Lenze EVS9324-ES 9300 Series 11 kW Servoregler

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Produktinformationen
Der Lenze EVS9324-ES ist ein komponentenbasierter Servoregler aus der Serie 9300 Servo, der für hochdynamische Bewegungssteuerungen in industriellen Produktionsanlagen entwickelt wurde. Mit einer Nennleistung von 11 kW, einem Nenneingangsstrom von 27 A und einem kontinuierlichen Ausgangsstrom von 23,5 A bedient das Gerät anspruchsvolle Positionier- und Regelungsaufgaben. Der Servoumrichter arbeitet in einem Netzspannungsbereich von 320 V AC bis 528 V AC und unterstützt die Auswertung von Standard-Resolvern sowie RS422-Inkrementalgebern. Die Taktfrequenz ist bis zu 16 kHz einstellbar, was eine präzise und geräuscharme Ansteuerung der angeschlossenen Wechselstrom-Servomotoren ermöglicht.
Für die Integration in übergeordnete Automatisierungsstrukturen verfügt der Servoregler über eine integrierte CANopen-Systembusschnittstelle an der Klemmleiste X14 sowie einen frontseitigen AIF-Steckplatz (Automation Interface). Über diesen Steckplatz können optionale Feldbusmodule wie das PROFIBUS-Modul EMF2133IB, DeviceNet oder INTERBUS sowie das Bedienelement EMZ9371BC angeschlossen werden. Die Inbetriebnahme oder der Austausch eines Ersatzgeräts erfordert die Übertragung des passenden Parametersatzes. Der EVS9324-ES verfügt über einen internen EEPROM-Speicher für vier komplette Parametersätze, die mithilfe der Software Global Drive Control (GDC) oder direkt über das Bedienteil gesichert und eingespielt werden können. ABC Industrial Parts unterstützt Sie bei der Beschaffung passender Ersatzgeräte und der Vorbereitung zur Parameterübertragung für einen zügigen Anlauf Ihrer Anlage.
Zur Betriebsüberwachung und Fehlersuche bietet der EVS9324-ES zweifarbige Status-LEDs an der Gerätefront sowie einen detaillierten TRIP-Historienspeicher in den Parametern C0161 bis C0170. Am Bedienteil EMZ9371BC oder in der GDC-Softwareoberfläche werden Klartextmeldungen und Fehlercodes wie OH, OU, OC1 oder CE0 angezeigt, die auf thermische Überlastung, Überspannung im Zwischenkreis, Überstrom oder Busunterbrechungen hinweisen. Vor dem Austausch sollten die Eingangsspannung an den Klemmen L1, L2 und L3 sowie die Verkabelung des Resolver-Feedbackanschlusses X7 geprüft werden. Liegt eine interne Hardwarestörung vor, die sich nicht vor Ort beheben lässt, kann ein geprüfter Ersatzumrichter oder eine professionelle Reparatur über ABC Industrial Parts die Stehzeiten in der Produktion minimieren.
Technische Daten
| Hersteller | Lenze |
| Teilenummer | EVS9324-ES |
| Modell/Typ | EVS9324-ES |
| Komponententyp | Servoregler |
| Produktfamilie | 9300 Series |
| Nennleistung | 11 kW |
| Versorgungsspannungsbereich | 320 V AC – 528 V AC |
| Nenneingangsstrom | 27 A |
| Dauer-Ausgangsstrom | 23,5 A |
| Maximale Ausgangsfrequenz | 480 Hz |
| Taktfrequenz | 8 kHz |
| Integrierter Systembus | CANopen (500 kbit/s) |
Programmierung und Konfiguration
Die Parametrierung und Konfiguration des Lenze EVS9324-ES erfolgt primär über die Engineering-Software Global Drive Control (GDC) oder das aufsteckbare Bedienelement EMZ9371BC. Der Umrichter speichert bis zu vier vollständige Parametersätze in einem nichtflüchtigen internen EEPROM. Dadurch können unterschiedliche Konfigurationen für wechselnde Betriebsmodi direkt im Gerät hinterlegt und bei Bedarf aufgerufen werden.
Bei der Inbetriebnahme eines Ersatzgeräts müssen die antriebsspezifischen Parameter genau auf die angeschlossene Mechanik und die Motordaten der Lenze 9300 Servomotoren abgestimmt werden. Über das Keypad oder die GDC-Software lassen sich gesicherte Parametersätze von einem bestehenden Gerät auslesen und auf den neuen Umrichter übertragen, um die Ausfallzeiten bei einem Komponententausch auf ein Minimum zu reduzieren.
Kommunikation und Systemintegration
Für die Vernetzung innerhalb von Mehrachssystemen ist der EVS9324-ES standardmäßig mit einer CANopen-Systembusschnittstelle an der Klemmleiste X14 ausgestattet. Diese Schnittstelle unterstützt Übertragungsraten von bis zu 500 kbit/s und ermöglicht den schnellen Datenaustausch sowie die Achssynchronisation zwischen mehreren Servorreglern ohne zusätzliche Hardwarekosten.
