Lenze EVS9321-EPV004 – 9300 Servo Position Controller 0,37 kW

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Produktinformationen

Produktfamilie: 9300 Servo | Serie: 9300

Der Lenze EVS9321-EPV004 ist ein kompakter Servoregler der Serie 9300 Servo mit integrierter Positioniersteuerung (EP-Variante) für synchrone und asynchrone AC-Servomotoren. Das Gerät verfügt über eine Bemessungsleistung von 0,37 kW, einen Nennausgangsstrom von 1,5 A bei einer Versorgungsspannung von 320 V bis 528 V AC sowie eine externe Steuerspeisung von 24 V DC. Durch das integrierte Positionierprofil-Modul mit eigenem Profilgenerator, Touch-Probe-Eingängen und flexiblen Referenzierfunktionen entlastet dieser Servoregler die übergeordnete SPS-Steuerung bei hochdynamischen Bewegungsabläufen direkt auf Antriebsebene.

Für die Einbindung in bestehende Anlagenstrukturen stehen der integrierte Lenze Systembus (CAN-Schnittstelle X4) für die schnelle Achssynchronisation sowie ein AIF-Steckplatz (Automation Interface) zur Verfügung, der optionale Feldbusmodule wie PROFIBUS-DP (EMF2133IB / EMF2111IB), DeviceNet, INTERBUS oder LECOM aufnimmt. Rückführsignale werden über Schnittstellen für Resolver (X7), Inkremental- und SinCos-Geber (X8) oder Masterfrequenzen eingelesen, ergänzt durch 8 digitale Eingänge, 4 digitale Ausgänge sowie je 2 analoge Ein- und Ausgänge. Bei der Inbetriebnahme eines Ersatzgeräts muss der herstellerspezifische Parameterdatensatz mittels der Software Global Drive Control (GDC) oder dem Bedienmodul Keypad XT (EMF2102IB) übertragen werden; ABC Industrial Parts unterstützt bei der Vorbereitung und Bereitstellung passender Ersatzantriebe.

Zur Vor-Ort-Diagnose verfügt das Gerät an der Frontseite über LED-Statusanzeigen für Fehler (TRIP, Rot), Betriebsbereitschaft (DRIVE READY, Grün) und Impulssperre (IMP, Gelb) sowie einen internen Fehlerspeicher für bis zu 8 Ereignisse. Bei Störungen sollten zuerst die Netzspannung, die Absicherung, die Geberkabel an X7/X8 sowie der CAN-Bus-Abschlusswiderstand von 120 Ohm überprüft werden. Interne Hardwarefehler oder Leistungsteildefekte wie die Fehlercodes H10, H11 oder EER lassen sich nicht vor Ort reparieren; in solchen Fällen bietet ABC Industrial Parts mit geprüften Tauschgeräten und Reparaturdienstleistungen einen schnellen Weg zur Wiederherstellung der Produktion.

Technische Daten

HerstellerLenze
TeilenummerEVS9321-EPV004
Modell / Typ9300 Servo Position Controller
KomponententypServo Controller
Nennleistung0.37 kW
Versorgungsspannungsbereich320 - 528 V AC
Nennausgangsstrom1.5 A
Spitzenausgangsstrom (60 s)2.25 A
Max. Kurzzeitstrom (0,5 s)3.0 A
Steuerspannung24 V DC
Verlustleistung40 W
Taktfrequenz8 kHz
Max. Ausgangsfrequenz480 Hz
Digitale Eingänge8
Digitale Ausgänge4
Analoge Eingänge2
Analoge Ausgänge2

Programmierung und Konfiguration

Die Parametrierung und Konfiguration des Lenze EVS9321-EPV004 erfolgt vorrangig über die Software Global Drive Control (GDC) oder das aufsteckbare Bedienmodul Keypad XT (EMF2102IB). Über das Keypad XT können Parameter direkt am Servoregler ausgelesen, verändert oder auf ein Austauschgerät übertragen werden. Der Parameter C0168 dient hierbei als zentraler Fehlerspeicher-Readout zur detaillierten Analyse von vergangenen Ausfällen.

