Lenze EVS9326-EP 9300 Servo-Positioniersteuerung 11 kW

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Produktinformationen

Produktfamilie: 9300 Servo | Serie: 9300

Der Lenze EVS9326-EP ist ein leistungsfähiger Servoregler der Reihe 9300 Servo, der als integrierte Servo-Positioniersteuerung für anspruchsvolle Bewegungsaufgaben ausgelegt ist. Das Gerät vereint Motion-Control, Positioniersteuerung, Regelungslogik und Leistungsteil in einem kompakten Gehäuse und liefert eine Bemessungsleistung von 11 kW bei einem Dauer-Ausgangsstrom von 23,5 A sowie einem maximalen Ausgangsstrom von 35,3 A. Die Versorgungsspannung liegt im 3-phasigen Bereich von 320 bis 528 V AC. Mit seiner integrierten 32-Bit-Positioniersteuerung ermöglicht der Regler präzise Dreh- und Linearachs-Ansteuerungen, beispielsweise in Mehrachs-Positioniersystemen, der Verpackungstechnik, Textilmaschinen sowie in Pick-and-Place-Gantrys der Fördertechnik.

Für die Einbindung in die Maschinenperipherie bietet der EVS9326-EP umfassende Schnittstellen, darunter einen Sub-D-Anschluss (9-polig) für Resolver-Feedback, Eingänge für Inkremental- und absolute Sin/Cos-Geber sowie eine Taktausgabe zur Gebersimulation. Zur Ansteuerung stehen 8 HTL-Digitaleingänge, 4 Digitalausgänge, 2 Differenz-Analogeingänge und 2 Analogausgänge zur Verfügung. Über die integrierte CANopen-Systembusschnittstelle an den Klemmen X4 und X5 kommuniziert der Servoregler mit bis zu 500 kbit/s. Zusätzlich ermöglicht der Automation Interface Slot (AIF) den Einsatz von Kommunikationsmodulen wie PROFIBUS-DP (EMF2133IB), DeviceNet (EMF2175IB), Interbus oder LECOM. Bei der Inbetriebnahme eines Ersatzgeräts müssen die Antriebsparameter und Positionierprofile aus dem internen EEPROM, der mit bis zu vier Parametersätzen bespielt werden kann, übertragen werden. Dies gelingt komfortabel über das Keypad XT (EMZ9371BC / EMF2133IB) oder die Software Lenze Global Drive Control (GDC), bei deren Vorbereitung ABC Industrial Parts unterstützen kann.

Zur Vor-Ort-Diagnose verfügt der Servoregler über zweifarbige Status-LEDs (Grün für Betriebsbereitschaft und Rot für Störungen) sowie einen geräteinternen Fehlerspeicher (C0168), der die Historie aufgetretener Ereignisse sichert. Ergänzend lassen sich Diagnosewerte und Statuswörter direkt über den CAN-Bus oder das Oszilloskop-Tool in GDC auslesen. Typische Erstprüfungen bei Störungen umfassen die Messung der AC-Einspeisung, den Zustand der Bremswiderstände bei Überspannung (OU) sowie die Überprüfung der Busverdrahtung samt 120-Ohm-Abschlusswiderständen am Systembus. Zeigt das Gerät den Fehlercode H05 für eine interne Hardwarestörung auf der Steuer- oder Leistungsplatine an, liegt ein elektronischer Defekt vor, der nicht vor Ort behoben werden kann. In solchen Fällen ist eine fachgerechte Reparatur oder der Austausch gegen ein geprüftes Ersatzgerät durch ABC Industrial Parts die schnellste Lösung zur Wiederherstellung der Anlagenverfügbarkeit.

Technische Daten

HerstellerLenze
TeilenummerEVS9326-EP
Modell / Typ9300 Servo Position Controller
KomponententypServoregler
Nennleistung11 kW
Versorgungsspannungsbereich320 - 528 V AC
Dauer-Nennstrom23.5 A
Maximaler Ausgangsstrom35.3 A
Schaltfrequenz8 kHz
Digitaleingänge8
Digitalausgänge4
Analogeingänge2
Analogausgänge2
Integrierte BusschnittstelleCANopen (500 kbit/s)

Programmierung und Konfiguration

Die Parametrierung und Ablaufsteuerung des Lenze EVS9326-EP basiert auf einer integrierten 32-Bit-Positioniersteuerung. Das System verarbeitet bis zu 32 frei programmierbare Positionierprofile, Zielpositionstabellen sowie unterschiedliche Referenzierarten. Durch programmierbare S-Kurven-Beschleunigungsprofile werden mechanische Stöße vermieden und die Antriebe schonend hochgefahren.

Die Konfiguration erfolgt wahlweise über das Bedienmodul Keypad XT (EMZ9371BC / EMF2133IB) oder über die Engineering-Software Lenze Global Drive Control (GDC). Ein interner, nichtflüchtiger EEPROM-Speicher sichert bis zu vier vollständige Parametersätze im Gerät. Dies ermöglicht das schnelle Sichern und Einspielen von Konfigurationsdaten direkt vor Ort oder das Kopieren von Parametern auf ein Ersatzgerät ohne erneute Programmierung aller Bewegungssätze.

