Lenze E94AYCER PROFINET Kommunikationsmodul

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Produktinformationen

Produktfamilie: Servo Drives 9400 | Serie: 9400

Das Lenze E94AYCER ist ein PROFINET-Kommunikationsmodul, das speziell für die Servoumrichter der Serie Lenze Servo Drives 9400 entwickelt wurde. Das Modul erweitert den Antrieb um eine Echtzeit-Industrial-Ethernet-Schnittstelle und wird direkt in die Erweiterungsslots MXI1 oder MXI2 des Umrichters eingesetzt. Mit seinen zwei geschirmten RJ45-Anschlüssen und einer Übertragungsrate von 100 Mbit/s ermöglicht die Baugruppe eine direkte Einbindung des Antriebs in übergeordnete Steuerungsumgebungen. Durch die kompakte Bauform fügt sich das Modul nahtlos in den 9400-Servoumrichter ein und bildet die Grundlage für eine präzise taktsynchrone Achssteuerung in modernen Automatisierungsanlagen.

Die Integration in das Netzwerk erfolgt flexibel in Linien- oder Ringtopologien, da im Lenze E94AYCER ein integrierter 2-Port-Switch verbaut ist. Das Modul unterstützt sowohl PROFINET RT (Real-Time) als auch PROFINET IRT (Isochronous Real-Time) für mikrosekundengenaue Synchronisationsaufgaben. Die Parametrierung und Konfiguration werden über die Software Lenze L-force Engineer durchgeführt, während betriebsrelevante Einstellungen im nichtflüchtigen Speicher des Host-Umrichters gesichert werden. Beim Austausch einer Baugruppe unterstützen Mechanismen wie die automatische Topologieerkennung über LLDP und DCP eine schnelle Wiederinbetriebnahme ohne manuelle Neukonfiguration. Sollten bei der Vorbereitung oder dem Austausch des Ersatzteils technische Fragen auftreten, bietet ABC Industrial Parts kompetente Unterstützung für den reibungslosen Betrieb.

Zur Vor-Ort-Diagnose verfügt die Frontplatte des Moduls über übersichtliche LED-Statusanzeigen für BUS RUN, BUS ERR sowie Link/Activity für beide Ethernet-Ports (L/A1 und L/A2). Darüber hinaus stehen detaillierte Diagnosedaten und PROFINET-Alarmtelegramme in der Steuerung oder der Lenze Engineer Software bereit. Zeigt die Diagnose interne Baugruppenfehler wie den Hardware- oder Stack-Fehler 0x00A10002 an, der sich durch erneutes Stecken im MXI-Slot nicht beheben lässt, liegt meist ein Defekt der internen Elektronik vor. Da solche Fehler auf Platinenebene vor Ort nicht reparierbar sind, ist der Einsatz eines geprüften Ersatzgeräts oder eine fachgerechte Reparatur über ABC Industrial Parts der schnellste Weg zur Vermeidung längerer Stillstandzeiten.

Technische Daten

HerstellerLenze
TeilenummerE94AYCER
Modell / TypPROFINET Kommunikationsmodul
Komponenten-TypKommunikationsmodul
ProduktfamilieServo Drives 9400
Steckplatz-KompatibilitätMXI1 / MXI2
Ethernet-Anschlüsse2
Übertragungsrate100 Mbit/s
SteckverbindertypRJ45
Unterstützte ProtokollePROFINET RT, PROFINET IRT

Programmierung und Konfiguration

Die Konfiguration des Lenze E94AYCER erfolgt zentral über die Engineering-Software Lenze L-force Engineer. Über diese Umgebung werden sowohl die PROFINET-Echtzeitparameter als auch die zyklischen E/A-Daten des Servoumrichters 9400 definiert. Für die Integration in übergeordnete Steuerungen, wie beispielsweise Siemens SIMATIC S7-1200 oder S7-1500 PLCs, wird die passende GSDML-Gerätebeschreibungsdatei in das jeweilige SPS-Engineering-Tool eingebunden.

