Lenze EVS9326-EK 9300 Servo Cam Profiler Servoregler 11kW

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Produktinformationen

Produktfamilie: 9300 Servo

Der Lenze EVS9326-EK ist ein Servoregler der Reihe 9300 Servo, der speziell als Elektronischer Kurvenscheiben-Profiler (Cam Profiler) für anspruchsvolle Mehrachs-Bewegungssteuerungen ausgelegt ist. Die Ausführung mit der Teilenummer EVS9326-EK liefert eine Dauerleistung von 11 kW bei einer Bemessungsausgangsstromstärke von 23,5 A und bietet für 60 Sekunden eine Überlastfähigkeit von bis zu 150 Prozent (35,3 A). Das Gerät arbeitet an einem dreiphasigen Netzanschluss im Spannungsbereich von 320 V AC bis 528 V AC bei 45 bis 65 Hz und stellt Ausgangsfrequenzen von 0 bis 480 Hz bei einer Taktfrequenz von 8 kHz bereit. Mit seiner kompakten Bauform in Schutzart IP20 ersetzt dieser Servocontroller mechanische Kurvenscheiben durch flexible softwarebasierte Bewegungsprofile, was mechanischen Verschleiß minimiert und schnelle Formatwechsel in Verpackungs-, Textil- und Druckmaschinen ermöglicht.

Für die Einbindung in die Maschinenumgebung und die Rückkopplung verfügt der Servoregler über Anschlüsse für Resolver am Stecker X7 sowie für Inkremental-, SinCos- oder Absolutwertgeber über Stecker X8. Die quersynchronisierte Kommunikation zwischen mehreren Antrieben erfolgt über den integrierten CAN-Systembus an Stecker X4 mit Übertragungsraten bis zu 500 kbit/s, während ein freier Funktionssteckplatz X1 die Erweiterung um Feldbusmodule wie PROFIBUS DP (EMF2131IB) oder CANopen (EMF2175IB) erlaubt. Beim Austausch einer defekten Einheit muss das neue Gerät mit den maschinenspezifischen Parametern und Kurvenscheibentabellen beschrieben werden, die im internen nichtflüchtigen EEPROM gespeichert sind. Die Übertragung der Datensätze erfolgt entweder über das Bedienelement EMZ9371BC oder die Software Lenze Global Drive Control (GDC), wobei ABC Industrial Parts bei der Vorbereitung oder Parameterübertragung von Ersatzgeräten unterstützen kann.

Zur Betriebs- und Fehlerdiagnose besitzt das Gerät zwei Status-LEDs an der Frontseite, die den Betriebszustand (Grün) sowie Störungen (Rot) signalisieren. Detaillierte Trip-Texte und Fehlercodes können über das Aufsteck-Bedienmodul EMZ9371BC ausgelesen oder über den Diagnose-Speicher C0009 in der GDC-Software analysiert werden. Typische Erstprüfungen bei Störungen betreffen die Netzspannung an L1, L2 und L3, die Impedanz des Bremswiderstands, den CAN-Bus-Abschluss sowie die Geberverkabelung an X7 und X8. Reagiert der Regler mit internen Hardwarefehlern wie H05, H10, H11 oder einem EEPROM-Zugriffsfehler EER, liegt eine Störung auf Platine oder Mikrocontroller vor, die nicht vor Ort behoben werden kann. In solchen Fällen ist die Überholung des Moduls oder der Einsatz eines geprüften Austauschgeräts von ABC Industrial Parts die schnellste Methode zur Wiederherstellung der Produktion.

Technische Daten

HerstellerLenze
TeilenummerEVS9326-EK
Modell / Typ9300 Servo Cam Profiler
Produktfamilie9300 Servo
KomponententypServoregler
Bemessungsleistung11 kW
Versorgungsspannungsbereich320 - 528 V AC
Netzfrequenz45 - 65 Hz
Bemessungsausgangsstrom23,5 A
Maximaler Ausgangsstrom35,3 A (für 60 s)
Ausgangsfrequenzbereich0 - 480 Hz
Schaltfrequenz8 kHz
Integrierter SystembusCAN (500 kbit/s)
GehäuseschutzartIP20

Programmierung und Konfiguration

Die Konfiguration und Erstellung von Bewegungsprofilen für den Lenze EVS9326-EK erfolgt primär über die Engineering-Software Lenze Global Drive Control (GDC) oder direkt über das steckbare Bedienmodul EMZ9371BC. Sämtliche Antriebsparameter sowie die mathematischen Kurvenscheibentabellen werden im internen, nichtflüchtigen EEPROM des Servoreglers abgelegt. Dadurch bleiben alle Maschinendaten auch bei vollständigem Spannungsausfall erhalten.

