Funktionsgruppen.
Zur Anbindung an übergeordnete Feldbussysteme verfügt das Gerät über einen universellen AIF-Steckplatz (Automation Interface). Über diesen lassen sich optionale Kommunikationsmodule wie das PROFIBUS DP-Modul EMF2133IB oder das DeviceNet-Modul EMF2173IB flexibel nachrüsten. Zudem ist ein Gebersimulationsausgang vorhanden, der die Mastersynchronisation in kaskadierten Antriebsachsen unterstützt.
Diagnose und Statusanzeige
Zur visuellen Betriebskontrolle befinden sich drei Status-LEDs an der Gerätefront. Eine grüne LED zeigt den Betriebszustand an, eine gelbe LED warnt bei Erreichen von Stromgrenzen, und eine rote LED signalisiert eine Störungsabschaltung (TRIP). Tritt eine Störung auf, wird der entsprechende Fehlercode im TRIP-Speicher unter Parameter C0161 abgelegt und kann über das Bedienelement oder die GDC-Software ausgelesen werden.
Über den Diagnosemonitor der Software Global Drive Control stehen zudem Echtzeitwerte für Drehzahl, Zwischenkreisspannung und Motorstrom sowie eine Oszilloskopfunktion zur messtechnischen Überprüfung des Reglerverhaltens zur Verfügung.
Status-LED-Anzeigen
| LED | Farbe/Status | Bedeutung |
|---|---|---|
| Rote LED | Rot - Dauerhaft an | Störungszustand (TRIP aktiv). Reglersperre aufgrund eines aktiven Fehlers. |
| Grüne LED | Grün - Dauerhaft an oder blinkend | Betriebszustand (Betriebsbereit / Läuft). Blinken zeigt Reglersperre oder Phasenbetrieb an. |
| Gelbe LED | Gelb - Dauerhaft an | Warnbedingung aktiv oder Strombegrenzung erreicht. |
Austausch und Ersatzteile
Bei der Auswahl eines Ersatzgeräts für den Lenze EVS9327-ES muss die Nennleistung von 11 kW und der Bemessungsstrom von 23,5 A exakt übereinstimmen. Zudem ist darauf zu achten, dass das installierte AIF-Kommunikationsmodul (z. B. PROFIBUS DP EMF2133IB) vom Altgerät in das Austauschgerät übernommen oder baugleich nachgerüstet wird.
Da der Umrichter nach dem physischen Einbau nicht ohne Konfiguration anläuft, müssen die gesicherten Parametersätze vor dem Freigabesignal auf das Ersatzgerät gespielt werden. Ebenso sind die Busadresse am AIF-Modul, die CAN-Bus-Abschlusswiderstände sowie die Geberrückführungen an Stecker X7 und X8 sorgfältig zu kontrollieren.
Fehlercodes und Stoercodes
Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:
| Code | Name | Beschreibung | Moegliche Ursache | Empfohlene Massnahme |
|---|---|---|---|---|
| OC1 | Kurzschluss / Erdschluss / Überstrom | Kurzschluss oder Erdschluss am Motorausgang oder zu hoher Strom während der Beschleunigung. | Kurzschluss im Motorkabel oder in der Wicklung, Erdschluss, Beschleunigungsrampe zu kurz. | Motor und Leistungsverkabelung auf Phase-Phase- und Phase-Erde-Kurzschluss prüfen. Beschleunigungszeit verlängern. |
| OC2 | Überstrom während der Verzögerung | Exzessiver Strom während des Bremsvorgangs oder der Verzögerung des Motors. | Verzögerungsrampe zu kurz, Schwellenwert des Bremschoppers überschritten. | Verzögerungszeit verlängern, Bremschopper-Widerstand überprüfen. |
| OC5 | I x t Motor- / Umrichterüberlast | Kontinuierliche Überlastung hat den zulässigen Dauerstromgrenzwert überschritten. | Umrichter für die mechanische Last zu klein dimensioniert, anhaltender Blockierbetrieb oder mechanische Schwergängigkeit. | Auslastung des Antriebs prüfen, Mechanik auf Freigängigkeit kontrollieren, Dauerstromeinstellung überprüfen. |
| OU | Zwischenkreisüberspannung | Die Zwischenkreisspannung hat den oberen Grenzwert überschritten (>770 V DC / 800 V DC). | Rückgespeiste Energie vom Motor beim Bremsen, Bremswiderstand nicht angeschlossen oder defekt, Netzspannung zu hoch. | Bremswiderstand und Bremschopper-Konfiguration prüfen, Netzspannung messen, Verzögerungszeit verlängern. |
| LU | Zwischenkreisunterspannung | Die Zwischenkreisspannung ist unter den unteren Schwellenwert gefallen (<400 V DC oder <285 V DC). | Netzspannungsausfall, Netzausfall einer Phase, Netzsicherung ausgelöst, Hauptstromversorgung unterbrochen. | Netzeingangsspannung prüfen, Netzsicherungen und Hauptschütz kontrollieren. |