Zusätzlich verfügt der Umrichter über einen universellen Steckplatz für das Automation Interface (AIF). Über diesen Steckplatz lassen sich optionale Kommunikationsmodule wie das PROFIBUS-DP-Modul EMF2133IB, DeviceNet (EMF2173IB) oder INTERBUS (EMF2105IB) nachrüsten. Dies erlaubt eine flexible Einbindung des Servoverstärkers in unterschiedliche übergeordnete Steuerungsumgebungen.
Diagnose und Statusanzeige
Der Servoregler stellt umfassende Diagnosefunktionen bereit, die eine schnelle Lokalisierung von Störungen im laufenden Betrieb ermöglichen. Neben den optischen Status-LEDs an der Frontseite können Diagnosewerte über das Bedienteil EMZ9371BC oder die Diagnose-Arbeitsumgebung der GDC-Software ausgelesen werden. Das Gerät führt zudem einen internen TRIP-Speicher in den Parametern C0161 bis C0170, in dem vergangene Fehlerzustände chronologisch protokolliert werden.
Status-LED-Anzeigen
| LED | Farbe/Status | Bedeutung |
|---|---|---|
| Ready LED | Grün - Dauerlicht / Blinkt | Betriebsbereitschaft des Reglers und Status der Spannungsversorgung |
| Fault LED | Rot - Dauerlicht / Blinkt | Aktiver TRIP-Zustand oder Warnung erkannt |
Austausch und Ersatzteile
Beim Austausch eines Lenze EVS9324-ES Servoreglers muss sichergestellt werden, dass das Ersatzgerät exakt der gleichen Leistungsklasse entspricht. Da die Serie 9300 Servo herstellerseitig nicht mehr in Neuprojekten verbaut wird, ist der direkte Austausch durch ein baugleiches Ersatzteil der schnellste Weg, um bestehende Maschinen ohne aufwendige Neu-Projektierung weiterzubetreiben.
Vor dem Einschalten des Ersatzgeräts ist die Übertragung des anwendungsspezifischen Parametersatzes erforderlich. Der Inhalt des internen EEPROM kann entweder über die Software Global Drive Control oder mit dem Bedienmodul EMZ9371BC vom Altgerät ausgelesen und auf den neuen Umrichter aufgespielt werden. Zudem ist darauf zu achten, dass eventuell genutzte AIF-Optionen wie die PROFIBUS-Karte EMF2133IB korrekt umgesteckt und die Busadressen identisch eingestellt werden.
Fehlercodes und Stoercodes
Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:
| Code | Name | Beschreibung | Moegliche Ursache | Empfohlene Massnahme |
|---|---|---|---|---|
| OH | Kühlkörper-Übertemperatur | Kühlkörpertemperatur hat den oberen Grenzwert überschritten (ca. 90°C) | Ungenügende Kühlung, Lüfter blockiert oder defekt, Umgebungstemperatur zu hoch oder dauerhafte Überlastung | Schaltschrankbelüftung prüfen, Kühlkörperrippen reinigen, Funktion des internen Lüfters kontrollieren, Last reduzieren. |
| OH4 | Motor-Übertemperatur | Motor-Temperatursensor (PTC/KTY) hat den thermischen Schutzschwellenwert ausgelöst | Thermische Überlastung des Motors, dauerhafter Betrieb mit zu hohem Drehmoment, Sensordrahtbruch oder Unterbrechung | Motor abkühlen lassen, Motorlastprofil überprüfen, PTC-Kabelanschluss an Klemmleiste X1 inspizieren. |
| OU | Zwischenkreis-Überspannung | Zwischenkreisspannung hat den oberen Grenzwert überschritten (ca. 770 V DC / 800 V DC) | Zu hohe Rückspeiseenergie beim Bremsen, Bremswiderstand fehlt, ist beschädigt oder zu klein dimensioniert, Bremsrampe zu kurz | Verzögerungszeit erhöhen, Anschluss und Widerstandswert des externen Bremswiderstands prüfen, Bremschopper-Schaltkreis kontrollieren. |
| LU | Zwischenkreis-Unterspannung | Zwischenkreisspannung hat den unteren Grenzwert unterschritten (ca. 430 V DC) | Netzspannungseinbruch oder -ausfall, Phasenausfall, Spannungseinbruch in der Versorgung, Netzdrossel fehlt oder beschädigt | Netzeingangsspannung an den Klemmen U/V/W messen, Sicherungen und Hauptschütz kontrollieren. |
| OC1 | Kurzschluss / Momentaner Überstrom | Momentaner Spitzenstromgrenzwert an den Ausgangsphasen überschritten | Kurzschluss in der Motorwicklung, Motorkabel-Kurzschluss gegen Masse oder zwischen den Phasen, Transistorfehler in der Leistungsendstufe | Motorkabel von den Umrichterklemmen U/V/W trennen und Regler ohne Motor testen. Isolationsprüfung an Motorwicklungen und Leistungskabel durchführen. Bei internem Leistungsteilfehler Gerät zur Reparatur einsenden. |
