Lenze 9324MP.VB.61 Steuerkarte – 9300 Servo Serie
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Produktinformationen
Die Steuerkarte Lenze 9324MP.VB.61 dient als zentrale Verarbeitungs- und Steuereinheit für Servoverstärker und Servo-PLCs der Baureihe Lenze 9300 mit einer Leistung von 3,0 kW. Das Modul wird direkt auf den Leistungsteil der Antriebe vom Typ 9324 montiert und übernimmt die Regelung von Drehzahl und Drehmoment im geschlossenen Regelkreis sowie komplexe Positionieraufgaben. Die Baugruppe benötigt eine Steuerspannung von 24 V DC bei einem zulässigen Spannungsbereich von 18 bis 32 V DC. Mit der Revisionsnummer VB.61 stellt diese Platine die präzise Ansteuerung des Leistungsteils sicher und bildet das Herzstück der Signalverarbeitung.
Zur Integration in Maschinensteuerungen verfügt die 9324MP.VB.61 über einen integrierten CAN-Systembus mit einer Übertragungsrate von bis zu 500 kbit/s für synchrone Mehrachs-Anwendungen, differenzielle Analogeingänge (±10 V), digitale 24-V-Eingänge und -Ausgänge sowie eine 9-polige Sub-D-Schnittstelle für Geber- oder Resolverrückführungen. Über den 33-poligen Automation Interface (AIF)-Steckplatz können optionale Feldbusmodule wie PROFIBUS-DP (EMF2133IB), CANopen (EMF2178IB) oder LECOM RS-232/485 (EMF2102IB) aufgesteckt werden. Die Platine sichert bis zu vier unabhängige Parametersätze (PAR1 bis PAR4) in einem nichtflüchtigen EEPROM. Bei der Inbetriebnahme eines Ersatzgeräts müssen diese Parameter vom Altgerät ausgelesen und über das Bedienmodul EMZ9371BC oder die Software Lenze Global Drive Control (GDC) übertragen werden, wofür ABC Industrial Parts fachgerechte Unterstützung bietet.
Der Betriebszustand und Störungen werden über integrierte Status-LEDs (Ready und Fault) direkt an der Frontseite angezeigt. Neben der LED-Diagnose stehen ein interner Störungs-Speicher (TRIP-Puffer), die Fehlercode-Anzeige über das Keypad EMZ9371BC sowie erweiterte Diagnosefunktionen in der Software GDC zur Verfügung. Tritt bei der Diagnose ein interner Hardwarefehler wie H05 oder ein Speicherfehler wie EER auf, ist der Fehler vor Ort nicht auf Bauteilebene reparierbar. In solchen Fällen ist der Austausch gegen eine geprüfte Steuerkarte die schnellste Lösung zur Vermeidung längerer Stillstandszeiten, wobei ABC Industrial Parts auch als Lieferant für geprüfte Ersatzmodule zur Verfügung steht.
Technische Daten
| Hersteller | Lenze |
| Teilenummer | 9324MP.VB.61 |
| Komponententyp | Servo Drive Control Board |
| Produktfamilie | 9300 Servo |
| Nennleistung Leistungsteil | 3 kW |
| Bemessungsausgangsstrom | 7 A |
| Steuerspannung | 24 V DC |
| Steuerspannungsbereich | 18 - 32 V DC |
| Systembus | CAN System Bus (500 kbit/s) |
| Kommunikationsschnittstelle | 33-pin AIF Header |
| Parameterspeicher | 4 Parametersätze (Nichtflüchtiges EEPROM) |
Programmierung und Konfiguration
Die Konfiguration und Programmierung der Steuerkarte Lenze 9324MP.VB.61 erfolgt primär über das PC-Softwarewerkzeug Lenze Global Drive Control (GDC) oder das aufsteckbare Bedienmodul EMZ9371BC. Im integrierten, nichtflüchtigen EEPROM-Speicher der Baugruppe können bis zu vier eigenständige Parametersätze (PAR1 bis PAR4) sicher verwahrt werden. Dies stellt sicher, dass sämtliche regelungstechnischen Daten und Motorparameter auch bei einem vollständigen Ausfall der Versorgungsspannung erhalten bleiben.
