Lenze E84AVHCE3714SX0 8400 Highline C Frequenzumrichter

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Produktinformationen
Der Lenze E84AVHCE3714SX0 ist ein Frequenzumrichter der Serie 8400 Highline C, der für präzise Bewegungssteuerungen und anspruchsvolle Positionieraufgaben in automatisierten Fertigungsanlagen entwickelt wurde. Mit einer Nennleistung von 0,37 kW, einem Ausgangsstrom von 1,3 A und einer Dreiphasen-Einspeisung im Bereich von 320 V bis 550 V AC fügt sich das Kompaktgerät im Schutzart-IP20-Gehäuse nahtlos in Schaltschrankarchitekturen ein. Der Umrichter unterstützt vielseitige Regelungsverfahren wie U/f-Kennliniensteuerung, geberlose Vektorregelung sowie rückgeführte Servoregelung bei einer Taktfrequenz von 8 kHz und deckt Ausgangsfrequenzen von 0 bis 599 Hz ab.
Für die Einbindung in moderne Steuerungsumgebungen verfügt der Umrichter über eine integrierte CANopen-Schnittstelle sowie einen MCI-Steckplatz zur Aufnahme optionaler Feldbusmodule wie PROFINET, PROFIBUS oder EtherCAT. Die Onboard-Multi-Encoder-Schnittstelle verarbeitet Signale von HTL-, TTL-, Resolver- und SinCos-Gebern, während acht digitale Eingänge, zwei digitale Ausgänge sowie je zwei analoge Ein- und Ausgänge eine flexible E/A-Anbindung ermöglichen. Die integrierte zweikanalige Sicherheitsfunktion Safe Torque Off (STO) erlaubt eine einfache Einbindung in Sicherheitskonzepte ohne externe Schütze. Bei einem Gerätewechsel lässt sich der Parameterdatensatz werkzeuglos über das steckbare L-force Memory Modul direkt auf ein Ersatzgerät übertragen, wobei ABC Industrial Parts Anwender bei der schnellen Bereitstellung passender Einheiten unterstützt.
Betriebszustände und Buszustände werden direkt über vier zweifarbige Status-LEDs an der Frontseite signalisiert. Tritt eine Störung wie Netzüberspannung, Überlast oder Übertemperatur auf, speichert das Gerät entsprechende Fehlercodes im internen Diagnosespeicher, die über ein Bediengerät oder eine Diagnose-Software ausgelesen werden können. Bei tiefgreifenden Hardware- oder Leistungsteildefekten ist eine Instandsetzung vor Ort meist nicht möglich. In solchen Fällen bietet ABC Industrial Parts mit geprüften Ersatzgeräten und professionellen Reparaturdiensten einen verlässlichen Weg zur schnellen Wiederherstellung der Anlagenverfügbarkeit.
Technische Daten
| Hersteller | Lenze |
| Teilenummer | E84AVHCE3714SX0 |
| Modell / Typ | 8400 Highline C |
| Komponententyp | Frequenzumrichter |
| Nennleistung | 0,37 kW |
| Versorgungsspannungsbereich | 320 - 550 V AC (3-phasig) |
| Nennausgangsstrom | 1,3 A |
| Maximaler Ausgangsstrom | 1,95 A |
| Ausgangsspannungsbereich | 0 - U_mains V AC |
| Ausgangsfrequenzbereich | 0 - 599 Hz |
| Schaltfrequenz | 8 kHz |
| Regelungsverfahren | U/f, Geberlose Vektorregelung, Servoregelung |
| Onboard-Feldbus | CANopen |
| Digitale Ein- / Ausgänge | 8 Eingänge / 2 Ausgänge |
| Analoge Ein- / Ausgänge | 2 Eingänge / 2 Ausgänge |
| Schutzart | IP20 |
Programmierung und Konfiguration
Die Parameterkonfiguration und Erstellung von Bewegungsabläufen für den Lenze E84AVHCE3714SX0 erfolgt über die Softwaretools Lenze EASY Starter oder das Software-Paket Lenze Engineer. Über diese Umgebungen lassen sich Regelungsstrukturen anpassen, Parameterwerte sichern sowie Oszilloskop- und Diagnosefunktionen zur Inbetriebnahme nutzen. Die Anbindung an den PC wird über den optionalen Lenze USB-Diagnoseadapter (E84AVTCD0000S) hergestellt.