Für die Positionierfunktionen stellt die EP-Softwarestruktur konfigurierbare Parameter bereit, darunter Zielpositionen, Fahrprofile, Beschleunigungsrampen (C0012), Verzögerungszeiten (C0013) sowie Schleppfehlertoleranzen (C0254). Falls ein Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen erforderlich ist, kann dies durch Setzen des Parameters C0002 auf den Wert 11 eingeleitet werden, wodurch eine definierte Ausgangsbasis für die Neukonfiguration geschaffen wird.

Kommunikation und Systemintegration

Der Servoregler besitzt eine integrierte Systembus-Schnittstelle (CAN) an Stecker X4, die Datenraten von bis zu 500 kbps unterstützt. Diese Schnittstelle dient der schnellen Querkommunikation zwischen mehreren Antrieben und ermöglicht präzise Master-Slave-Kopplungen sowie synchronisierte Multi-Achsbewegungen ohne Verzögerungen durch übergeordnete Steuerungsebenen.

Zusätzlich verfügt das Gerät über den Automation Interface Slot (AIF), der die Flexibilität bei der Netzwerkanbindung erhöht. Hier können Feldbusmodule wie PROFIBUS-DP (EMF2133IB / EMF2111IB), DeviceNet, INTERBUS oder serielle LECOM-Schnittstellen (RS232/RS485) eingesteckt werden. Zur Vermeidung von Übertragungsfehlern auf dem CAN-Bus müssen die Busleitung an beiden Enden mit 120-Ohm-Abschlusswiderständen versehen und die Busteilnehmeradressen korrekt eingestellt sein.

Diagnose und Statusanzeige

Die Diagnose des EVS9321-EPV004 erfolgt über drei Front-LEDs, das Keypad XT sowie die Oszilloskop- und Diagnosefunktionen der Software Global Drive Control. Der interne Fehlerspeicher protokolliert die letzten 8 Störungsmeldungen samt Betriebsstunden und Zeitstempel, was eine gezielte Fehleranalyse nach unerwarteten Anlagenstopps erlaubt.

Status-LED-Anzeigen

LEDFarbe/StatusBedeutung
Red LED (TRIP)Rot - Dauerhaft anFehler oder TRIP-Zustand aktiv. Regler ist aufgrund eines aktiven Fehlers gesperrt.
Green LED (DRIVE READY)Grün - Blinkend / Dauerhaft anBlinkend = Regler betriebsbereit / Reglersperre aktiv; Dauerhaft an = Regler freigegeben / normaler Betrieb.
Yellow LED (IMP)Gelb - Dauerhaft anImpulssperre aktiv (Leistungsstufe deaktiviert).

Austausch und Ersatzteile

Beim Austausch eines defekten EVS9321-EPV004 muss strikt darauf geachtet werden, dass die Typenbezeichnung exakt übereinstimmt, insbesondere die Variante EP für die integrierte Positioniersteuerung. Ein Standard-9300-Servoregler ohne EP-Option verfügt nicht über die notwendige Positionierlogik und den Profilgenerator, was zu Funktionsausfällen in der Maschine führt.

Vor der Inbetriebnahme des Ersatzgeräts muss der anwendungsspezifische Parameterdatensatz vom Altgerät gesichert und auf das Neugerät übertragen werden. Dies geschieht entweder über das Keypad XT (EMF2102IB) oder mit der Software Global Drive Control (GDC). Zudem müssen aufgesteckte AIF-Kommunikationsmodule (z. B. PROFIBUS-DP EMF2133IB) vom Altgerät übernommen sowie die Adressschalter und CAN-Terminierungen überprüft werden.

Fehlercodes und Stoercodes

Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:

