Lenze 9324MP.2D.80 Control Board – Reglerkarte 9300 Serie

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Produktinformationen

Produktfamilie: 9300 Serie | Serie: 9300 Serie

Die Lenze 9324MP.2D.80 ist eine Mikroprozessor-Reglerkarte und fungiert als zentrale Steuereinheit für Servoregler und Servo-PLC-Antriebe der Lenze 9300 Serie. Mit der Hardware-Revision 2D und der Variante 80 übernimmt das Modul die präzise Positioniersteuerung, Achssynchronisation sowie die Ausführung von PLC-Steuerungsprogrammen in automatisierten Fertigungsanlagen. Die Steuerelektronik wird über eine externe 24-V-DC-Versorgungsspannung gespeist, was einen kontinuierlichen Betrieb der Steuerungslogik und der Diagnosefunktionen auch bei Unterbrechung der Hauptnetzteile gewährleistet.

Für die Einbindung in moderne Automatisierungsumgebungen verfügt die Baugruppe über einen integrierten CAN-Systembus mit einer Übertragungsrate von bis zu 500 kbps sowie über einen modularen Steckplatz für AIF-Kommunikationsmodule wie PROFIBUS-DP, INTERBUS oder CANopen. Die Rückführung der Motorsignale erfolgt über einen dedizierten Resolver-Eingang (X7), ergänzt durch eine Inkrementalgeber-Schnittstelle RS422 (X8) und einen Frequenzeingang/-ausgang (X9) zur Kaskadierung weiterer Antriebe. Zur E/A-Ebene gehören 8 digitale Eingänge, 4 digitale Ausgänge sowie jeweils 2 bipolare analoge Ein- und Ausgänge. Bei der Inbetriebnahme eines Ersatzgeräts müssen die im internen EEPROM hinterlegten Parametersätze mit dem Bedienelement Keypad XT oder der Software Global Drive Control (GDC) übertragen werden. Bei Bedarf unterstützt ABC Industrial Parts bei der Sicherung und Übertragung von Konfigurationsdaten aus gesicherten Anlagendateien oder vorhandenen Speichern.

Fehlersuche und Diagnose lassen sich direkt am Gerät über die zweifarbige LED-Anzeige mit den Zuständen DRIVE READY und DRIVE ERROR durchführen, die Betriebsbereitschaft, Warnungen oder TRIP-Abschaltungen signalisieren. Detaillierte Systemmeldungen und Fehlerhistorien stehen über den Parameter-Puffer C0168 sowie über das Bedienelement Keypad XT oder GDC zur Verfügung. Tritt bei der Überprüfung ein interner Hardwaredefekt wie ein EEPROM-Fehler (EER) oder ein interner Systemfehler (H05) auf, ist eine Reparatur vor Ort nicht möglich. In solchen Fällen bietet ABC Industrial Parts mit einem geprüften Ersatzmodul oder einer fachgerechten Reparatur eine schnelle Lösung zur Wiederherstellung der Anlagenverfügbarkeit.

Technische Daten

HerstellerLenze
Teilenummer9324MP.2D.80
Modell-TypControl Board
KomponentenartMikroprozessor-Reglerkarte
Produktfamilie9300 Serie
Hardware-Revision2D
Hardware-Variante80
Steuerspannungsversorgung24 V DC
Digitale Eingänge8
Digitale Ausgänge4
Analoge Eingänge2 (bipolar)
Analoge Ausgänge2 (bipolar)
CAN-Systembus Übertragungsrate500 kbps
Resolver-Eingänge1 (Sub-D, X7)
Geber-Schnittstellen2 (RS422 X8, Frequenzbus X9)

Programmierung und Konfiguration

Die Programmierung und Konfiguration der Reglerkarte Lenze 9324MP.2D.80 erfolgt primär über die Bedien- und Diagnose-Software Global Drive Control (GDC) oder direkt vor Ort mit dem aufsteckbaren Modul Keypad XT (Modelle EMF2102IB und EMF2101IB). Für erweiterte Steuerungsfunktionen bei Servo PLC Ausführungen kommt die Entwicklungsumgebung Drive PLC Developer Studio (DDS) zum Einsatz, mit der Anwenderprogramme gemäß IEC 61131-2 erstellt und eingespielt werden.