Bei Vertretern der Servo-PLC-Reihe wird die anwendungsspezifische Steuerungslogik mit der Programmiersoftware Drive PLC Developer Studio (DDS) erstellt. Vor dem Austausch einer defekten Steuerkarte ist das Auslesen und Sichern des aktuellen Parametersatzes erforderlich, um diesen anschließend auf das Ersatzteil zu übertragen und den funktionsgleichen Betrieb in der Maschine wiederherzustellen.
Kommunikation und Systemintegration
Für die Vernetzung innerhalb von Mehrachssystemen verfügt die Baugruppe 9324MP.VB.61 über eine integrierte CAN-Systembus-Schnittstelle, die Übertragungsraten von bis zu 500 kbit/s unterstützt. Dieser Bus ermöglicht die hochdynamische Synchronisation und den Datenaustausch zwischen mehreren Servoreglern ohne zusätzliche Feldbus-Baugruppen.
Zusätzlich besitzt die Steuerkarte einen 33-poligen Automation Interface (AIF)-Steckplatz. Über diesen Schacht können optionale Kommunikationsmodule nachgerüstet werden, darunter PROFIBUS-DP (EMF2133IB), CANopen (EMF2178IB) sowie LECOM RS-232/485 (EMF2102IB). Damit lässt sich der Antrieb nahtlos in übergeordnete SPS- und Automatisierungsnetzwerke einbinden.
Diagnose und Statusanzeige
Die Steuerkarte bietet umfassende Diagnosemöglichkeiten zur schnellen Lokalisierung von Betriebszuständen und Fehlersituationen. Über die beiden LEDs an der Frontseite wird der Grundzustand visualisiert. Ergänzend speichert das Gerät aufgetretene Ereignisse im internen TRIP-Puffer ab, der über das Bediengerät EMZ9371BC oder die GDC-Software detailliert ausgelesen werden kann.
Das Diagnose-Tool der Software Global Drive Control stellt zudem Oszilloskop-Funktionen und Statusflags zur Verfügung, womit Signale an den Analogeingängen, digitale Schaltzustände sowie Geber- und Resolverrückmeldungen in Echtzeit analysiert werden können.
Status-LED-Anzeigen
| LED | Farbe/Status | Bedeutung |
|---|---|---|
| Ready (Grüne LED) | Grün - Dauerlicht / Blinkend | Dauerhaftes grünes Licht signalisiert den normalen Betriebszustand bei Reglerfreigabe. Blinkendes grünes Licht bedeutet, dass der Regler betriebsbereit ist, jedoch die Reglersperre (CINH) aktiv ist. |
| Fault (Rote LED) | Rot - Dauerlicht / Blinkend | Dauerhaftes rotes Licht zeigt eine aktive TRIP-Störung oder einen Fehler an. Blinkendes rotes Licht signalisiert eine aktive Warnmeldung. |
Austausch und Ersatzteile
Beim Austausch einer Steuerkarte der Type 9324MP.VB.61 ist darauf zu achten, dass die Revisionsnummer (VB.61) sowie die Baugröße des Leistungsteils (3,0 kW Lenze 9324) übereinstimmen. Die Steuerkarte bildet die Schnittstelle zwischen der Steuerungsebene und dem Leistungsteil; eine Abweichung der Revisions- oder Leistungsspezifikation kann zu Fehlfunktionen führen.
Ein Ersatzmodul ist in der Regel nicht sofort betriebsbereit. Vor der Wiederinbetriebnahme der Anlage müssen die gerätespezifischen Parametersätze (PAR1 bis PAR4) vom Altgerät ausgelesen und auf die neue Platine eingespielt werden. Sofern das AIF-Kommunikationsmodul (z. B. PROFIBUS oder CANopen) weiterverwendet wird, ist dieses vorsichtig umzustecken und auf festen Sitz im 33-poligen Steckplatz zu prüfen.
