Lenze EVS9323-ES – 9300 Servo Inverter 1,5 kW

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Produktinformationen

Produktfamilie: 9300 Servo | Serie: 9300 Servo

Der Lenze EVS9323-ES ist ein kompakter Servo-Inverter aus der Reihe 9300 Servo, der für präzise Bewegungssteuerungen und hochdynamische Antriebsaufgaben in der industriellen Automatisierung entwickelt wurde. Das Gerät wird dreiphasig mit einer Eingangsspannung von 320 V AC bis 528 V AC betrieben und liefert eine Bemessungsleistung von 1,5 kW bei einem dauerhaften Ausgangsstrom von 3,9 A. Bei einer Taktfrequenz von 8 kHz stellt der Umrichter kurzzeitig einen Spitzenstrom von bis zu 5,9 A sowie eine maximale Ausgangsfrequenz von 480 Hz bereit. Mit einem IP20-Gehäuse und einer Verlustleistung von 90 W ist dieser Servoregler für die platzsparende Schaltschrankmontage ausgelegt.

Für den Austausch eines defekten Geräts ist eine exakte Übertragung der Antriebsparameter erforderlich, da ein Ersatzgerät vor der Wiederinbetriebnahme konfiguriert werden muss. Die Anbindung an übergeordnete Steuerungen erfolgt flexibel über den integrierten CAN-Systembus mit Datenraten bis zu 500 kbit/s sowie über den Automation Slot X1, der optionale Kommunikationsmodule wie PROFIBUS-DP (EMF2133IB / EMF2131IB) oder CANopen (EMF2175IB) aufnimmt. Positionier- und Rückführsignale werden über die Sub-D-Anschlüsse für Resolver (X7) sowie Inkremental- oder SinCos-Geber (X8) erfasst. Die Parameter sichern Techniker mithilfe des optionalen Bedienelements EMZ9371BC oder über die Engineering-Software Global Drive Control (GDC) V4.x/V5.x mit dem USB-zu-CAN-Adapter EMF2177IB, um Konfigurationsdaten zügig auf ein Ersatzgerät von ABC Industrial Parts zu übertragen.

Die Diagnose des Betriebszustands erfolgt direkt am Gerät über LED-Statusanzeigen sowie über ein integriertes Fehlerregister in den Parametern C0168 und C0169, das die letzten acht Störungsmeldungen speichert. Eine grüne LED signalisiert die anliegende Steuerspannung, während eine rote LED aktive Auslösungen oder Fehlerzustände anzeigt. Bei Störungsmeldungen wie Unterspannung im Zwischenkreis (LU), Überstrom (OC1) oder Geberfehlern (Sd2/Sd3) sollten zuerst Netzspannung, Verkabelung und Rückführsignale überprüft werden. Liegen interne Hardwaredefekte vor, wie sie etwa durch die Fehlercodes H05 oder OH7 angezeigt werden, ist eine Reparatur auf Bauteilebene im Feld nicht möglich; in solchen Fällen stellt eine geprüfte Tauscheinheit von ABC Industrial Parts den schnellsten Weg zur Wiederherstellung der Anlagenverfügbarkeit dar.

Technische Daten

HerstellerLenze
TeilenummerEVS9323-ES
Produktfamilie9300 Servo
KomponententypServo-Inverter / Servoregler
Bemessungsleistung1,5 kW
Versorgungsspannungsbereich320 - 528 V AC (3-phasig)
Nennausgangsstrom3,9 A
Maximaler Ausgangsstrom5,9 A
Verlustleistung90 W
Maximale Ausgangsfrequenz480 Hz
Schaltfrequenz8 kHz
Integrierter SystembusCAN (bis zu 500 kbit/s)
SchutzartIP20

Programmierung und Konfiguration

Die Projektierung und Inbetriebnahme des Lenze EVS9323-ES erfolgt vorzugsweise über die Engineering-Software Global Drive Control (GDC) in den Versionen V4.x oder V5.x. Die Verbindung zwischen PC und Servoregler wird dabei über den USB-zu-CAN-Adapter EMF2177IB hergestellt. Über die Software lassen sich sämtliche Regelungsparameter, Rampenzeiten, Strombegrenzungen und Motordaten übersichtlich anpassen, auslesen und auf einem Speichermedium sichern.