Für das Auslesen, Sichern und Klonen von Parameterdatensätzen wird die Software GDC über die serielle Schnittstelle oder den Systembus eingebunden. Bei Parameterverfälschungen oder nach dem Austausch von Steuerplatinen kann über die Codestelle C0002 der Werksstandard wiederhergestellt werden, bevor der gesicherte Anwenderdatensatz neu eingespielt wird. Fehlerhafte Cam-Datenstrukturen lösen den Fehler PR0 aus und erfordern das erneute Herunterladen der Profiltabellen.

Kommunikation und Systemintegration

Zur Verlinkung mehrerer Antriebsachsen in synchronisierten Fertigungsanlagen ist der Servocontroller EVS9326-EK standardmäßig mit einem integrierten CAN-Systembus über den Stecker X4 ausgestattet. Dieser Bus arbeitet mit einer Datenrate von bis zu 500 kbit/s und ermöglicht den hochgeschwindigkeitssynchronen Datenaustausch von Sollwerten und Winkelpositionen ohne zusätzlichen Verdrahtungsaufwand. Auf korrekte Busabschlusswiderstände von 120 Ohm an den Netzenden ist strikt zu achten.

Für die Anbindung an übergeordnete SPS-Systeme und Leitebenen verfügt der Regler über den Modulsteckplatz X1. Über diesen Erweiterungsslot lassen sich Feldbuskarten wie die PROFIBUS DP-Schnittstelle EMF2131IB oder das CANopen-Modul EMF2175IB flexibel nachrüsten. Kommunikationsunterbrechungen auf dem Erweiterungssteckplatz werden im Gerät als Fehler CE0 geführt, während Fehler auf dem CAN-Systembus den Code CE1 auslösen.

Diagnose und Statusanzeige

Die Status- und Fehlerdiagnose des EVS9326-EK erfolgt direkt am Gerät sowie über externe Anzeigemedien. Zwei Leuchtdioden an der Frontplatte geben eine schnelle optische Rückmeldung über den Systemzustand. Zusätzlich steht der Diagnosecode C0009 zur Verfügung, um detaillierte Systembus-Registerwerte auszulesen.

Zur erweiterten Fehlersuche liefert das Bedienmodul EMZ9371BC Klartextmeldungen und spezifische Fehlercodes. Gleichzeitig führt die GDC-Software ein internes Fehlerprotokoll, in dem aufgetretene Ereignisse wie Überspannungen, Überströme oder Geberfehler chronologisch gespeichert werden.

Status-LED-Anzeigen

LEDFarbe/StatusBedeutung
ReadyGrün - Dauerhaft leuchtendBetriebsbereit: Leuchtet grün, wenn der Regler betriebsbereit oder freigegeben ist.
FaultRot - Dauerhaft leuchtend oder blinkendStörung: Leuchtet oder blinkt rot bei aktivem Trip-Zustand oder aufgetretenem Fehler.

Austausch und Ersatzteile

Beim Austausch eines defekten Lenze EVS9326-EK Servoreglers gegen ein Ersatzgerät muss sichergestellt werden, dass neben der identischen Hardware-Teilenummer auch die Anwenderparametrierung und die spezifischen Kurvenscheibentabellen übertragen werden. Da der Regler Bewegungsprofile im internen EEPROM sichert, führt ein reiner Hardware-Tausch ohne Datenübertragung dazu, dass die Maschine nicht synchronisiert oder mit Fehlermeldungen wie PR0 stoppt.

Vor der Inbetriebnahme des Ersatzgeräts sollte das bestehende Parameter-Set aus dem alten Regler mittels GDC-Software ausgelesen und auf den Ersatzregler aufgespielt werden. Wenn bereits Feldbus-Erweiterungsmodule wie PROFIBUS DP (EMF2131IB) oder CANopen (EMF2175IB) im Steckplatz X1 der Altgeräte verbaut waren, müssen diese in das Austauschgerät umgesteckt und bezüglich ihrer Busadressen verifiziert werden.