Fehlercodes und Stoercodes
Die folgenden Fehlercodes koennen waehrend Betrieb oder Diagnose angezeigt werden:
| Code | Name | Beschreibung | Moegliche Ursache | Empfohlene Massnahme |
|---|---|---|---|---|
| OC1 | Überstrom / Kurzschluss | Kurzschluss oder Erdschluss an den Leistungsausgangsklemmen. | Kurzschluss im Motorkabel, Phasen-Erdschluss, Defekt in der Motorwicklung. | Verkabelung und Isolationswiderstand des Motors prüfen. Bemessungsausgangsstrom überprüfen. |
| OC5 | Überlast bei Beschleunigung | Stromgrenze des Antriebs während der Beschleunigung oder im Dauerbetrieb überschritten. | Mechanische Überlastung, Blockade der Mechanik, Beschleunigungszeit zu kurz eingestellt. | Mechanik auf Blockaden prüfen; Beschleunigungsrampe erhöhen; Motordimensionierung überprüfen. |
| OU | Überspannung Zwischenkreis | Spannung im DC-Zwischenkreis hat den oberen Grenzwert überschritten. | Hohe Rückspeiseenergie beim Bremsen, Bremsrampe zu kurz, fehlender oder defekter Bremswiderstand. | Verzögerungszeit verlängern; externen Bremswiderstand und Bremschopper-Konfiguration überprüfen. |
| LU | Unterspannung Zwischenkreis | Spannung im DC-Zwischenkreis ist unter den Betriebsgrenzwert gefallen. | Netzspannungseinbruch, Phasenausfall, Unterbrechung der Netzversorgung. | Netzversorgungsspannung, Netzsicherungen und Netzschütz überprüfen. |
| OH | Kühlkörper-Übertemperatur | Temperatur des Leistungsteil-Kühlkörpers hat den maximal zulässigen Wert überschritten. | Schaltschrankkühlung ausgefallen, Lüfter defekt, Umgebungstemperatur zu hoch, Kühlkörper verschmutzt. | Kühlkörper reinigen, Schaltschrankbelüftung sicherstellen, Funktion des internen Kühlgebläses prüfen. |
| OH4 | Motor-Übertemperatur | Thermokontakt oder PTC-Kaltleiter des Motors hat angesprochen. | Thermische Überlastung des Motors, dauerhafter Betrieb bei niedriger Drehzahl mit hohem Drehmoment, Motorlüfter defekt. | Motor abkühlen lassen, Motorlast reduzieren, Fremdlüfter des Motors überprüfen. |
| CE0 | Kommunikation AIF-Modul gestört | Kommunikationsfehler oder Timeout am AIF-Steckplatzmodul. | Unterbrochenes Feldbuskabel, loser Stecker, falsche Modulkonfiguration, Master offline. | Feldbusverkabelung, Sitz des Moduls im AIF-Steckplatz, Master-Status und Busabschluss prüfen. |
| CE1 | Systembus (CAN) Kommunikationsfehler | Timeout oder Übertragungsfehler auf der CAN-Systembus-Schnittstelle. | CAN-Bus-Kabel unterbrochen, fehlender Busabschlusswiderstand, Abweichung der Baudrate. | CAN-Bus-Verkabelung prüfen, 120-Ohm-Abschlusswiderstände an beiden Leitungsenden sicherstellen, Baudrate-Einstellungen kontrollieren. |
| EER | EEPROM-Speicherfehler | Lese-/Schreibfehler im nichtflüchtigen Parameterspeicher der Steuerkarte. | Beschädigter Parameterspeicher, Spannungsunterbrechung beim Speichern, EEPROM-Hardware defekt. | Werkseinstellungen neu laden. Bleibt der Fehler bestehen, liegt ein interner Hardwaredefekt vor – Steuerkarte austauschen. |
| H05 | Interner Hardwarefehler | Interner Hardwaredefekt auf der Steuerkarte. | Defekter Prozessor, Fehler in der Analogverarbeitung oder der internen Stromversorgung der Platine. | Interner Hardwarefehler – Platine kann vor Ort nicht repariert werden, Steuerkarte austauschen. |
