Lenze 13180721 EVS9328-EP – 9300 Servo Positioning Controller 22 kW

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Produktinformationen

Produktfamilie: 9300 Servo Drives

Der Lenze EVS9328-EP (Sachnummer 13180721) ist ein leistungsfähiger Servo-Positionierregler mit 22 kW Bemessungsleistung aus der Reihe Lenze 9300 Servo Drives. Das Gerät kombiniert Antriebsregelung, Geberauswertung und Positioniersteuerung in einem kompakten Schaltschrankgerät. Der Regler wird an einer 3-phasigen Netzspannung von 320 V bis 528 V AC bei 45 bis 65 Hz betrieben und liefert einen kontinuierlichen Ausgangsstrom von 47 A sowie einen kurzzeitigen Spitzenstrom von 70,5 A für dynamische Beschleunigungsvorgänge.

Für die Einbindung in Anlagen bietet der EVS9328-EP flexible Rückführschnittstellen für Resolver, TTL-Inkrementalgeber, SinCos-Geber und Hiperface-Absolutwertgeber. Die Kommunikation erfolgt über einen integrierten CAN-Systembus mit bis zu 500 kbit/s, ergänzt durch einen Automation Interface (AIF)-Steckplatz für optionale Feldbusmodule wie PROFIBUS-DP (EMF2133IB) oder CANopen (EMF2178IB). Bei der Inbetriebnahme eines Ersatzgeräts müssen die Anwenderparameter aus dem internen EEPROM, das bis zu vier Parametersätze speichert, ausgelesen und übertragen werden. Dies kann komfortabel über das Bedienelement Keypad XT (EMF2102IB) oder die Software Global Drive Control (GDC) erfolgen, bei deren Ausführung ABC Industrial Parts unterstützen kann.

Zur Fehlerdiagnose und Zustandsüberwachung verfügt der EVS9328-EP über drei LED-Statusanzeigen sowie einen internen Fehlerspeicher für die Codes C0161 bis C0168. Traten Störungen wie Überstrom, Überspannung im Zwischenkreis oder Unterbrechungen des Gebersignals auf, lassen sich Ursachen direkt am Gerät oder über den Feldbus eingrenzen. Bei internen Hardwarefehlern wie EEPROM-Defekten (EE) oder Systemtestfehlern (H05) liegt eine Störung auf Platinen- oder Leistungsteilebene vor, die nicht vor Ort behoben werden kann. In solchen Fällen sichert ein getestetes Austauschgerät oder die Reparatur über ABC Industrial Parts eine schnelle Wiederinbetriebnahme der Produktionsanlage.

Technische Daten

Nennleistung22 kW
Nennspannung400 V AC
Versorgungsspannungsbereich320 - 528 V AC
Versorgungsfrequenzbereich45 - 65 Hz
Netzeingangsstrom43 A
Dauer-Ausgangsstrom47 A
Spitzen-Ausgangsstrom70.5 A
Maximale Ausgangsfrequenz480 Hz
Standard-Schaltfrequenz4 kHz
Digitale Eingänge8
Digitale Ausgänge4
Analoge Eingänge2
Analoge Ausgänge2
Integrierter SystembusCAN (500 kbit/s)

Programmierung und Konfiguration

Die Projektierung und Parametrierung des Lenze EVS9328-EP erfolgt vorzugsweise über die Engineering-Software Global Drive Control (GDC) oder direkt vor Ort über das aufsteckbare Bedienelement Keypad XT (EMF2102IB). Der Servoregler verfügt über ein internes, nichtflüchtiges EEPROM, das die Speicherung von bis zu vier vollständigen Parametersätzen ermöglicht. Dadurch lassen sich unterschiedliche Betriebsprofile oder Rezepturen direkt im Regler hinterlegen und im laufenden Betrieb umschalten.