| OC5 | I x t-Überlast | Akkumulierte Grenze der Dauerstromüberwachung erreicht | Antrieb über längere Zeit über dem Nennstrom belastet, mechanische Blockade, falsche Motorsteuerungsparameter | Mechanischen Antriebsstrang auf Schwergängigkeit oder Überlast prüfen, Parametereinstellungen und Motornennstrom kontrollieren. |
| rPO | Resolver-Positionsfehler | Resolver-Signalverfolgungs- oder Positionsfehler erkannt | Resolverkabel defekt, Signalstörungen/Rauschen auf den Geberleitungen, lose Schirmung oder fehlerhafte Resolver-Hardware | Resolverkabelanschlüsse an X7 prüfen, Schirmung und Erdung kontrollieren, Rückführkabel austauschen. |
| Sd3 | Resolver-Kabelbrand / Fehler | Unterbrechung der Resolver-Signalleitung oder Kabelbruch erkannt | Drahtbruch im Resolverkabel, Steckverbinder X7 ausgesteckt oder Pin beschädigt | Steckverbindung an X7 und im Motorklemmenkasten prüfen, Kabel auf Beschädigung untersuchen, Durchgang der Verdrahtung messen. |
| NMAX | Maximaldrehzahl überschritten | Ist-Drehzahl des Motors hat den in C0032 konfigurierten Maximalwert überschritten | Drehzahlregler nicht korrekt optimiert, externe Last treibt den Motor an, Rückführungsverlust oder fehlerhaftes Drehzahlgebersignal | Maximaldrehzahl-Einstellung in C0032 überprüfen, Drehzahlreglerparameter kontrollieren, Geberfunktion prüfen. |
| EER | EEPROM-Datenfehler | Prüfsummentest des nichtflüchtigen Speichers beim Start fehlgeschlagen | EEPROM-Datenkorruption durch Spannungsausfall während des Speichervorgangs, interner Speicherbaustein defekt | Parameter auf Werkseinstellung zurücksetzen (C0002=1) und Projektparameter neu laden. Bei dauerhaftem Fehler liegt ein Hardwaredefekt vor. |
| H05 | Interner Hardwarefehler | Boardnaher Hardwarefehler beim Selbsttest erkannt | Bauteilfehler auf der Steuerplatine, Ausfall der internen Spannungsversorgung | Interner Hardwarefehler – vor Ort nicht reparierbar. Umrichter zur Werksreparatur einsenden oder austauschen. |
| CE0 | CANopen-Kommunikationsfehler | Zeitüberschreitung oder Übertragungsfehler an der integrierten CAN-/Systembusschnittstelle X14 | Buskabel getrennt, falsche Baudrate, fehlende Busabschlusswiderstände (120 Ohm), starke EMV-Störungen | CAN-Verkabelung prüfen, Abschlusswiderstände an beiden Busenden kontrollieren, Knotenadresse und Baudrate überprüfen. |
| P12 | Netzphasenausfall | Phasenunsymmetrie oder Ausfall einer Phase an der AC-Netzeinspeisung | Hauptsicherung durchgebrannt, schlechter Kontakt am Schütz, unsymmetrische Netzspannung | Netzeingangsspannung direkt an den Klemmen L1, L2, L3 unter Last messen. Netzverdrahtung und Sicherungen prüfen. |
Haeufig gestellte Fragen
Welche Nennleistungen und Ströme bietet der Lenze EVS9324-ES?
Der Servoregler stellt eine Nennleistung von 11 kW bereit. Bei einer Netzeinspeisung zwischen 320 V AC und 528 V AC beträgt der Nenneingangsstrom 27 A und der kontinuierliche Ausgangsstrom 23,5 A.
Wie werden die Parameter beim Austausch eines EVS9324-ES übertragen?
Die Parameter können mithilfe des optionalen Bedienelements EMZ9371BC direkt vom internen EEPROM des Altgeräts gesichert und auf das Ersatzgerät übertragen werden. Alternativ lässt sich der Parametersatz über die Software Global Drive Control (GDC) sichern und einspielen.
Welche Kommunikationsschnittstellen sind standardmäßig vorhanden?
Der EVS9324-ES verfügt über eine integrierte CANopen-Systembusschnittstelle an Klemme X14 mit bis zu 500 kbit/s. Über den AIF-Steckplatz können zusätzlich Module für PROFIBUS (EMF2133IB), DeviceNet oder INTERBUS integriert werden.
Was bedeutet der Fehlercode OC1 am Servoregler?
Der Code OC1 signalisiert einen kurzzeitigen Überstrom oder Kurzschluss an den Ausgangsphasen U/V/W. Mögliche Ursachen sind ein Windungskurzschluss im Motor, ein Erdschluss im Motorkabel oder ein Defekt der Umrichterendstufe.
Welche Geberrückführungen unterstützt der Lenze EVS9324-ES?
Das Gerät unterstützt serienmäßig die Auswertung von Standard-Resolvern über den Anschluss X7 sowie RS422-Inkrementalgeber-Eingänge und frequenzsimulierte Ausgänge.
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