| OH | Kühlkörper-Übertemperatur | Die Kühlkörpertemperatur des Umrichters hat den maximalen Schwellenwert überschritten (>90 °C). | Lüfterausfall, verstopfte Lüftungsschlitze, Umgebungstemperatur zu hoch, dauerhafte Überlastung. | Kühlrippen des Kühlkörpers reinigen, Funktion des Schaltschranklüfters und Umgebungsluftzufuhr prüfen. |
| OH4 | Motor-Übertemperatur (PTC / Thermosensor) | Der Motortemperatursensor (PTC/KTY) an den Klemmen X10/T1,T2 hat ausgelöst. | Thermische Überlastung des Motors, unzureichende Kühlung des Motors, defekte Sensorverdrahtung. | Motor abkühlen lassen, externen Motorlüfter überprüfen, Widerstand des Motorsensors messen. |
| CE0 | AIF-Kommunikationsfehler | Kommunikationsstörung zwischen der Steuerkarte des Umrichters und dem AIF-Modul. | Lockerer Feldbusstecker, fehlerhafte Erdung, Zeitüberschreitung des Netzwerk-Masters, defektes AIF-Modul. | Verbindung der Optionkarte im AIF-Steckplatz prüfen, Feldbusverkabelung und Busabschlüsse kontrollieren. |
| CE1 | CAN-Systembus Kommunikationsfehler (CAN-IN1) | Unterbrechung der Telegrammübertragung auf dem CAN-Systembus bei Eingangsobjekt 1. | Unterbrochene CAN-Busleitung, fehlender Abschlusswiderstand, falsche Baudrateneinstellung. | CAN-Verkabelung prüfen, 120-Ohm-Abschlusswiderstände an beiden Enden der CAN-Leitung überprüfen. |
| CE2 | CAN-Systembus Kommunikationsfehler (CAN-IN2) | Unterbrechung der Telegrammübertragung auf dem CAN-Systembus bei Eingangsobjekt 2. | Störungen auf der CAN-Leitung oder Verbindungsverlust. | CAN-Verkabelung und Knotenkonfiguration überprüfen. |
| Sd1 | Resolver- / Rückführungsfehler | Resolversignalausfall oder Spurneigung an Stecker X7. | Resolverkabel ausgesteckt, beschädigte Resolverleitung, Störungen durch fehlende Schirmung. | Resolverkabel, Schirmung, Stecker X7 und das Rückführsystem am Motor überprüfen. |
| Sd2 | Gebersignalfehler | Signalfehler des Absolutwertgebers oder Inkrementalgebers an Stecker X8. | Spannungsabfall der Geberversorgung, beschädigtes Kabel, gestörte Signalspur. | Geber-Pinbelegung, Versorgungsspannung und Kabelschirmung überprüfen. |
| PR | Parametersatzfehler | Inkonsistenter oder beschädigter Parameterspeicher beim Start erkannt. | Unterbrochene Parameterübertragung, beschädigter EEPROM-Speicher. | Werkseinstellungen laden (C0002) und den Umrichter neu parametrieren. |
| H05 | Interner Hardwarefehler | Interner Platinenfehler oder Fehlschlagen des Mikrocontroller-Selbsttests. | Defekte interne Steuerplatine, beschädigter interner CPU-Flash-Speicher. | Interner Hardwarefehler – Gerät zur Reparatur einsenden oder Umrichtermodul austauschen. |
| NMAX | Überdrehzahlfehler | Motordrehzahl hat den eingestellten maximal zulässigen Grenzwert überschritten. | Falsche Drehzahltreiber-Einstellung, durchgehende Last, fehlerhafte Geberrückmeldung. | Verstärkung des Drehzahlreglers, Geberverdrahtung und Parameter der Drehzahlbegrenzung prüfen. |
Haeufig gestellte Fragen
Welche Software wird für die Parametrierung des Lenze EVS9327-ES verwendet?
Für die Konfiguration und Inbetriebnahme wird die Software Lenze Global Drive Control (GDC) eingesetzt. Alternativ lassen sich Parameter direkt über das aufsteckbare Bedienteil EMF2102IB XT eingeben und übertragen.
Ist ein Ersatzgerät nach dem Einbau direkt betriebsbereit?
Nein, ein Austauschgerät erfordert vor dem Betrieb die Übertragung der anwendungsspezifischen Parametersätze aus dem internen EEPROM des Altgeräts sowie die Anpassung der Bus- und Geberkonfiguration.
Welche Feldbusoptionen stehen für den Umrichter zur Verfügung?
Neben der integrierten CAN-Systembusschnittstelle unterstützt der EVS9327-ES über seinen AIF-Steckplatz optionale Module für PROFIBUS DP (EMF2133IB), DeviceNet (EMF2173IB), INTERBUS sowie serielle LECOM-Schnittstellen.
Was bedeutet der Fehlercode H05 auf der Störungsanzeige?
Der Fehlercode H05 weist auf einen internen Hardwarefehler oder das Fehlschlagen des Mikrocontroller-Selbsttests hin. Dieser Fehler kann nicht vor Ort behoben werden und erfordert eine Reparatur oder den Austausch des Moduls.
Welche Geberrückführungen können angeschlossen werden?
Das Gerät verfügt über einen Resolveranschluss am Stecker X7 sowie Eingänge für Inkremental- oder Absolutwertgeber am Stecker X8. Zudem ist ein Gebersimulationsausgang vorhanden.
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