Für den direkten Zugriff im Schaltschrank ohne PC-Verbindung kann das Keypad X100 (E84AVTKE0000S) aufgesteckt werden. Dieses Bediengerät erlaubt das Auslesen von Statuswerten, die Quittierung von Fehlern sowie Anpassungen von Anwendungsparametern direkt an der Maschine. Zentrales Speichermedium für das gesamte Geräteprofil ist das entnehmbare L-force Memory Modul, auf dem sämtliche Parameter sicher hinterlegt sind.
Bei der Auswechslung eines Umrichters entfällt durch das L-force Memory Modul die Neuprogrammierung vor Ort. Das Speichermedium wird einfach aus dem Altgerät entnommen und in die Neueinheit eingesetzt. Der Antrieb übernimmt beim Einschalten sofort alle gespeicherten Konfigurationsdaten, wodurch Stillstandszeiten auf ein Minimum reduziert werden.
Kommunikation und Systemintegration
Der Frequenzumrichter ist werkseitig mit einer CANopen-Schnittstelle ausgestattet, die als Systembus für die Vernetzung mit übergeordneten Steuerungen oder weiteren Antriebsachsen dient. Über den Bus können Prozessdaten, Sollwerte und Statuswörter in Echtzeit ausgetauscht werden. Für den ordnungsgemäßen Betrieb im Busnetzwerk sind die korrekte Knotenadresse, Baudrate und der Leitungsabschluss mit 120-Ohm-Widerständen einzustellen.
Zur Einbindung in andere industrielle Netzwerke besitzt die Variante 8400 Highline C einen integrierten MCI-Erweiterungssteckplatz. Durch den Einsatz passender MCI-Module lässt sich das Gerät nahtlos in Netzwerke wie PROFINET (E84AYCPM), PROFIBUS (E84AYCPV) oder EtherCAT (E84AYCEI) integrieren, ohne die Grundstruktur des Antriebs zu verändern.
Ergänzend zu den Feldbusschnittstellen stehen auf der Steuerkarte acht digitale Eingänge, zwei digitale Ausgänge, zwei analoge Eingänge sowie zwei analoge Ausgänge zur Verfügung. Diese ermöglichen die direkte Verarbeitung lokaler Sensorsignale, Sollwertvorgaben und Freigabesignale im Schaltschrank.
Diagnose und Statusanzeige
Zur schnellen Orientierung über den Betriebszustand verfügt der Lenze E84AVHCE3714SX0 über vier Status-LEDs an der Frontseite. Die Anzeigen DRV-READY und DRV-ERROR informieren über die Betriebsbereitschaft sowie anstehende Gerätefehler, während CAN-RUN und CAN-ERR den aktuellen Zustand der CANopen-Kommunikation abbilden.
Detaillierte Diagnoseinformationen und historische Störmeldungen können über das Diagnose-Logbuch mit dem Bediengerät Keypad X100 oder der Software EASY Starter ausgelesen werden. Zudem lassen sich Statuswort-Register über den Feldbus zur automatisierten Überwachung in der übergeordneten SPS auswerten.