Beim Austausch einer Einheit muss sichergestellt werden, dass die Parameterstruktur des Bestandsgeräts vollständig auf das Ersatzgerät übertragen wird. Dazu gehört neben den Regelparametern und Motordaten auch die Zuordnung der digitalen und analogen E/A-Signale – darunter 8 digitale Eingänge, 4 digitale Ausgänge, 2 analoge Eingänge und 2 analoge Ausgänge. Der Parameter-Download über GDC oder der Upload/Download über den Speicher des Keypad XT minimiert Stillstandszeiten und gewährleistet ein identisches Betriebsverhalten nach dem Tausch.

Kommunikation und Systemintegration

Der EVS9328-EP ist serienmäßig mit einer onboard CAN-Systembusschnittstelle ausgestattet, die Übertragungsraten von bis zu 500 kbit/s unterstützt. Diese Schnittstelle ermöglicht die hochdynamische Querverbindung und Synchronisierung mehrerer Achsen ohne zusätzliche Feldbuskarten. Über die integrierte Gebersimulation kann eine Masterfrequenz ausgegeben werden, um elektronische Getriebe oder Winkelsynchronläufe in Mehrachssystemen zu realisieren.

Für die Einbindung in übergeordnete Steuerungskonzepte bietet der Servoregler einen Automation Interface (AIF)-Steckplatz. Hierüber lassen sich optionale Kommunikationsmodule wie das PROFIBUS-DP-Modul EMF2133IB oder das CANopen-Modul EMF2178IB nutzen. Zur PC-gestützten Diagnose und Konfiguration über den Systembus kann der PC-Systembus-Adapter EMF2177IB eingesetzt werden.

Diagnose und Statusanzeige

Der Lenze EVS9328-EP bietet umfassende Diagnosemöglichkeiten direkt an der Gerätefront sowie über Kommunikationsschnittstellen. Drei LEDs informieren fortlaufend über den Betriebszustand und anstehende Warnungen oder Fehler. Ergänzend speichert der Regler auftretende Störungen chronologisch in den Parametern C0161 bis C0168, die über das Keypad XT oder die GDC-Software ausgelesen werden können. Auch eine Statuswort-Abfrage über den CAN-Systembus oder den AIF-Feldbus ist möglich.

Status-LED-Anzeigen

LEDFarbe/StatusBedeutung
Red LEDRed - Solid/FlashingTRIP aktiv / Fehler steht an. Antrieb aufgrund einer Störung gesperrt.
Green LEDGreen - Solid / FlashingBetrieb / Bereit. Blinken = Reglerfreigabe fehlt oder Antrieb betriebsbereit; Dauer-EIN = Regler freigegeben und läuft.
Yellow LEDYellow - SolidWarnung / Impulssperre (IMP). Aktive Leistungsteilsperre / Stromgrenze erreicht oder Warnzustand.

Austausch und Ersatzteile

Beim Tausch eines defekten Lenze EVS9328-EP gegen ein Ersatzgerät müssen sowohl die Hardwareausstattung als auch die gerätespezifischen Parameter präzise abgeglichen werden. Da die Typenbezeichnung EVS9328-EP für eine 22 kW Servo-Positioniersteuerung steht, muss sichergestellt werden, dass das Ersatzgerät bezüglich Netzspannung (320 V bis 528 V AC) und Ausgangsstrom (47 A Dauer / 70,5 A Spitze) identisch dimensioniert ist.

Zusätzlich ist die Übernahme der Kommunikations- und Rückführungsoptionen erforderlich. Falls in der Bestandsanlage Erweiterungsmodule wie das PROFIBUS-Modul EMF2133IB oder die CANopen-Karte EMF2178IB im AIF-Steckplatz verbaut sind, müssen diese in das Austauschgerät umgesetzt oder kompatibel nachbestückt werden. Vor dem ersten Einschalten sind die hinterlegten Parametersätze aus dem EEPROM des Altgeräts einzuspielen, um falsche Achsbewegungen oder Busfehler zu vermeiden.

Sollte das Altgerät aufgrund schwerwiegender interner Fehler (z. B. H05 oder EE) nicht mehr ansprechbar sein und sich Parameter nicht direkt auslesen lassen, unterstützen spezialisierte Fachbetriebe bei der Auslesung der Speicherbausteine oder stellen geprüfte Tauscheinheiten bereit.