CodeNameBeschreibungMoegliche UrsacheEmpfohlene Massnahme
OC1Kurzschluss / ÜberstromKurzschluss oder übermäßiger Erdschlussstrom während der BeschleunigungKurzschluss im Motorkabel, Windungsschluss im Motor, zu kurze BeschleunigungsrampeMotor und Verkabelung auf Kurzschluss/Erdschluss prüfen; Beschleunigungszeit (C0012) überprüfen
OC2Überstrom während der VerzögerungAusgangsstrom überschreitet Schwellenwert während der BremsrampeVerzögerungszeit zu kurz, Bremsenergie zu hochVerzögerungszeit (C0013) erhöhen, Funktion von Bremsmodul und Bremswiderstand prüfen
OC5I x t-ÜberlastLeistungsstufe dauerhaft überlastetDauerhafte Überlastung, Motor für Anwendung unterdimensioniert, mechanische SchwergängigkeitMechanischen Antriebsstrang auf Leichtgängigkeit prüfen, Motorauslegung überprüfen
OUDC-Bus-ÜberspannungZwischenkreisspannung überschreitet oberen Schwellenwert (>770 V DC)Zu hohe Rückspeiseenergie, Verzögerungsrampe zu steil, Bremswiderstand defekt oder nicht angeschlossenAnschluss und Wert des Bremswiderstands prüfen; Verzögerungszeit verlängern
LUDC-Bus-UnterspannungZwischenkreisspannung unter Schwellenwert gefallen (<370 V DC / 285 V DC)Netzausfall, Netzphase fehlt, Netzspannung zu niedrigNetzspannung überprüfen, Netzsicherungen und Netzschütz kontrollieren
OHKühlkörper-ÜbertemperaturKühlkörpertemperatur überschreitet 85°C / 90°CUnzureichende Schaltschrankkühlung, Kühlkörper verschmutzt, Lüfter defekt, Umgebungstemperatur zu hochKühlrippen reinigen, Schaltschranklüfter und Belüftungsabstände überprüfen
OH3Motor-Übertemperatur (PTC)Thermischer Motorsensor an Klemmen T1/T2 hat ausgelöstMotor durch übermäßige Dauerlast oder mangelnde Kühlung überhitztMotor abkühlen lassen, Motorlast und Fremdlüfter prüfen
OH7Drahtbruch MotortemperatursensorOffener Stromkreis im Kabel des MotortemperatursensorsSensorkabel unterbrochen oder KTY/PTC-Sensor defektVerkabelung zwischen Reglerklemmen T1/T2 und Motortemperatursensor prüfen
OH8I2t-Motorlast-Warnung/AuslösungBerechnete Motorlastgrenze über I2t-Thermomodell erreichtLängerer Betrieb bei niedriger Drehzahl unter hoher LastDauerdrehmomentanforderung reduzieren oder externen Motorlüfter nachrüsten
OS1ÜberdrehzahlTatsächliche Motordrehzahl hat Maximalwert überschrittenDrehzahlregler instabil, Geberverkabelung fehlerhaft, ziehende LastDrehzahlreglerverstärkung anpassen (C0070, C0071), Abschirmung und Anschlüsse von Geber/Resolver prüfen
CE0Systembus (CAN) KommunikationsfehlerKommunikationsausfall an der integrierten CAN-Schnittstelle X4Buskabel unterbrochen, falsche Baudrate, fehlender AbschlusswiderstandCAN-Verkabelung, 120-Ohm-Abschlusswiderstände an beiden Enden und Knotenadresse prüfen
CE1AIF-KommunikationsfehlerKommunikationsfehler zwischen Regler und optionalem Feldbusmodul im AIF-SteckplatzModul getrennt, lose Verbindung, Feldbus-Master gestopptSitz des AIF-Feldbusmoduls prüfen, Status der SPS/Master-Steuerung kontrollieren
CE2AIF-Timeout-FehlerZeitüberschreitung bei der Prozessdatenübertragung über den AIF-SteckplatzSPS-Steuerung im STOP-Zustand oder Feldbuskabel getrenntStatus des Feldbus-Masters und Netzwerkverkabelung überprüfen
CE3CAN-Timeout-FehlerZeitüberschreitung der Prozessdatenübertragung auf dem Systembus CANSendender Partnerknoten offline oder Netzwerk unterbrochenStatus des Master-/Partner-Antriebs am CAN-Bus prüfen
CE4CAN Bus-Off-ZustandCAN-Controller wegen übermäßiger Übertragungsfehler im Bus-Off-ZustandFalsche Baudrate, Störeinflüsse, schlechte Schirmung, offene BusleitungSchirmErdung, Leitungsterminierung und CAN-Baudratenkonfiguration prüfen
EEREEPROM-SpeicherfehlerInterner EEPROM-Prüfsummenfehler beim Einschalten oder Speichern von ParameternSpannungsunterbrechung beim Speichern oder interner SpeicherdefektWerkseinstellungen laden (C0002 = 11); bei dauerhaftem Fehler liegt ein Hardwaredefekt vor
rE0Resolverfehler (X7)Verlust des Resolversignals an Stecker X7Resolverkabel getrennt, Drahtbruch, schlechter KontaktResolverkabel, Schirmung und Pin-Belegung an Stecker X7 prüfen
rE1Inkremental-/SinCos-Geberfehler (X8)Signalspurausfall oder Kabelbruch am Geberanschluss X8Spur A/B Signalausfall oder Spannungsversorgung des Gebers fehlerhaftGeberverkabelung, Spannungsversorgung und Spursignale prüfen
LP1MotorphasenausfallFehlende Ausgangsphase zum MotorMotorkabel unterbrochen, Ausgangsschütz geöffnetVerkabelung an den Klemmen U, V, W zum Motor prüfen
P01Schleppfehler überschritten (Pos-Lag)Positionierabweichung zwischen Sollprofil und Istposition überschreitet Grenze C0254Mechanische Klemmen/Blockade, Beschleunigung zu steil, Reglerverstärkung zu niedrigMechanik prüfen, Positionsreglerverstärkung oder Schleppfehlertoleranz (C0254) anpassen
P02Positiver Endschalter erreichtHardware- oder Software-Endschalter in positiver Richtung während der Bewegung betätigtAchse hat den maximal zulässigen Arbeitsbereich überschrittenEndschaltersignal freigeben und Achse manuell in den zulässigen Arbeitsbereich zurückfahren
P03Negativer Endschalter erreichtHardware- oder Software-Endschalter in negativer Richtung während der Bewegung betätigtAchse hat den minimal zulässigen Arbeitsbereich unterschrittenEndschaltersignal freigeben und Achse manuell in den zulässigen Arbeitsbereich zurückfahren
P05Referenzierfehler / Homing-FehlerReferenzierfahrt konnte nicht abgeschlossen werden oder Referenzschaltersignal ging verlorenReferenzschalter defekt, falsche Suchrichtung, Schalter bei der Fahrt überfahrenVerkabelung des Referenzschalters, Suchgeschwindigkeit und Homing-Parameter prüfen
H10Interner Leistungsteil-AusgangsfehlerFehler in der internen Treiber- oder LeistungsstufeInterner Bauteildefekt oder Kurzschluss der AusgangstransistorenInterner Hardwarefehler – Gerät zur Reparatur einsenden
H11Interner TemperatursensorfehlerInterner Kühlkörper-Temperatursensor unterbrochen oder kurzgeschlossenBeschädigung der internen SensorhardwareInterner Hardwarefehler – Gerät zur Reparatur einsenden