Für den mobilen Einsatz ohne PC steht das Bedienteil EMZ9371BC zur Verfügung. Dieses steckbare Bedienmodul erlaubt das Auslesen, Ändern und Kopieren von Parameterdatensätzen direkt am Umrichter. Durch das Klonen des Parametersatzes über das Bedienteil kann der Austausch eines Umrichters im Servicefall erheblich beschleunigt werden. Über den Parameter C0002 ist zudem jederzeit das Zurücksetzen des Geräts auf die Werkseinstellungen möglich.

Kommunikation und Systemintegration

Der Servoregler EVS9323-ES verfügt standardmäßig über einen integrierten CAN-Systembus auf der Steuerkarte, der Datenübertragungsraten von bis zu 500 kbit/s unterstützt. Darüber hinaus ermöglicht die Frequenzbus-Schnittstelle die synchrone Kopplung mehrerer Achsen in Master-Slave-Konfigurationen, was insbesondere bei Querschneidern, Druckwerken oder Verpackungsanlagen zum Einsatz kommt.

Zur Einbindung in übergeordnete Feldbussysteme ist das Gerät mit dem Automation Slot X1 ausgestattet. In diesen Modulschacht können unterschiedliche Optionskarten eingesetzt werden, darunter die PROFIBUS-DP-Module EMF2133IB und EMF2131IB sowie das CANopen-Modul EMF2175IB. Ergänzend stehen Schnittstellen zur Gebersimulation sowie Sub-D-Anschlüsse für Resolver (X7) und Inkremental- bzw. SinCos-Geber (X8) zur Verfügung.

Diagnose und Statusanzeige

Zur schnellen Betriebszustandserfassung befinden sich auf der Frontabdeckung des EVS9323-ES zweifarbige Status-LEDs. Ergänzend zur optischen Signalisierung verfügt der Servoregler über ein internes Fehlerspeicher-Register in den Parametern C0168 und C0169, in dem die letzten acht aufgetretenen Störereignisse chronologisch hinterlegt werden.

Über ein potenzialfreies Störmeladerelais kann der Status des Umrichters direkt an eine übergeordnete SPS gemeldet werden. Detaillierte Diagnoseinformationen und Klartextmeldungen lassen sich wahlweise über das Display des Bedienteils EMZ9371BC oder im Diagnosefenster der Software Global Drive Control auslesen.

Status-LED-Anzeigen

LEDFarbe/StatusBedeutung
POWERGrün - Dauerhaft leuchtendSteuerspannung liegt an und interne Logikversorgungsspannung ist betriebsbereit
FAULTRot - Dauerhaft leuchtend / BlinkendAktive Fehlerauslösung oder Störungszustand im Servoregler getriggert

Austausch und Ersatzteile

Beim Austausch eines Servoreglers der Type EVS9323-ES muss sichergestellt werden, dass die Teilenummer exakt übereinstimmt, um die elektrische Kompatibilität (1,5 kW Bemessungsleistung, 3,9 A Dauerstrom) und die physikalischen Schnittstellen zu gewährleisten. Da es sich um ein digitales Regelgerät handelt, führt das bloße Einbauen eines Neugeräts ohne Konfiguration nicht zum Betrieb.

Vor der Wiederinbetriebnahme der Anlage muss der anwendungsspezifische Parametersatz aus dem bisherigen Umrichter ausgelesen und auf das Ersatzgerät übertragen werden. Dies erfolgt entweder über die Software Global Drive Control (GDC) oder durch Umstecken und Kopieren mit dem Bedienelement EMZ9371BC. Ebenso sind eventuell installierte Kommunikationsmodule im Automation Slot X1 (z. B. PROFIBUS EMF2133IB) in das Tauschgerät umzusetzen.