Das Board verfügt über einen integrierten, nichtflüchtigen EEPROM-Speicher, der bis zu vier vollständige Parametersätze dauerhaft sichert. Dadurch bleiben veränderte Motorparameter, Regelungseinstellungen und E/A-Konfigurationen auch bei einem Ausfall der Versorgungsspannung erhalten. Bei einem Gerätetausch können die Parametersätze über den Keypad XT oder die GDC-Software ausgelesen und direkt auf die neue Baugruppe übertragen werden, was Stillstandszeiten im Servicefall minimiert.

Kommunikation und Systemintegration

Die Lenze 9324MP.2D.80 bietet umfassende Schnittstellen zur Vernetzung und Geberanbindung innerhalb komplexer Mehrachssysteme. Der integrierte CAN-Systembus arbeitet mit Datenraten von bis zu 500 kbps und ermöglicht eine schnelle Kommunikation zwischen mehreren 9300-Servoregler-Einheiten zur exakten Winkelsynchronisation und Positioniersteuerung. Der Busanschluss erfordert eine korrekte Abschlusswiderstandsschaltung von 120 Ohm an den Endpunkten des Netzwerks.

Über den onboard befindlichen Automation Interface (AIF) Steckplatz lässt sich die Steuerungskarte flexibel an übergeordnete Feldbussysteme anbinden. Durch den Einsatz optionaler AIF-Module (wie EMF2133IB, EMF2172IB oder EMF2111IB) werden Protokolle wie PROFIBUS-DP, INTERBUS, CANopen oder serielle LECOM-Schnittstellen unterstützt. Für die Geberrückführung stehen der Sub-D Resolveranschluss X7, der RS422 Inkrementalgebereingang X8 sowie der Frequenzbus-Ausgang X9 zur Signaldurchschleifung bereit.

Diagnose und Statusanzeige

Die Diagnose der Baugruppe Lenze 9324MP.2D.80 erfolgt über eine Kombination aus optischen Status-LEDs und integrierten Software-Speichern. Auf der Frontseite geben die zweifarbigen LEDs Aufschluss über den aktuellen Betriebszustand des Servoregler-Steuerteils. Zudem speichert die Reglerkarte auftretende Systemereignisse und Fehlercodes chronologisch im Parameterpuffer C0168.

Über das Keypad XT oder den GDC Diagnostic Monitor können Service-Techniker den Fehlercode und zugehörige Sub-Codes auslesen. Über den CAN-Systembus oder das AIF-Feldbusmodul lässt sich das Statuswort der Steuerung kontinuierlich durch eine übergeordnete SPS abfragen.

Status-LED-Anzeigen

LEDFarbe/StatusBedeutung
DRIVE READYGreen - Solid / Flashing / OffEIN = Antrieb ist betriebsbereit / normaler Betrieb; BLINKEND = Reglersperre oder Warnung aktiv; AUS = Keine Versorgungsspannung oder interner Fehler
DRIVE ERRORRed - Solid / Flashing / OffEIN = Aktiver TRIP-Fehlerzustand; BLINKEND = Warnung liegt an; AUS = Normaler Betrieb ohne Fehler

Austausch und Ersatzteile

Beim Austausch einer defekten Lenze 9324MP.2D.80 Reglerkarte ist auf die exakte Übereinstimmung der Typenbezeichnung sowie der Hardware-Revision (2D) und der Variante (80) zu achten. Abweichungen in der Hardwareversion können zu Inkompatibilitäten mit dem Leistungsteil des 9300-Servoregler-Chassis oder mit gesteckten AIF-Feldbusmodulen führen.