Ein besonderes Merkmal des Systems ist die Sicherung der Geräteeinstellungen im nichtflüchtigen Speicher des Lenze 9400 Servoumrichters. Dadurch bleiben die Antriebsparameter auch bei einem Modulwechsel erhalten. Ergänzend unterstützen PROFINET-Funktionen wie die automatische Adressvergabe über DCP und die Nachbarschaftserkennung via LLDP den automatischen Austausch von Ersatzgeräten, sodass die korrekte Modulbezeichnung und IP-Adresse ohne manuelle Programmiergeräte zugewiesen werden können.

Kommunikation und Systemintegration

Das Kommunikationsmodul E94AYCER stellt zwei RJ45-Ethernet-Schnittstellen zur Verfügung, die über einen integrierten 2-Port-Switch miteinander verbunden sind. Dies erlaubt den Aufbau von Linien- und Ringstrukturen direkt von Antrieb zu Antrieb, wodurch der Aufwand für externe Switches und Schaltschrankverdrahtung deutlich reduziert wird. Das Modul arbeitet mit einer Übertragungsrate von 100 Mbit/s im Vollduplex-Betrieb.

Neben dem PROFINET Real-Time (RT) Standard für den schnellen zyklischen Prozessdatenaustausch unterstützt das E94AYCER auch Isochronous Real-Time (IRT). Damit erfüllt das Modul die strengen Anforderungen an mikrosekundengenaue Taktsynchronisation bei hochdynamischen Mehrachs-Servoanwendungen. Das Modul wird einfach in die Erweiterungsslots MXI1 oder MXI2 des Lenze 9400 Umrichters gesteckt und verbindet sich direkt mit dem internen Rückwandbus des Antriebs.

Diagnose und Statusanzeige

Die Diagnose des Moduls E94AYCER erfolgt über mehrere Ebenen. An der Modulfront ermöglichen vier Status-LEDs eine sofortige optische Überprüfung des Betriebs- und Netzwerkstatus. Ergänzend lassen sich Diagnoseparameter über die Software Lenze L-force Engineer auslesen, während im Fehlerfall PROFINET-Alarmtelegramme direkt an den IO-Controller gesendet werden. Für tiefergehende Netzwerkanalysen können Standard-Tools wie Wireshark eingesetzt werden.

Status-LED-Anzeigen

LEDFarbe/StatusBedeutung
BUS RUNGrün - Dauerhaft an / BlinkendGrün AN: Normale zyklische PROFINET-Kommunikation aktiv. Grün BLINKEND: Gerät betriebsbereit, wartet auf Verbindung oder Aufbau.
BUS ERRRot - Dauerhaft an / BlinkendRot AN / BLINKEND: PROFINET-Kommunikationsfehler, Verlust zyklischer Daten, ungültige Konfiguration oder doppelte IP-Adresse.
L/A1 (Link/Activity Port 1)Grün - Dauerhaft an / BlinkendGrün AN: Physikalische Ethernet-Verbindung an Port 1 hergestellt. Grün BLINKEND: Ethernet-Datenverkehr an Port 1 aktiv.
L/A2 (Link/Activity Port 2)Grün - Dauerhaft an / BlinkendGrün AN: Physikalische Ethernet-Verbindung an Port 2 hergestellt. Grün BLINKEND: Ethernet-Datenverkehr an Port 2 aktiv.

Austausch und Ersatzteile

Beim Austausch eines defekten Lenze E94AYCER Kommunikationsmoduls ist darauf zu achten, dass das Ersatzgerät im selben Erweiterungsslot (MXI1 oder MXI2) des 9400-Servoumrichters platziert wird. Vor dem Demontieren sollte der Umrichter spannungsfrei geschaltet werden. Nach dem Einsetzen des neuen Moduls stellt eine sichere mechanische Verriegelung den ordnungsgemäßen Kontakt zum internen Rückwandbus her.

Dank der integrierten Unterstützung für PROFINET DCP und LLDP-Nachbarschaftserkennung kann die Zuweisung des Gerätenamens und der IP-Adresse nach dem Modultausch in vielen Anlagen automatisch durch den PROFINET IO-Controller erfolgen. Voraussetzung hierfür ist, dass das Netzwerk die topologiebasierte Gerätesubstitution unterstützt.

Sollten nach dem Austausch Kommunikationsfehler auftreten, muss die Übereinstimmung der GSDML-Dateiversion in der SPS-Projektierung überprüft werden. Tritt trotz korrekt gesteckter Baugruppe und geprüfter Verkabelung ein Hardwarefehler wie 0x00A10002 auf, deutet dies auf eine defekte Platine hin, die durch einen Austausch des Moduls behoben werden muss.