Fehlercodes und Stoercodes

Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:

CodeNameBeschreibungMoegliche UrsacheEmpfohlene Massnahme
C0013Parameter set errorFehlerhafter Parameterdatensatz oder Parameterfehler beim EinschaltenEEPROM-Schreibvorgang unterbrochen oder fehlerhafte Daten geladenWerkseinstellungen laden (C0002) und Regler neu konfigurieren
CE0Communication error Slot X1Kommunikationsstörung zwischen Regler und Feldbusmodul in Steckplatz X1Feldbuskarte lose, Moduldefekt oder Unterbrechung des BuskabelsSitz der Karte in Steckplatz X1 prüfen, Feldbusverkabelung kontrollieren oder Modul tauschen
CE1CAN bus error (System Bus)Kommunikationsfehler auf dem integrierten CAN-Systembus (X4)Busverkabelungsfehler, fehlende Abschlusswiderstände (120 Ohm) oder KnotenadresskonfliktCAN-Leitungen an X4 prüfen, Baudrate und Abschlusswiderstände kontrollieren
EEREEPROM errorLese-/Schreibzugriffsfehler des internen EEPROM-SpeichersInterner Hardwarefehler im Speicherchip oder Spannungsunterbrechung beim SchreibenInterner Hardwarefehler – Werksreset durchführen; bei Fortbestehen Gerät zur Reparatur einsenden
H05Internal hardware errorInterner Hardwarefehler des Mikrocontrollers beim Selbsttest erkanntBauteilversagen in der Steuerungselektronik auf PlatinenebeneInterner Hardwarefehler – nicht vor Ort reparierbar, Gerät zur Reparatur einsenden
H10Internal system faultSystembusfehler oder schwerer interner Software-Timing-FehlerProzessor-Ausführungsfehler oder Hardware-KomponentenfehlerInterner Hardwarefehler – Gerät aus- und einschalten; bleibt der Fehler bestehen, Gerät austauschen
H11Internal communications errorFehler in der internen Kommunikation zwischen Steuer-CPU und LeistungsteilInterner Flachbandkabel- oder TreiberplatinendefektInterner Hardwarefehler – Gerät zur Reparatur einsenden
LP1Mains phase failurePhasenausfall am Netzspeisungseingang L1, L2, L3Netzsicherung ausgelöst, lose Klemme oder unsymmetrisches NetzNetzspannung an den Eingangsklemmen L1, L2, L3 und Netzversorgungs-Sicherungen prüfen
LUDC link undervoltageZwischenkreisspannung hat den unteren Schwellenwert unterschritten (< 285 V DC)Netzversorgung unterbrochen, Spannungseinbruch oder LaderesistorfehlerNetzeingangsspannung und Netzanschlussklemmen überprüfen
NMAXSpeed threshold exceededMotordrehzahl hat den eingestellten Maximalwert überschrittenFalsche Motorparametrierung, Schlupf am Geber oder instabiler RegelkreisDrehzahlgrenzwert C0596, Geberverdrahtung und Drehzahlreglereinstellung prüfen
OC1Short circuit / OvercurrentAugenblickliche Spitzenstromgrenze an den Motoranschlüssen U, V, W überschrittenKurzschluss in Motorwicklung oder -kabel, Hochlaufzeit zu kurz oder Motor unterdimensioniertMotorkabel auf Kurzschluss und Erdschluss prüfen, Motorwicklungen durchmessen
OC2Earth faultErdschluss an den Motorphasen U, V, W festgestelltIsolationsfehler im Motor oder im Motorkabel gegen Schutzleiter (PE)Isolationswiderstand von Motor und Kabel mit Hochspannungsprüfgerät messen
OC5Overload during accelerationStromgrenze des Reglers während der Beschleunigung über längere Zeit überschrittenMechanische Blockade, zu großes Lastträgheitsmoment oder Beschleunigungsrampe zu steilBeschleunigungszeit erhöhen oder mechanischen Antriebsstrang auf Schwergängigkeit prüfen
OHHeatsink overtemperatureKühlkörpertemperatur hat den Maximalwert überschritten (> 90 °C)Lüfterausfall, verdeckte Lüftungsschlitze, zu hohe Umgebungstemperatur oder dauerhafte ÜberlastKühlrippen reinigen, Funktion des internen Lüfters und Schaltschrankbelüftung prüfen
OH1Heatsink temperature monitoring tripThermoschalter des Kühlkörpers hat ausgelöstKühlkörpertemperatur liegt über dem zulässigen GrenzwertRegler abkühlen lassen und Funktion des Kühlgebläses überprüfen
OH3Motor thermal overload (PTC)Am Anschluss X6/1 und X6/2 angeschlossener Motor-PTC/Klixon hat Übertemperatur gemeldetThermische Überlastung des Motors, unzureichende Kühlung oder Kabelbruch des SensorsMotor abkühlen lassen, Motorlast prüfen und Verkabelung des PTC-Sensors kontrollieren
OH4Inverter thermal overload (I x t)Thermische Überlastgrenze im I x t-Invertermodell erreichtDauerhaft hoher Motorstrom oberhalb der Nennstromgrenze von 23,5 AMechanische Last oder Einschaltdauer am Servoregler reduzieren
OUDC link overvoltageZwischenkreisspannung hat den maximalen Grenzwert überschritten (> 770 V DC / 800 V DC)Zu hohe Rückspeiseenergie beim Bremsen, fehlender oder defekter BremswiderstandVerzögerungszeit erhöhen, Anschluss und Widerstandswert des externen Bremswiderstands prüfen
PR0Cam profile program errorUngültige Kurvenscheiben-Datenstruktur oder uninitialisierte ProfiltabelleUnvollständige Übertragung der Kurvenscheibe oder fehlerhafte InterpolationsdatenGültige Kurvenscheibenkonfiguration mit Global Drive Control (GDC) erneut herunterladen
PR1Cam synchronization faultSynchronisationsverlust zwischen Masterachse und Kurvenscheiben-SlaveachseSignalverlust am Mastergeber, zu großer Sprung der Masterdrehzahl oder PositionsimpulsfehlerMastergeber-Verkabelung an X8/X9 und Masterfrequenzeinstellungen prüfen
Sd1Resolver faultUnterbrechung oder Phasenfehler der Resolverrückführung an Klemme X7Resolverkabel defekt, Leitungsbruch oder Resolverstecker nicht korrekt aufgestecktResolverkabel prüfen, Sitz des Steckers X7 und Schirmauflegung kontrollieren
Sd2Encoder track errorFehler der Inkrementalgeberspuren A, B oder Z am Eingang X8Aderbruch im Geberkabel oder fehlende GeberspannungGeberverdrahtung an X8 prüfen und Geberspannungsversorgung messen
Sd3Encoder supply faultÜberlastung oder Kurzschluss der Geberspannungsversorgung an Socket X8Kurzschluss im Geberkabel oder zu hohe Stromaufnahme des GebersStecker X8 abziehen und Versorgungsleitungen des Gebers auf Kurzschluss durchmessen
Sd6Absolute encoder faultKommunikationsfehler bei EnDat- oder SSI-Absolutwertgeber an Stecker X8Absolutwertgeber-Protokollfehler, gestörte Rückführleitung oder beschädigtes KabelAbschirmung des Geberkabels und Konfiguration des Absolutwertgebers prüfen