Status-LED-Anzeigen
| LED | Farbe/Status | Bedeutung |
|---|---|---|
| DRV-READY | Grün - Dauerhaft / Blinkend / Aus | Dauerhaft = Antrieb betriebsbereit; Blinkend = Antrieb aktiv / in Betrieb; Aus = Antrieb nicht bereit oder Fehler aktiv. |
| DRV-ERROR | Rot - Dauerhaft / Blinkend | Blinkend / Dauerhaft = Fehlerzustand aktiv. Bleibt die Anzeige nach dem Einschalten ohne externe Ursache bestehen, liegt ein interner Hardwarefehler vor. |
| CAN-RUN | Grün - Dauerhaft / Blinkend | Zeigt den CANopen-Status an (Pre-Operational / Operational). |
| CAN-ERR | Rot - Dauerhaft / Blinkend | Zeigt einen CANopen-Busfehler oder den Zustand Bus Off an. |
Austausch und Ersatzteile
Vor dem Austausch eines Lenze E84AVHCE3714SX0 sollte sichergestellt werden, dass das Ersatzgerät bezüglich Sachnummer, Nennleistung (0,37 kW) und Versorgungsspannungsbereich (320–550 V AC) exakt übereinstimmt. Besitzt das Altgerät ein installiertes MCI-Kommunikationsmodul (z. B. PROFINET oder PROFIBUS), muss dieses in den gleichen Steckplatz des neuen Umrichters umgesetzt werden.
Der eigentliche Parameterübertrag erfordert bei Nutzung des L-force Memory Moduls kein Programmiergerät. Nach dem spannungsfreien Freischalten der Anlage wird das Speichermodul aus der Frontseite des defekten Geräts gezogen und in das Neugerät eingesetzt. Beim Wiedereinschalten liest der Umrichter alle Konfigurationsdaten automatisch ein.
Nach dem physischen Austausch sollten die Freigabesignale, die Verdrahtung der STO-Sicherheitskanäle sowie die Geberrückführung überprüft werden. Steht der Fehler 0x0091 an oder reagiert die Leistungsendstufe nicht mehr, liegt ein interner Hardwaredefekt vor, der einen Austausch des Umrichters erforderlich macht.
Fehlercodes und Stoercodes
Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:
| Code | Name | Beschreibung | Moegliche Ursache | Empfohlene Massnahme |
|---|---|---|---|---|
| 0x0011 | Netzüberspannung (OU) | DC-Busspannung überschreitet den oberen Grenzwert. | Netzspannung zu hoch; generatorische Energie beim Abbremsen überschreitet Kapazität des Bremschoppers. | Netzspannung prüfen; Verzögerungszeit verlängern; externen Bremswiderstand installieren oder prüfen. |
| 0x0012 | Netzunterspannung (LU) | DC-Busspannung ist unter den zulässigen unteren Schwellenwert gefallen. | Netzversorgungsspannung zu niedrig; Stromversorgungsausfall; Netzphasenausfall. | Netzspannung prüfen; Leistungssicherungen und Verkabelung kontrollieren. |
| 0x0021 | Kurzschluss / Überstrom (OC) | Motorstrom überschreitet die Kurzschluss-Abschaltschwelle. | Kurzschluss im Motorkabel; Kurzschluss in der Motorwicklung; Beschleunigungsrampe zu steil. | Motorkabel auf Kurzschluss oder Erdschluss prüfen; Motorwicklungen messen; Beschleunigungszeit erhöhen. |
| 0x0031 | Kühlkörper-Übertemperatur (OH) | Kühlkörpertemperatur des Umrichters überschreitet den maximal zulässigen Wert. | Umgebungstemperatur zu hoch; unzureichender Kühlluftstrom; Lüfterausfall oder verschmutzter Kühlkörper. | Schaltschrankbelüftung verbessern; Kühlkörper reinigen; Lüfterfunktion überprüfen. |
| 0x0032 | Innenraum-Übertemperatur (OHI) | Innentemperatur im Umrichtergehäuse überschreitet den Grenzwert. | Schaltschrankinnentemperatur zu hoch; unzureichender Freiraum um den Umrichter. | Ausreichende Schaltschrankkühlung sicherstellen; vorgeschriebene Einbauabstände prüfen. |