Vor der Inbetriebnahme des Ersatzgeräts müssen die anlagenspezifischen Parameter übertragen werden. Da ein neues oder ausgetauschtes Modul nicht ab Werk für Ihre Anwendung konfiguriert ist, sind die im EEPROM gespeicherten Parametersätze vom Originalgerät zu sichern – beispielsweise mithilfe des Keypad XT oder der Software Global Drive Control (GDC) – und auf die neue Karte aufzuspielen.

Nach der Montage und dem Laden der Parameter sollten alle Geberanschlüsse (X7, X8, X9), die Spannungsversorgung (24 V DC) sowie die AIF-Schnittstellenkarte auf festen Sitz geprüft werden. Ein abschließender Funktionstest stellt sicher, dass der CAN-Systembus und alle digitalen sowie analogen E/A-Signale ordnungsgemäß mit der Maschinensteuerung kommunizieren.

Fehlercodes und Stoercodes

Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:

CodeNameBeschreibungMoegliche UrsacheEmpfohlene Massnahme
OC1Kurzschluss / ÜberstromKurzschluss oder extremer Impulsstrom an den Leistungsausgangsstufen.Kurzschluss im Motorkabel, Fehler in der Motorwicklung, Erdschluss oder falsche Motorparameter.Motor und Motorkabel auf Kurzschluss und Erdschluss prüfen; Hochlaufzeiten und Beschleunigungsrampen überprüfen.
OC2ErdschlussErdschluss an einer Ausgangsphase erkannt.Isolationsschaden in der Motorzuleitung oder kapazitive Erdschlussströme.Motorisolationswiderstand und Kabelschirmung überprüfen.
OC5I*t-ÜberlastungAntriebsüberlastung während der Beschleunigung oder Verzögerung.Rampenzeit zu kurz eingestellt, mechanische Überlastung oder Antrieb unterdimensioniert.Rampenzeiten verlängern, mechanische Last reduzieren, Dimensionierung des Servoantriebs prüfen.
OUÜberspannung ZwischenkreisZwischenkreisspannung hat den oberen Grenzwert überschritten.Zu hohe Rückspeiseenergie beim Bremsen des Motors, fehlender oder defekter Bremswiderstand.Anschluss von Bremschopper und Bremswiderstand prüfen, Netzspannung kontrollieren, Verzögerungszeit verlängern.
LUUnterspannung ZwischenkreisZwischenkreisspannung hat den unteren Schwellenwert unterschritten.Netzausfall, Netzspannung zu niedrig oder Netzausfall einer Phase.Netzspannung und Netzsicherungen überprüfen.
OHKühlkörper-ÜbertemperaturTemperatur des Leistungsteil-Kühlkörpers hat den maximalen Schwellenwert überschritten.Unzureichende Belüftung, verschmutzter Kühlkörper, Kühlventilator defekt, Umgebungstemperatur zu hoch.Kühlkörper reinigen, für freie Luftzirkulation sorgen, Schaltschrankbelüftung prüfen.
OH4Übertemperatur InnenraumInnentemperatur der Reglerkarte oder des Gehäuses überschritten.Umgebungstemperatur im Schaltschrank zu hoch.Kühlung des Schaltschranks verbessern.
OH7Motor-Übertemperatur (PTC)Auslösung des Motortemperatursensors (PTC/TKO).Motor durch Überlastung oder mangelnde Kühlung überhitzt.Motor abkühlen lassen, Motorlast und Kühlventilator überprüfen.
OH8Motor I2t-ÜbertemperaturBerechnete thermische Motorbelastung hat den Grenzwert überschritten.Dauerbetrieb bei niedriger Drehzahl mit hohem Strom.Motorstrombegrenzung und Einschaltdauer/Betriebszyklus prüfen.
CE0AIF-KommunikationsfehlerKommunikationsausfall zwischen der Reglerkarte und dem Automation Interface Modul.AIF-Kommunikationsmodul locker, defekt oder Feldbusleitung unterbrochen.Festen Sitz des optionalen Moduls im AIF-Steckplatz prüfen, Feldbusverdrahtung kontrollieren.
CE1Systembus (CAN) FehlerTelegrammübertragungsfehler oder Bus-Off-Zustand auf dem CAN-Systembus.Fehlender Busabschlusswiderstand, Kabelunterbrechung, falsche Baudrate.CAN-Bus-Verdrahtung, 120-Ohm-Abschlusswiderstände und Baudraten-Einstellung der Knoten prüfen.
EEREEPROM-FehlerInterner EEPROM-Prüfsummenfehler beim Datenzugriff.Speicherbeschädigung im internen EEPROM oder Hardwaredefekt auf der Reglerkarte.Interner Hardwarefehler – Werkseinstellung ausführen (C0002=1); bleibt der Fehler bestehen, Reglerkarte austauschen.
H05Interner HardwarefehlerSelbsttest der Reglerkarten-Hardware fehlgeschlagen.Fehlfunktion des internen Prozessors oder von Baugruppenkomponenten.Interner Hardwarefehler – Baugruppe zur Reparatur einsenden oder Reglerkarte 9324MP austauschen.
NMAXDrehzahlgrenze überschrittenIst-Drehzahl des Motors hat den eingestellten Maximalwert überschritten.Falsche Geberrückführeinstellung oder Durchgehen des Antriebs.Drehzahlreglerverstärkung, Maximaldrehzahlparameter und Geberverdrahtung prüfen.
Sd7Resolver-FehlerResolver-Signalverlust oder Spurfehler.Resolverkabel nicht angeschlossen, Drahtbruch oder Fehler im Resolver selbst.Resolververdrahtung, Stecker X7 und Resolverwicklungen des Motors prüfen.
PR0Programm- / PLC-FehlerAblauffehler im SPS-Anwenderprogramm.Division durch Null, Feldgrenzenüberschreitung (Array out of bounds) oder unzulässiges PLC-Task-Timing.Anwenderprogramm mit dem Drive PLC Developer Studio (DDS) überprüfen.