Haeufig gestellte Fragen

Welche Software wird für die Parametrierung des Lenze EVS9321-EPV004 benötigt?

Die Parametrierung und Diagnose erfolgt über die Software Lenze Global Drive Control (GDC) oder direkt am Gerät über das aufsteckbare Bedienmodul Keypad XT (EMF2102IB).

Was unterscheidet die EP-Variante von Standard-Servoreglern der Serie 9300?

Die EP-Variante enthält eine integrierte Positioniersteuerung mit Zielprofilgenerator, Touch-Probe-Eingängen und autonomen Referenzierroutinen, wodurch Positionieraufgaben direkt im Regler ohne Belastung der SPS ausgeführt werden.

Wie wird ein Parameter-Backup beim Reglertausch übertragen?

Parameter können mit dem Keypad XT in den internen Speicher des Bedienmoduls gesichert und auf das Ersatzgerät kopiert werden. Alternativ lässt sich das Parameterfile über die GDC-Software auslesen und neu aufspielen.

Was bedeutet der Fehlercode CE0 und wie lässt er sich beheben?

CE0 signalisiert einen Kommunikationsfehler auf dem CAN-Systembus (X4). Mögliche Ursachen sind Kabelbrüche, falsche Baudraten oder fehlende 120-Ohm-Abschlusswiderstände an den Busenden.

Wie verhält man sich bei Anzeige des Fehlercodes EER?

EER deutet auf einen Prüfsummenfehler im internen EEPROM hin. Zunächst sollte ein Werksreset über Parameter C0002 = 11 versucht werden. Bleibt der Fehler bestehen, liegt ein interner Hardwaredefekt vor, der eine Reparatur oder ein Ersatzgerät erfordert.

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