| 0x0041 | Motor-Übertemperatur (OH4) | Thermischer Motorsensor oder I²t-Motorschutz hat ausgelöst. | Motor überlastet; Motorkühlung unzureichend; PTC/TK-Sensor unterbrochen. | Mechanische Motorlast prüfen; Sensoranschluss und Parametereinstellungen kontrollieren. |
| 0x0051 | I²t-Umrichterlast (OC6) | Kontinuierliche Überlastschwelle der Leistungsendstufe überschritten. | Umrichter wurde über längere Zeit oberhalb des Nennausgangsstroms betrieben. | Lastzyklus reduzieren; Umrichterdimensionierung an die Lastanforderungen anpassen. |
| 0x0061 | Safe Torque Off aktiv (STO) | Sicherheitskanäle geöffnet oder STO-Anforderung steht an. | Sicherheitskreis geöffnet; Not-Aus-Taster betätigt. | Sicherheitskreis schließen; 24V-Spannung an den Sicherheitseingängen anlegen. |
| 0x0071 | CANopen Bus Off (CE0) | Kommunikationsstörung an der CANopen-Systembusschnittstelle. | CAN-Buskabel unterbrochen; fehlerhafter Busabschluss; Baudrate stimmt nicht überein. | CAN-Verkabelung, Abschlusswiderstände (120 Ohm), Knoten-IDs und Baudrate überprüfen. |
| 0x0081 | Speichermodul-Fehler (MM) | Speichermodul fehlt, ist nicht lesbar oder enthält ungültige Parameter. | Speichermodul nicht korrekt eingesteckt; Daten beschädigt; inkompatibles Speichermodul. | Speichermodul fest einstecken; beschädigtes Modul ersetzen oder per Software formatieren. |
| 0x0091 | Interner Hardwarefehler | Interner Fehler auf der Steuerplatine oder im Leistungsteil erkannt. | Bauteildefekt im Leistungsteil oder auf der Steuerplatine. | Interner Hardwarefehler – Gerät zur Reparatur einsenden oder Umrichter austauschen. |
Haeufig gestellte Fragen
Wie werden die Parameter auf einen Ersatzumrichter Lenze E84AVHCE3714SX0 übertragen?
Sämtliche Parameter sind auf dem steckbaren L-force Memory Modul gespeichert. Beim Austausch wird das Modul aus dem Altgerät entnommen und im stromlosen Zustand in den Ersatzumrichter eingesetzt. Nach dem Einschalten übernimmt das Neugerät den vollständigen Datensatz.
Welche Software wird für die Konfiguration des Lenze 8400 Highline C benötigt?
Für die Inbetriebnahme, Parametrierung und Diagnose werden die Softwaretools Lenze EASY Starter oder das Lenze Engineer Software-Paket eingesetzt. Die Verbindung zum PC erfolgt über den Lenze USB-Diagnoseadapter (E84AVTCD0000S).
Welche Encoder-Typen unterstützt die Onboard-Schnittstelle des E84AVHCE3714SX0?
Die integrierte Multi-Encoder-Schnittstelle unterstützt HTL-, TTL-, Resolver- sowie SinCos-Geber zur präzisen Drehzahl- und Positionsrückführung.
Was bedeutet der Fehlercode 0x0061 am Frequenzumrichter?
Der Fehlercode 0x0061 zeigt an, dass die Sicherheitsfunktion Safe Torque Off (STO) aktiv ist. Ursache ist meist ein geöffneter Sicherheitskreis oder ein betätigter Not-Aus-Taster. Zur Freigabe muss der Sicherheitskreis geschlossen und 24 V an den Sicherheitseingängen angelegt werden.
Kann der Umrichter mit Feldbussen wie PROFINET oder PROFIBUS betrieben werden?
Ja, der Frequenzumrichter verfügt über einen MCI-Erweiterungssteckplatz. Durch das Einstecken passender MCI-Optionen (z. B. E84AYCPM für PROFINET oder E84AYCPV für PROFIBUS) lässt sich der Antrieb flexibel in übergeordnete Netzwerke einbinden.
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