Fehlercodes und Stoercodes

Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:

CodeNameBeschreibungMoegliche UrsacheEmpfohlene Massnahme
OHKühlkörperübertemperaturKühlkörpertemperatur hat die obere Sicherheitsgrenze überschritten (>90 °C)Kühlventilator defekt, Umgebungstemperatur zu hoch, Kühlkörper verstopft, übermäßige ÜberlastungKühlkörper reinigen, Umgebungskühlung und Schaltschrankbelüftung prüfen, Schaltschrankventilator überprüfen
OH3Innentemperaturfehler AntriebTemperatur im Reglergehäuse hat 70 °C überschrittenUmgebungstemperatur im Schaltschrank zu hoch, unzureichende SchaltschrankbelüftungSchaltschrankkühlung/Klimatisierung prüfen, Umgebungstemperatur senken
OH4Motortemperatursensor TRIPMotortemperatursensor PTC / Thermoschalter geöffnet oder hochohmigThermische Überlastung des Motors, PTC-Kabel unterbrochen oder kurzgeschlossenMotor abkühlen lassen, Motorkühlventilator prüfen, Motorsensoranschluss an Klemmen T1/T2 überprüfen
OC1Kurzschluss / Überstrom beim BeschleunigenAusgangsstrom hat den Spitzensicherheitswert während der Beschleunigungsrampe überschrittenKurzschluss im Motorkabel, Kurzschluss in der Motorwicklung, Beschleunigungszeit zu kurz eingestellt, ErdschlussMotorverkabelung und Isolation prüfen, Beschleunigungsrampe verlängern, Motor auf Wicklungsfehler untersuchen
OC2Kurzschluss / Überstrom beim VerzögernAusgangsstrom hat den Spitzensicherheitswert während der Verzögerungsrampe überschrittenVerzögerungsrampe zu kurz, mechanische Blockade, MotorwicklungsfehlerVerzögerungsrampe verlängern, Funktion von Bremschopper und Bremswiderstand prüfen, mechanische Antriebslast überprüfen
OC3Kurzschluss / Überstrom bei konstanter FahrtSpitzenausgangsstromgrenze im stetigen Betrieb überschrittenPlötzlicher Lastimpuls, Motorblockade/Stall, beschädigte MotorwicklungMechanisches System auf Blockaden prüfen, Motorisolation und Verkabelung untersuchen
OC5Erdschluss / ErdschlussstromAsymmetrischer Erdleckstrom an den Ausgangsphasen erkanntErdschluss in Motorleitung oder Motorwicklung, kapazitiver KabelladestromMotorkabel und Motor mit Isolationsmessgerät auf Erdschluss prüfen
OUDC-ZwischenkreisüberspannungZwischenkreisspannung hat die obere Grenze überschritten (>770 V DC / 800 V DC)Übermäßige Regenerationsenergie beim Verzögern, Bremswiderstand nicht angeschlossen oder defekt, Bremschopperschaltung beschädigtAnschlüsse des Bremswiderstands prüfen, Widerstandswert des Bremswiderstands messen, Verzögerungszeit verlängern, Gerät austauschen falls interner Bremschopper beschädigt ist
LUDC-ZwischenkreisunterspannungZwischenkreisspannung ist unter die untere Grenze gefallen (<400 V DC / 285 V DC)Netzspannungsausfall, zu niedrige Netzspannung, Phasenausfall am AC-EingangNetzspannung, Eingangssicherungen und AC-Leistungsanschlüsse prüfen
LP1NetzphasenausfallEine der 3 AC-Netzphasen fehlt oder ist stark unsymmetrischDurchgebrannte Eingangssicherung, lose Netzverbindung, Netzspannungseinbruch unter LastEingangs-AC-Sicherungen, Leistungsschütz und eingehende Netzspannung unter Last überprüfen
SdResolver / Rückführungs-UnterbrechungsfehlerResolver-Signalverbindungsfehler oder Unterbrechung an X7 erkanntDefektes Geberkabel, abgezogener Stecker, Resolver-AusfallStecker X7 und Resolver-Kabelbaum prüfen, Resolver-Spulenwiderstand messen
SinSinCos-GebersignalfehlerSinCos-Spuren an Rückführschnittstelle X8 außerhalb der Toleranz oder gestörtKabelschirmungsproblem, loser Geberstecker, beschädigter SinCos-GeberSchirmerdung des Geberkabels prüfen, Stecker X8 kontrollieren, Geber bei Bedarf austauschen
CE0CAN-Systembus-KommunikationsfehlerSystembus-CAN-Kommunikationstimeout oder Bus-Off-ZustandCAN-Buskabel gebrochen, fehlender Abschlusswiderstand (120 Ohm), Baudraten-FehlanpassungCAN-Busverdrahtung, Abschlusswiderstände an den Leitungsenden und CAN-Knoten-ID-Einstellungen prüfen
CE1Automatisierungsmodul-Schnittstellenfehler (AIF)Kommunikationsfehler zwischen Reglerkarte und eingesetztem FeldbusmodulFeldbusmodul lose, beschädigte Modulhardware, inkompatible Feldbus-FirmwareKommunikationsmodul im AIF-Steckplatz neu einsetzen, Kontaktstifte überprüfen, Modul austauschen
EEEEPROM-SpeicherfehlerPrüfsummenfehler im internen Parameterspeicher oder EEPROM-SchreibfehlerInterne Speicherbeschädigung, Ausschalten während des Speichervorgangs, interner PlatinenfehlerInterner Hardware- / Platinenfehler – Werkseinstellungen neu laden; bleibt der Fehler bestehen, Gerät zur Reparatur einsenden
H05Interner HardwarefehlerInterner Systemselbsttest des Reglers fehlgeschlagenInterner Steuerplatinen- oder Leistungsteil-HardwarefehlerInterner Hardware- / Platinenfehler – nicht feldservicierbar; Gerät zur Reparatur einsenden oder Regler austauschen