| Sd7 | Resolver- / Geberfehler | Signalverlust oder fehlerhaftes Geber-/Resolversignal. | Geberkabel defekt, Stecker abgezogen, Aderbruch, Geberhardware beschädigt. | Stecker und Schirmung des Gebers/Resolvers prüfen. Rückführsensor kontrollieren. |
| NMAX | Maximaldrehzahl überschritten | Ist-Drehzahl des Motors hat die zulässige Höchstdrehzahl überschritten. | Instabile Drehzahlregler-Einstellung, ziehende Last treibt den Motor an, Fehler im Rückführsignal. | Drehzahlregler-Parameter, Lastverhältnisse und Geberverkabelung überprüfen. |
| PR0 | PLC-Laufzeitfehler | Ausführungsfehler im PLC-Anwendungsprogramm der Servo-PLC. | Division durch Null, Zeigerfehler, Stacking-Überlauf im SPS-Anwendungscode. | SPS-Anwendungsprogramm mit dem Drive PLC Developer Studio (DDS) debuggen. |
Haeufig gestellte Fragen
Für welche Antriebe ist die Steuerkarte Lenze 9324MP.VB.61 geeignet?
Die Steuerkarte ist speziell für die Leistungsteile der Baureihe Lenze 9300 Servo mit 3,0 kW Nennleistung konzipiert.
Wie werden die Parameter bei einem Kartentausch auf die neue Platine übertragen?
Die Sicherung und Übertragung der Parametersätze (PAR1 bis PAR4) kann mithilfe des aufsteckbaren Bedienmoduls EMZ9371BC oder über die PC-Software Lenze Global Drive Control (GDC) vorgenommen werden.
Welche Feldbusse werden über den AIF-Steckplatz unterstützt?
Über das Automation Interface (AIF) lassen sich Steckmodule wie PROFIBUS-DP (EMF2133IB), CANopen (EMF2178IB) oder LECOM RS-232/485 (EMF2102IB) nutzen.
Was bedeutet ein blinkendes grünes LED-Signal an der Steuerkarte?
Ein blinkendes grünes Licht zeigt an, dass der Servoregler betriebsbereit ist, jedoch die Reglersperre (CINH) aktiv geschaltet ist.
Wie ist vorzugehen, wenn der Fehlercode H05 oder EER angezeigt wird?
Fehler H05 deutet auf einen internen Hardwaredefekt hin, während EER ein EEPROM-Speicherfehler ist. Kann EER nicht durch Laden der Werkseinstellungen behoben werden, liegt ein Hardwaredefekt vor und die Steuerkarte muss austauscht werden.
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Industrieanlagen sollten vorzugsweise stets in Betrieb bleiben, unabhängig von den Umständen. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, dass Sie sich auf hochwertige Produkte und/oder nachhaltige Reparaturen verlassen können. Mit unseren Garantiebedingungen können Sie sich auf Sicherheit verlassen, unabhängig davon, ob Sie sich für neue, gebrauchte oder reparierte Produkte entscheiden.
Datensicherung und -wiederherstellung
Haben Sie aufgrund eines Defekts wertvolle Parameter oder Daten verloren, während die Unterstützung durch den Hersteller eingestellt wurde? Bei ABC Industrial Parts unterstützen wir Sie bei der Sicherung dieser Daten, sowohl bei gängigen als auch bei spezifischen Produkten.
Spezifische Firmware- und Hardware-Versionen
Wenn Sie mit spezifischen Hardware- oder Firmware-Versionen arbeiten, die vom Hersteller nicht mehr angeboten werden, ist ABC Industrial Parts Ihr kompetenter Ansprechpartner. Geben Sie bei Ihrer Anfrage deutlich an, welche Versionen Sie benötigen. Wir prüfen dann die Möglichkeiten, diese Versionen zu liefern, damit Ihre Anlagen weiterhin optimale Leistungen erbringen.
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