Haeufig gestellte Fragen

Welche Funktion hat die Lenze 9324MP.2D.80 Reglerkarte?

Die 9324MP.2D.80 dient als zentrale Steuereinheit für Servoregler und Servo-PLC-Antriebe der Lenze 9300 Serie. Sie verarbeitet Geberrückmeldungen, steuert E/A-Signale und führt Positionier- sowie SPS-Programme aus.

Welche Software wird für die Parameterübertragung der 9324MP.2D.80 benötigt?

Für die Konfiguration und den Parametertransfer wird die Software Lenze Global Drive Control (GDC) verwendet. Alternativ können Parametersätze direkt mit dem Bedienelement Keypad XT (EMF2102IB / EMF2101IB) gesichert und auf ein Ersatzgerät geladen werden.

Über welche Feldbusschnittstellen verfügt die Steuerkarte?

Das Modul besitzt einen integrierten CAN-Systembus (bis zu 500 kbps). Über den modularen Steckplatz für Automation Interfaces (AIF) können zudem Feldbusmodule für PROFIBUS-DP, INTERBUS, CANopen oder LECOM angeschlossen werden.

Was bedeuten die LEDs "DRIVE READY" und "DRIVE ERROR"?

"DRIVE READY" (grün) zeigt im Dauerlicht den normalen Betrieb an und blinkt bei Reglersperre oder Warnungen. "DRIVE ERROR" (rot) signalisiert leuchtend einen aktiven TRIP-Fehler und blinkend eine Warnung.

Was ist bei einem Fehler wie H05 oder EER zu tun?

Die Fehler H05 (interner Hardwarefehler) und EER (EEPROM-Fehler) deuten auf interne Bauteildefekte hin. Wenn ein Zurücksetzen auf Werkseinstellungen (C0002=1) bei EER keine Abhilfe schafft, muss die Reglerkarte ausgetauscht oder fachgerecht repariert werden.

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