Haeufig gestellte Fragen

Welche Eingangs- und Ausgangswerte zeichnen den Lenze EVS9328-EP aus?

Der Servoregler wird an einer 3-phasigen Netzspannung von 320 V bis 528 V AC (45 bis 65 Hz) betrieben. Er bietet eine Bemessungsleistung von 22 kW mit einem Dauer-Ausgangsstrom von 47 A und einem maximalen Spitzenstrom von 70,5 A.

Welche Geber- und Rückführsysteme werden vom EVS9328-EP unterstützt?

Der Regler verfügt über universelle Rückführschnittstellen für Resolver, TTL-Inkrementalgeber, SinCos-Geber und Hiperface-Absolutwertgeber sowie über einen Gebersimulationsausgang zur Achssynchronisation.

Welche Software wird für die Parametrierung des Servoreglers benötigt?

Die Konfiguration und Projektierung erfolgt über die Software Global Drive Control (GDC) oder vor Ort über das Bedienelement Keypad XT (EMF2102IB).

Wie lassen sich Feldbusse wie PROFIBUS-DP oder CANopen nachrüsten?

Der EVS9328-EP besitzt einen Automation Interface (AIF)-Steckplatz, der die Aufnahme von optionalen Modulen wie EMF2133IB (PROFIBUS-DP) oder EMF2178IB (CANopen) ermöglicht.

Was ist bei den Fehlercodes EE oder H05 zu tun?

Diese Fehler weisen auf eine interne Speicherbeschädigung oder einen fehlgeschlagenen Hardware-Selbsttest hin. Es handelt sich um Platinenfehler, die eine Reparatur des Geräts oder einen Austausch der Steuereinheit erfordern.

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Gehen Sie mit unseren Garantiebedingungen auf Nummer sicher

Industrieanlagen sollten vorzugsweise stets in Betrieb bleiben, unabhängig von den Umständen. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, dass Sie sich auf hochwertige Produkte und/oder nachhaltige Reparaturen verlassen können. Mit unseren Garantiebedingungen können Sie sich auf Sicherheit verlassen, unabhängig davon, ob Sie sich für neue, gebrauchte oder reparierte Produkte entscheiden.

Datensicherung und -wiederherstellung

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