Fehlercodes und Stoercodes

Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:

CodeNameBeschreibungMoegliche UrsacheEmpfohlene Massnahme
0x00A10001PROFINET-Verbindungs-TimeoutZyklischer Datenaustausch zwischen PROFINET IO-Controller und Modul E94AYCER im MXI-Slot 1 unterbrochen.Netzwerkkabel getrennt, SPS gestoppt, Ausfall des Netzwerk-Switches oder hohe Störsignale.Ethernet-Verkabelung und Anschlüsse prüfen. Status des SPS IO-Controllers und PROFINET-Zykluszeiten überprüfen.
0x00A10002PROFINET-Modul Hardware-/Stack-FehlerInterner Hardware- oder Stack-Initialisierungsfehler beim im Slot MXI1 eingesteckten Modul.Modul defekt, schlechte Rückwandbus-Verbindung oder interner Platinenfehler.Kommunikationsmodul im Slot neu stecken. Wenn der Fehler bestehen bleibt, Modul E94AYCER austauschen.
0x00A10003Ungültige PROFINET-KonfigurationDie vom IO-Controller empfangene Konfiguration stimmt nicht mit den Parametereinstellungen oder den Modulgruppen überein.Falsche GSDML-Dateiversion im SPS-Engineering-Tool oder fehlerhafte E/A-Zuordnung.GSDML-Dateiversion und E/A-Datenkonfiguration im SPS-Engineering-Projekt überprüfen.
0x00A10004Doppelte IP-Adresse / NamenskonfliktDie dem E94AYCER zugewiesene IP-Adresse oder der PROFINET-Gerätename wird bereits von einem anderen Netzwerkknoten verwendet.Doppelte IP-Adresse oder doppelter Station Name im Subnetz konfiguriert.Netzwerk mithilfe eines PROFINET DCP-Tools auf IP-Konflikte prüfen und eindeutigen Namen bzw. IP-Adresse zuweisen.

Haeufig gestellte Fragen

In welche Steckplätze des Lenze 9400 Servoumrichters kann das Modul E94AYCER eingesetzt werden?

Das Kommunikationsmodul Lenze E94AYCER ist für den Einsatz in den Erweiterungsslots MXI1 und MXI2 der Lenze Servo Drives 9400 Serie konzipiert.

Welche PROFINET-Protokolle unterstützt das E94AYCER Modul?

Das Modul unterstützt sowohl PROFINET RT (Real-Time) für die schnelle zyklische Datenübertragung als auch PROFINET IRT (Isochronous Real-Time) für hochpräzise, mikrosekundengenaue Taktsynchronisation bei Servoantrieben.

Benötige ich für die Einbindung einer Linientopologie externe Switches?

Nein, das E94AYCER verfügt über einen integrierten 2-Port-Ethernet-Switch mit zwei RJ45-Anschlüssen. Dadurch lassen sich Linien- und Ringtopologien direkt von Gerät zu Gerät aufbauen, ohne dass externe Switches erforderlich sind.

Wie werden die Netzwerkparameter bei einem Austausch des Moduls wiederhergestellt?

Die Betriebsparameter des Antriebs sind im nichtflüchtigen Speicher des Lenze 9400 Servoumrichters hinterlegt. Zudem unterstützt das E94AYCER die automatische Zuweisung des Gerätenamens und der IP-Adresse über PROFINET DCP und LLDP-Nachbarschaftserkennung.

Was bedeutet die Fehlermeldung 0x00A10002 beim E94AYCER Modul?

Der Fehlercode 0x00A10002 weist auf einen internen Hardware- oder Stack-Initialisierungsfehler hin. Zunächst sollte geprüft werden, ob das Modul fest im MXI-Slot sitzt. Bleibt der Fehler bestehen, liegt ein Hardwaredefekt vor und das Modul muss ausgetauscht werden.

Welche Software wird für die Konfiguration des Moduls verwendet?

Die Parametrierung und Inbetriebnahme des E94AYCER erfolgen über die Software Lenze L-force Engineer. Für die Einbindung in SPS-Systeme wie Siemens SIMATIC S7 wird zusätzlich die passende GSDML-Datei benötigt.

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