Sollte der ursprüngliche Umrichter aufgrund eines elektronischen Defekts nicht mehr ansprechbar sein, muss der Parametersatz aus einer bestehenden Anlagensicherung geladen werden. Zudem ist beim Neuanschluss auf die korrekte Polung des Zwischenkreises sowie die einwandfreie Schirmung der Resolver- (X7) und Geberleitungen (X8) zu achten.

Fehlercodes und Stoercodes

Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:

CodeNameBeschreibungMoegliche UrsacheEmpfohlene Massnahme
LUZwischenkreis-UnterspannungDie DC-Zwischenkreisspannung hat den zulässigen Mindestschwellenwert (ca. 430 V DC) unterschritten.Netzspannungsausfall, Spannungseinbruch im Versorgungsnetz, Hauptschalter während des Betriebs geöffnet, zu hohe Netzimpedanz.Netzspannung prüfen, Netzzuleitungen und Sicherungen kontrollieren, DC-Zwischenkreisverbindungen überprüfen.
OUZwischenkreis-ÜberspannungDie DC-Zwischenkreisspannung hat den zulässigen Höchstschwellenwert (ca. 770 V DC) überschritten.Zu hohe Rückspeiseenergie beim Verzögern, Bremswiderstand fehlt oder defekt, Bremschopper inaktiv oder Verzögerungsrampe zu kurz.Verzögerungszeit verlängern, externen Bremswiderstand anschließen oder prüfen, Funktion des Brems-Transistors kontrollieren.
OC1Kurzschluss / Momentaner ÜberstromUnmittelbarer Kurzschluss oder unzulässig hoher Spitzenstrom am Umrichterausgang erkannt.Kurzschluss im Motorkabel oder in der Motorwicklung, Erdschluss, Beschleunigungsrampe zu steil, falsche Motorparameter.Motor und Motorkabel auf Kurzschluss prüfen, Motorparameter kontrollieren, Beschleunigungszeit erhöhen.
OC2ErdschlussErdschlussstrom an einer Phase des Motorausgangs festgestellt.Isolationsschaden in der Motorwicklung oder im Leistungskabel, Körperschluss im Klemmenkasten oder der Kabelschirmung.Isolationswiderstand von Motor und Motorkabel mit einem Isolationsmessgerät prüfen.
OC5Antriebsüberlastung (Ixt)Kontinuierliche Strombelastung hat das thermische Limit des Umrichters über die Zeit überschritten.Mechanische Überlastung, Motor blockiert oder Umrichter für den Zyklusbetrieb zu klein dimensioniert.Mechanische Last und Antriebsauslegung prüfen, Einschaltdauer und Arbeitszyklus kontrollieren.
OHKühlkörper-ÜbertemperaturKühlkörper-Temperatur des Umrichters hat den maximal zulässigen Grenzwert (ca. 85 °C / 90 °C) überschritten.Unzureichende Kühlung, Lüfter blockiert oder defekt, Umgebungstemperatur zu hoch, verschmutzte Kühlrippen.Kühlkörper reinigen, ausreichende Schaltschrankbelüftung sicherstellen, Funktion des Schaltschranklüfters prüfen.
OH4Motor-ÜbertemperaturThermischer Motorsensor (PTC oder KTY) hat eine Übertemperatur des Motors gemeldet.Thermische Überlastung des Motors, dauerhafter Betrieb bei niedriger Drehzahl ohne Fremdlüfter, Drahtbruch in der Sensorleitung.Motor abkühlen lassen, Motorkühlung und Belastung prüfen, Anschluss des PTC/KTY-Sensors kontrollieren.
OH7Kühlkörper-TemperatursensorfehlerInterne Unterbrechung oder Kurzschluss im Sensorstromkreis der Kühlkörpertemperatur.Defekt des internen Temperatursensors oder Beschädigung der Steuerplatine.Interner Hardwarefehler – Gerät zur Reparatur einsenden oder Umrichter austauschen.
NMAXDrehzahlgrenze überschrittenIst-Drehzahl des Motors hat die maximal zulässige Höchstdrehzahl überschritten.Instabiler Drehzahlregelkreis, fehlerhafte Skalierung des Gebers, durchgehende Last.Verstärkung des Drehzahlreglers prüfen, Geberauflösungseinstellungen kontrollieren, Höchstdrehzahl-Schwellenwert überprüfen.
H05Interner HardwarefehlerInterner Mikrocontroller-Hardware- oder Systemtestfehler aufgetreten.Defekt interner elektronischer Bauteile, Ausfall der Stromversorgung auf der Steuerplatine.Interner Hardwarefehler – Gerät zur Reparatur einsenden oder Umrichter austauschen.
EEREEPROM-SpeicherfehlerPrüfsummen- oder Schreib-/Lese-Fehler im internen nichtflüchtigen EEPROM-Speicher.Spannungsausfall während des Speicherns von Parametern, beschädigter EEPROM-Baustein.Werkseinstellungen laden (C0002) und Parametersatz wiederherstellen. Bleibt der Fehler bestehen, Gerät austauschen.
CE0Kommunikationsfehler Automation SlotKommunikationsunterbrechung zwischen Servoregler und der optionalen Feldbuskarte im Modulschacht X1.Lockere Modulverbindung, Feldbus-Master gestoppt, Buskabel beschädigt oder getrennt.Sitz des Optionsmoduls im Steckplatz X1 prüfen, Buskabelverbindung und Master-Status kontrollieren.
Sd2Resolver-SignalfehlerFehler im Resolver-Rückführsignal oder Spurverlust am Sub-D-Anschluss X7 erkannt.Defektes Resolverkabel, Unterbrechung der Schirmung, beschädigter Resolver im Motor.Resolverkabel und Schirmerdung prüfen, Resolverimpedanz messen.
Sd3Geber-SignalfehlerSignalausfall des Inkremental- oder SinCos-Gebers am Sub-D-Anschluss X8.Defekt am Geberkabel, fehlende Geberversorgungsspannung, Signalverlust auf Spur A oder B.Geberkabel und Steckverbinder prüfen, Geberversorgungsspannung in den Antriebsparametern kontrollieren.