Haeufig gestellte Fragen

Welches Zubehör wird für die Inbetriebnahme des Lenze EVS9326-EK benötigt?

Die Inbetriebnahme und Parametrierung erfolgt wahlweise über die PC-Software Lenze Global Drive Control (GDC) oder über das steckbare Bedienelement EMZ9371BC. Für die Feldbusanbindung können Optionsmodule wie EMF2131IB (PROFIBUS DP) oder EMF2175IB (CANopen) im Steckplatz X1 installiert werden.

Wie können Parameter und Kurvenscheiben auf einen neuen Servoregler übertragen werden?

Die Daten können mithilfe der Software Global Drive Control (GDC) aus dem internen EEPROM des Quellgeräts ausgelesen und als Parameterdatei gespeichert werden. Anschließend wird die Datei auf den neuen EVS9326-EK übertragen. Alternativ lässt sich das Bedienmodul EMZ9371BC nutzen, um Parameter-Sets zu sichern und zu übertragen.

Was bedeutet die Fehlermeldung PR0 am Servoregler EVS9326-EK?

Der Fehler PR0 zeigt ein Problem mit der Kurvenscheiben-Datenstruktur an, etwa eine unvollständige Profiltabelle oder einen Übertragungsfehler. Zur Behebung muss die Kurvenscheiben-Konfiguration über die Software Global Drive Control (GDC) erneut vollständig auf den Regler geladen werden.

Welche Gebertypen unterstützt der Lenze EVS9326-EK zur Lage- und Drehzahlrückführung?

Der Servocontroller unterstützt Resolver über den Steckeranschluss X7 sowie Inkrementalgeber, SinCos-Geber und Absolutwertgeber (EnDat/SSI) über den Steckeranschluss X8.

Was ist zu tun, wenn das Gerät den Fehler EER oder H05 anzeigt?

Die Fehlercodes EER (EEPROM-Fehler) und H05 (interner Hardwarefehler) weisen auf Defekte in der internen Steuerelektronik oder im Speicherbaustein hin. Bei EER kann zunächst ein Zurücksetzen auf Werkseinstellungen (C0002) versucht werden. Bleibt der Fehler bestehen, ist das Gerät nicht vor Ort reparierbar und muss ausgetauscht oder zur Reparatur eingesendet werden.

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Datensicherung und -wiederherstellung

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