Kommunikation und Systemintegration

Der Servoregler EVS9326-EP besitzt eine integrierte CANopen-Systembusschnittstelle über die Klemmen X4 und X5, die Übertragungsraten von bis zu 500 kbit/s unterstützt. Darüber lässt sich der Regler direkt mit anderen Servoverstärkern, übergeordneten Steuerungen oder Peripheriegeräten im Verbund betreiben.

Zur Flexibilisierung der Feldbusanbindung dient der Automation Interface Slot (AIF). Hierüber können Steckmodule wie EMF2133IB für PROFIBUS-DP oder EMF2175IB für DeviceNet sowie Schnittstellen für Interbus und LECOM nachgerüstet werden. Ergänzt wird die Schnittstellenausstattung durch 8 HTL-Digitaleingänge, 4 Digitalausgänge, 2 analoge Differenzeingänge und 2 Analogausgänge, was eine vielseitige E/A-Einbindung in die überlagerte SPS ermöglicht.

Diagnose und Statusanzeige

Die Statusüberwachung des Lenze EVS9326-EP erfolgt direkt an der Gerätefront über zweifarbige LED-Anzeigen sowie digital über den CAN-Bus und die Software Global Drive Control (GDC). Der Regler führt kontinuierliche Selbsttests durch und speichert Fehlerereignisse in einem internen Speicherpuffer unter dem Parameter C0168 ab. Über die GDC-Diagnoseanzeige und die Scope-Funktion lassen sich Signalverläufe und Statuswörter in Echtzeit visualisieren.

Status-LED-Anzeigen

LEDFarbe/StatusBedeutung
Ready (Grün)Grün - Dauerhaft an / BlinkendAN: Regler freigegeben und betriebsbereit. BLINKEND: Reglersperre aktiv oder Leistungsteil initialisiert.
Fault / TRIP (Rot)Rot - Dauerhaft an / Blinkend / AusAN: TRIP-Fehler aktiv. AUS: Normalbetrieb. BLINKEND: Warnzustand liegt vor.

Austausch und Ersatzteile

Obwohl die Servoregler der Serie 9300 herstellerseitig nicht mehr aktiv produziert werden, ist der EVS9326-EP in zahlreichen bestehenden Produktionsanlagen im Einsatz. Als benannter Nachfolger steht der Lenze i950 Cabinet Servo Inverter zur Verfügung, bei einer direkten Reparatur oder dem Eins-zu-eins-Tausch bleibt das Originalgerät jedoch die bevorzugte Lösung zur Vermeidung von Umbauaufwand.

Beim Austausch eines EVS9326-EP muss sichergestellt werden, dass die im EEPROM abgelegten Parametersätze sowie das optionale AIF-Kommunikationsmodul (z. B. PROFIBUS EMF2133IB) auf den Ersatzregler übertragen werden. Der Parameter-Download kann komfortabel über die Keypad-XT-Sicherung oder über Sicherungsdateien in der Software Global Drive Control (GDC) vorgenommen werden.

Vor der Wiederinbetriebnahme sind neben der Geberjustage auch die Verdrahtung der Leistungsklemmen, die korrekte Modulrastung im AIF-Steckplatz sowie die Busterminierung am CANopen-Systembus (120-Ohm-Widerstände) sorgfältig zu überprüfen.

Fehlercodes und Stoercodes

Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:

CodeNameBeschreibungMoegliche UrsacheEmpfohlene Massnahme
OC1KurzschlussKurzschluss an den Motorabgangsklemmen oder extremer MotorüberstromMotorkabel-Kurzschluss, Windungsschluss im Motor, Beschleunigungsdynamik zu hoch eingestelltMotor und Leistungsverkabelung auf Kurzschluss und Erdschluss prüfen; Beschleunigungszeit erhöhen.
OC2ErdschlussErdschluss an einer AusgangsphaseMotorphase hat Schluss gegen Erde oder Beschädigung der KabelisolierungIsolationswiderstand der Motorwicklung und der Anschlussleitungen messen.
OC5I x t ÜberlastThermisches Integrallastlimit des Reglers hat 100 % überschrittenDauerhafte Beschleunigung oder schwere mechanische Überlastung oberhalb der ReglernenndatenAntriebsauslegung und mechanische Last auf Blockaden oder erhöhte Reibung prüfen.
OUÜberspannung ZwischenkreisZwischenkreisspannung hat oberen Schwellenwert überschritten (> 770 V DC / 800 V DC)Zu hohe Bremsenergie, fehlender oder zu gering bemessener Bremswiderstand, Brems-Chopper defektAnschluss und Widerstandswert des Bremswiderstands prüfen; Verzögerungsrampe verlängern.
LUUnterspannung ZwischenkreisZwischenkreisspannung fällt unter unteren Schwellenwert (< 430 V DC)Netzausfall, Phasenausfall oder schwankende AC-EinspeisungAC-Einspeisespannung, Netzsicherungen und Hauptschütz überprüfen.
OHKühlkörper-ÜbertemperaturKühlkörpertemperatur des Reglers hat das Maximum überschritten (> 85 °C)Lüfterausfall, verschmutzte oder verdeckte Kühlrippen, Umgebungstemperatur zu hochKühlkörper reinigen, Schaltschrankbelüftung und Funktion des internen Lüfters prüfen.
OH4Motor-ÜbertemperaturAuslösung des Motortemperatursensors (PTC / KTY / Thermokontakt)Motor überlastet, Fremdlüfter ausgefallen oder Sensorleitung unterbrochenMotor abkühlen lassen, Motorlast und Sensorverkabelung an Klemme X10 prüfen.
OH7Innentemperatur GerätInnentemperatur im Reglergehäuse hat den zulässigen Wert überschrittenUmgebungstemperatur im Schaltschrank zu hochSchaltschrankkühlung verbessern.
OSÜberdrehzahlMotordrehzahl hat die in den Parametern festgelegte Höchstdrehzahl überschrittenInstabiler Drehzahlregelkreis, durchgehender Motor oder falsch konfigurierte GeberauflösungDrehzahlreglerverstärkung, Resolver-/Geberverkabelung und Parameter C0043 überprüfen.
CE0AIF-KommunikationsfehlerKommunikationsfehler am Automation-Interface-SteckplatzFeldbus-Master hat Kommunikation gestoppt oder Modul sitzt lockerFeldbusverkabelung, Status der Master-SPS und Sitz des AIF-Moduls prüfen.
CE4Systembus (CAN) FehlerCAN-Kommunikationsfehler oder Bus-Off-Zustand an X4/X5Falsche Baudrate, Verkabelungsfehler oder fehlender Abschlusswiderstand (120 Ohm)CAN-Verkabelung, Abschlusswiderstände an beiden Busenden und Knotenadressen prüfen.
H05Interner HardwarefehlerBeim Selbsttest wurde ein interner Fehler auf der Elektronikplatine erkanntBauteildefekt auf der Steuer- oder LeistungsplatineGerät aus- und wieder einschalten; besteht der Fehler weiterhin, Gerät zur Reparatur einsenden oder austauschen.
Pr1Positionierprofil-FehlerUngültiger Parametersatz oder nicht ausführbares Profilziel im PositionierblockZielposition liegt außerhalb der Software-Endschalter oder Zielgeschwindigkeit ist 0Positionierprofil-Tabellen und Parameter für Software-Endschalter überprüfen.

Haeufig gestellte Fragen

Wie werden die Parameter bei einem Gerätetausch des EVS9326-EP übertragen?

Die Sicherung und Übertragung der bis zu vier im EEPROM gespeicherten Parametersätze erfolgt entweder über das Aufsteckmodul Keypad XT (EMZ9371BC) oder über die PC-Software Lenze Global Drive Control (GDC).

Welcher Nachfolger existiert für den Lenze EVS9326-EP?

Als offizieller Nachfolger für Neuanlagen und Modernisierungen wird der Lenze i950 Cabinet Servo Inverter geführt. Für den unterbrechungsfreien Weiterbetrieb bestehender Anlagen ist ein Eins-zu-eins-Ersatzgerät der Serie 9300 jedoch meist die wirtschaftlichste Lösung.

Welche Feldbusse werden vom EVS9326-EP unterstützt?

Der Regler verfügt standardmäßig über eine integrierte CANopen-Schnittstelle (bis 500 kbit/s). Über den AIF-Steckplatz können zusätzlich Module für PROFIBUS-DP (EMF2133IB), DeviceNet (EMF2175IB), Interbus und LECOM genutzt werden.

Was bedeutet die Fehlermeldung H05 am Lenze Servoregler?

Der Code H05 signalisiert einen internen Hardwarefehler auf der Steuer- oder Leistungsplatine. Nach einem erfolglosen Netz-Reset ist eine Reparatur oder der Austausch des Reglers erforderlich.

Welche Rückführsysteme können an den EVS9326-EP angeschlossen werden?

Der EVS9326-EP unterstützt 2-polige und mehrpolige Resolver über eine Sub-D-Buchse (9-polig) sowie Inkrementalgeber und absolute Sin/Cos-Geber. Zudem bietet das Gerät einen Gebersimulationsausgang.

Was ist bei der Behebung des Fehlers CE4 (Systembus-Fehler) zu prüfen?

Bei CE4 liegt eine Störung der CANopen-Kommunikation vor. Zu prüfen sind die Verkabelung an den Klemmen X4/X5, die eingestellten Knotenadressen und Baudraten sowie die Präsenz der 120-Ohm-Abschlusswiderstände an den Busenden.

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Industrieanlagen sollten vorzugsweise stets in Betrieb bleiben, unabhängig von den Umständen. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, dass Sie sich auf hochwertige Produkte und/oder nachhaltige Reparaturen verlassen können. Mit unseren Garantiebedingungen können Sie sich auf Sicherheit verlassen, unabhängig davon, ob Sie sich für neue, gebrauchte oder reparierte Produkte entscheiden.

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