Haeufig gestellte Fragen

Welche Software wird für die Parameterübertragung des Lenze EVS9323-ES benötigt?

Für die Konfiguration und Parameterübertragung wird die Software Lenze Global Drive Control (GDC) V4.x oder V5.x in Kombination mit einem USB-zu-CAN-Adapter (EMF2177IB) genutzt. Alternativ lässt sich der Parametersatz mit dem steckbaren Bedienteil EMZ9371BC direkt am Gerät sichern und übertragen.

Wie wird der Servoregler EVS9323-ES auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt?

Das Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen erfolgt über den Parameter C0002. Nach Ausführen dieses Befehls wird der interne Speicher mit den Standard-Werkseinstellungen überschrieben.

Welche Feldbusmodule können im Automation Slot X1 betrieben werden?

Der Automation Slot X1 unterstützt verschiedene Optionsmodule, darunter die PROFIBUS-DP-Baugruppen EMF2133IB und EMF2131IB sowie das CANopen-Modul EMF2175IB zur Einbindung in übergeordnete Steuerungskonzepte.

Was ist bei der Behebung der Störungsmeldung EER (EEPROM-Fehler) zu tun?

Bei dem Fehler EER sollte zunächst über den Parameter C0002 der Werkseinstellungssatz geladen und anschließend der anwendungsspezifische Parametersatz neu eingespielt werden. Tritt der Fehler danach weiterhin auf, liegt ein Hardwaredefekt des EEPROM vor und das Gerät muss ausgetauscht werden.

Welche Funktion haben die LEDs auf der Frontabdeckung des Umrichters?

Die grüne POWER-LED zeigt das Anliegen der Steuerspannung und die Betriebsbereitschaft der internen Logik an. Die rote FAULT-LED signalisiert im Dauerlicht oder Blinken eine aktive Störung oder Tripmeldung des Servoreglers.

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